wie geht ihr damit um ??

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08 Aug 2011 12:42 #10902 von Athena
wie geht ihr damit um ?? wurde erstellt von Athena
Hi!

Wie auf dem thread "Depression und spirituelle Praxis" beschrieben leide (im woertlichen Sinne!) ich schon seit jungen Jahren unter einem extrem grossen Mitgefuehl wenn es zum Thema "Leiden" und "Elend der Welt" geht...
Quaelerei von Tieren und Kindern, Naturzerstoerung, Unterdrueckung und Ausbeutung der Schwachen und Wehrlosen usw. - wie geht ihr damit um, wenn ihr davon wisst [aber nicht persoenlich betroffen seid]??
Kuemmert es euch (im Sinne dass es euch Kummer bereitet)?
Oder grenzt ihr euch ab in dem Wissen dass "man ja eh nichts tun kann"?

Und was ist mit der Angst um einen selber und andere [die man liebt]? - mich hat der Gedanke (besonders waehrend meiner Schwangerschaft) buchstaeblich krank gemacht: dass ich ein Kind in diese Welt bringe die schon jetzt viel kapputter ist als in meiner Kindheit, die mehr und mehr von uns Menschen zerstoert wird ... :( :(

Bei mir ging es damit soweit dass ich mich nach der Geburt meines Kindes fuer 2 Jahre lang ins Christentum "gefluechtet" hatte (und das obwohl die christliche Religion nie zu meiner Natuer gepasst hat); zu einem Gott der "ausserhalb" ist und einen "Plan" hat, wo die Erde an sich nicht wichtig sondern nur eine "Vorbereitungsstufe" fuer das "eigentliche Leben im Himmel" ist, wo ich mich nicht kuemmern brauche sondern alles mit "kindlichen Vertrauen" an den "Vater" abgeben kann...

((Bitte versteht das nicht als Angriff aufs Christentum - das ist es nicht.))


Wie geht ihr als heidnische Menschen die Mutter Erde lieben (und evtl. wie ich verehren) damit um??

Was sind eure Gedanken, Meinungen, Erfahrungen zu diesem Thema??

Be who you are and say what you feel, because those who mind don't matter, and those who matter don't mind.

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08 Aug 2011 16:47 #10904 von Mairi
"Unterhalten sich zwei Planeten:

#1: 'Oh Mann, du siehst aber schlecht aus...was hast du denn gemacht?'
#2: 'Ich hab Menschen!'
#1: 'Ach das kenn ich! Das geht vorüber!'"

Ich weiß noch, wie ich damals Earthlings gesehen habe...Danach hatte ich eine Stinkwut auf die Menschheit. Und als ich schwanger war, hatte ich auch immer wieder Angst um mein Kleines. Es ist normal und ein Zeichen dafür, dass wir noch nicht abgestumpft sind.

Aber für unsere geistige Gesundheit ist es mE auch wichtig, dass man das Problem im näheren Umfeld angeht und nicht an der Schlechtheit der Welt zu Grunde geht.

Die Erde an sich kriegen wir wohl nicht kaputt, wir zerstören nur unseren eigenen Lebensraum. Und wenn wir die Atombombe zünden, die Erde wird sich regenerieren und neues Leben schaffen.

Praktisch sieht es bei mir so aus, dass ich mich im Tierschutz engagiere, im täglichen Leben meine Mitwesen freundlich behandle und auf Fleisch verzichte.

Was Schicksalsschläge angeht, bin ich der Meinung, dass Seelen sich ihr Schicksal aussuchen, um daran zu reifen. Klingt hart, aber für mich funktioniert dieser Denkansatz.

Liebe Grüße,
Meadhan-Latha

Thig crioch air an t-saoghal ach mairidh gaol agus ceòl.

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08 Aug 2011 18:23 #10905 von Nivien
Hallo Capricorn,

Mir persönlich hat hier der Ansatz von Joanna Macy (Tiefenökologin) geholfen. Sie nennt es "Despair Work", und dabei geht es darum, den Schmerz, den wir empfinden, wenn wir nicht "zumachen", wahrzunehmen, zu würdigen und damit zu arbeiten.

liebe Grüße
Nivien.

