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Es wird keine große Überraschung sein, dass die Symbole von Hasen und Eiern aus vorchristlicher Zeit stammen. In den heutigen Osterbräuchen wurden die beiden miteinander verbunden durch den Eierbringenden Osterhasen. Auch aus heidnischer Sicht kann man diese beiden Symbolträger ruhig miteinander verbinden, da sie sich in diesem Rahmen sogar noch stärker anbieten und sinnhafter sind. Der Artikel befasst sich mit dem Geschichtlichen Hintergrund der Verbindung Hase - Eier und zeigt auf, dass diese Verbindung keine christlich-religiöse sondern eine säkularisierte ist. Im heidnischen Rahmen können beide Aufgrund der Fruchtbarkeitsthematik wieder zu ihrer ursprünglichen Symbolik zurückkehren, aber auch wieder in einem "geheiligten" Rahmen eines Festes auftreten.

Der Hase als Symbol
Vorweg: In der Volkssymbolik gibt es keinen Unterschied zwischen Hasen und Kaninchen. Sie gelten somit als „gleich“. Der Einfachheit halber werde ich in diesem Text einfach „nur“ von „Hasen“ sprechen.

Viele Kulturen bringen den Hasen mit dem Mond in Verbindung, da bei Vollmond die dunklen Flecken des Mondes an einen springenden Hasen denken lassen. Diese Verbindung wird bereits bei den Azteken, in Altchina (wo er das 4. Sternzeichen ist) und bei den Altägyptern gezogen. Auch in Japan kommt dem Mondhasen eine besondere Bedeutung zu, was in mehreren Geschichten zum Tragen kommt. In einigen Indianermythen stellt der Hase einen Kulturheros dar (Gluskap, Manabozho) der auch als Schöpfer fungiert.

Der Hase steht aufgrund seiner Aktivität im Frühjahr für Lebendigkeit. Seine Paarungsaktivität und Anzahl der Jungen wird er als Symbol für Fruchtbarkeit gesehen, was je nach kultureller Einstellung zur Sexualität zu Lüsternheit wurde. Zoologisch ist anzumerken, dass Hasen im Frühjahr sehr viele Jungen bekommen, was sicherlich für die Fruchtbarkeitssymbolik spricht (Märzhasen)

Im Mittelalter wurde davon ausgegangen, dass er mit offenen Augen schlafe, weshalb Hasenfleisch in der mittelalterlichen Medizin Schlaflosigkeit verursachte. Ein weiterer Hinweis auf die Lebendigkeit. Wie der Mond mit Veränderung in Zusammenhang steht, so konnten sich Hexen in Hasen verwandeln.

In der Antike dagegen wurde Hasenfleisch mit 9 Tage anhaltender Schönheit verbunden. Sterile Frauen sollten durch den Verzehr fruchtbar werden. Aß die Frau auch noch Hasenhoden, konnte sie auf die Geburt eines Knaben hoffen. Nach Apollonius von Tyana, 1. Jh. unserer Zeitrechnung (uZ), sollte für eine leichte Geburt ein Hase dreimal um das Bettlager der Gebärenden getragen werden. Laut Plinius, 23-79 uZ, ist er das Lieblingstier der Liebesgöttin Aphrodite.
Er wird auch mit der germanischen Erdgöttin Holda und der neuzeitlichen Göttin Ostara in Verbindung gebracht.
Zusätzlich bringt eine Hasenpfote im Volksglauben Glück.

In der christlichen Ikonographie zeigt ein weißer Hase den Sieg über die „Fleischlichkeit“. Zusätzlich zieht er als gejagter Hase einen Vergleich zwischen den Gläubigen der in Christus Zuflucht sucht und einem Hasen, der sich auf einem Berg in Sicherheit bringt (da der Hase kürzer Vorderläufe hat, kann er einen Berg schneller hinauflaufen als so manche andere Tire). Der Kirchenvater Ambrosius von Mailing (339-397) brachte den Schneehasen aufgrund seiner wechselnden Fellfarbe mit der Verwandlung durch die Auferstehung in Verbindung.

Heutige christliche Interpretationen sehen den Hasen als Zeichen für die Lebendigkeit Jesus’ nach der Auferstehung. Zeitweilig war der Hase bei den Christen jedoch verpönt, da das Verspeisen von Hasenfleisch „sinnlich“ mache.

Mit all diesen Attributen kann man sagen, dass der Hase für ein Frühlingsfest ein idealer Symbolträger ist und dies offensichtlich auch schon seit geraumer Zeit ist. In diesem Sinne, sehr passend für Ostara.

 

Dreihasenbild
Das Dreihasenbild wird häufiger auch für die Verbindung der Symbolik Hase und Christentum herzitiert. Es handelt sich dabei um ein Motiv, das drei Hasen zeigt, die im Kreis angeordnet sind und sich „jagen“. Die drei Hasen haben jeweils drei Ohren, doch sieht es auf dem Bild so aus, als hätte jeder Hase zwei Ohren. Die drei Hasenohren in der Mitte bilden noch zusätzlich ein Dreieck.

