Konzern Landeskirchen

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04 Feb 2013 07:00 #12741 von admin
Konzern Landeskirchen wurde erstellt von admin

"Wie gnadenlos ist die Kirche?" - eine sehr schöne Talkshow im ARD! und ausgerechnet mit Günther Jauch, die endlich wieder einmal ein paar Sachen ans Licht bringt, die man ansonsten nur durch "andere" Kanäle erfährt.

Auch wenn ich viele Neuheiden kenne, die sagen "Kirche interessiert mich nicht - ich zahl ja keine Kirchensteuer" - bitte ansehen. Es gibt Dinge über die man auch als Heide informiert sein sollte. - und sorry, wenn ich deinen "Traum" zerstöre: ja, auch du bezahlst - mit deinenSteuern an den Staat!

Wer die Sendung verpasst hat kann sie sich hier ansehen: https://daserste.ndr.de/guentherjauch/index.html

 

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04 Feb 2013 07:06 #12742 von Ishtar
Ishtar antwortete auf Konzern Landeskirchen
Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Egal was in der Verfassung steht: Solange derartige Geldsummen in die Landeskirchen fließen und die Gesetze sich so dermaßen unterscheiden (law & church sternenkreis.de/index.php/druidentum/ar-...2-law-and-the-church ) übernehmen die Landeskirchen die Funktion einer Staatskirche - heißen nur anders. Mein Wunsch wäre die Abschaffung der Kdör, Auflösung der Kirchlichen Verträge, Unterbindung der Millionensubventionen ohne dass die Kirchen rechenschaft darüber ablegen müssen wo ihr Geld hingeht und die Schaffung einer Möglichkeit, das auch Minderheitsreligionen als Religionsgemeinschaft "anerkannt" werden können und nicht auf dem Niveau des "Tekkelvereins" sich bewegen müssen.

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08 Feb 2013 13:24 - 09 Feb 2013 19:03 #12758 von Ishtar
Ishtar antwortete auf Konzern Landeskirchen
So, jetzt habe ich es mir in Ruhe noch mal angehört und gleich etwas mitgeschrieben - es folgt ein langer Artikel mit Mitschriften aus der Sendung, zu unterst noch einige Infolinks:

Günther Jauch – in Gottes Namen wie gnadenlos ist der Konzern Kirche 3.februar 2013

Grund für die Sendung: Patientin wurde von zwei katholischen Krankenhäusern abgewiesen, weil diese die Pille danach nicht verschreiben. Die Patientin hatte das Rezept aber schon und es ging um die Spurensicherung bei einer möglichen Vergewaltigung.

Es kam später zu einer offiziellen Entschuldigung durch den Kölner Kardinal Meisner.

Kardinal Meisner habe verlauten lassen, dass wenn ein Präparat mit der Absicht eingesetzt werde, die Befruchtung zu verhindern, so sei dies aus seiner Sicht vertretbar.

Prälat Peter Neher von der Caritas betonte, dass das Verhalten der Krankenhäuser in keiner Weise mit den Richtlinien der Caritas Krankenhäuser übereinstimme.
Allerdings hat der Caritasverband im Februar 2011 Briefe verschickt an seine Kliniken, dass für die Pille danach eine „Null-Toleranzgrenze“ gelte.

Frau Steffens, von den Grünen und Gesundheitsministerin NRW hatte prüfen lassen ob es eine konkrete Weisung gibt. Würde es die geben würde diese Krankenhäuser den Versorgungsauftrag nicht erfüllen. Sie habe nichts gefunden womit
dokumentiert werden könne, dass es ein systemisches Anliegen des Trägers gäbe.

Die katholischen Krankenhäuser in Köln seien bereits letzten Herbst aus der anonymen Spurensicherung der Polizei ausgestiegen.


Stand der Forschung ist allerdings, dass die Pille danach a) den Eisprung verschiebt und b) die Einnistung einer bereits befruchteten Eizelle verhindert – somit eine klassische Abtreibung.

Es gibt keine Pille, die nur den Eisprung verschiebt, bzw. die Befruchtung verhindert.

Jauch fragt mehrmals nach, wie es denn sein könne, das der Kardinal über eine Pille spreche, die es so noch nicht gibt.

