Hallo allerseits

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10 Feb 2013 21:03 #12777 von Nabuli
Hallo allerseits wurde erstellt von Nabuli
Hallo allerseits!

Hiermit möchte ich mich dann vorstellen ;) Ich bin Student in den wundersamen Mittzwanzigern und darf mich bereits Papa nennen. Studienfach sind bei mir die Altertumswissenschaften, vor allem dabei in meinem persönlichen Profilbereich aber das antike Griechenland bis zum Nahen Osten. Oft zieht es mich aber in Spezialgebieten auch nach Nordafrika und Indien nebst China, sodass ich doch recht breit aufgestellt sein muss, was sich auch in den notwendigen Sprachkenntnissen darstellt. Steckenpferd ist auch die europäische Spätantike und der Übergang ins frühe Mittelalter. Man wird merken, dass mein Studium mir nicht ohne Grund viel Kraft abverlangt *gg*.

Was das Religiöse angeht bin ich polytheistisch durch und durch und auch wenn mein Fokus in Mesopotamien liegt opfere ich auch Asen und Vanen.

Hierher gekommen bin ich hauptsächlich dank Tante Google ;) Ich schaue mich gern um und erkundige mich nach Kontakten, die ich hier doch zu finden hoffe.

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10 Feb 2013 21:44 #12778 von Tahira
Tahira antwortete auf Hallo allerseits
Hallo Nabuli,

herzlich Willkommen! :)

Ja, das Studium viel Zeit und Kraft fordert kenn ich und auch versch. Götter zu ehren *g*

Cu Tahira

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11 Feb 2013 05:58 #12781 von Ishtar
Ishtar antwortete auf Hallo allerseits
Hallo Nabuli

Herzlich willkommen hier!
Klingt ja sehr spannend dein Studium. Ich freu mich schon auf dein Fachwissen :)

Arbeitest du eher Rekonstruktionistisch in deinen Ritualen? Auch was die Mesopotamische Religion angeht?

Ich muss ja gestehen, dass ich das eine Buch von Stefan Maul bezüglich des Namburbi Rituals dahingehend sehr erhellend fand - aber auch mit erstaunlichen Parallelen zur Ritualmagie, so weit, dass ich mich gefragt habe, ob diese doch ältere Wurzeln hat, als man ihr häufiger zuspricht. Kennst du das zufälligerweise?

Freu mich auf den Austausch mit dir
Ishtar

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11 Feb 2013 19:26 - 11 Feb 2013 19:40 #12787 von Nabuli
Nabuli antwortete auf Hallo allerseits
Da wo es notwendig ist oder sich anbietet ja, aber ich muss doch sagen, dass ich mich explizit als Neuheide verstehe, der keinerlei Ansprüche hat irgendwelche alten Weltordnungen mal eben 1:1 zu übernehmen.

Zum Einen bin ich mir der sozio-kulturellen Veränderungen in der Welt seit den letzten 4000 Jahren bewusst und zum Anderen bin ich auch über so manche Entwicklung mehr als froh, sodass ich mich hüten würde da antike Maßstäbe anzulegen. Andererseits bin ich mir auch vieler gewanderter Motive bewusst, die wenn man erst ihren Bezug und ihre Geschichte kennt, einem sinnvoll verständlich zeigen, dass sie einst gar nicht so dümmlich gedacht waren und vielfach heute sogar nützlicher sind als allzu hochgelobte "moderne" Sichtweisen und meiner Ansicht nach zum Teil sogar zeitlos bis gar durchgehend gültig.

Ich "rekonstruiere" genauso wie ich versuche das Alte dem Neuen entsprechend einzukleiden, wobei ich jedoch immer bestrebt bin, dass es auch das ALTE mit neuem Schmuck ist und nicht neuer Schmuck in altem Stil.

Ich muss ja gestehen, dass ich das eine Buch von Stefan Maul bezüglich des Namburbi Rituals dahingehend sehr erhellend fand - aber auch mit erstaunlichen Parallelen zur Ritualmagie, so weit, dass ich mich gefragt habe, ob diese doch ältere Wurzeln hat, als man ihr häufiger zuspricht. Kennst du das zufälligerweise?


