4 Kerzen anzünden zum 1. Advent?

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27 Nov 2016 10:47 #14563 von Ishtar
Ihr Lieben,

Unsere Robin hat ja schon vor 6 Jahren von ihrem Brauch erzählt, mit http://sternenkreis.de/index.php/forum/37-yule-raunaechte/8762-adventskranz-einfach-kerze-an-oder#87644 angezündeten Kerzen zu Beginnen .

Nachdem wir es letztes Jahr traditionell gemacht haben (heißt: Jede Woche eine Kerze mehr), haben wir diemal am 1. Advent wieder alle Kerzen angezündet und bauen den Lichtfaktor bis Mittwinter ab. Und dann wieder volle Kanne! Licht nimmt ab, Licht nimmt wieder zu.

Die Tradition wird auch im http://werkelwald.de/lied-adventskranzlied-wir-zuenden-die-kerzen-an/Adventskranzlied vom Werkelwald (von Robin) wieder aufgenommen.

In unserer Familie gibt es die kleine Tradition, dass wir seit einigen Jahren den Adventskranz ‚verkehrt herum‘ abbrennen. Wir starten am 1. Advent mit vier Kerzen und von Woche zu Woche werden es weniger, so wie auch das Tageslicht immer weniger wird. An Mittwinter schließlich bleibt der Kranz zunächst unangezündet, oder aber wir löschen bewusst die letzte Kerze. Erst bei der Mittwinterfeier zünden wir schließlich alle Kerzen wieder an, um die Rückkehr des Lichts zu feiern.


Und jetzt ist mir kürzlich ein schöner https://artedeablog.wordpress.com/2016/11/27/1-adventsonntag-eigentlich-sollten-wir-heute-alle-4-kerzen-anzuenden/Artedea Artikel zum Thema in die Hände gekommen, der auch die Idee aufgreift mit 4 Kerzen zu beginnen.

[...] um dieses Ereignis entsprechen vorzubereiten, wurde auch der Advent erfunden. Anfänglich hatte diese Zeit der Vorbereitung fünf oder sechs Wochen gedauert. Auf dem Konzil von Lerida im Jahr 524 wurde dann eine vier Wochen andauernde Fastenzeit festgelegt und angeordnet.

Diese 4 Wochen sind keineswegs willkürlich festgelegt worden. War doch der Glaube weit verbreitet, dass die Erde 4000 Jahre vor der Geburt Christi geschaffen worden sei. Damit wurden die vier Adventswochen zum Symbol für die vier Jahrtausende, in denen die Menschen auf die Ankunft des Heilands warten mussten.
[...] Interessant ist auch der Brauch des Adventkranzes mit seinen vier Kerzen. [...] Die vier Kerzen sollen das Licht symbolisieren, das nach und nach stärker wird. Aber eigentlich ist es ja gerade umgekehrt: Vom ersten Adventsonntag an werden die Tage ja immer kürzer und kürzer und das Licht immer weniger.

Viele halten das aber gar nicht aus. Deswegen ist diese Zeit im Dezember auch geprägt von Hektik, viele hetzen durch die Einkaufstraßen, überall plärrt uns „White Christmas“ entgegen und die Kaskaden von Lichterketten und Leuchtreklamen kämpfen gegen die Dunkelheit an, die so natürlich wäre in dieser Zeit.

Um in diese samtige Dunkelheit hineinzugleiten, wäre es eigentlich sinnvoll, am 1. Adventsonntag alle vier Kerzen anzuzünden und jeden weiteren Sonntag um eine Kerze weniger. Bis zur Wintersonnenwende und dem kürzesten Tag im Jahr.

Am 24. Dezember bzw. zur Wintersonnenwende können dann als Freude über die Tage, die nun wieder länger werden, viele, viele Kerzen angezündet werden (Stichwort: Weihnachtsbaum).


Persönlich macht das für mich total Sinn und ich finde die Idee spannend und inspirierend, schon als sie das erste Mal bei Robin gelesen habe.
Aber wenn es dann ans Machen geht, wird es für mich schwieriger. Das hat mehr was mit den Kindern zu tun. Ich bin es mir gewohnt, kann mich aber umgewöhnen. Die Kinder kriegen aber in Schule und KIndergarten was anderes vorgelebt. Natürlich kann ich jetzt hingehen und wie bei anderen Dingen auch sagen "ja für die Christen wird Jesus geboren, aber für uns ist es das Sonnenkind, oder Lugh, oder Mithra......Die Sonne kehrt an diesem Tag zurück. Eigentlich wurde Jesus gar nicht an Mittwinter geboren. Aber die Christen fanden das soo schön und für sie ist Jesus die Sonne der Welt, deshalb feiern sie seinen Geburtstag im Winter" (Ja, das ist meine Version, Polytheismus und historische Korrektheit freundlich und hoffentlich kindgerecht zu vemitteln).
jetzt noch den Adventskranz "andersherum" anzuzünden befürchte ich könnte es arg verwirrend werden.

Was ist so eure Haltung und Gedanken dazu? Machen das noch mehr? Was für ERfahrungen habt ihr mit den Kindern gemacht?