Herr Lohmann, ein strikter Abtreibungsgegner, Theologe und Journalist betonte, dass der Kardinal nur erlaubt habe eine Pille zu verabreichen, die die Befruchtung verhindere.

Auch Herr Neher betonte, dass man deutlich unterscheiden müsse zwischen einer Pille die eine Empfängnis verhindert und einer die abtreibt.

Herr Lohmann betont in seinen Reden sehr stark die Entscheidung zwischen Leben und Tod, dass das Christentum eine Lebensbetonende Religion sei in der das Töten absolut immer nicht erlaubt sei.

Herr Lohmann untergräbt die Selbstentscheidung sobald ein zweiter Mensch betroffen ist.

Frau Steffens lese die Erklärung des Kardinals so, dass der Arzt wieder entscheiden dürfe.

Herr Lohmann widerspricht dem deutlich und betont, dass die Wissenschaft eben eine Pille auf den Markt bringen müsse, die der katholischen Moralvorstellung entspreche.

Herr Tongelen, Gynäkologe macht darauf aufmerksam, dass in manchen Orten so viele Krankenhäuser in katholischer Hand seien, dass die Frauen da einfach keine Pille danach kriegen würden.

Auch Frau Eva Müller macht darauf aufmerksam, dass es sich in manchen Orten Menschen nicht aussuchen können, ob sie in christliche Einrichtungen gehen wollen oder nicht.

Es folgen Einspielungen aus dem Dokumentarfilm „Gott hat hohe Nebenkosten“.
Eine Putzfrau darf nicht bei der Kirche putzen weil sie gläubige Sikh ist, als billige 1€jobberin wird sie aber genommen. Auch Sekretärinnen und Kioskverkäuferinnen müssen christlich sein. Einer Katholischen Kindergärtnerin wird gekündigt, nachdem sie sich hat scheiden lassen und eine neue Beziehung eingegangen ist. Es besteht der Tatbestand des Ehebruchs, da die Ehe unauflöslich ist. Der Kindergarten ist auf Initiative der Eltern jetzt evangelisch.

Frau Müller erzählt, dass den Menschen teilweise nahegelegt wird halt 10 km weiter weg zu arbeiten oder Schwulen, sie sollen sich einfach nicht outen.
Herr Lohmann macht dabei darauf aufmerksam, dass die Kirche Zeugnischarakter habe. Schwul zu sein sei nicht schlimm, aber die Sexualität zu leben sei eine Sünde.


Immer weniger Menschen gehören den Landeskirchen an. Doch es gibt immer mehr konfessionelle Kindergärten und Schulen.

60 Sekunden Beitrag Kirchensteuern:
Die Landeskirchen nehmen 10 Milliarden Kirchensteuern ein. Zusätzlich erhält sie noch 45 Milliarden Euro jährliche Förderung von christlichen Einrichtungen. Die Kirche bestimmt die Regeln, doch der Staat zahlt zu 90 – 100% die Kosten. Christliche Schulen und Krankenhäuser werden 100% vom Staat bezahlt – trotzdem hat die Kirche da das Sagen.

Herr jauch sagt dazu: wir die Steuerbürger zahlen so viel und haben keinen Einfluss ist das richtig?

Frau Steffen betont dabei: Die Kirchlichen Einrichtungen werden vom Staat finanziert, wenn sie nicht die Leistung bringen, dann wird die Finanzierung weg genommen.

Tongelen erklärt, dass z.B. in England völlig egal sei was ein Kardinal sage, da die Krankenhäuser staatlich finanziert seien.

Auf die #frage, was die Caritas besser mache erwidert Herr Neher: Der Staat müsse für Pluralität der Träger sorgen. Es sei Einzelnen überlassen welches Angebot und welche Wertorientierung sie wählen würden.

Frau Müller erklärt hier, dass es sich für die Kommune lohne an die Kirche abzugeben: die Kirchen seien billiger und hätten Steuervorteile. Entsprechend sei es so, dass es Orte gäbe ohne kommunale Kindergärten. Der Staat verlasse sich dabei sehr auf die Kirche.

Es sei Zeit zu prüfen ob die Regeln noch zeitgemäß seien? Was passiert, wenn wir uns bei elementarwichtigen Einrichtungen nach der Konfession richten? Nur noch 30% der unter 30 jährigen sind Christen, gleichzeitig gibt es immer mehr christliche Einrichtungen.