Jede gute Sache ist scharf. (Gurdijeff)

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09 Aug 2011 09:07 #10906 von Coryllus
Hallo Capricorn,

manchmal geht es mir ähnlich wie Dir - ich kann dich gut nachvollziehen. Besonders weil ich auch einen kleinen Sohn habe und ich oft gedacht habe:"In was für einer Welt muss er nur aufwachsen?"
Manchmal kann ich wirklich gut mitleiden, mit dem was mit und in der Welt passiert, aber es gelingt mir auch mich ab zu grenzen.
Dabei hat mir mein Glauben sehr geholfen. Ich vertraue in die Kraft unserer Mutter Erde und darin, dass wir von ihr mit einen unwahrscheinlichen Denkvermögen und der Gabe Visionen zu haben und diese Kraft/ Energie zu stecken. Ich glaube fest daran, dass wenn nur genug Menschen eine klare Vision von einer gesunden, heilen Zukunft unserer Welt haben und alles daran setzen sie Wirklichkeit werden zu lassen, wir diesem Ziel ein Stück weit näher kommen. Und es werden immer mehr Menschen, die das erkennen.
Es geht dabei nicht mal um ein Friede-Freude-Eierkuchen-Land, sondern vielmehr darum, dass sich unser Bewusstsein ändert. Ich habe oft den Eindruck, dass Menschen, die ihren Mit-Wesen Leid zu fügen, sich nicht tief bewusst sind, was sie da eigentlich tun. Oft bitte ich um einen Segen für sie, dass sie aufwachen und den wahren Wert unserer Welt erkennen mögen.
Ich kann oft nichts gegen das Leid anderer tun, aber ich versuche meinen Lebensstil so zu führen, das möglichst wenige z.B. durch mein Kaufverhalten zu Schaden kommen. In regelmäßigen Abständen sende ich gedanklich Liebe und Wärme an die Leidenden und an Mutter Erde und ihre Wesen, in der Hoffnung, dass sie dadurch gestärkt werden.
Und jetzt kommt noch ein Gedanke, der wahrscheinlich nicht allen passt, der mir aber hilft manch schlimme Ereignisse zu "verstehen". Ich denke manchmal wir und alle anderen Wesen müssen diesen steinigen Weg gehen um zu einer neuen Lebensform zu kommen. Ich glaube an die Theorie, dass die Menschheit zur Zeit einen evolutionären Schritt hin zu einer höheren Bewusstseinsebene vollzieht. Und damit dies in Gang kommt, braucht es auch einen Auslöser, der wahrscheinlich darin liegt, dass es Leid gibt.
Leid ist ein natürliches Gefühl, dass dazu führt Veränderungen herbei zu führen, damit wir es eben nicht mehr empfinden müssen. Wozu sollte es sonst diese Empfindungsebene geben?
Dieser Prozess dauert schon sehr lange an, aber ich habe das Gefühl, dass es Schritt für Schritt besser wird.
Wie ist es sonst z.B. möglich, dass ein neun-jähriger Junge mit seinen Schwestern ein Baumpflanz-Projekt anleiert, dass mittlerweile weltweit ANhänger hat (plant-for-the-planet) oder denke an die ganzen Menschen- und Tierrechtsorganisationen, mit ihren ANhängerscharen, die ganzen sozialen und ökologischen Projekte weltweit.
Es wird besser !!!
Darüber hinaus stimme ich Meadhan_Latha vollkommen zu.
Mal ganz krass gesehen: Was macht es schon, wenn die Spezies Mensch nicht mehr exitiert? Es wird immer Leben geben. EWntweder wir schaffen es uns mit Hilfe unserer naturgegebenen Fähigkeiten an die Gesetze der Natur halten - wovon ich felsenfest überzeugt bin - oder eben nicht.

