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Widukind Museum Enger: Vortrag

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03 Nov 2013 15:09 #13531 von markus.nicklas
markus.nicklas erstellte das Thema Widukind Museum Enger: Vortrag
|Donnerstag, 21. November, 20 Uhr|
Prof. Dr. Gerd Althoff, Münster: Vortrag: Strategien und Methoden der Christianisierung einer kriegerischen Gesellschaft.

Christianisierung ist in der Spätantike und im früheren Mittelalter mit beträchtlicher Intensität und großem Erfolg betrieben worden. In aller Regel geschah sie von oben nach unten. Die hierarchische Spitze eines Verbandes wurde für das Christentum gewonnen und sorgte für die Bekehrung des ganzen Stammes. Auf der anderen Seite verloren auch viele Missionare ihr Leben, es gab heftige heidnische Reaktionen, die Missionsarbeit zu einem gefährlichen Unternehmen machten. Im Vortrag wird nach Strategien und Regeln gefragt, die der Tätigkeit der Missionare zugrunde lagen. Es wird sich zeigen, dass die Missionsarbeit auf der Basis einer ausgereiften Methodik praktiziert wurde, die stark an Formen der politischen Kommunikation angelehnt war.

Ort: Widukind Museum Enger, Dachgeschoss

Eintritt: 3,- € , erm. 2,- €

www.widukind-museum-enger.de/_veranstalt.../veranstaltungen.htm
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06 Nov 2013 11:37 #13539 von Turtle
Turtle antwortete auf das Thema: Aw: Widukind Museum Enger: Vortrag
Danke für´s finden! Ist notiert.

Kommt außer mir noch jemand von euch?

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23 Nov 2013 09:06 #13593 von markus.nicklas
markus.nicklas antwortete auf das Thema: Aw: Widukind Museum Enger: Vortrag
bin zu weit weg ... gewesen. wie wars bitte? althoff hat mir das skript gemailt. er meinte, dass er sich vor ort wohlauf widukind beziehen "müsse".
Grins, hat er?

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10 Dez 2013 07:04 #13637 von qwertz
qwertz antwortete auf das Thema: Aw: Widukind Museum Enger: Vortrag
Schade, zu weit für nen Tagestrip.
Dennoch Interessant.
Ich persönlich bin der Überzeugung, das mehr Heiden durch das Schwert Missioniert wurden, als durch das Wort.
Ihre "Oberen" haben sich wohl eher durch Gold & bessere Handelbezihungen überzeugen lassen, oder wenn nicht anders möglich ebenfalls unter Androhung von Gewalt.
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12 Dez 2013 15:13 #13643 von Turtle
Turtle antwortete auf das Thema: Aw: Widukind Museum Enger: Vortrag
Hej!

also wenn ich das script auch bekommen könnte, wäre das toll!

Beim Vortrag hat er sich eine Reihe von Seitenhieben auf die Widukindbetonung im Widukindmuseum nicht verkneifen können. Finde ich nicht schlimm, denn Wissenschaft lebt ja durch die Diskussion...

Betont hat er vor allem den bündnisstiftenden Charakter von politischen Ehen, bei denen die heidnisch-christlichen Religionsschranken überwunden wurden und durch die zumeist christliche Frau dann christliche Impulse in den heidnischen Haushalt kamen. Üblicherweise brachte die Gattin dann ihren Hauseigenen Priester mit, der dann vor Ort die Missionierung übernahm.

Ein weiterer Punkt war die Waffenbrüderschaft: Unterstützung gegen einen Gegner bekam man von einem christlichen Herrscher dann, wenn der um Hilfe ersuchende selbst zum Christentum übertrat. Am Ende wurde dann der christliche Gott und dessen Eingreifen gelobt, denn ohne den Christengott hätte die Schlacht oder der Krieg ja nicht gewonnen werden können (nicht verwunderlich, wenn die Unterstützung nur kommt, wenn der Gott der richtige ist...). Friedliche Festivitäten und Gelage hatten bei den Sachsen und Wikingern bindenden Charakter und stifteten unverbrüchliche Treueschwüre. So erhielten die christlichen Bündnispartner die Erlaubnis für das Wirken der Missionare auf diplomatischem Weg. Wenn eine vertrauensvolle Beziehung zu den Herrschenden geschaffen war, erfolgte erst der Zugriff auf die Heiligtümer der alten Religion.

Augustinus hat verlangt, dass der Übertritt zum Christentum immer freiwillig sein müsse. Soweit die Theorie. Massentaufen zeigen, dass die Praxis anders aussah. Das Taufgewand behalten zu dürfen war ein weiteres Lockmittel, zumal es einen Bericht von einem Wikinger gibt, der sich schon mehrfach hat taufen lassen und die Hemden bei den vorherigen Taufen viel besser gewesen wären.

Ein Papst aus der Zeit (Welcher? Hierzu bräuchte ich die Quellen...) hat verfügt, dass die Missionierung nicht den alten Glauben zerstören dürfe, sondern seine Inhalte und Orte flexibel umwidmen müsse. Besonders Festtage und Festessen müssten umgewidmet werden vom Opfer an die Götter zum Dank an JHVH für die Sättigung, etc. Der Papst war der Ansicht, dass man einem trägen Geist nicht alles auf einmal wegnehmen dürfe.

Märtyrer waren eine radikalere Form der Missionsarbeit und es gab auch immer Deppen, die danach lechzten zum Märtyrer zu werden. Durch die jeweils verhältnismäßig kurzen Missionseinsätze der Märtyrer war das aber ein zu vernachlässigender Effekt. Effizient war die Bündnisstiftung und die damit verbundene Missionierung von oben. Apostaten, also die, die vom Glauben wieder abgefallen waren, wurden mit Gewalt verfolgt.

Während der Zeit der Sachsenkriege fand keine echte Missionsarbeit statt, dort wurde mit eiserner Zunge, dem Schwert missioniert und zwangsgetauft. Bis dann aber die Missionierung auch fruchtete, sind noch Generationen ins Land gezogen, denn im neunten Jahrhundert reichte es aus, dass ein Missionar das Vaterunser und das Klaubensbekenntnis und das Taufritual beherrschte. Ein durchorganisiertes Christentum mit seinen Regeln wie wir es heute kennen, gab es damals im Frankenreich in der Bevölkerung nicht, geschweigedenn in Sachsen oder Skandinavien.
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12 Dez 2013 20:11 #13644 von Ishtar
Ishtar antwortete auf das Thema: Aw: Widukind Museum Enger: Vortrag
Vielen Dank Turtle das klingt sehr spannend. An dem Skript wäre ich auch interessiert *pretty please :kiss: ).
Bei mir ist grad Jan Assmann's Die Mosaische Unterscheidung eingetroffen. Geht ein Stück weit auch in die Richtung. Mal sehen, wann ich zum Lesen komme, es stehen noch 5 andere Bücher davor.....

BB
Ishtar
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