Hier ein Faz.net Artikel zur Sendung.

Hier noch ein Artikel wo Kardinal Meisner eine " Katholikenphobie " beklagt.

Sehr schöner Artikel zur Katholikenphobie von Martin M. Bitte auch die Kommentare lesen: dort wird darauf aufmerksam gemacht, dass 6 von 10 Deutschen der Kirche nicht vertrauen ;)

Hier noch der Link zur Doku " Gott hat hohe Nebenkosten "

Und hier noch ein paar Infos mehr:
Stop Kirchensubventionen.de auch mit schöner Auflistung
Kirche einsparen mit schöner Gelderauflistung. Und auf der selben Seite was man tun kann .

Pfarrer und Bischöfe werden übrigens auch vom Staat bezahlt. Spiegel.de

Hoffe ihr seid jetzt nicht total platt :pinch:
Letzte Änderung: 09 Feb 2013 19:03 von Ishtar.

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09 Feb 2013 09:21 - 09 Feb 2013 18:01 #12761 von Ishtar
Ishtar antwortete auf Konzern Landeskirchen

Prälat Peter Neher von der Caritas betonte, dass das Verhalten der Krankenhäuser in keiner Weise mit den Richtlinien der Caritas Krankenhäuser übereinstimme.
Allerdings hat der Caritasverband im Februar 2011 Briefe verschickt an seine Kliniken, dass für die Pille danach eine „Null-Toleranzgrenze“ gelte.

Da liegt ja eigentlich der Beweis für Frau Steffens vor. Schade, das in der Sendung wenig auf diesen Widerspruch Nehers eingegangen worden ist

Die katholischen Krankenhäuser in Köln seien bereits letzten Herbst aus der anonymen Spurensicherung der Polizei ausgestiegen.
[...]
Es gibt keine Pille, die nur den Eisprung verschiebt, bzw. die Befruchtung verhindert. [...]
Auch Herr Neher betonte, dass man deutlich unterscheiden müsse zwischen einer Pille die eine Empfängnis verhindert und einer die abtreibt.
[...]Frau Steffens lese die Erklärung des Kardinals so, dass der Arzt wieder entscheiden dürfe.


Hier stellen sich zwei Fragen:
1. Wie kann es sein, dass Herr Neher behauptet, dass ein solches Vorgehen (Abweisen einer Patientin) nicht mit seinen Häusern im Einklang stehe?
2. Warum konnte Frau Steffens nicht finden – und ist somit nicht klar, dass die Caritashäuser ihrem Versorgungsauftrag nicht nach kommen können und somit aus der staatlichen Förderung konsequenterweise rausfallen sollten? Liebe Frau Steffens – lassen sie jetzt bitte ihren Worten Taten folgen, sonst sind sie leer und bedeutungslos. Die Kh sind draußen, erfüllen somit nicht ihren Versorgungsauftrag. Vielleicht sollten sie wieder komplett in Staatlicher Hand? Sie werden doch eh zu 100% vom Staat finanziert.

Gehört die Spurensicherung zur Versorgungspflicht bei einer Sexualstraftat? Meiner Meinung nach Ja. Auch ist klar, dass weiterhin keine Pille danach gegeben wird. Für mich klingt das so, als würde die Versorgnugnspflicht der Krankenhäuser nicht mehr gewährleistst werden.

Entsprechend sollte Frau Steffens ihren Worten Taten folgen lassen und es sollte entsprechend gegen die Krankenhäuser in Köln vorgegangen werden. Da diese 100% vom Staat finanziert werden, könnte der Staat sie ja wieder für sich zurück fordern?
Leider klingt das so, als gäbe sich Frau Steffens mit einem "kirchlichen Trick" zufrieden.

Herr Lohmann betont in seinen Reden sehr stark die Entscheidung zwischen Leben und Tod, dass das Christentum eine Lebensbetonende Religion sei in der das Töten absolut immer nicht erlaubt sei.


Ich hatte sehr zynische Gedanken als ich dies hörte:
einerseits ist offensichtlich, dass Herr Lohmann in manchen Instanzen wenig differenziert zwischen Katholizismus, protestantischer - katholischer Kirche und Christentum unterscheidet. So wie ich ihn einschätze sehr kalkuliert.