Alles Liebe, K.-M-

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09 Aug 2011 14:22 #10907 von Athena
Schon einmal herzlichen Dank fuer eure Antworten !!
(Ich kann mit allen dreien viel anfangen und werde bei Gelegenheit ausfuehrlich antworten.)
Nivien, danke fuer den Hinweis auf Joanna Macy: ich habe mal gegoogelt und oberflaechlich reingelesen -das sieht sehr vielversprechend-hilfreich aus und koennte ein Rettungsring sein auf den ich mein ganzes Erwachsenenleben gehofft habe... !! DANKE
(Ich melde mich zurueck wenn ich mich tiefer mit beschaeftigt habe.)

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12 Aug 2011 16:40 - 12 Aug 2011 16:40 #10912 von Athena
Kräuter-Marie schrieb:

... Dabei hat mir mein Glauben sehr geholfen. Ich vertraue in die Kraft unserer Mutter Erde und darin, dass wir von ihr mit einen unwahrscheinlichen Denkvermögen und der Gabe Visionen zu haben und diese Kraft/ Energie zu stecken. Ich glaube fest daran, dass wenn nur genug Menschen eine klare Vision von einer gesunden, heilen Zukunft unserer Welt haben und alles daran setzen sie Wirklichkeit werden zu lassen, wir diesem Ziel ein Stück weit näher kommen. Und es werden immer mehr Menschen, die das erkennen. ...


- das ist eine wundervolle und positive Einstellung ! :) [die ich tief im Herzen teile - wishful thinking...]

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Letzte Änderung: 12 Aug 2011 16:40 von Athena.

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13 Aug 2011 11:18 #10916 von Ialokin
Huhu :-)

Zusätzlich zu den oben gegebenen Hinweisen, geht es mir auch immer so, daß ich die Balance zu sehen versuche.

Die Milliarden von Menschen, die sich gut um ihre Kinder kümmern, freundlich zu ihrer Umgebung sind, sich für andere engagieren, versuchen vernünftige, hilfreiche Entscheidungen für ihre Gemeinschaft zu treffen usw. sind ebenso wichtig, ebenso wert, wahrgenommen und gewürdigt zu werden, wie die, die Unheil anrichten. Sie produzieren ständig eine große Welle von Verständnis, Freundlichkeit und Fürsorge, die ebenso eine Kraft in der Welt darstellt. Sie gehören genauso zur Wirklichkeit.

Die Welt und die Menschen in ihr sind voller Gefahren und Probleme, aber sie sind keineswegs nur schlecht, und keneswegs unwert, darin zu leben. Die Welt ist - auch - sehr schön, und unsere kinder können sich freuen, sie zu erleben.

Es stimmt auch nicht, daß alles immer kaputter geht. Die Umwelt in Deutschland z.B. ist heute in einem drastisch besseren Zustand als zu der Zeit als ich 10 Jahre alt war.

Ialokin

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

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15 Aug 2011 09:30 #10923 von Lady of Darkness
Ganz einfach: "Don't get scared. Get angry." ^^

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
https://knusperhaus.wordpress.com

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15 Aug 2011 19:18 #10928 von galla
Hallöchen,
Ich kann deine Ängste nur zu gut nachvollziehen, denn mir erging es ähnlich. Nach einer Kindheit voll von Gewalt und Angst hatte auch ich mit den Depressionen zu kämpfen. Sich abgrenzen ist immer so schön gesagt, ja man darf weinen wenn es Tieren brutal an den Kragen geht und man darf auch traurig darüber sein das der Regenwald abgeholzt wird. Aber die übermächtige Verzweiflung die einen Lähmt und das eigene Leben stillstehen lässt ...

Mir hat einerseits eine Therapie geholfen das zu verarbeiten, andererseits habe ich in der Zeit der Therapie auch zu meinem Glauben gefunden. Das hat mir mehr als geholfen, denn es hat mich gelehrt den schlimmen Dingen nicht machtlos und hilflos gegenüber zu stehen und daran zu verzweifeln. Sondern stattdessen das in meiner Macht stehende dagegen zu tun. Also Bäume pflanzen zu gehen, verletzte Tiere zupflegen. Selbst die kleinen Dinge bewirken etwas!

Ich glaube an die vielen Menschen die das selbe tun und daran das die Natur eine unglaubliche selbstheilungs Kraft hat.

