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Der Martinstag und seine Bedeutung fürs Heidentum oder lasst uns den Funkentag wieder einführen!

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30 Okt 2010 16:23 #9502 von Ishtar
Ishtar erstellte das Thema Der Martinstag und seine Bedeutung fürs Heidentum oder lasst uns den Funkentag w

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30 Okt 2010 19:12 - 30 Okt 2010 19:13 #9524 von Robin
Robin antwortete auf das Thema: Aw: Der Martinstag und seine Bedeutung fürs Heidentum oder lasst uns den Funkent
Funkentag klingt für eine Niederrheinerin wie mich eher nach Karneval. Schließlich werden die Gardetänzerinnen ja auch Funken genannt. Aber Karneval beginnt ja am 11.11 (um 11 Uhr 11, auch Karnevalisten neigen zum Übertreiben :P )
Ich kann mit dem Martinstag ganz gut leben. Es ist für mich ein durch und durch christliches Fest, und ich liebe es. Es spricht ja nichts dagegen jemanden zu feiern der ein Vorbild dafür ist ein anständiges Leben zu führen und anderen zu helfen. ;)
Ob als Christ oder als Heide oder Muslim, Jude oder Buddhist.... ist mir völlig egal. Und die meisten Martinslieder, die hier gesungen werden, sind textlich ziemlich neutral. Abgesehen davon habe ich zu Wotan und anderen alten Göttern ein ähnlich distanziertes Verhältnis wie zu aktuelleren Ausgaben.

ICh danke dir aber für die Mühe, die du dir mti dieser Recherche gemacht hast. Da steckt bestimmt eine Menge Arbeit hinter. Respekt!
Liebe Grüße, Robin
Letzte Änderung: 30 Okt 2010 19:13 von Robin.

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30 Okt 2010 19:58 #9525 von Andy
Andy antwortete auf das Thema: Aw: Der Martinstag und seine Bedeutung fürs Heidentum oder lasst uns den Funkent
Hi!

Also ich denke nicht, dass es heidnische Wurzeln für den Martinstag gibt, dafür gibt es keinerlei Quellen und andere Beweise. Natürlich lässt sich in diversen Bräuchen alles mögliche hineininterpretieren, was zählt sind verlässliche Quellen...

Ich mag Sankt Martin!
Und ich hasse inbrünstig dieses ätzende Halloween! Das geht mir so richtig auf den Senkel... warum müssen wir bitte alles übernehmen was aus den USA durch die Werbeindustriew zu uns herangetragen wird? Sankt Martin ist einfach wunderbar und besonders die Aussage die damit verbunden ist.
Es ist besinnlich und eine gute deutsche Tradition.
Ich rege mich tierisch auf, wenn ich höre, dass einige Kindergärten und Grundschulen zugunsten einer Halloween-Veranstaltung auf den traditionellen Martinsumzug verzichten!

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30 Okt 2010 21:25 - 30 Okt 2010 21:39 #9526 von Ishtar
Ishtar antwortete auf das Thema: Aw: Der Martinstag und seine Bedeutung fürs Heidentum oder lasst uns den Funkent
Huhu

@ Robin
Danke

Wie ich in einem anderen Post schon angefangen habe, habe ich da ja persönlich eine ganz andere Sichtweise: ein Fest ist für mich heidnische wenn es heidnisches Brauchtum verwendet und/oder selbst einen heidnischen Ursprung hat. Dabei ist mir egal ob der Name christlich ist oder das Fest heutzutage vor allem von den Christen begangen wird. (historischer Schwerpunkt)
Musste aber Feststellen, dass diese Sichtweise problematisch ist, in dem sie offensichtlich missverständlich ist :unsure:.

