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Der "Bauernfesttag" stellt in einer Feier der Ernte auch vor allem das Essen und Trinken in den Vordergrund. Sicherlich lag dies daran, dass im November die großen Schlachtungen vor dem Winter stattfanden, sowohl bei den Kelten, als auch bei den Germanen, denn der komplette Herdenbestand wurde meist nicht über den Winter hindurch gehalten. Entsprechend wurde viel Geschlachtet und Fleisch gegessen. Der Angelsächsische Name des Monats, der und von Bede überliefert wird: Blot-Monath „Opfermonat“ deutet ebenso darauf hin. Der Volkstümliche Mondname, Blutmond gibt uns einen zusätzlichen Hinweis in diese Richtung.

Martin von Tours
Der Martinstag wird heutzutage am 11. November, dem Tag der Beerdigung des Martins von Tours, der am 8. November 397 gestorben war gefeiert. Martin war nach Maria und Johannes der erste katholische Heilige des Abendlandes, der nicht den Tod als Märtyrer gestorben war. Martins als heroisch empfundenes Leben führte bald zur Heiligsprechung. Der Frankenkönig Chlodwig erhob Martin zum Nationalheiligen und Schutzherrn der fränkisch-merowingischen Könige. Bekannt ist er für die Teilung seines Mantels mit einem Bettler. Interessanterweise leitet sich sein Name, Martinus, vom Kriegergott Mars ab, so dass es nicht erstaunlich ist, das er viele seiner Attribute und Schutzfunktionen übernommen hat.
Der katholische kirchliche Oberhaupt den 7. Jh. vor unserer Zeitrechnung, Papst Martin I. machte diesen Tag zu einem kirchlichen Feiertag und es ist gut möglich, dass es dabei darum ging den heidnischen Feiertag der Teutonischen Völker im Christentum zu absorbieren. Heutzutage handelt es sich nicht mehr um einen hohen katholischen Feiertag.
Sankt Martin gilt als Schutzpatron der Armeen, Ritter, Soldaten, Reisenden, Flüchtlingen, Huf- und Waffenschmieden, Aplenhirten, Bettlern, Tuch-, Kappen- und Handschumachenr, Webern, Gerbern, Schneidern, Bauern, Hirten, Winzer, Gastwirten, Trinkern, Hoteliers, Müllern und Tieren (Pferde, Hunde, Vögel).
Protestantische Christen gedenken an diesem Tag Martin Luther (der seinen Namen von St. Martin erhalten hat). Das der Name des Festes umgedeutet wurde, hat am Brauchtum nichts verändert, ein weiterer Hinweis, auf die Zähigkeit des Brauchtums gegenüber Umdeutungen. 

Essen, Trinken und der Zinstag
Das Gansessen hat seinen vorchristlichen Ursprung bei den Schlachtfesten im November.
Von den Kelten ist bekannt, dass sie sich Gänse als Haus- und Kulttiere hielten. Wer Gänse kennt, weiß, dass sie hervorragende „Wachhunde“ sind. Auch bei den Römern bewachen heilige Gänse das Capitol, den heiligen Mittelpunkt des römischen Reiches.
Da nicht alle Gänse über den Winter gehalten werden konnten, wurden viele bis auf wenige Zuchtpaare im Herbst geschlachtet. Nach Pamela Graf soll dies rituell stattgefunden habe zur Rückkehr der Plejaden, was bei den Kelten um den 11. November gewesen sein soll. (Meine Astronomischen Kenntnisse sind leider nicht gut genug dies zu überprüfen, wer bessere Kenntnisse hat, möge die bitte nachreichen – und bitte die Präzession der Pole beachten). Rechte Inhaber Zyance

