Nikolaus, Advent und andere Desaster :-)

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08 Dez 2009 06:42 #8772 von Lady of Darkness
Auf meiner gegenwärtigen Arbeitsstelle habe ich verstärkt mit Muslimen zu tun (als Kunden und als Kollegen), und ich war einigermaßen überrascht, als eine muslimische Kollegin mir vor ein paar Tagen erzählte, sie würde zumindest ihren jüngeren Kindern Nikolaus-Teller fertigmachen. Sie gab auch gleich die Erklärung dazu: Es sei für die Kinder blöd, wenn alle anderen etwas geschenkt bekämen und sie selber nicht. Wenn sie größer seien und das mit den verschiedenen Religionen besser verständen, würden sie das ganze noch einmal überdenken. Außerdem seien sie nun einmal in Deutschland und müssten sich bis zu einem gewissen Grad auch an die Kultur anpassen.

Für diejenigen mit Kindern und die, welche sich schon Gedanken darüber machen, wie sie die noch ungeborenen später mal er- und verziehen werden: Wie haltet ihr es mit solchen ursprünglich religiösen Festen? Nicht nur Nikolaus, auch Weihnachten, Ostern, Erntedank, ... - natürlich gibt es für so ziemlich alles heidnische Entsprechungen, aber wie geht ihr mit dem um, was die Kinder in Schule etc. lernen und tun? Wie geht ihr damit um, wenn die Kinder z.B. in den Kindergottesdienst o.ä. gehen wollen? Macht ihr Geschenke, die auf christlichen Geschichten und Feiertagen basieren?

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
https://knusperhaus.wordpress.com

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08 Dez 2009 09:00 - 08 Dez 2009 09:21 #8773 von Selma
Hi!Bin neu hier und das hier ist mein 1.Eintrag.
Kann verstehen daß du dir darüber Gedanken machst, denn auch ich mache das.
Ich gehe mit meinen Überlegungen glaube ich zur Zeit meiner ganzen Umgebung auf den Keks. :)
Wenn ich und mein Partner später Kinder haben, werden sie wohl auch Naturreligiös +christlich aufwachsen.Ich bin zwar Wicca, aber mein Partner,unsere Familien und alles drumherum ist auf die chritlichen Feste ausgerichtet, selbst wenn sie nicht streng gläubig sind, aber die christlichen Feste werden ja dennoch gefeiert.
Wie soll man die christlichen Versionen von Weihnachten und Ostern von dem Kind fern halten, wenn es überall Thema ist?
Ich habe mir schon so viele Gedanken gemacht, und glaube daß man einfach versuchen muß das miteinander zu kombinieren.
Wie gesagt, mein´Umfeld macht sich schon leicht drüber lustig warum ich mir jetzt schon darum Gedanken mache obwohl ich noch garkeine Kinder habe.Aber Fakt ist, daß ich nun mal sehr religiös bin, und mir Wicca sehr wichtig geworden ist, und ich meinen Kindern davon auch was weitergeben möchte.
Ich gebe zu, dieses Thema ist echt sehr schwierig....
Man vermittelt immer am besten das woran man selber glaubt, läßt aber einfach die Erfahrungen die das Kind von außen macht zu.So kann das Kind sich nachher daran orientieren was es selber für richtig hält,und so soll es ja auch sein.
Letzte Änderung: 08 Dez 2009 09:21 von Selma.

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08 Dez 2009 12:31 #8775 von Ishtar
Hallo Selma

und willkommen im Sternenkreis :)

Ich finde bezüglich Weihnachten und Ostern musst du dir am wenigsten Gedanken machen. Gerade diese beiden Feste haben einen eindeutig heidnischen Ursprung und das Christentum hat einfach sehr viel uminterpretiert (wie z.B. Hasen stehen für die Lebendigkeit Jesus' nach der Auferstehung). Gerade zu Ostern habe ich dieses Jahr einige Artikel über den Ursprung veröffentlicht.

Dann denke ich ist einfach noch zu unterscheiden zwischen Brauchtum und Religion. Ich denke das "Tun" wird bei euch weniger das Problem sein, sondern mehr wie erklärt ihr die Symbolik. Aber vielleicht funktioniert ja ein: "für die Christen bedeutet das .... im Wicca bedeutet das ..."

@Lady of Darkness
Es gibt für mich sehr wenig "ursprünglich" Christliches (Pfingsten gehört dazu). Das heißt ich interpretiere einfach meist zurück.