Es gibt ja auch die Sichtweise ein Fest ist christlich wenn es von den Christen gefeiert wird, das Brauchtum christlich interpretier wird oder einen christlichen Namen trägt. (Schwerpunkt auf heutige Praxis)

Am tolerantesten wäre wohl, ein Fest gehört zu jeglicher Religion die es feiert egal wer von wem die Praxis übernommen hat. Aber so ganz kann ich mich damit nicht anfreunden :dry: Vielleicht häng ich zu sehr an den historischen Ursprüngen fest :unsure: Oder ich bin grad wieder im "Kampf gegen die "pöse kath. Kirche" die alles Heidnische übernommen hat, ausgelöst durch meinen Ärger über die Infos aus dieser Kirchensteuerbroschüre. Vielleicht bin ich aber auch nur neidisch, weil ich gerne heidnische Theologie studieren würde (in Deutschland anerkannt) und mir einfach nur grad mal wieder sehr stark wünschen würde, dass das Neuheidentum eine Gleichstellung hätte. Gut, dass Schwarzmondzeit anfängt, ich muss glaub ich mal wieder mit mir ins Gericht :huh:

Mhmm - Funkentag und Karneval - da merkt man, dass ich nicht aus einer Karnevalsregion komme, aber stimmt, da gibt es doch sowas wie Funkenmariechen :woohoo: Aber wenn ich ehrlich bin - ich bin mit dem Ausdruck "Martini" groß geworden und er ist mir am vertrautesten. So ganz warm geworden bin ich noch nicht mit Funkentag. Vielleicht gibt es ja andere Alternativen sowas wie Tag des Wilden Heeres (klingt aber nicht so kurz und knapp) Darin seh ich aber auch wieder eine Bestätigung wie stark das womit man aufwächst einen prägt.

@Andy
Ich finde es gibt schon genug Beweise für die heidnischen Wurzeln von Martini, so dass man dies als recht gesichert sehen kann.
Bezüglich Halloween vs. Martini habe ich kürzlich einen recht guten Artikel gelesen, leider habe ich den LInk nicht mehr auf die Schnelle gefunden. Aus der ERinnerung ging es da darum, dass H. eher dem heutigen Konsum "süßes oder sauers" entspricht, während Martini halt so Werte wie den Armen geben, bzw. Nächstenlieber vermittelt und das wohl als langweiliger angesehen würde. Irgendwie so.

Aber könnte denn nicht beides da sein?
Ein großer Fan von Halloween bin ich zwar selbst auch nicht. Wir haben ja Fasching. Aber ich bin auch kein Fan von Gruselfilmen und Geschichten und so...... liegt vielleicht darin. Eine Ausrede zum betrinken brauch ich auch nicht - bin da sehr langweilig: ich genieße gerne meinen Alkohol - darf dann auch teurer sein, trink ja eh nur wenig. Betrunken sein hat für mich nichts mehr mit Genuss zu tun. Aber das ist meine persönliche Meinung. Boah klingt das alt :silly:

Ich mag Martini auch!

BB
Ishtar
Letzte Änderung: 30 Okt 2010 21:39 von Ishtar.

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31 Okt 2010 13:11 #9529 von Jill
Jill antwortete auf das Thema: Aw: Der Martinstag und seine Bedeutung fürs Heidentum oder lasst uns den Funkent
Hallo,
hier wo wir zur Zeit wohnen (Ostfriesland) wird der Schwerpunkt wohl eher auf Laternenlaufen allgemein gesetzt und die Gestalt des Martins ist eher im Hintergrund. Letztes Jahr in Bayern hatte ich da lange Zeit Probleme meinem Kind über Martin etwas zu erzählen, bis ich dann irgendwann auf den Gedanken kam, das positive Rittertum in den Vordergrund zu stellen. Jetzt, ein Jahr weiter, habe ich weniger Probleme damit, und sehe das Fest einfach im Kontext der Jahreszeit: das äußere Licht wird weniger, ein weiteres Fest in dem wir die äußere Dunkeltheit erhellen können und die inneren Werte stärken, uns insgesant möglicherweise eher dem inneren zuwenden, vieles überdenken, Werte finden oder bekräftigen.
Bis zur Wintersonnenwende dauert es gefühlt so lange, wir nehmen jedes Fest mit, daß wir kriegen können. Ob Michaeli, Laternenfest oder Samhain...
LG
Jill

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01 Nov 2010 11:45 - 01 Nov 2010 11:50 #9537 von Thunrida
Thunrida antwortete auf das Thema: Aw: Der Martinstag und seine Bedeutung fürs Heidentum oder lasst uns den Funkent
Hallo zusammen,

Für mich ergeben sich aus dem Martinstag-Szenario verschiedene zusammengefügte Teile, die (fast) alle für mein Empfinden zu den Feierlichkeiten um Samhain
gehören:

Zum Ersten ist da St. Martin hoch zu Roß, der seinen Mantel teilt und die eine Hälfte einem Bettler überläßt. Dabei handelt es sich um die Katholische Heiligenlegende um Martin von Tours. Ob an seiner Stelle vorher eine Gottheit zu Roße verehrt wurde habe ich nirgends gefunden.