Mit dem Martinstag war auch das wirtschaftliche Bauernjahr beendet, was mit Gesindewechsel, Markttag, Almabtreib und entsprechenden Zins-, Pacht- und Lohnzahlungen fällig waren. Dies geschah meist in Form von Naturalien und häufig waren Gänse die Bezahlung, da ihre Schar sowieso reduziert werden musste. Dies ist allerdings auch ein Hinweis darauf, dass dieser Festtag als der Beginn, bzw. Ende des Jahres betrachtet wurde. Es war dem Gesinde auch erlaubt seinen Arbeitsplatz zu diesem Zeitpunkt zu wechseln. "Auf Martini ist ZInszeit" und " Sankt Martn ist ein harter Mann, für den, der nicht bezahlen kann" lauten zwei Redewendungen.
In England wurde der Brauch als „Martlemas beef“ überliefert (die Briten kennen an Michaeli ein Gansessen).
Auch in Dänemark wurde am Martinstag Gans gegessen und vom Brustbein konnte der Winterverlauf vorausgesehen werden. Weiß für Schnee, braun für starke Kälte. In den Vereinigten Staaten ist zu Thanksgiving ein Ähnlicher Brauch in Form eines wishingbones (Wunschknochens) bekannt. Zwei halten je eine Seite und versuchen die Mitte zu „knacken“. Wer zum Schluss das längere Stück hat darf sich etwas wünschen.
In Irland, in St. Peter’s, Athlone ist ein offensichtlicher Opferbrauch bis ins 19. Jahrhundert erhalten geblieben: Jeder Haushalt würde irgendein Tier töten und Hausgrenze oder Landgrenze mit seinem Blut bespritzen. Das Tier wurde St. Martin geopfert, der offensichtlich an die Stelle einer früheren Gottheit getreten ist. Unglück würde die Familie befallen, die das nicht tat. Möglich, dass dies vom keltischen Samhain auf den Martinstag übertragen wurde. In einer sehr interessanten irischen Legende heißt es, der Heilige selbst wurde zerstückelt und in Form eines Ochsen gegessen. Dies bringt interessante Parallelen zu manchen Schöpfungsgeschichten in denen eine Gottheit oder ein Urwesen zerstückelt wird (wir befinden uns zum Jahresende – Jahresanfang!) wie auch zu Bacchus, dem römischen Dionysus. Dionysos ist ein Gott des Weines und der Fruchtbarkeit, der ebenso zerstückelt wurde und von der Göttin Rhea wieder zusammengesetzt, indem sie seine Glieder in einem Kessel kochte.
Entsprechend wird auch davon ausgegangen, dass die der Martinstag einen Festtag für den Fruchtbarkeitsgott Bachhus ersetzte. Dies wird auch als Grund genommen, warum nicht der eigentliche Todestag, sondern der Beisetzungstag als Gedenktag genommen wird. Die Verbindung zu Fruchtbarkeit und Wein ist auch im Brauchtum noch zu finden: Der junge Wein, der „Heurige“ wird häufig an diesem Tag getrunken und getauft. Wobei vielerorts von den Erwachsenen heute eher Glühwein gegen die Kälte getrunken wird. Es gibt auch die Redewendung „Martinsmann“ für jemanden der sehr viel trinkt. Die „Martinsminne“ hat sicherlich in Trinksprüche und Opferungen des Weins ihren Ursprung. Aus dem Böhmerwald gibt es den früheren Glauben, dass Wein, der an diesem Tag getrunken wird Stärke und Schönheit bringt.
In Venetien gehörten Weintrauben zum Abendessen dazu und sogar in Sizilien gehörte es dazu an diesem Fest den neuen Wein zu trinken.
“Heb an Martini, Trink Wein per circulum anni”, heißt eine alte Weisheit.

Rutenschläge für die Fruchtbarkeit

Ein weiterer Fruchtbarkeitsbrauch ist jener des Gertenschlages. Nach C. A. Miles handelt es sich um einen Birkenast, an dem alle Äste entfernt wurden, bis auf die an der Spitze und Eichen- und Wacholderblätter wurden zusätzlich daran befestigt. ( Ich sehe das Grinsen der „eingeweihten“ in die Weisheit der Bäume ;-)). Der Halter der Gerte wurde als Repräsentant des Heiligen Martins gesehen.  Sicherlich können wir sagen, dass es dabei darum geht „Böse“ Einflüsse zu vertreiben eher als Bestrafung. Wir können aber gut darüber spekulieren, dass die christliche Interpretation eine von Bestrafung und Sünde wurde und daraus die entsprechenden Zweige des St. Nikolaus. Sowohl St, Nikolaus als auch St. Martin gelten als Heilige, die an die Stelle von Wodan oder besser gesagt Anführern der Wilden Meute getreten sind. Die Früchte können gut ein Segen von Innen sein, während der Gertenschlag einen Segen von außen liefert.

