ADF, OBOD und andere Druidengruppen

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13 Sep 2012 18:20 #12360 von Athena
mich wuerden eure persoenlichen Erfahrungen -sofern vorhanden- mit OBOD, ADF (und auch anderen Druidry Gruppen) interessieren. LG -- Athena

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13 Sep 2012 20:21 #12361 von Ishtar
Hi Athena

Ich habe mal einen eigenes Thema daraus gemacht..... ursprünglich war dieses Thema als Kommentar zum Artikel Artikel "ADF, OBOD und Wicca ein Vergleich" entstanden.

Erfahrungen ist sehr breit.... was genau willst du wissen?

Ich bin sowohl bei der OBOD als auch im ADF.
Dabei ist es so, dass die ADF meine Kirche ist. Für mich ist Neuheidentum nicht nur Spiritualität sondern auch meine Religion (ich bin nicht Konfessionslos!) und da ist ADF einfach eindeutig, zumal mir auch die eindeutige Haltung gegen Rechts gefällt und die professionelle Einstellung in Bezug auf den Klerus. Gewisse Schritte in der Ausbildung des Klerus sind nämlich sehr gut objektivierbar, jedes Mitglied kann schauen gehen, welches die Lerninhalte und Exitaufgaben sind und wer was schon bestanden hat. Nichts mit "meine Großmutter hat mich initiiert" oder "die Hohepriesterin weiß wann es so weit für die Ini ist" Der Klerus gilt übrigens als Experten und Dienstleister (auch für nicht-mitglieder), sie haben keinen privilegierten Kommunikationszugang zu den Göttern. Es ist mein persönlicher Wunsch, dass das Heidentum gleichberechtig als eine weiter Bereicherung in der religiösen Vielfalt neben den "großen" Religionen steht. Damit sind gewisse öffentliche Erwartungen geknüpft und ich finde es gut, dass ADF versucht sich so zu benehmen, als sei dies bereits gegeben. Ich finde häufig das sich im Ausland mehr tut in diese Richtung. In Deutschland gibt es leider (noch) keine ADF Haine und der ADF ist relativ unbekannt. Das hat mich etwas daran gehindert Mitglied zu werden, ich habe es dann aber doch getan. Vieles im Austausch läuft über Internet. Die Mailinglisten zu gewissen Themen laufen mal mehr mal weniger, je nach Thema. Momentan läuft grad viel in Richtung mehr für Kinder tun. Im lernen - sofern du das tun möchtest - bist du ohne Hain auf dich allein gestellt, außer der Unterstützung der Mailinglisten. Da habe ich aber bei Fragen gute Erfahrungen gemacht. Zu 90% geht es auch sehr gesittet zu und die Leute beantworten auch zum x. Mal die gleiche Frage geduldig. Der ADF ist sehr stark Rekonstruktionistisch geprägt, entsprechend spielen wissenschaftliche Funde eine große Rolle, aber es gibt auch Platz für UPG (Unverified personal Gnosis - unverifizierte persönliche Gnosis), dabei ist halt wichtig zu sagen, dass das persönliche Erfahrungen sind und diese nicht als "Wahrheit" zu verkaufen. Mir liegt der wissenschaftliche Touch. Wichtig ist dann ja auch zumindest das Verhalten als seien die Götter eigene Entitäten (Polytheistisch) - ob du daran glaubst ist deine Sache. Das Künstlerische wird mehr in den Gilden gepflegt. Ich durfte darüber schon sehr viele interessante Menschen kennenlernen, leider aber noch nicht persönlich. Ich hoffe das ändert sich, es liegt in der Luft nächstes Jahr ein kleines "ADF-Germany" Treffen zu machen - aber so viele sind wir noch gar noch nicht, wird also übersichtlich werden. Ich habe halt ganz stark das Gefühl damit einen Beitrag zu leisten, dass das Heidentum gleichberechtigt stehen wird eines Tages. Klar hätte ich meine eigene Religionsgemeinschaft gründen können, aber ich will Teil eines größeren ganzen sein - und bitte gleich auch international :P . Der ADF hat da für mich persönlich gepasst.