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28 Nov 2016 18:19 - 28 Nov 2016 18:24 #14564 von eald
Hi,

Ishtar schrieb: […]Aber eigentlich ist es ja gerade umgekehrt: Vom ersten Adventsonntag an werden die Tage ja immer kürzer und kürzer und das Licht immer weniger.

von Mitsommer an werden die Tage kürzer,, nicht erst vom 1. Advent an. Das festzustellen mag kleinlich klingen, aber so sehr sich die Meisten ab Mitwinter über die länger werdenden Tage freuen, die in Mittsommer schließlich kulminieren, geht es mir mit dem Mittwinter, den ich ab Mittsommer immer stärker nahend weiß, vice versa (und die Zeit lasse ich mir ned rauben):silly: .

Um in diese samtige Dunkelheit hineinzugleiten, wäre es eigentlich sinnvoll, am 1. Adventsonntag alle vier Kerzen anzuzünden und jeden weiteren Sonntag um eine Kerze weniger. Bis zur Wintersonnenwende und dem kürzesten Tag im Jahr.

Ich haben den letzten kalendarischen Jahreswechsel in Norwegen zugebracht und dort, ab des Lärms, auch die eisige Stille der Polarnacht gesucht. Dabei wurde mir (in meiner 3-Sterne-Umgebung mit dem nächsten Buffet in Gehreichweite dennoch) bewusst, das Dunkelheit und Kälte im hohen Norden Tod bedeuten, Licht und Wärme aber – und wenn es auch nur von einem Streichholz vielleicht bloß stammt – für das Leben steht! Ich mag nun die Nacht und den Winter, ziehe das Leben dem Tod aber dann doch vor. Darum (und steckt nicht in jedem Yin immer doch auch etwas Yang – und umgekehrt?) ist Mittwinter zwar ein Fest der Stille und der Besinnung, aber wben auch ein Fest der Einkehr, Heimkehr, Rückkehr zum Heim und mithin Herdfeuer, also Feuer, sprich Licht. Zugegeben, das ist jetzt meine Interpretation. Aber Mitwinter ist für mich ein Fest der Hoffnung auch, ein Schutzraum - beides versinnbildlicht durch das Licht. Das Licht nun zu verlöschen, gerade da? Ich weiß nicht recht.

Am 24. Dezember bzw. zur Wintersonnenwende können dann als Freude über die Tage, die nun wieder länger werden […]

Naja, wie gesagt: Ich freu mich wie gesagt dann doch eher zu Mitsommer, das die Nächte nun langsam wieder zurück kehren. Da freu ich mich dann auch in den Raunächten lieber daran, als das ich's mir da dann wieder zuuuu hell wo machte.

Aber wenn es dann ans Machen geht, wird es für mich schwieriger. Das hat mehr was mit den Kindern zu tun. Ich bin es mir gewohnt, kann mich aber umgewöhnen. Die Kinder kriegen aber in Schule und KIndergarten was anderes vorgelebt. Natürlich kann ich jetzt hingehen und wie bei anderen Dingen auch sagen "ja für die Christen wird Jesus geboren, aber für uns ist es das Sonnenkind, oder Lugh, oder Mithra......Die Sonne kehrt an diesem Tag zurück. Eigentlich wurde Jesus gar nicht an Mittwinter geboren. Aber die Christen fanden das soo schön und für sie ist Jesus die Sonne der Welt, deshalb feiern sie seinen Geburtstag im Winter" (Ja, das ist meine Version, Polytheismus und historische Korrektheit freundlich und hoffentlich kindgerecht zu vemitteln).

Ohne Kinder selbst wo zu haben: Warum erklärst du den deinen nicht einfach »warum« du das so machst, wie du das machtlst und gut ists? Wenn deine Kleinen im Kindergarten (der Kindergärtnerin oder auch den Kindern dort) das erklären können (und auch verstehen, was sicher leichter geht, wenn du nur deines erklärst und nicht auch noch das der Anderen, das eigentlich nir und sowieso und falsch und überhaupt ist und…) ists doch genug. Ggf. wenn deine Kleinen gegenfragen, kommen von den Anderen dann entweder Erklärungen oder sogar ratloses Schweigen, sodas die Nichtheiden dann vielleicht sogar ihrerseits erstmals drüber nachdenken/sich frage: "Hey, stimmt! Wieso eigentlich?" und so selbst auch mal reflektieren/erkunden was sie da tun. Istdas nicht genug, resp. sogar besser, weil "dialogischer"?

jetzt noch den Adventskranz "andersherum" anzuzünden befürchte ich könnte es arg verwirrend werden.

Nicht wenn du nur erklärst, warum du/ihr das so gerade mach(s)t, könnte ich mir denken.

eald
Letzte Änderung: 28 Nov 2016 18:24 von eald.

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28 Nov 2016 19:35 #14565 von Robin
Huch, habe gar nicht damit gerechnet, dass das so Wellen werfen könnte :)
Bei uns klappt das seit Jahren relativ problemlos. Die Kinder sind damit aufgewachsen. Der Große erlebt es natürlich auch bewusst bei anderen (Oma, Cousins, Schule) anders herum. Für den Kleinen hat es bislang keine große Rolle gespielt. Mein Mann uns ich haben uns nach der Geburt unseres ersten Kindes auch durchaus bewusst dafür entschieden, das so beizubehalten. Wenn mich jemand darauf anspricht, dass wir ja zu viele/zu wenig Kerzen brennen haben, erkläre ich, dass wir das schon immer so machen und damit hat es sich, wenn keine weiteren Fragen kommen.
LG, Robin

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