Licht und Feuer
Die Martinsfeuer werden mit dem „Sommerverbrennen“ und kelto-germanischen Erntedankfesten in Verbindung gebracht. Eine Verbindung zu All Hallows in Britannien (dem ursprünglichen Halloween, bzw. dem irischen Samhain) gibt es ebenso. Im Rheintal war es früher brauch kleine Feuer auf den Höhen des Flussbettes zu entzünden. Das Jungvolk sprang drüber und tanzte drum rum, die Asche wurde verstreut um die Felder fruchtbar zu machen. 
Die Laternenprozessionen oder Fackelumzüge gehen auf vorchristliche Feuer- und Lichtbräuche zurück. Die Feuer sollen die bösen Geister vertreiben.  Jugendliche und Erwachsene zogen durch die Felder um die bösen Geister zu vertreiben und für das kommende Jahr Fruchtbarkeit und Segen zu bringen. Die Ursprünglichen Laternen waren Rüben, Kürbisse kamen alle erst später aus den heutigen USA zu uns nach Europa. In der Schweiz ist dieser Brauch in seiner urigsten Form mit den „Räbäliechtli“-Umzügen noch lebendig. Herbstrüben werden extra dafür angepflanzt und wundervoll oder einfach liebevoll verziert. Der Feuersprungbrauch ist teilweise als ein Sprung über Kerzen geblieben. Im 15. Jh. unserer Zeitrechnung waren die Martinfeuer so zahlreich, dass sich der Name Funkentag einbürgerte, heute wird dies teilweise als eine Bezeichnung für den Vortag genommen. In Eichsfeld war es brauch kleine Kerzen auf schwimmenden Nussschalen zu entzünden und sie dem Fluss Geislede zu übergeben.

Brotwecken, Laibe
"Martinilaibchen", "Martinshörnchen", "Merteswecken" oder auch "Lutherbrötchen"  werden verteilt um nach christlicher Interpretation an die Wohltätig Martins zu gedenken (der Legende entsprechend wären allerdings Kleidung für die Armen passender). Da die Lichterprozessionen bereits auf einen Segenswunsch für die Fruchtbarkeit der Felder zum nächsten Jahr hindeuten, werden die Brotlaibe oder Wecken wohl eher auch an die Fruchtbarkeit angeknüpft. Möglich, dass die Brotlaibe in Menschenform sogar eine Darstellung der besänRechte Inhaber Micha L. Rieserftigten Naturgeister sind, dies ist jetzt aber Spekulation meinerseits. Es könnte sich dabei auch um den Herrn der Wilden Meute handeln, mehr dazu weiter unten. 
Es gibt allerdings auch andere Hinweis auf Ernte Opfer, z.B. im Niederländischen Brauch einen Früchtekorb in das Feuer zu werfen, in Deutschland wurden mancherorts leere Früchtekörbe hineingeworfen.

 



