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Pessach vor dem Exodus
Im Pessachfest wurden drei - vier unterschiedliche Feste vereint:
Das Hirtenfest Chag Ha-Pessach (Feier des Pessach-Lammes),das
Bauernfest Chag Ha-Mazzot (Feier des ungesäuerten Brotes) und das Omer-Fest.
Diese Feste entstanden wahrscheinlich zu unterschiedlichen Zeitpunkten in der jüdischen Entwicklungsgeschichte.

 

Das Hirtenfest Chag-Ha-Pessach ist das ältere, was noch aus der Zeit des Nomadentums stammte und in der Wüste gefeiert wurde. An diesem Fest wurde die Ankunft des Frühlings mit einer Opferung begangen. Es ist eine Feier der ersten Lämmer, das mit rituellen Tänzen und einem Lamm-Opfer gefeiert wird. Das Blut des Lammes wird an die Türen der Wohnstätten geschmiert zum Schutz vor (bösen) Geistern. Leonhard Rost erklärt diesen Brauch als nomadischer Schutzzauber zur Bannung von Wüstendämonen. Dieser Brauch zeigt sich noch in anderen afrikanischen und levantinischen Kulturen (vgl. z.B. das ragah- und dabiha-Opfer). Dazu passt auch die im astronomischen Erbe von mir aufgestellte Hypothese, dass dieses Fest ursprünglich mit dem auftauchen des Sternzeichen Widders im Zusammenhang steh.

Grünfeld übersetzt Chag Ha-Pessach als Feier des Überschreitens  (Pessach bedeutet vorüber schreiten) und weist darauf hin, dass es in der Antike mit dem Beginn der Gerstenernte in Verbindung gebracht wurde. Hier gibt es für mich eine sehr starke Verbindung zu dem Feierlichkeiten in Mesopotamien. Das Überschreiten könnte das der Gerste in das Lagerhaus sein. Tatsächlich erscheint das Wort für „Lamm“ nicht im Titel des Festes, so dass ich persönlich davon ausgehe, dass der Name des Hirtenfestes in Verbindung mit dem Lamm verloren gegangen ist. Eventuell deutet dieser Hinweis auch auf eine bereits stattgefundene Vermischung der beiden Feste hin.
Der Name des Festes ist tatsächlich etwas Merkwürdig. Ich persönlich denke, dass es ursprünglich womöglich einen anderen Namen trug. Ansonsten könnte das Vorüberschreiten mit den Wüstendämonen oder dem Übertritt der Gerste ins Lagerhaus zu tun haben oder das Überschreiten der Grenzen vom alten zum neuen Jahr. Die Tora wurde zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt verschriftlicht. Evt. wollten die Autoren so die Erinnerung an einen anderen Namen des Festes damit auslöschen.

Mit Chag Ha-Mazzot (Matzenfest) wurde der Beginn der Getreideernte gefeiert. Bevor das neue Korn der neuen Ernte eingefahren wurde, wurden alle Reste von Sauerteig aus den Häusern entfernt. In gewisser Weise wurde dafür gesorgt, dass vom „Alten“ nichts da war und es wurde Platz geschaffen für das Neue.

Bis zur letzten Tempelzerstörung hatte der 16. Nissan (die hebräische Monatsbezeichnung kommt uns nicht umsonst bekannt vor, stammt sie doch vom akkadischen Nisannu ab) ebenfalls noch eine sehr große Bedeutung, die uns die spätere Auferstehung des christlichen Jesus (welche am gleichen Tag stattfand) näher  erklärt. Omer wurde gefeiert. Omer ist die erste Garbe des neuen Getreides und wurde mit sehr großem Aufwand geschnitten, gebunden und mit einem Brandopfer dargebracht. Erst nach diesem Opfer war es erlaubt, die neue Ernte zu verarbeiten und zu verzehren. Dies ist in diesem Sinne sehr interessant, da eine Getreidegarbe auch für neues Leben steht und dieser in Naturreligionen eine große Bedeutung zukommt. Es erinnert uns auch nicht ohne Grund an das Akiti-Fest. Tatsächlich scheint es so, als seien Chag Ha-Mazzot und Omer zwei zusammengehörende Feste, die an unterschiedlichen Tagen gefeiert wurden.

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Pessach nach dem Exodus
Nach dem Exodus, dem Auszug aus Ägypten und dem Bau des ersten Tempels wurden Chag Ha-Pessach und Chag Ha-Mazzot  miteinander verbunden. Dies geschah durch die hebräische Elite, die damals die Tora (die jüdische Bibel) niedergeschrieben hat. Es war ihnen wichtig im nach hinein das gebeutelte Volk zu einen und das gelang besser unter einem Gott und mit der Idee ein „von Gott auserwähltes Volk“ zu sein. So erhielt der Exodus politisch höhere Bedeutung und die beiden naturverehrenden Feste wurden als Brauchtum integriert.
Zu jener Zeit wurde nicht nur Yahveh verehrt, sonder eine Vielzahl anderer Götter, wie auch Asherah, El, Ishtar, Tammuz etc. Wenn man die Stelle „Könige“ in der Bibel liest ist zu damaliger Zeit der monotheistische Yahvismus tatsächlich eine Ausnahme und setzte sich erst später durch. Es kam allerdings zu einer immer radikaleren Uminterpretation der beiden Feste: Pessach wurde zum Fest des Auszugs der Juden aus der ägyptischen Sklaverei (Exodus).
Der jüdische Gott sprach zu Moses: "Dieser Monat [= Nissan] soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der erste unter den Monaten des Jahres gelten. ... Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus" (Ex 12, 2f.).
Das sogenannte Pessach-Lamm wurde bis zum 14. Nissan gehütet, dann geopfert und gebraten und von der Familie verspeist. Heutzutage wird dieser Teil Sedarabend genannt. Dies ist der Ursprung des späteren christlichen Abendmahls, da Jesus, als Jude dies sicherlich bei seiner vom Datum her beabsichtigten Einreise in Jerusalem beachtet hat.