Bekannte Beispiele aus Deutschland dieses Motivs sind:

  • Dreihasenfenster im Kreuzgang des Paderborner Doms
  • Dreihasenbild am Boden des Kirchhofs von St. Peter und Paul in Kirchhundem
  • Auf der Glocke des Klosters Haina (1223 uZ).

Tatsächlich handelt es sich bei dem Dreihasenmotiv um ein sehr altes archetypisches Symbol, das sich in verschiedenen Religionen und Kulturen widerspiegelt. Es zählt somit auch zum gemeinsamen Erbe Eurasiens und findet sich in der Ikonographie des Buddhismus, Islam, Christentum und Judentum wieder. Das es auch außerhalb der abrahamistischen Religionen zu finden ist, zeigt seine universelle Bedeutung, aber auch, dass sein Ursprung mit sehr hoher Wahrscheinlich in vorchristlicher Zeit zu finden ist.

In Devonshire in England befindet sich das Symbol in ca. 30 Kirchen, vor allem im Dartmoore. Sie zeigen verschiedene Variationen und wenn sie innerhalb der Kirche auftauchen z.B. als Vorsprung so sind sie Zentral positioniert. Mehrere zeigen angrenzend den „Grünen Mann“, was eine sehr interessante Kombination ist, die außerhalb Englands aber nicht so prominent zu finden ist.

Das frühste bisher bekannte Beispiel stammt von der Decke eines Buddhistischen Tempels in Mogao, nahe Dunhuang in China. Es wird auf die Sui Dynastie (581-618 u.Z.) datiert. „the three hares Project“ geht aufgrund vorhandener Funde davon aus, dass das Symbol von Osten nach Westen über die Seidenstraße verbreitet hat. Hier stellt sich natürlich die Frage, in wie weit das Symbol nicht eher auf dem chin. Volksglauben basiert und mit dem Mondhasen im Zusammenhang stehen könnte, vor allem weil die Sui Dynastie erst dabei war den Buddhismus zu fördern um darunter das Land zu einen. Parallel waren der Konfuzianismus, Taoismus und vor allem die chin. Volksreligion sehr verbreitet.

 

Der Hase wird zum Eierbringer

Ein Eier bringender Hase ist eine neuzeitliche Verbindung ca. aus dem 17. Jh. Im 16. Jh. wurden die Ostereier noch von regional unterschiedlichen Tieren gebracht:

  • Tirol: Osterhenne
  • Oberbayern, Österreich, Schleswig-Holstein: Hahn
  • Hannover, Hessen, Westfalen: Fuchs
  • holländische Grenze: Ostervogel oder Kranich
  • Thüringen: Storch
  • Schweiz: Kuckuck
  • Oberbayern: Osterlamm
  • Vogesen, Kärnten: Osterglocken

Den ersten schriftlichen Beleg für Hasen als Ostereierbringer liefert uns Georg Franck aus Franckenau 1678, ein Medizinprofessor.  In seiner Abhandlung „De ovis paschalibus“ (von Oster-Eiern) schildert er die negativen gesundheitlichen Folgen, die sich aus dem übermäßigen Verzehr von Haseneiern ergeben. Er bezieht sich dabei vor allem auf die Region des Elsass. Dort berichtet er von mehreren Fällen in denen der Verzehr zu Magen- und Darmstörungen führte, ein Franziskaner soll mit seinem Leben gebüßt haben. In dieser Abhandlung erwähnt der Arzt, dass bei diesem Brauchtum einfältigen Leuten und kleinen Kindern weiß gemacht werde, dass der Osterhase die Eier ausbrüte und im Garten verstecke.

Zu dieser Zeit waren die Ostereier scheinbar ein rein katholischer Brauch, der so unterschwellig kritisiert wurde. Die Protestanten waren der Ansicht, dass man sich Gott rein durch den Glauben verdient machte und nicht durch Werke wie Fasten. „Eier machen kein Ostern“. Allerdings verhinderte auch das nicht die Einführung von säkularen Ostereiern in evangelischen Familien (Katholische wurden vorher geweiht und waren deshalb nicht säkular (Säkularisierung = Trennung von Kirche und Staat, Entheiligung von Riten)). Manchen Quellen zufolge scheint diese Säkularisierung die Einführung des Osterhasen mit sich gebracht zu haben.

Allerdings ist es offensichtlich, dass der Hase als Frühlings- und Fruchtbarkeitssymbol bereits älter als das Christentum ist und es in späterer Zeit einfach zu einer Verbindung der beiden Symbole Hase und Ei kam. Über die vorchristliche Bedeutung des Eis werde ich an anderer Stelle berichten.

Winterbräuche des „ungesehen Schenkers“ wie bei Nikolaus, Christkind und Weihnachtsmann wurden auf den Osterbrauch übertragen, so dass der Osterhase selbst zum Gabenbringer wurde.