Die Wilde Meute
Bereits zum Martinstag erschienen einige “Wilde Gestalten” des Volksbrauchs, die uns in mehreren Alpenbräuchen wie dem Perchtenlauf, oder auch in der Gefolgschaft von Sankt Nikolaus immer wieder begegnen. Diese Bräuche sind so verbreitet, dass es möglich ist, dass sie einen sehr entscheidende Funktion inne hatten, wo sie heute nur Brauchtum und Märchen schmücken. Der Pelzmärten erschreckte in Ansbach die Kinder bevor er sie mit Nüssen und Äpfeln bewarf. Weitere Gestalten sind der Buttnmandel, Butzemärtel, Junker Martin, Klausen, Strohschab, Schellenmärte, Nussmärte, Knecht Ruprecht. Mehrere Lärmbräuche wie z.B. den Wolfaustreiben oder das Umschnalzen wo Jugendliche mit Peitschen (Verbindung zur Gerte) und Kuhglocken deuten auf eine Verbindung oder Vermischung zu germanischen Sonnenwendfeiern hin.
In Belgien nahm der Heilige Martin die Funktion des Nikolaus an und bringt Kindern Nüsse und Äpfel. In Österreich bringt er die „Martinshörner“ (Wecken). Schneit es wird gesagt, Martin komme mit seinem weißen Pferd. Es gibt auch legenden um den Schimmelreiter, der zur gleichen Zeit erscheint. Es wird davon ausgegangen, dass Martin in dieser Hinsicht an die Stelle von Wodan getreten ist. Sicherlich ist es nicht zufällig, dass er zuvor eine militärische Karriere als Teil der Reitertruppe verfolgte, was ihn wiederum in die Nähe des Gottes rückt. Hier können wir auch eine Verbindung zum Kriegergott Mars ziehen, der Martin seinen Namen gab, wie auch die Verbindung zur Fruchtbarkeit über die Liebe von Venus und Mars. Mancherorts wird Martin auch heute noch auf dem Pferd dargestellt, teilweise wird die Mantelteilung nachgeahmt. Der Zusammenhang kann auch mit Cernunnos gemacht werden, dem gallo-keltischen Anführer der wilden Horde. Martin von Tours wird meist als auf einem Schimmel reitend dargestellt. Tatsächlich wird er in seiner ursprünglichen Biographie nicht mit Schimmeln und Pferden in Beziehung gebracht. Der Ursprüngliche "Schimmelreiter" ist Odin oder Wotan.

Singen
Das Martinssingen gehört zu den „gabenheischenden Ansingbräuchen“. Kinder gingen von Tür zu Tür und sangen um Brennmaterialien für das große Feuer und freuten sich über zusätzliche Schleckereien. Hier kann ein heidnischer Ursprung tatsächlich nicht belegt werden. Dies soll es nicht ausschließen, aber ich kann es auch nicht bestätigen wie bei den anderen Bräuchen. Die Vermischung mit Nikolausbräuchen ist auch hier ersichtlich, wenn in Mechlin die Kinder singen und oft vier Jungs eine Art Sänfte tragen auf der Martin sitzt. Er hat einen langen Bart, kirchliche Insignien und hält einen langen Löffel um Äpfel und andere Leckereien zu erhalten und einen Lederbeutel für Geld. Natürlich erinnert dies auch an den modernen Halloweenbrauch der aus den Vereinigten Staaten zu uns rüber kommt. Die Verbindung mit dem Heiligen Nikolaus und seiner Gefolgschaft schließt hier wieder Kreis, denn in einem alten Kinderreim wird Nikolaus als Wude Nikolaus bezeichnet (Wude, ein anderer Name für Wotan).

Heidnische Praxis heute?
Gut, soviel zum Ursprung eines heute christlich gefeierten Festes.

Und was hat das mit naturreligiöser Praxis heute zu tun? Schließlich gibt es ja Samhain?

Völlig korrekt. Ein Großteil dieser Bräuche können und werden durchaus in den Ahnengedenkfeiern zum neuheidnischen Samhain gefunden, Erntedank wird von vielen Neuheiden zur Herbsttag-und-nachtgleiche gefeiert. Berechnen wir Samhain nach dem Mondkalender kommen wir übrigens häufiger in die Mitte oder Anfang November, was die Nähe der beiden Feste betont. (Tatsächlich ist nicht wirklich bekannt wie die Kelten ihre Feste berechneten). Zusätzlich sind die Hochfeste früher an mehreren Tagen gefeiert worden, nicht nur an einem. Die Feste schließen einander also nicht aus, vielmehr könnten sie Teil eines Festzyklus sein, der durch sie beide komplettiert wird. An einem Tag gedenkt man den Ahnen, an einem anderen geht es um den Beginn der Streifzüge der Wilden Horde und einen Segenswunsch für Fruchtbarkeit im kommenden Wirtschaftsjahr. Eine Umsetzung wäre z.B. ein kleiner Festumzug mit Fackeln (Erwachsene) und Laternen (Kinder), begleitet von einem verkleideten "Herrn der Wilden Meute", Cernunnos, Wotan auf einem Schimmel. Dieser könnte auch mit einer Gerte wie oben beschrieben rumlaufen und kleine Hiebe verteilen und Schabernack während des Umzugs treiben. Am Ende ein kleiner Sprung über Kerzen und jeder der sich traut erhält einen kleinen Weckenmann (Cernunnos-Wodan selbst mit der Rute in der Hand und der Süße der Rosinenfrüchte als Versprechen für den nächsten Frühling durch den Winter). Vor einem großen Feuer, in das ein Früchtekorb als Dankesgabe geworfen wird (kann sicherlich rituell als Opfer noch ausgebaut werden), erhalten alle etwas zu trinken, für die Erwachsenen natürlich heurigen (oder Glühwein ;-)). Am nächsten Tag wird die Asche eingesammelt und unter der Gemeinschaft verteilt, damit jeder sein Haus damit bestreuen kann (oder den Schreibtisch bei der Arbeit, oder es in einem Gefäß unter den Arbeitsplatz legen, oder unters Bett wenn man gerade in der „Produktionsphase“ ist oder…..)
Entweder am Tag des Umzugs selbst, oder am Tag darauf gibt es dann ein leckeres Gänseessen und mit dem „Wunschknochen“ prüft man wer einen Wunsch erfüllt kriegt.