Die dazugehörige Erklärung wie die Feste vereint und verändert wurden wird in der Tora festgehalten:
Ex 34,25 setzte Chag Ha-Pessach mit dem Pessach-Lamm in Verbindung, weil die Juden ihre Häuser mit Lammblut gekennzeichnet hatten und der Todesengel ihres Gottes so an ihnen „vorbei ging“ und ihnen die zehnte Plage erspart blieb

Ex 23,15 verbindet Chag Ha-Mazzot mit dem überstürzten Auszug aus Ägypten, bei dem die Juden sehr schnell vorgehen mussten und deshalb nur rohen Teig mitnehmen konnten.

Das Pessachfest wurde sieben Tage lang gefeiert, im Exil wurde acht Tage gefeiert, um sicher sein zu können, dass alle Juden zur gleichen Zeit feiern.
Die Mazza, ungesäuertes Brot aus Mehl und Wasser, das traditionell zu diesem Fest gereicht wurde, wurde zum Vorbild der christlichen Hostie, die später bei der Eucharistie, Symbol für das Abendmahl gereicht wurde. Es wurde auch später von einem Familienfest zu einem Tempel- und Wallfahrtsfest. Im Babylonischen Exil (586 – 539 vuZ) wurde es wieder zum Familienfest. Zurück in Israel wurde es wieder ein Tempelfest, konnte sich jedoch nicht komplett als ein solches durchsetzen.
Zu Zeiten des christlichen Jesus war das Pessachfest das Hauptfest der Juden. Dieser Punkt ist sicherlich sehr wichtig, da Jesus eigentlich Jude war und eine Reform der jüdischen Religion anstrebte, so dass bestimmte christliche Zeitabläufe sicherlich kein Zufall sind.
Pessachpilger zum Tempel sollten mindestens 20 Jahre als sein und die Schlachtung fand durch Priester statt. Mit der Zerstörung des zweiten Tempels wurden keine Schlachtungen mehr durchgeführt und Pessach wurde komplett zu einem Hausfest.

Auf dem Sedar-Festtisch befindet sich ein Ei um an die Chagiga (haggigah), das Festopfer im Tempel zu Jerusalem am 14. Nissan, zu gedenken. Das Ei wird vor dem eigentlichen Essen des Seder gegessen. Es repräsentiert auch die Trauer um die Zerstörung des heiligen Tempels und knüpft an die Trauerbräuche bezüglich des Ei-Essens an. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen Brauch, der im gesamten levantinischen Raum bekannt war. Möglich, dass dieser Brauch auch bei den Feierlichkeiten um Tammuz eine Rolle spielte. Eine Verbindung könnte auch zum ägyptischen Shemu bestehen, welches die Juden im ersten Exil mitkriegten.

 

Fazit:
Hier ist die Vereinigung des Hirtenfest Chag-Ha-Pessach (Feier des Pessach-Lammes) und des Bauernfest Chag Ha-Mazzot (Feier des ungesäuerten Brotes) von Interesse, wie auch im Anschluss die Omer-Feier der ersten Garbe und den Beginn der Ernte. Meiner Meinung nach ist es wahrscheinlicher, dass das Ei in den ursprünglichen Festen als Symbol für die zurückgekehrte Fruchtbarkeit seinen Platz fand und vielleicht auch mit den Feierlichkeiten um Tammuz in Verbindung stand. Offensichtlich steht es auch in Verbindung mit den Opferbräuchen jener Zeit (Lamm und erste Garbe). Wir sehen hier eine andere Variante die uns an den Dumuzi/Tammuz erinnert und was vielleicht auch Teil des Festes war. Die beiden zunächst getrennten Feste wurden nach dem Exodus vereint und radikal uminterpretiert, so dass sehr viele Facetten offensichtlich verloren gegangen sind. Allerdings können für uns dennoch wichtige Zusatzinformationen gewonnen werden.


Quellen:
Frymer-Kensky: In the Wake of the goddess
wikipedia.de
Becker-Huberti, Mannfred: Lexikon der Bräuche und Feste
Jenny kien: Reinstating the divine woman in judaism
Woodrow, Ralph: Babylon Mystery Religion
Rabbi Frand: on Pessach
Yizahk Aren: das Pessach Ei
Jonathan Grünfeld: Pessach – alles was man wissen sollte

 

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