BB
Ishtar

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08 Dez 2009 20:47 #8780 von Arduinna
Hallo zusammen!
Ich bin ja recht überrascht, da ich ja schon Jaaaaahre nicht mehr im Forum aktiv war, wie viel Heidennachwuchs es mittlerweile hier gibt! Meine Forumsabstinenz ist auf die gleiche Tatsache zurückzuführen, auch wir haben uns fleißig vermehrt (a propos Hasen ;P ).
Da ich schon einen großen Sohn habe (er ist 10), habe ich bisher gute Erfahrungen damit gemacht, einfach sein eigenes Ding mit den Kindern aufzuziehen und ihnen alles so weiterzugeben, wie es einem selbst am besten gefällt. Mein Sohn ist auf einer katholischen Grundschule (tja, ländliche Umgebung) und geht auf eigenen Wunsch hin nicht in die wöchentliche Messe. Seine Klassenlehrerin, ein großer Fan von Griechenland, griechischen Sagen und allem, was dazu gehört, geht sehr positiv mit unserem Glauben um (den mein Großer auch nicht verheimlicht oder so) und fragt auch häufig bei ihm nach, wie wir denn feiern, bzw. hat sogar einmal den Kindern erklärt, dass der Teufel Hörner hätte, weil das Christentum ältere Götter mit Hörnen dämonisieren wolle! Reschpekt!

Was das Bringen von Geschenken angeht: Die Großeltern funken immer ein bisschen dazwischen, weil sie natürlich vom Christkind und der Krippe in Bethlehem sprechen, aber bei *uns* kommt zu Weihnachten das Lichtkind (mit dem lassen sich auch super Weihnachtslieder umdichten) und das ist quasi die junge Sonne. Mit dem Nikolaus haben wir ein bisschen gehadert und ihn letztlich in Väterchen Frost oder den Wintermann umgedichtet, aber der Name Nikolaus hält sich natürlich hartnäckig. Die Krippe ist halt einfach der Ort, an dem symbolisch das Lichtkind zur Welt kommt.
Ich stelle es mir schwierig vor, Christliches und Heidnisches so ganz gleich nebeneinander stehen zu lassen. Grade kleinere Kinder könnte diese Jesus-Geschichte sicherlich noch etwas verwirren und man kann ihnen ja noch nicht erklären, dass die eigentlichen Wurzeln älter sind... Aber ich bin gespannt, von Leuten zu lesen, bei denen es klappt, weil die Eltern vielleicht unterschiedlichen Glaubens sind.
Schöne Grüße
Arduinna

Tauche ab in ein Land voller düsterer Wälder, wilder Tiere und grimmiger Ureinwohner: Die Eifel! Die Geister des Landes

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04 Apr 2011 09:51 #10327 von irka
hey

ich les mich ja so nach und nach durch die foren und schubs immer mal was wieder hoch...

wir haben hier eine wirklich agile gemeinde und die freunde meiner tochter sind alle in der kirche. auch sonst ist das einfach dran. was tun?
wir feiern doppelt :P

erst mittwinter, dann weihnachten (weihenacht) mit den großeltern - ohne kirche, sondern waldweihenacht, zu der sich immer mehr auch christliche familien anschließen. da wird gemischt gesungen, also christliche, lateinische und eben auch heidnische lieder. die kinder bringen den tieren eine gabe und dann sich selber. aufm rückweg hören wir dann dir glocken läuten :silly:

dann kommt bephana, da gibts was kleines udn vor allem rumpelt nachts im haus

dann lichtmess mit wachbleiben und kerzen anzünden
dann FTNG und das "Es ist um 5 und noch hell"-Fest

dann Ostern, mit Eiern und Feuer (ohne jesus, die geschichte ist zu ecklig)

usw.

Wenn Fragen durch den Ethik-unterricht kommen, werden die historisch in einen Zusammenhang gepackt und eine eigene Meinung entwickelt. (gell, die Eva durfte doch den Apfel nehmen? Der macht doch schön und gesund! Und Schlagen sind so klug! Der Adam hat außerdem mitgespielt. Und wenn die das nicht gemacht hätten, wäre ich jetzt nicht auf der Welt! - Kindermund)

also, eine gute wohlproportionierte Mischung

bb irka

ein mensch ohne vogel ist wie ein leeres nest

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07 Apr 2011 08:27 - 07 Apr 2011 08:32 #10346 von Selma
Um so näher unsere "Hibbelzeit" rückt, umso entspannter werde ich wenn ich daran denke das irgendwann, in paar Jährchen, diese Themen auftauchen.

Unser Kind wird später, wie die anderen Kinder auch, mit den ganz typischen Kultur-Festen aufwachsen...
Die meisten haben doch eh neben den christlichen, viel ältere heidnische Ursprünge.
Grade Nikolaustag, Ostern, Weihnachten,maifeuer, Fasching usw usw. dürften da eigentlich keine Probleme darstellen. :)
Letzte Änderung: 07 Apr 2011 08:32 von Selma.

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