Zum Zweiten gehen die Laternenumzüge vermutlich auf vorchristliche Wurzeln zurück, denn sie sind auch heute noch stark im Volksbrauchtum verwurzelt und in der Heiligenlegende kommen keine Laternenträger vor, wie hätten sie dem Berittenen auch folgen sollen :silly: ? Früher wurden hier in Oberhessen große Dickwurz(e?)(=Runkelrüben), ähnlich wie die amerikanischen Halloween-Kürbisse, ausgehöhlt, mit Fratzen versehen und auf Holzstiele gesteckt, damit man beim Umzug den Menschen in die Fenster leuchten konnte. Meiner Ansicht nach könnte das der Zug der umgehenden Geister zu dieser Jahreszeit sein, oder deren Abschreckung dienen. Halloween ist somit in meinen Augen ein kommerzialisierter, sinnentleerter Reimport aus den USA.

Zum Dritten ist es an Martini der Brauch Gänsebraten zu essen (wurde in USA zum Thanksgiving-Truthan?). Dies hat seine Wurzeln vermutlich in der Zeit als das Vieh, das nicht durch den langen Winter gebracht werden konnte, geschlachtet wurde, damit für den bestehenbleibenden Bestand genügend Futter blieb um zu überleben. Die Zeit um Samhain war für unsere Vorfahren die Zeit des Schlachtens und auch der dazugehörigen Feste und Opfer, wo ein Gänsebraten sicherlich nicht verschmäht wurde.

Wahrscheinlich hatte die Kirche ihre liebe Not damit diese Bräuche aus dem Volk herauszubekommen, weil sie das Überleben im Winter sicherten und hat deshalb dort, wie so oft, einen Heiligen hinplatziert.

Es gibt also verschiedene Teile des Festes, die man durchaus in ein Samhain-Ritual zurückverwandeln könnte. Fackelumzug mit anschließendem Gänseessen, mmmh, köstlich...


LG

Thunrida
Letzte Änderung: 01 Nov 2010 11:50 von Thunrida.

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19 Nov 2010 14:49 #9612 von Ishtar
Ishtar antwortete auf das Thema: Aw: Der Martinstag und seine Bedeutung fürs Heidentum oder lasst uns den Funkent
Hi Thunrida

Eines meiner ersten Gedanken nach Beendigung des Artikels war tatsächlich "so ein Sch..... ich muss den Samhainartikel überarbeiten". Ich glaube mitlerweile, nach einigem darüber Schlafen und noch länger darüber brüten, dass die ganze Ahnenverehrungssache des Neuheidentums zu Samhain vom Christentum übernommen wurde. Die ganzen historischen Hinweise sind ziemlich dürftig. Der Brauchtum zum Martinstag passt besser zu dem was ich bei Guyonvar'c gelesen habe.
Passender weise habe ich dieses Samhain so gefeiert wie ich es aus einigen Gruppen gewohnt war mit einem Ahnenfest und hatte den Eindruck, dass es nicht passt. :dry: Insgesamt erhöht das aber sogar die Bedeutung des Martinstags fürs Neuheidentum, da darin viel mehr ursprüngliches Brauchtum erhalten blieb, also eine wahre kleine Schatztruhe für uns. Ich würde den Artikel jetzt nochmal etwas anders schreiben...... nächstes Jahr, wenn ich den über Samhain abändern muss.....

Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall viel mehr vom Martinstagbrauchtum einfließen lassen.

Wobei einige Szenarien auch in das Mitwinterbrauchtum übernommen wurden.

BB
Ishtar

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