Im OBOD dagegen hast du in Deutschland schon eine gute engagierte Community. Ich fand es wirklich sehr herzlich und willkommend (da war ich noch kein Mitglied) beim Druidencamp, wo ich viele OBOD Mitglieder kennenlernen durfte. Spirituell habe ich ja schon viel gemacht und den Kurs habe ich aber als eine Verankerung im keltischen Pantheon (was ich gemacht habe war mehr eklektisch) gesehen. Es ist halt vornhemlich ein spiritueller Weg. Das ist mir beim Stammtisch aufgefallen, als ich von Religion erzählte (was das Druidentum für mich ja ist) und ich geschockte Blicke erhielt und Absicherungen gewünscht wurden, dass doch OBOD bitte keine Religion sei. (Deshalb erfüllte mich die OBOD aber nicht im obigen Wunsch) Die Ini und Ordensachen könnte ich theoretisch auch im ADF haben (dort stehen bis jetzt drei interne Orden zur Auswahl), aber so konnte ich eine Brücke schlagen zu einer bereits bestehenden lebendigen Community lieber Menschen und Freunden. Das Ding ist halt auch, dass ich irgendwann gemerkt habe, dass ich mich eigentlich schon seit Jahren vom reinen Wicca weg bewegt habe (weil ich nie trad. initiiert wurde würden einige sagen ich war es sowieso nie). Das was ich gemacht habe würde heute unter Druidcraft laufen.

Von der Community her finde ich sind beide sehr angenehm und unterstützend. Im der OBOD ist halt die Regel den anderen den Kurs nicht zu verderben und du hast z.B. zu Diskussionsforen vom Ovatenkurs erst Zugang wenn du in diesem bist. Im ADF ist halt alles sehr transparent, ich kann mir sogar anschauen wie z.B. der jetzige Erdruide und Leiter seine Klerusausbildungsaufgaben in den unterschiedlichen Fächern erfüllt hat. (Nicht bei allen so, du musst deine Aufgaben nicht veröffentlichen wenn du nicht willst ;-))

Jetzt habe ich seeehr viel geschrieben und weiß gar nicht ob ich deine Frage beantwortet habe..... vielleicht stellst du noch konkretere Fragen?

BB
Ishtar
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16 Sep 2012 17:12 #12364 von Athena

Ishtar schrieb: Jetzt habe ich seeehr viel geschrieben und weiß gar nicht ob ich deine Frage beantwortet habe..... vielleicht stellst du noch konkretere Fragen?


Hi Ishtar, ganz lieben Dank fuer deine ausfuehrliche Antwort :)
Es ging mir gar nicht so sehr darum Fragen zu stellen sondern eher zu lesen welche Erfahrungen andere Sternenkreisler mit bestimmten Druidenorden, oder auch Druidry an sich haben – was du ja mit deiner Antwort getan hast. Auch spannend zu lesen wie andere zu Druidry gekommen sind
Deine Gruende fuer den ADF kann ich sehr gut nachvollziehen (und habe sie auch schon oft von anderen gelesen) – auch wenn ich sie selber nicht uneingeschraenkt teile. Mir persoenlich liegt die entspannte grassroot mentalitaet des British Paganism -einschliesslich Druidry- mehr.
Trotzdem finde ich es toll was der ADF leistet und hole mir auch Inspiration von dem vielen Material welches auch nicht-Mitgliedern zur Verfuegung steht.
Fuer mich hat Druidry auch viel mit Verbindung zum [eigenen] Land zu tun, was fuer mich auch ein Grund war mich gegen den -amerikanischen- ADF zu entscheiden. Und ADF ist bei uns in UK so gut wie nicht vertreten, waehrend die beiden britischen Orden in allen Grafschaften gut vertreten sind und eine wirklich ueberall in erreichbarer Naehe Gleichgesinnte treffen kann.
Ich habe lang hin-und-her ueberlegt zwischen OBOD und BDO (British Druid Order) und mich letztlich [erneut] fuer den OBOD entschieden. (Ich hatte im Fruehjahr schon einmal deren Intropack bestellt, konnte&wollte mich derzeit aber nicht entschliessen weiter zu machen.) Fuer OBOD und gegen BDO deshalb, weil der BDO sehr 'Celtic' bezogen ist* (viele, wenn auch nicht alle, Gottheiten mit denen ich mich verbunden fuehle aber 'griechisch'** sind); OBOD dagegen ist total offen was Dogma angeht – und es gefaellt mir dass eine mit allen moeglichen naturspirituellen Menschen zusammen kommen kann ohne dass man sich zuvor auf die Theologie einigen muss.