Seine Aussagen erstaunen mich sehr, da das Christentum von seinen Anfängen an und die größte historisch Zeit seines Daseins eine Erlösungsreligion war, die bei christlichem Benehmen, ein besseres Leben im Jenseits versprach. Zudem die Kreuzzüge und Hexenverbrennungen, die Unterstützung der Nazis, ja sehr wenig vom Tötungsverbot haben durchscheinen lassen. Vielleicht ist die Lücke: Christen darf man nicht töten, angebliche „Heiden“ schon. Dann dürfte die Kirche aber nicht gegen Abtreibung sein, denn der Fötus ist ja noch nicht getauft worden und somit faktisch kein Christ. Mhmmm…… ich weiß, ich bin grad nicht nett :evil:

Herr Tongelen, Gynäkologe macht darauf aufmerksam, dass in manchen Orten so viele Krankenhäuser in katholischer Hand seien, dass die Frauen da einfach keine Pille danach kriegen würden. Auch Frau Eva Müller macht darauf aufmerksam, dass es sich in manchen Orten Menschen nicht aussuchen können, ob sie in christliche Einrichtungen gehen wollen oder nicht.


Na hoffentlich wird dort keine Frau vergewaltigt.





Die Kirche bestimmt die Regeln, doch der Staat zahlt zu 90 – 100% die Kosten. Christliche Schulen und Krankenhäuser werden 100% vom Staat bezahlt – trotzdem hat die Kirche da das Sagen. [...]
Was passiert, wenn wir uns bei elementarwichtigen Einrichtungen nach der Konfession richten? Nur noch 30% der unter 30 jährigen sind Christen, gleichzeitig gibt es immer mehr christliche Einrichtungen.


Ich halte dies für einen sehr gefährlichen Trend.
Insbesondere wenn wir beobachten, wie schwer es für die Kommunen ist auch hundert Jahre alten Verträgen die mit der Kirche geschlossen wurden auszusteigen.
So viele christliche Einrichtungen sind meiner Meinung nach nicht mehr gerechtfertigt (wenn sie es denn je waren). Im Grunde verkaufen wir elementar Wichtige Einrichtungen wo es um Gesundheit und Bildung unserer Kinder geht an die Kirche, geben ihr unglaublich viel Macht, obwohl die Anhänger doch schwinden.

Ich würde mir wünschen, dass Krankenhäuser wieder in staatliche Hand kommen - der Staat finanziert sie ja sowieso. Und auch bei den Schulen und Kindergärten sollte man sich andere Lösungen suchen.
Was meint ihr?
Letzte Änderung: 09 Feb 2013 18:01 von Ishtar. Begründung: information nach oben verschoben

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09 Feb 2013 09:37 #12762 von Tahira
Tahira antwortete auf Konzern Landeskirchen
huhu,

ich würde mir auch wünschen, dass die Krankenhäuser und andere Einrichtungen wieder oder üherhaupt in staatlicher Hand sind.

Dies würd mir persönlich z.B. auch ermöglichen, mich frei zu bewegen und meinen Job ohne Deckmantel nachzugehen.

Cu Tahira

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09 Feb 2013 18:01 #12766 von Ishtar
Ishtar antwortete auf Konzern Landeskirchen
Hi Tahira

Das muss sicherlich schwierig sein.

Ich finde diese Doppelmoral einfach auch ein "öffentliches Ärgerniss" :P. und es ist ganz schwierig für jene mit dem Arbeitgeber "Kirche" (obwohl ja eigentlich Staat drin steckt". Erinnert mich an diese falscher Schinken sache..... oder Lebensmittel wo Käse drin steht und keiner drin ist.....

BB
Ishtar

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10 Feb 2013 21:56 #12779 von Tahira
Tahira antwortete auf Konzern Landeskirchen
Huhu,

ja, zum Glück ist es bisher nicht aufgefallen und ich finde halt - passend zu deinem neuen Thema - das sich viele Werte überschneiden, so das es eben nicht so auffällt.

Cu Tahira

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11 Feb 2013 05:44 #12780 von Ishtar
Ishtar antwortete auf Konzern Landeskirchen
:laugh: Vielleicht magst du ja erzählen welche du da siehst und welche Überschneidungen da sind?

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