Nunja, allein wohl deshalb, weil zumindest was die Antike anbelangt Magie ein Ritual ist. Zumindest nach der mir gängigen Definition von einem "Ritual" als straff formeller, feierlicher Symbolhandlung ist die Magie hier nichts Anderes, als eine kommunikative Symbolhandlung. Die Grundprinzipien sind dabei Assoziation und Substitution. Es handelt sich also nicht nur um bloße Parallelen ;) Leider gibt es aber auf dem Gebiet noch nicht allzu viele vor allem umfassende Arbeiten, da es noch viel konkrete Textarbeit zu leisten gibt. Die Rituale bzw. Ritualserien, die bisher publiziert wurden kann man an anderthalb Händen abzählen. Das Meiste ist leider unpubliziert.

Eine explizite Trennung von Magie und Ritual bzw. eine "Mystifizierung" des altorientalischen "Magus", der zum Inbegriff der quasi metaphysischen obskuren "Magie" wird kommt erst so wirklich fassbar dank griechischer Überlieferung, vor allem dann mit dem Fall Byzanz' auf, als durch die Flucht Vieles des damaligen Wissens und der Lehre nach Westen Verbreitung findet und es dann in teilweise weiteren obskuren Beschäftigungen so mancher Herren mündet ;) Aber auch da gibt es leider nicht wirklich viel Forschung, denn auf dem Gebiet wandelt kaum ein Forscher. Die Klassiker wandeln lieber auf rein römisch-griechischen Marmorfliesen und man müsste sich zudem noch mit den altorientalischen Wurzeln all dessen auskennen. Man muss sich leider selbst seine Sachen zusammenkramen und so spontan wüsste ich auch kein Werk für "Einsteiger", bei aller Liebe sogar nicht.

Ich kann dir höchstens exemplarisch für dieses geschichtliche Gewurstel etwas zum Thema der Astrologie anbieten, die aber recht schön in dieses ganze Netz hineinpasst Astrology: From Ancient Babylon to the Present von P. G. Maxwell Stuart. Falls du mehr möchtest gib nur Bescheid, ich habe ja den Zugang zum Fach.

Ich hoffe nun, dass meine Erklärung halbwegs verständlich war!
Letzte Änderung: 11 Feb 2013 19:40 von Nabuli.

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13 Feb 2013 08:52 - 13 Feb 2013 08:59 #12807 von Ishtar
Ishtar antwortete auf Hallo allerseits

Nabuli schrieb: Zum Einen bin ich mir der sozio-kulturellen Veränderungen in der Welt seit den letzten 4000 Jahren bewusst und zum Anderen bin ich auch über so manche Entwicklung mehr als froh

oh ja! ich finde es auch gut, nach dem Mittelaltermarkt in die warme Badewanne steigen zu können und das es nicht so "duftet". Von der Medizin - insbesondere der Zahnmedizin - ganz zu schweigen. :pinch:

Nunja, allein wohl deshalb, weil zumindest was die Antike anbelangt Magie ein Ritual ist.


Das stimmt. Aber es war schon mehr. Ich habe damals den möglichen Ursprung der vier Heiligen Tiere erforscht - muss den Artikel mal noch online stellen.
Was mich fasziniert hat war wie viel der heutigen Ritualstruktur da wiederzufinden war. Der markanteste Unterschied war der Kreis, der heute ja in der Ritualmagie, Wicca, Druidrevival anders geführt wird.

Zur Erklärung von Namburbi für alle (aus der Erinnerung!):
Warnung: Spoiler! [ Zum Anzeigen klicken ]


Was mir damals so bekannt vorkam war der Rekonstruktionistische Anteil, aber ich hatte mich zu dem Zeitpunkt schon stärker mit der ADF beschäftigt.

Man muss sich leider selbst seine Sachen zusammenkramen und so spontan wüsste ich auch kein Werk für "Einsteiger", bei aller Liebe sogar nicht.