Ich habe bisher noch keine Kinder, aber ich möchte es gern. Deine Gedanken, der grausamen bösen Welt habe ich auch oft gehabt und das ist teileise einer der Gründe wesshalb ich immer noch kein Kind habe. Wenn es vor Jahren aber noch der Hauptgründe war so ist es heute nur ein klitze kleines Gründchen (haupsächlich möchte ich erst mein Studium beenden). Mittlerweihle denke ich das ich als Mutter der Aufgabe gewachsen sein werde ihm alle Vorraussätzungen mit zu geben um in dieser Welt zurecht zu kommen.

Ich denke, auch du wirst deinen Weg finden.

liebe Grüße Galla :)

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16 Aug 2011 07:20 - 16 Aug 2011 07:32 #10933 von nemo
Capricorn schrieb:

Hi!

Wie auf dem thread "Depression und spirituelle Praxis" beschrieben leide (im woertlichen Sinne!) ich schon seit jungen Jahren unter einem extrem grossen Mitgefuehl wenn es zum Thema "Leiden" und "Elend der Welt" geht...
Quaelerei von Tieren und Kindern, Naturzerstoerung, Unterdrueckung und Ausbeutung der Schwachen und Wehrlosen usw. - wie geht ihr damit um, wenn ihr davon wisst [aber nicht persoenlich betroffen seid]??
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Oder grenzt ihr euch ab in dem Wissen dass "man ja eh nichts tun kann"?

Und was ist mit der Angst um einen selber und andere [die man liebt]? - mich hat der Gedanke (besonders waehrend meiner Schwangerschaft) buchstaeblich krank gemacht: dass ich ein Kind in diese Welt bringe die schon jetzt viel kapputter ist als in meiner Kindheit, die mehr und mehr von uns Menschen zerstoert wird ... :( :(

Bei mir ging es damit soweit dass ich mich nach der Geburt meines Kindes fuer 2 Jahre lang ins Christentum "gefluechtet" hatte (und das obwohl die christliche Religion nie zu meiner Natuer gepasst hat); zu einem Gott der "ausserhalb" ist und einen "Plan" hat, wo die Erde an sich nicht wichtig sondern nur eine "Vorbereitungsstufe" fuer das "eigentliche Leben im Himmel" ist, wo ich mich nicht kuemmern brauche sondern alles mit "kindlichen Vertrauen" an den "Vater" abgeben kann...

((Bitte versteht das nicht als Angriff aufs Christentum - das ist es nicht.))


Wie geht ihr als heidnische Menschen die Mutter Erde lieben (und evtl. wie ich verehren) damit um??

Was sind eure Gedanken, Meinungen, Erfahrungen zu diesem Thema??


Leide unter Mitgefühl....
Ich kann das voll verstehen undich bin froh das es noch solche Menschen gibt ich habe da andere Erfahungen der Mensch als Ding.Mit Leid umgehen ist schwer,aber wir müssen akzebtieren das es da ist und jeden Tag neu geschaffen wird.Ich glaube das es wichtiger ist Leid zu verhindern Liebe in die Menschen zu tragen.Wir solden auch nicht jedes Leid verhindern das können wir nicht Nur wer Leid kennt kann es verhindern.Wichtig ist es auch unsern Kindern zu helfen ihnen das Rüstzeug zu geben in dieser sehr grausammen Welt zu überleben.Bedingungslose Liebe ist für mich der weg auch wenn ich als Krieger gnadenlos sein kann wenn es um Unrecht geht.Wer Leid schafft soll es auch selber erfahren nur so kann ein Mensch begreifen was er tut. Ich habe die erfahrung gemacht das Liebe Gröste Macht ist Wir müssen unseren Kindern alles mitgeben was sie brauchen und mit ihnen um eine bessere Welt kämpfen und die welt bewegt sich.Wir müssen Leid sichtbar machen so das Menschen die Augen nicht verschliesen Können.Liebe ist etwas schönes die stärkste Kraft und ich möchte sie jetzt auch nicht mehr missen.

Möge die Sonne immer für Euch scheinen,Liebe und Glück euer Weg sein.
Letzte Änderung: 16 Aug 2011 07:32 von nemo.

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