Klingt für mich zumindest nach einer perfekten naturreligiösen Volksfeier. 

Quellen:
Manfred Becker-Huberti: Lexikon der Bräuche und Feste
Clement A. Miles: Christmas in Ritual and Tradition, Christian and Pagan
Willhelm Mannhardt: Wald- und Feldkulte Band 1 und Band 2
Pamela Graf: Martinigans

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Robins Avatar
Robin antwortete auf das Thema: #9524 6 Jahre 4 Monate her
Funkentag klingt für eine Niederrheinerin wie mich eher nach Karneval. Schließlich werden die Gardetänzerinnen ja auch Funken genannt. Aber Karneval beginnt ja am 11.11 (um 11 Uhr 11, auch Karnevalisten neigen zum Übertreiben :P )
Ich kann mit dem Martinstag ganz gut leben. Es ist für mich ein durch und durch christliches Fest, und ich liebe es. Es spricht ja nichts dagegen jemanden zu feiern der ein Vorbild dafür ist ein anständiges Leben zu führen und anderen zu helfen. ;)
Ob als Christ oder als Heide oder Muslim, Jude oder Buddhist.... ist mir völlig egal. Und die meisten Martinslieder, die hier gesungen werden, sind textlich ziemlich neutral. Abgesehen davon habe ich zu Wotan und anderen alten Göttern ein ähnlich distanziertes Verhältnis wie zu aktuelleren Ausgaben.

ICh danke dir aber für die Mühe, die du dir mti dieser Recherche gemacht hast. Da steckt bestimmt eine Menge Arbeit hinter. Respekt!
Liebe Grüße, Robin
Andys Avatar
Andy antwortete auf das Thema: #9525 6 Jahre 4 Monate her
Hi!

Also ich denke nicht, dass es heidnische Wurzeln für den Martinstag gibt, dafür gibt es keinerlei Quellen und andere Beweise. Natürlich lässt sich in diversen Bräuchen alles mögliche hineininterpretieren, was zählt sind verlässliche Quellen...

Ich mag Sankt Martin!
Und ich hasse inbrünstig dieses ätzende Halloween! Das geht mir so richtig auf den Senkel... warum müssen wir bitte alles übernehmen was aus den USA durch die Werbeindustriew zu uns herangetragen wird? Sankt Martin ist einfach wunderbar und besonders die Aussage die damit verbunden ist.
Es ist besinnlich und eine gute deutsche Tradition.
Ich rege mich tierisch auf, wenn ich höre, dass einige Kindergärten und Grundschulen zugunsten einer Halloween-Veranstaltung auf den traditionellen Martinsumzug verzichten!
Ishtars Avatar
Ishtar antwortete auf das Thema: #9526 6 Jahre 4 Monate her
Huhu

@ Robin
Danke

Wie ich in einem anderen Post schon angefangen habe, habe ich da ja persönlich eine ganz andere Sichtweise: ein Fest ist für mich heidnische wenn es heidnisches Brauchtum verwendet und/oder selbst einen heidnischen Ursprung hat. Dabei ist mir egal ob der Name christlich ist oder das Fest heutzutage vor allem von den Christen begangen wird. (historischer Schwerpunkt)
Musste aber Feststellen, dass diese Sichtweise problematisch ist, in dem sie offensichtlich missverständlich ist :unsure:.