*Celtic in halben Anfuehrungszeichen weil es ja sogesehen nicht einheitliche keltische Gottheiten gibt, sondern walisische, gaelische, irische usw

**Griechisch in halben Anfuehrungszeichen weil viele der klassisch griechischen Gottheiten ja keine gebuertigen Griechen sind, sondern von in die griechische und spaeter roemische Welt adoptiert wurden (oder sich dort selbst etabliert haben, wer weiss :P )

Ishtar schrieb: Das Ding ist halt auch, dass ich irgendwann gemerkt habe, dass ich mich eigentlich schon seit Jahren vom reinen Wicca weg bewegt habe (weil ich nie trad. initiiert wurde würden einige sagen ich war es sowieso nie). Das was ich gemacht habe würde heute unter Druidcraft laufen.


Ich bin ebenfalls von einem wicca-ish Spiritualitaet zu Druidry gekommen (wer nicht? :laugh: )

(Warnung: ab hier kommt persoenliches blabla)
Als ich '99 herausfand dass "da draussen" ganz viele 'Hexen & Heiden' sind, hatte ich keinen Computer und Internet war noch lange nicht das was es heute ist.
Alle Buecher die ich verschlang waren auf dem Weltbild >alle Goetter sind ein / Aspekt eines / Gottes und alle Goettinnen sind eine / Aspekt einer / Goettin<. Dazu gab es die Moeglichkeit sich von mehr bis ausschliesslich auf 'die Goettin' zu fokussieren, was ich auch fuer knappe 10 Jahre tat.
Aber im letzten dieser Jahre, fiel ich von diesem Glauben ab, (heute weiss ich dass ich meinen entstehenden polytheistischen Glauben nicht in mein erlerntes wicca-Weltbild passen konnte).
Als ich Anfang 2011 -nach 2 Jahren im Christentum- zum Heidentum zurueck kehrte, versuchte ich -klar- da anzuknuepfen wo ich abgebrochen hatte. Es dauerte nicht lange bis ich wieder genau an die gleichen Probleme stiess wie damals. 1 1/2 Jahre war ich ganz schoen hin-und-her gerissen, habe dann aber schliesslich festgestellt dass ich quasi "ueber Nacht" zur Polytheistin geworden war und dass ich es nun endlich akzeptiere. Anstelle von 'die Goettin' verehre ich Gaia (Mutter allen Lebens und aller Goetter/Goettinnen) an erster Stelle, aber ueber die Zeit habe ich nun auch endlich die Tuer geoffnet fuer eine Reihe von anderen Goettinnen und Goetter.

Was mir persoenlich am wichtigsten ist was Spiritualitaet bzw Religion angeht ist die Beziehung zur Natur – eben Natur-Spiritualitaet – Anerkennung dass Spirit und Natur untrennbar zusammengehoeren. Und gleichzeitig Respekt und Ehrung fuer Mutter Erde (ob sie als Gottheit gesehen wird oder nicht ist erstmal zweitrangig).
Fuer mich stelle ich fest dass ich all das zusammen nur im Druidentum finde; und meinen eigenen spirituellen Weg am besten innerhalb von Druidry gehen kann, und gleichzeitig dort Gemeinschaft finden kann. (Denn ich bin es so satt als solitary zu wandern!)
(falls du es bis hierher geschafft hast – danke fuer's Lesen)

Gruesse -- Athena

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16 Sep 2012 19:13 #12365 von Ishtar
Hallo Athena

Grad heute wieder in den OBOD Materialien rumgeblättert zur Inspiration - da ist mir aufgefallen, dass man in der OBOD auf einen gewachsenen spirituellen Kurs zurückgreift - während die Orden (nicht einige andere Elemente)des ADFs ja eine noch recht junge Erneuerung sind.

Mir persoenlich liegt die entspannte grassroot mentalitaet des British Paganism -einschliesslich Druidry- mehr.

:lol: ich glaube da kommen wir einfach auch mit unterschiedlichen kulturellen Mentälitäten in Berührung, die sich auch im Heidentum niederschlagen. Obwohl ich 90% der deutschen OBOD Mitglieder als Neuheiden bezeichnen würde - und viele das selbst auch tun - hatte ich wie oben beschrieben ja auch Erlebnisse wo gerade Religion weit von sich gehalten wurde, oder sehr stark zwischen Religion und Spiritualität getrennt wurde.
Ich finde die entspannte Britische Haltung auch in anderen Dingen sehr schön, da wird insgesamt mit Paganism anders umgegangen. Obwohl ich auch schon Briten erlebt haben die mir gesagt haben, dass ich kein Druidentum leben könne weil die Kelten zu Great Britain gehören (ich habe aus Respekt der Lehrperson gegenüber auf einer Erklärung des keltischen Ursprungs und den Expansionen verzichtet :whistle: )

Ich habe lang hin-und-her ueberlegt zwischen OBOD und BDO (British Druid Order) und mich letztlich [erneut] fuer den OBOD entschieden.