Baigent Omens of Babylon? Obwohl er manchmal seine Theorie als zu faktisch darstellt.

Das Buch hatte ich mir glaub ich angesehen.... gekauft habe ich dann Babylonian Starlore und heavenly writing - bei letzterem bin ich ausgestiegen. War nicht das was ich gesucht habe und ich fands total langweilig, zäh und...... ich wollte das schon längst bei Amazon Marketplace wiederverkauft haben.

Falls du mehr möchtest gib nur Bescheid, ich habe ja den Zugang zum Fach.

Sag doch nicht sowas verlockendes!;)

Um noch zum persönlicheren zu kommen....
Wie lange prakizierst du bereits deinen Polytheismus? Und würdest du sagen es hält sich zwischen Asen/Vanen und Mesopotamischen Gottheiten die Waage?
Sehen deine Rituale entsprechend anders aus, oder hast du einen groben Ablauf der für beide Arten von Gottheiten mehr oder weniger passt?

BB
Ishtar
Letzte Änderung: 13 Feb 2013 08:59 von Ishtar.

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13 Feb 2013 11:20 - 13 Feb 2013 11:21 #12811 von Nabuli
Nabuli antwortete auf Hallo allerseits

Was mich fasziniert hat war wie viel der heutigen Ritualstruktur da wiederzufinden war. Der markanteste Unterschied war der Kreis, der heute ja in der Ritualmagie, Wicca, Druidrevival anders geführt wird.


Verschiedene Zeiten, verschiedene Kulturen, verschiedene Traditionen und gedankliche Ansätze ;) Das gilt auch so für die Antike. Ich fürchte es ist schwer Wanderung allzu spezifischer oder gegenteilig auch zu allgemeiner Motive immer so genau nach zu vollziehen, allein schon wegen so mancher Quellenproblematik. Manchmal ist es auch nur Zufall oder hat sich autochton mehrmals entwickelt.

Michael Baigent ... Sagte mir anfangs absolut gar nichts und eine kleine Einarbeitung in den Herren zeigt auch, dass das nicht unbegründet ist. Ich fürchte dieser Mann hat keinerlei ernsthafte, tiefgreifende fachliche Kompetenz, was den Alten Orient angeht. Ein B.A. in Psychologie, ein M.A. in "Mysticism and Religious Experience" in Christchurch, Neuseeland, einer Stadt, die nicht unbedingt für ihr Orient-Institut bekannt ist. Und das Fach ist nun wirklich nicht so groß, als dass man namhafte Orte und Personen nicht kennen würde ... Dann die Inhalte seiner anderen Romanwerke ... die Rezensionen ... Uah.

Pseudowissenschaft.

Das zweite Buch sagt mir dann leider auch nichts, keine Informationen zu dem Herren, keine großen Rezensionen ... Müsste man sich ansehen. Das dritte jedoch ist ein kleines Schmankerl ^^ Ich würde es dir glatt abnehmen *hust*. Es wurde mir gegenüber bereits von einem meiner Dozenten in einem Kurs erwähnt, der auch ein paar stilistische Kritikpunkte hatte, aber die Theorien darin fand er an einigen Stellen zumindest ganz interessant.

Zu mir: So grob - Ich habe das nie wirklich festgehalten - wirklich überzeugt vielleicht in etwa 5 Jahre, mit einer kleinen feinen Phase intensiver Suche im Vorlauf.

Mh, die Waage wohl nicht. Allein Aufgrund meines Studiums hänge ich wohl sehr nach Osten über ^^ Auch wenn ich der Meinung bin, dass oftmals die Unterschiede gar nicht so groß sind. Ich trenne jedoch treu dem Motto "Suum cuique" - Jedem das Seine. Symbolik, Assoziation und Substitution ist meines Erachtens ganz elementar und gene jene Versuche ich dabei zu wahren. Ich bin aber auch kein extrem ritualisierter Mensch, der täglich seine 5 Gebete nach Mekka spricht oder Derartiges. Dazu habe ich nicht immer so ganz die Möglichkeiten ;)
Letzte Änderung: 13 Feb 2013 11:21 von Nabuli.

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