Es gibt ja auch die Sichtweise ein Fest ist christlich wenn es von den Christen gefeiert wird, das Brauchtum christlich interpretier wird oder einen christlichen Namen trägt. (Schwerpunkt auf heutige Praxis)

Am tolerantesten wäre wohl, ein Fest gehört zu jeglicher Religion die es feiert egal wer von wem die Praxis übernommen hat. Aber so ganz kann ich mich damit nicht anfreunden :dry: Vielleicht häng ich zu sehr an den historischen Ursprüngen fest :unsure: Oder ich bin grad wieder im "Kampf gegen die "pöse kath. Kirche" die alles Heidnische übernommen hat, ausgelöst durch meinen Ärger über die Infos aus dieser Kirchensteuerbroschüre. Vielleicht bin ich aber auch nur neidisch, weil ich gerne heidnische Theologie studieren würde (in Deutschland anerkannt) und mir einfach nur grad mal wieder sehr stark wünschen würde, dass das Neuheidentum eine Gleichstellung hätte. Gut, dass Schwarzmondzeit anfängt, ich muss glaub ich mal wieder mit mir ins Gericht :huh:

Mhmm - Funkentag und Karneval - da merkt man, dass ich nicht aus einer Karnevalsregion komme, aber stimmt, da gibt es doch sowas wie Funkenmariechen :woohoo: Aber wenn ich ehrlich bin - ich bin mit dem Ausdruck "Martini" groß geworden und er ist mir am vertrautesten. So ganz warm geworden bin ich noch nicht mit Funkentag. Vielleicht gibt es ja andere Alternativen sowas wie Tag des Wilden Heeres (klingt aber nicht so kurz und knapp) Darin seh ich aber auch wieder eine Bestätigung wie stark das womit man aufwächst einen prägt.

@Andy
Ich finde es gibt schon genug Beweise für die heidnischen Wurzeln von Martini, so dass man dies als recht gesichert sehen kann.
Bezüglich Halloween vs. Martini habe ich kürzlich einen recht guten Artikel gelesen, leider habe ich den LInk nicht mehr auf die Schnelle gefunden. Aus der ERinnerung ging es da darum, dass H. eher dem heutigen Konsum "süßes oder sauers" entspricht, während Martini halt so Werte wie den Armen geben, bzw. Nächstenlieber vermittelt und das wohl als langweiliger angesehen würde. Irgendwie so.

Aber könnte denn nicht beides da sein?
Ein großer Fan von Halloween bin ich zwar selbst auch nicht. Wir haben ja Fasching. Aber ich bin auch kein Fan von Gruselfilmen und Geschichten und so...... liegt vielleicht darin. Eine Ausrede zum betrinken brauch ich auch nicht - bin da sehr langweilig: ich genieße gerne meinen Alkohol - darf dann auch teurer sein, trink ja eh nur wenig. Betrunken sein hat für mich nichts mehr mit Genuss zu tun. Aber das ist meine persönliche Meinung. Boah klingt das alt :silly:

Ich mag Martini auch!

BB
Ishtar
Jills Avatar
Jill antwortete auf das Thema: #9529 6 Jahre 4 Monate her
Hallo,
hier wo wir zur Zeit wohnen (Ostfriesland) wird der Schwerpunkt wohl eher auf Laternenlaufen allgemein gesetzt und die Gestalt des Martins ist eher im Hintergrund. Letztes Jahr in Bayern hatte ich da lange Zeit Probleme meinem Kind über Martin etwas zu erzählen, bis ich dann irgendwann auf den Gedanken kam, das positive Rittertum in den Vordergrund zu stellen. Jetzt, ein Jahr weiter, habe ich weniger Probleme damit, und sehe das Fest einfach im Kontext der Jahreszeit: das äußere Licht wird weniger, ein weiteres Fest in dem wir die äußere Dunkeltheit erhellen können und die inneren Werte stärken, uns insgesant möglicherweise eher dem inneren zuwenden, vieles überdenken, Werte finden oder bekräftigen.
Bis zur Wintersonnenwende dauert es gefühlt so lange, wir nehmen jedes Fest mit, daß wir kriegen können. Ob Michaeli, Laternenfest oder Samhain...
LG
Jill
Thunridas Avatar
Thunrida antwortete auf das Thema: #9537 6 Jahre 4 Monate her
Hallo zusammen,

