Geheimhaltung/Outen und euer Arbeitsplatz

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18 Nov 2008 10:52 #7650 von Lady of Darkness
Kurzer Erlebnisbericht (weil es so schön ins Thema passt): Gestern mit einer Kollegin - gläubige Katholikin aus Ungarn - ins Gespräch über Religion gekommen, mich als "Hexe" geoutet. Ihre Reaktion: "Was ist das überhaupt?" Ein wenig erklärt, geredet, Nachfragen, dann: "Das gefällt mir. Besser, als sich Christ zu nennen, jeden Sonntag in die Kirche zu gehen und sich im Alltag nur um sich selbst zu kümmern." Thema gegessen.

(Ich habe ihr noch ein paar Web-Adressen gegeben, unter denen sie nachlesen kann.)

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
https://knusperhaus.wordpress.com

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18 Nov 2008 11:35 #7653 von Martin
Hi Waldkauz, ich stimme dir schon prinzipiell zu und hatte eigentlich auch nicht die Absicht, hier irgendwelche konkreten Missstände kleinzureden, nur weil es anderswo noch größere Missstände gibt.

Genau genommen war mein vielleicht etwas zu spitz geratener Kommentar auch nicht wirklich gegen irgendeinen der Teilnehmer in diesem Thread gerichtet.

Ich denke, ich neige bei dem Thema "Heiden und Outing" manchmal ein bisschen zum Überreagieren, weil ich einfach schon zu oft die Bekanntschaft von Heiden gemacht habe, die einem das Gefühl gaben, regelrecht aufzublühen in der Rolle des "Verfolgten", der seine Religion geheim halten muss, also diese Leute, die teilweise ein fast schon elitäres Selbstgefühl daraus zu beziehen, sich selbst zum Angehörigen einer diskriminierten Minderheit zu stilisieren.

Gerade auf englisch-sprachigen Seiten wie Witches Voice erinnern mich die Beiträge zum Thema "Heidentum in der Öffentlichkeit" häufig an 16-jährige Goth-Kids, deren Gesprächsthemen sich in erster Linie darum ranken, von wievielen Hiphoppern oder "Normalos" man denn heute wieder dumme Sprüche geerntet hat.

Da wird dann viel lamentiert über Intoleranz usw., aber als Außenstehener merkt man trotzdem sofort, dass sie es eigentlich gar nicht anders wollen, da man auf dem Fundament dieser "Anfeindungen" eben auch hervorragende psychologische Abgrenzungsspielchen betreiben kann.

Ich gebe zu, dass das alles natürlich in der Tat nicht viel mit deinem ursprünglichen Thema zu tun hat und wollte dir auch sicherlich nicht die Sachlichkeit absprechen.

Es war wohl eher dieses Reizwort "Outing", was da bei mir mal wieder einen etwas ziellosen polemischen Rundumschlag ausgelöst hat. ;) Hoffe also, ich bin niemandem zu nahe getreten.

Grüße, Martin

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