Vier Heilige Kräuter

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20 Mai 2012 14:41 #11956 von Ishtar
Vier Heilige Kräuter wurde erstellt von Ishtar
Hi

Bei einem größeren Pflanzenversender habe ich gelesen, dass es vier heilige Kräuter der Kelten gibt: Brunnenkresse, Mädesüß, Verbena und Mistel. Mistel ist bei Plinius belegt. Mit Verbena reinigten die Druiden wohl die Altare. Aber kennt jemand die Quelle? Gerne auch von den anderen Kräutern.

BB
Ishtar

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20 Mai 2012 21:10 #11959 von Mairi
Mairi antwortete auf Vier Heilige Kräuter
Huhu Ishtar,

Mistel wurde im Buch "Die Druiden" von Peter Beresford Ellis bezweifelt, weil nur Plinius es erwähnt und es als zentrales Ritual der Druiden darstellt, es aber in keiner anderen Quelle erwähnt wird. Angeblich gab es die Mistel damals noch gar nicht Irland. Er schreibt:

"Tatsächlich war die Mistel zu jener Zeit in Irland nicht heimisch; sie wurde erst gegen Ende des achtzehnten oder zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts auf der Insel eingeführt." (S.65)

Plinius bezieht sich als Quelle auf Polyhistor, der die Mistel jedoch nicht erwähnt...Naja, ich kann mir gut vorstellen, dass einige Quellen auch verloren gegangen sind. ^^

Zu den anderen Kräutern hab ich keine Infos, aber ich weiß, dass Wolf-Dieter Storl ein Buch über keltische Kräuter geschrieben hat. Vielleicht findest du da was. Generell ist er auf dem Gebiet mE sehr gut.

Liebe Grüße,
Meadhan-Latha

Thig crioch air an t-saoghal ach mairidh gaol agus ceòl.

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22 Mai 2012 07:13 - 22 Mai 2012 07:14 #11969 von Abnobas Gärtner

Meadhan_Latha schrieb: ... Angeblich gab es die Mistel damals noch gar nicht Irland. Er schreibt:

"Tatsächlich war die Mistel zu jener Zeit in Irland nicht heimisch; sie wurde erst gegen Ende des achtzehnten oder zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts auf der Insel eingeführt." (S.65)


Mittlerweile geht man auch offiziell davon aus, dass es sich bei den Inselkelten (Und jene der Bretagne) um eine keltisierte Urbevölkerung handelt (was sie jetzt nicht schlechter macht). Aber als Ausgangspunkt keltischen Wissens kann ich die Iren so nicht verwenden. Insofern ist der Einwurf von Peter Beresford Ellis ohne Basis (offenbart eher erscheckendes Unwissen ;) ).

Plinius spricht sicher von den Festlandkelten.

Meadhan_Latha schrieb: Zu den anderen Kräutern hab ich keine Infos, aber ich weiß, dass Wolf-Dieter Storl ein Buch über keltische Kräuter geschrieben hat. Vielleicht findest du da was. Generell ist er auf dem Gebiet mE sehr gut.


Ja. So bezieht sich Storl bei der Erwähnung der Mistel in seinem Buch nicht nur auf Plinius, sondern auch auf die Volksmedizin und die noch vorhandenen Sonnwend- und Neujahrsbräuche in ehemalig (festland-)keltischen Ländern. Oder den Hochzeitsbrauch in der Schweiz (Helvetier) bei dem ein Kranz aus Weizenähren, Verbena und Mistel verwendet wird (usw....).
Letzte Änderung: 22 Mai 2012 07:14 von Abnobas Gärtner.

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22 Mai 2012 07:36 #11970 von Abnobas Gärtner
Verbena (Eisenkraut) wird ebenfalls bei Plinius erwähnt. Die Druiden graben die Wurzel beim Aufgang des Hundsterns (Sirius). Sie sammeln es, wenn weder Sonne noch Mond scheinen. Vor dem Ausgraben ziehen sie mit Eisen sonnenläufig einen Kreis um die Pflanze und versöhnen die Erde mit Wachs und Honig. Sie graben es mit der linken Hand aus und halten es in die Luft... usw..

Der Name des Eisenkrauts geht wohl auf altkeltisch ferfain. Also "Steinfeger". Ein hinweis darauf, dass es wohl ein Alterkraut war. Um eben die Steinaltäre (insbesondere von Donner und Blitzgöttern) zu reinigen. Die Römer taten dies wohl selbst.
(In dem oben erwähnten Buch von Storl gibt's noch mehr dazu)

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23 Mai 2012 06:08 #11972 von Abnobas Gärtner
Das Mädesüß ist eine typische Pflanze meiner Heimat, De es hier (dem "Ort der heilgen Quellen") recht viele Feuchtwiesen hat. Ich verwende diese "Met-Süsse" vor allem zum Würzen des Honigweins.
Sie ist auch eine Mittsommerpflanze (blüht ab bis in den späten September hinein) und hat einen wirklich berauschenden Duft und schaumig weiße Blüten. Eine Bienenblume (Immenkraut). Nachvollziebar, dass sie der weißen Göttin geweiht sein soll.
Die Quelle bezüglich der Kelten ist (neben der Verwendung in Bräuchen und der Namen) wieder Plinius. Dort taucht sie als "Honigblume" auf.
Mehr gibt es eventuell auch bei Max Höfler "Volksmedizinische Botanik der Kelten" zu erfahren (Ich habe nur die Ausgabe über die der Germanen).

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