Na dann herzlich willkommen zurück!

Ich bin ebenfalls von einem wicca-ish Spiritualitaet zu Druidry gekommen (wer nicht? :laugh: )

Irgenwie klar wenn die Neuheidnische Bewegung doch vom Wicca entstanden ist? Ich merke aber trotzdem, dass ich nie ganz von Druidcraft wegkommen werde (zumindest nicht jetzt - aber vielleicht will ich es auch gar nicht und es ist nicht wichtig).

(heute weiss ich dass ich meinen entstehenden polytheistischen Glauben nicht in mein erlerntes wicca-Weltbild passen konnte).

eine ähnliche Erfahrung habe ich auch gemacht. ich kann zwar mit dem Konzept der Mondgöttin und des Sonnengottes arbeiten, aber eine Beziehung habe ich zu einer einzelnen Gottheit.

Bei mir war die Gemeinschaft auch noch ein sehr starker Faktor. Im Grunde störte mich dahingegend beim Wicca (in Deutschland) sehr diese "Geheimnistuerei" und die hohe Bedeutung des "Geheimen" und dieses "Ingroup" und "outgroup". Es gibt sehr viele Wiccas die ich sehr mag und respektiere, aber ich habe auch Erfahrungen mit Geheimniss-Verraten-Wer hat wem wann was gesagt-Hetzedes Verräters..... klar gibt es sowas überall ein bisschen, aber ich glaube dass "Geheimgesellschaften" dies geradezu heraufbeschwören. Vielleicht ist mir deshalb die Transparenz des ADF so lieb :P

Hast du schon Walter F. Otto die Götter Griechenlands gelesen? Ich finde er eröffnet einem sehr gut eine polytheistische heidnische Denkart. Ich habe zumindest einige Erkenntisse gefunden, die mir zwar nicht direkt fremd waren, aber nicht so bewusst und klar wie dort dargestellt - und ich bin noch nicht fertig.

Vielleicht wollen ja noch mehr Leute ihre Erfahrungen teilen....

BB
Ishtar
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17 Sep 2012 14:34 #12366 von Mairi
Huhu :)

Ich kann Ishtar's Einschätzung zum ADF unterschreiben. Ich selbst habe auch lange hin und her überlegt ob OBOD oder ADF. Die Gründe für mich, zum ADF zu gehen, waren dann:
- wissenschaftliche Herangehensweise
- Götter als eigenständige Wesen
- nicht nur walisische Kultur sondern auch gälische und auch schottisch-gälisch, nicht nur irisch
- eindeutiges Bekenntnis zum Heidentum
- hohe Transparenz

Ishtar, sag Bescheid, wenn du Hilfe brauchst, zwecks ADF-Germany-Treffen. ;)

Thig crioch air an t-saoghal ach mairidh gaol agus ceòl.

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17 Sep 2012 18:17 - 17 Sep 2012 18:22 #12367 von Ishtar
Ich bewundere immer Leute die Dinge so schön auf den Punkt bringen können :lol: :)

Wobei ich finde das sich die beiden Wege nicht ausschließen, es gibt einige die auf "zwei Hochzeiten tanzen".

BB
Ishtar

PS: Meadhan-Lahta - Hast du die PM schon gesehen?
Letzte Änderung: 17 Sep 2012 18:22 von Ishtar.

