Misteln rituell schneiden

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04 Dez 2010 21:47 - 05 Dez 2010 22:34 #9717 von skatha
Misteln rituell schneiden wurde erstellt von skatha
Bis vor einiger Zeit kannte ich Misteln nur aus der Lektüre des Asterix und zum Zwecke des darunter Küssens.
Gefallen haben sie mir schon immer als Weihnachtsdeko und bezogen habe ich sie im Blumenladen.
Heuer wird das alles ganz anders: Denn wir gehen Misteln "rituell schneiden".
Hab das neulich wo aufgeschnappt und mich dann schlau gemacht. *** Werbung gelöscht 5.12. Ishtar****

Freu mich schon drauf!
Für alle, die das auch tun wollen: Ihr habt noch ein wenig Zeit, der Termin fürs Mistelschneiden ist 2010 der 21. 12.
Das ändert sich aber jedes Jahr. Wie man das berechnet, das findet ihr auch in dem oben angegebenen Link.
Alles Liebe und einen schönen Dezember wünscht
Skatha
Letzte Änderung: 05 Dez 2010 22:34 von Ishtar.

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05 Dez 2010 12:57 #9721 von Andy
Na ja, das habe ich auch vor - allerdings richte ich mich da mehr nach historischen Überlieferungen zum Thema: es gibt dazu einen sehr interessanten Text, der ein Ritual zum Mistelschneiden beschreibt - geschrieben von Plinius d. Ältere (römischer Autor der zu Anfang des 1. jahrhunderts lebte und viele interessante Werke verfasst hat) in seiner "Naturgeschichte".

Hier beschreibt er, wie Druiden eine Zeremonie zum Schneiden der Mistel vorbereiten und durchführen. Zeitpunkt ist hier der 6. Tag nach Neumond, es werden 2 weisse Stiere geopfert, die Misteln mit goldenen (Bronze? Gold eignet sich nicht zum schneiden) Sicheln aus einem Eichenbaum geschnitten und dürfen dabei nicht den Boden berühren...

Hier sein Text (frei, und deshalb ohne Probleme zu zietieren):

en.wikipedia.org/wiki/Ritual_of_oak_and_mistletoe (die englische Fassung)

„Nichts ist den Druiden heiliger als die Mistel und der Baum, auf dem sie wächst, sofern es nur eine Eiche ist. Schon deswegen wählen sie Eichenhaine und vollziehen kein Opfer ohne Eichenlaub. Sie meinen wahrhaftig, dass alles, was auf jenen Bäumen wächst, vom Himmel gesandt und ein Kennzeichen des von der Gottheit selbst erwählten Baumes sei. Eine solche Mistel wird jedoch einigermaßen selten entdeckt und wird, wenn gefunden, mit großer Ehrfurcht aufgesucht, und zwar vor allem am sechsten Tage nach Neumond, zu einem Zeitpunkt, an dem bei ihnen die Monate und Jahre beginnen, sowie nach Ablauf von 30 Jahren eine Generation. Zu diesem Zeitpunkt habe der Mond schon reichlich Kraft gesammelt, seine Höhe aber noch nicht überschritten. Sie bezeichnen die Mistel in ihrer Sprache als „Allheiler“.
Nachdem man das Opfer und das Festmahl unter dem Baum feierlich vorbereitet hat, führen sie zwei Stiere von weißer Farbe herbei, deren Hörner dann zum ersten Mal bekränzt werden dürfen. Ein Priester in weißem Gewand steigt auf den Baum und schneidet die Mistel mit einer goldenen Sichel ab. In einem weißen Leinentuch wird sie aufgefangen. Dann schlachten sie alsbald die Opfertiere und beten, der Gott möge seine Gabe denen zum Segen gereichen lassen, denen er sie verliehen habe. Sie glauben, dass durch einen Trunk davon jedem unfruchtbaren Lebewesen Fruchtbarkeit verliehen werde und dass es ein Heilmittel gegen alle Gifte sei.“


Heute stehen Misteln jedoch vielerorts unter Naturschutz und dürfen nicht einfach geschnitten werden, ist aber von Budesland zu Bundesland verschieden. Eine Bronzesichel ist gut geeignet und anstelle der weissen Stiere opfere ich welche aus Marzipan *g*

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