Für mich ergeben sich aus dem Martinstag-Szenario verschiedene zusammengefügte Teile, die (fast) alle für mein Empfinden zu den Feierlichkeiten um Samhain
gehören:

Zum Ersten ist da St. Martin hoch zu Roß, der seinen Mantel teilt und die eine Hälfte einem Bettler überläßt. Dabei handelt es sich um die Katholische Heiligenlegende um Martin von Tours. Ob an seiner Stelle vorher eine Gottheit zu Roße verehrt wurde habe ich nirgends gefunden.

Zum Zweiten gehen die Laternenumzüge vermutlich auf vorchristliche Wurzeln zurück, denn sie sind auch heute noch stark im Volksbrauchtum verwurzelt und in der Heiligenlegende kommen keine Laternenträger vor, wie hätten sie dem Berittenen auch folgen sollen :silly: ? Früher wurden hier in Oberhessen große Dickwurz(e?)(=Runkelrüben), ähnlich wie die amerikanischen Halloween-Kürbisse, ausgehöhlt, mit Fratzen versehen und auf Holzstiele gesteckt, damit man beim Umzug den Menschen in die Fenster leuchten konnte. Meiner Ansicht nach könnte das der Zug der umgehenden Geister zu dieser Jahreszeit sein, oder deren Abschreckung dienen. Halloween ist somit in meinen Augen ein kommerzialisierter, sinnentleerter Reimport aus den USA.

Zum Dritten ist es an Martini der Brauch Gänsebraten zu essen (wurde in USA zum Thanksgiving-Truthan?). Dies hat seine Wurzeln vermutlich in der Zeit als das Vieh, das nicht durch den langen Winter gebracht werden konnte, geschlachtet wurde, damit für den bestehenbleibenden Bestand genügend Futter blieb um zu überleben. Die Zeit um Samhain war für unsere Vorfahren die Zeit des Schlachtens und auch der dazugehörigen Feste und Opfer, wo ein Gänsebraten sicherlich nicht verschmäht wurde.

Wahrscheinlich hatte die Kirche ihre liebe Not damit diese Bräuche aus dem Volk herauszubekommen, weil sie das Überleben im Winter sicherten und hat deshalb dort, wie so oft, einen Heiligen hinplatziert.

Es gibt also verschiedene Teile des Festes, die man durchaus in ein Samhain-Ritual zurückverwandeln könnte. Fackelumzug mit anschließendem Gänseessen, mmmh, köstlich...


LG

Thunrida
Ishtars Avatar
Ishtar antwortete auf das Thema: #9612 6 Jahre 4 Monate her
Hi Thunrida

Eines meiner ersten Gedanken nach Beendigung des Artikels war tatsächlich "so ein Sch..... ich muss den Samhainartikel überarbeiten". Ich glaube mitlerweile, nach einigem darüber Schlafen und noch länger darüber brüten, dass die ganze Ahnenverehrungssache des Neuheidentums zu Samhain vom Christentum übernommen wurde. Die ganzen historischen Hinweise sind ziemlich dürftig. Der Brauchtum zum Martinstag passt besser zu dem was ich bei Guyonvar'c gelesen habe.
Passender weise habe ich dieses Samhain so gefeiert wie ich es aus einigen Gruppen gewohnt war mit einem Ahnenfest und hatte den Eindruck, dass es nicht passt. :dry: Insgesamt erhöht das aber sogar die Bedeutung des Martinstags fürs Neuheidentum, da darin viel mehr ursprüngliches Brauchtum erhalten blieb, also eine wahre kleine Schatztruhe für uns. Ich würde den Artikel jetzt nochmal etwas anders schreiben...... nächstes Jahr, wenn ich den über Samhain abändern muss.....

Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall viel mehr vom Martinstagbrauchtum einfließen lassen.

Wobei einige Szenarien auch in das Mitwinterbrauchtum übernommen wurden.

BB
Ishtar