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19 Sep 2012 09:34 #12378 von Athena
Was mir bei Druidry am aller-aller-wichtigsten ist, ist die Betonung auf Verbundenheit mit der Nature, Mutter Erde und allen ihren Lebewesen; aktiver Umweltschutz; und der Prozess / die Bestrebung als moderner Mensch in eine Lebensform hineinzuwachsen die dies unterstuetzt.
Wir Menschen zerstoeren unsere eigene Lebensgrundlage und die der Lebewesen die diese wunderschoene Welt mit uns teilen - es ist meine persoenliche Ueberzeugung dass ein Umdenken und vor allem ein Wandel hand in hand mit einer Weltsicht, Spiritualitaet, Religion gehen muss die die Verbindung zur Natur bekraeftigen (anstelle zu verleugnen!), heiligen und staerken! Und das ist wo ich meine eigene [spirituelle] Energie reinstecken will!
Im Druidentum moechte ich mit anderen Menschen zusammenkommen und zusammenwirken die dieses Ziel und Beduerfnis teilen!
Eine gemeinsame Theologie / Philosophie ist mir da erstmal nicht wichtig.
(So habe ich mich z.b. bei den Quakern damit sehr wohl gefuehlt, denn die sind sehr aktiv in Umweltschutz und sustainable living; der Grund die Quaker zu verlassen war auch nicht dass es auf dem Christentum basiert, sondern dass ich eine unversoehnlich andere Meinung habe was Selbstverteidigung, Verteidigung von Wehrlosen, und Verbrecherbestrafung habe).
Die Betonung von Naturverbundenheit, Animismus und Umweltschutz sehe ich beim BDO am staerksten, und muss leider sagen dass ich sie beim ADF als viel zu schwach sehe.
Den Eindruck den ich vom ADF habe ist dass es etwas ganz Eigenes ist – eine neuheidnische polytheistische Kirche (genau das was sie sein wollen). Ich denke ADF kann gut hand in hand gehen mit Druidry - muss aber nicht, genau so gut passt es zusammen mit Heathenry (Asatru), Celtic Recon, Religio Romana, Romuva, Hellenic Recon, etc. (Ich habe von einer ADFlerin gelesen die sagt sie sieht ADF nicht als Druidentum.)
Der starke Fokus auf die detailliert ausgearbeitete und in vielen Punkten vorgeschriebene theologisch-philosophische Struktur und Ritualpraxis kann einer viel [In]Halt geben; und das Zusammenkommen mit anderen die sich auch dieser gemeinsamen Struktur verschreiben ist sicherlich wunderbar. Auch finde ich es stark was ADF fuer die Annerkennung von nicht-mainstream Religionen tut. Und am erfrischendsten beim ADF finde ich dass sie eine komplett neue heidnische Religion aufgebaut haben, basierend auf historischen IE Religionen und endlich mal unabhaengig von Wicca, Freimaurern, Kabbalah, Golden Dawn und Co. Dennoch macht das fuer mich persoenlich nicht Druidry aus.

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19 Sep 2012 11:20 - 19 Sep 2012 11:23 #12379 von Tahira
Huhu,

also, vor Jahren hat mal jemand in meinem Forum einen Link zum Bardenkurs vom OBOD hinterlassen gehabt. Damals habe ich es angesehen und gedacht: "hmm, nicht unbedingt meines."
Dann war ich vor 2 Jahren in Irland und ich habe da die Landschaft genossen und jetzt auch nicht wirklich "was gespürt" oder so, aber trotzdem hat es mich wohl etwas verändert, vll die Nähe zur Natur die wir dort hatten, vielleicht die Leute von dem Taracamp. Naja, auf jeden Fall keine Ahnung was *g*, aber danach habe ich mich nochmal auf die Seite vom OBOD begeben, mich im druidry Forum registriert und bin dann auf ein Ritualcamp gegangen.
Zu erst dachte ich: "oh mein Gott, war das aber zuviel vorbeten und zuviel festgezurrte Ritualistik und kein Singen". Und trotzdem habe ich danach den Kurs bestellt und angefangen. Auch hier am Anfang: "uh, ist das langweilig, das kenn ich alles schon. Ich muss nicht nochmal wissen wie ein Kreis gezogen wird usw."
Klingt jetzt auch nicht so, als ob ich mich wohlgefühlt habe..aber doch es war so. Das Druidentum hat mich in seinen Bann gezogen und gerade beim OBOD gefällt mir die Aussage, dass alles kann aber nichts muss. Es ist egal welcher Religion, welcher Rasse, welchem Beruf und was nicht noch alles, was man sein kann, angehört, trotzdem ist man willkommen. Und auch die Naturverbundenheit gefällt mir immer mehr. Gerade bin ich nämlich dabei,vieles an mir selbst zu ändern.
Und was mir auch noch sehr gut gefällt ist die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Leute. Ich habe mich in dieser Gruppe gleich zu Hause gefühlt, keiner der einen wegen irgendetwas schief ansieht oder wegen irgendwelcher Aussagen, die wo anders öfter auch mal ein "das stimmt doch so nicht" hervorgerufen hätten.