Um 1800 wurden die Ostereier mit dem Osterhasen bereits vom Bürgertum akzeptiert, allerdings weniger als religiöse Symbole, sondern mehr im Rahmen eines Familienfestes. Eine Ostereiersuche ist z. B. für 1783 aus dem Hause Goethes in Weimar belegt (allerdings für Gründonnerstag). Die Verbreitung des Osterhasen und der Ostereiersuche scheint zunächst in protestantischen Gegenden Fuß gefasst zu haben.
Kurz vor dem ersten Weltkrieg war der Osterhase auf dem Land noch kaum bekannt. Zu Beginn des 2. Weltkrieges hatte sich das bereits geändert und er war überall als Gabenbringer bekannt.
Zur Verbreitung trugen vor allem drei Faktoren bei: die Süßwarenindustrie, Kinderbücher und Postkarten. Im 19. Jh. durch die Entdeckung der Zuckergewinnung aus Rüben eröffnete sich durch den Osterhasen für die Süßwarenindustrie ein neuer Markt: Hasenverkauf. So wurde ein neues Jahreszeitliches Produkt geschaffen, das sich gut vermarkten ließ.
In diversen Kinderbüchern wurden Hasenfamilien dargestellt (gezeichnet oder literarisch) die sich, ähnlich wie der Weihnachtsmann mit seinen Wichteln, jährlich damit beschäftigten für (besonders liebe Kinder) herrliche Ostereier zu bemalen. Auf den Postkarten wurde ein Fest dargestellt, das vor allem das Heimelige betont. So zeigt sich Ostern auch vor allem als Familienfest.

Ganz genau geklärt ist es also nicht, wie die Verbindung zwischen Hasen und Eiern entstand, vielleicht einfach aus dem Bedürfnis heraus zwei an einem Fest auftretende heidnische Symbole miteinander zu verbinden.

 

Gesammelte Erklärungen:

  • Im Frühjahr kommen Hasen vermehrt zur Futtersuche in die Dörfer und somit auch in die Gärten. So war es ein leichtes ihm das Bringen der Ostereier anzudichten.
  • Der Osterhase ist viel schneller als die Hennen und diese konnten keine bunten Eier legen, weshalb der Osterhase diese bringt.
  • Ein Bäcker habe ein Osterlamm backen wollen, doch der Teig misslang und wurde zum Osterhasen.
  • Weil das Fest am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes gefeiert wird und der Hase ein Mondtier ist.
  • Gründonnerstag galt als Zahlungs- und Zinstermin für Schulden. Gläubiger zahlten oft mit Eiern und Hasen.
  • Der Schuldner der bezahlt hat, ist anschließend ein freier Mann, frei wie ein Hase, der nicht mehr „gejagt“ wird.
  • Protestanten hätten diese Geschichte erfunden, um ihren Kindern, die sie nicht mit dem katholischen Brauch des Fastens bekannt machen wollten, eine Erklärung für die vielen Eier zu  liefern.
  • Hasen haben die Angewohnheit längere Zeit an einem Ort stillzustehen und dann plötzlich wegzuhoppeln. Dabei könnte man denken, sie legen Eier ab.
  • Der Hasenkot ist eiförmig (manchmal aber auch rund) und liegt oft beieinander wie in einem Nest.
  • Das „Dreihasenbild“ wurde auf die Eier gemalt als Symbol für die Dreifaltigkeit. Bei Fortfall der katholischen Brauchtradition nährten sie den Umkehrschluss, dass die abgebildeten Hasen die Eier brächten
  • Da Hasen im Freien schlafen formen sie auf dem Boden „Nester“ die den Kiebitznestern sehr ähnlich sehen. Wenn diese Nester im Frühling mit Eiern gefüllt sind, sieht es aus, als hätten die Hasen diese gelegt.

 

 

Aufgrund seiner alten Überlieferungen und Verbindung zu Fruchtbarkeit und Lebendigkeit, die gerade im März deutlich wird, ist der Hase auf für Naturreligiöse Menschen ein sehr schönes Symbol. Sicherlich machen Hasen und Eier in einer Naturreligion die das neue Leben und die neu erwachte Fruchtbarkeit im Frühling ehrt viel mehr Sinn und sollte unbedingt beibehalten werden.

Wer die Verbindung Hase der Eier bringt machen möchte kann dies ruhig tun, da diese für Kinder meist sehr schön ist. Vielleicht sind die Eier für uns ein Geschenk der Göttin für den Hasen, die ihre Ankunft ankündigt und der Hase schenkt sie weiter, damit auch die Menschen wissen, dass die Frühlingsgöttin komplett aufgewacht ist.

Edain McCoy beschreibt in ihrem Buch über Ostara eine wundervolle Geschichte wie die Tiere des Waldes der Göttin Geschenke bringen wollen. Ein Hase stolpert dabei über ein Ei und überlegt, dass dies ein angemessenes Geschenk wäre. Zuhause wird er jedoch unsicher und möchte nicht „nur“ ein Ei schenken. Also macht er sich daran das Ei wundervoll zu bemalen und schenkt es der Göttin. Diese ist so begeistert davon, dass sie sich wünscht, dass auch alle anderen bunte Eier zum Frühlingseinzug als Geschenk erhalten, vor allem die Kinder, die ja Symbol des neuen Leben der Menschen sind.

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