Joa, das mal meine kleine Erfahrung :)

Cu Tahira
Letzte Änderung: 19 Sep 2012 11:23 von Tahira.

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27 Sep 2012 10:10 #12394 von Ishtar
Huhu

Ja, das ist ja das schöne an unterschiedlichen Gruppen, dass es für jeden das passende Deckelchen gibt und man seine Hütchen aus wechseln kann :lol:

es wäre sicherlich mal eine interessante Frage was Druidry ausmacht? --> neuer Thread.

Ich glaube auch, dass für unsere Zeit Umweltschutz eine ganz wichtige Sache ist - auch wenn das tatsächlich ein Punkt ist, in dem wir uns von unseren Vorfahren unterscheiden (siehe ökokatastrophe in der Bronzezeit )



Den BDO kenne ich ja fast nur vom Namen her. Magst du mal etwas mehr darüber erzählen, vor allem in wie weit sie die Naturverbundenheit und Umweltschutz stärken? Fände ich sehr spannend.

leider sagen dass ich sie beim ADF als viel zu schwach sehe.

Das finde ich sehr erstaunlich - ich sehe das eher anders und es ist für mich ein Grund im Moment keinen ADF Hain zu gründen! Jeder Hain ist dazu verpflichtet einmal im Quartal (4x pro Jahr) eine gemeinnützige / ehrenamtliche Arbeit zu leisten (community service). 75-80% machen dabei Umweltschutz-mäßige Arbeit, am häufigsten Park, Wald, Fluss oder Highway Reinigung (gewisse Sachen sind in den USA anders als in Deutschland!). Ich schäme mich zwar das zu sagen :blush:, aber so viel Einsatz kriege ich momentan nicht hin. Wenn es jemand anderes organisieren würde und ich bräuchte nur anzutanzen vielleicht. Aber wir müssen momentan eine Wochenendehe führen - 8 Jahreskreisfeste + vier Aufräumaktionen - da wäre mein Mann nicht sehr glücklich. Diese Verpflichtungen sind für mich momentan der Hauptgrund weshalb ich keinen Protogrove gründe. Deshalb fand ich das grad so spannend, dass du das so anders siehst. Es stimmt aber, dass Community Service nicht nur Umweltschutz-Aktionen sind, sondern auch Suppenküche, Kleidersammlungen etc. Ich glaube aber, dass das in den Augen der anderen Menschen auch zu einer Aufwertung des Heidnischen Glaubens führt. Persönlich würde ich eine Mischung wählen, da mir der Umweltschutz schon mehr am Herzen läge.

Danke aber für die Erinnerung an diesen Punkt - ich habe dieses Jahr schon vier Bäume gepflanzt und 15 stehen da noch - das muss ich mal dem OBOD Tree Planting project mitteilen :)

Die Ritualpraxis, bzw. ein bestimmter Ablauf ist nur für öffentliche ADF Rituale vorgeschrieben und du musst als Hain 8 pro Jahr in diesem Stil abhalten. Was du sonst noch tust ist fast egal. Es wird auch nicht erwartet, dass du das alles glaubst, es gibt wie gesagt einige Stoiker, Agnostiker etc. da. In der Praxis geht es darum "so zu tun als ob". Ich habe gehört, dass es Haine gab / gibt die z.B. internete Wicca Untergruppen haben.

@Tahira
Was du bezüglich der Herzlichkeit des OBOD Deutschland beschreibst kann ich nur bestätigen! Diese Offenheit ist wirklch sehr schön.

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27 Sep 2012 14:12 #12395 von Tahira
Huhu,

ich würd auch gern endlich mal Bäume pflanzen, aber ich
hab immer das Gefühl, dass es hier einfach Ordnungsamt/Forstamttechnisch so schwer ist.

Letztens hat mir jemand was über das Gaia Projekt (hieß das so?) erzählt,
da wollt ich mich jetzt mal umhören, obs da ein Plätzchen hier in der Nähe gibt.

Am liebsten würd ich halt meinen eigenen Baumhain pflanzen, aber dazu fehlt mir halt das Grundstück *g*

Ja, das mit dem Zeitfaktor kenn ich auch gut. Theoretisch müsste ich seit neuestem 16 Jahreskreisfeste feiern, 2 Camps und dies und das auch noch *g*

Cu Tahira

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