was bedeutet Advent in unserem sinne?

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28 Nov 2006 13:04 #1653 von zero
seid gegrüßt!
ihr würdet mir sehr helfen wenn ihr infos über die adventstage habt. historisch gesehen und im sinne unserer reliegion.

bis jetzt weis ich das der adventskranz am 1. advent vollkommen angezündet wird und immer eine kerze weniger, bis zum 4. advent und dann nochmal vollkommen zum zeichen das die sonne jetzt wieder länger scheint.

da das ziemlich wenig ist, was ich weis, würde mich euer wissensschatz interessieren!

b.b.
danke :wink:

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28 Nov 2006 14:32 #1654 von Ialokin
Huhu Zero :-)

> bis jetzt weis ich das der adventskranz am 1. advent vollkommen angezündet wird und immer eine kerze weniger, bis zum 4. advent und dann nochmal vollkommen zum zeichen das die sonne jetzt wieder länger scheint.

Na, da weißt Du mehr als ich - und das ist eine interessante Idee. Denn schließlich wird ja in der Tat das Licht bis zur Wintersonnenwende weniger.

Im Sinne "unserer" Religion ist es für mich so, daß zur Wintersonnenwende die Wiedergeburt des Lichtes ist, und damit auch die Geburt der Hoffnung auf einen neuen Frühling und das ganze Geheimnis um eine zyklisch oder spiralförmig verlaufende - im Gegensatz zu einer linearen - Zeit.
Die meisten Bräuche dieser Zeit finde ich ziemlich unabhängig davon, ob man das, was dort geboren wird, Jesus, den Winterkönig, das Licht oder wie auch immer nennt.

Nett finde ich auch den Brauch, in der Adventszeit eine Spirale aus Tannenzweigen zu legen und dort hinein und wieder hinauszulaufen - dabei kann man dann Licht aus der Mitte holen oder Äpfel oder irgendetwas anderes tun. Auch das spiegelt ein bißchen das Geschehen in der Natur.

*wink*
Ialokin

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

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29 Nov 2006 06:42 #1663 von Lady of Darkness
@zero: Das ist einer dieser neumodischen "nachgemachten" Bräuche, denk'sch, die zwar nett sein können, aber nicht unbedingt zwingend sind.

Ich finde schon, dass man sich in der Zeit vor Yul auf die Dunkelheit einstimmen sollte, anstatt schon wieder hektisch das Licht "herbeizubeten", und das wird mit dieser "Advnetskranz verkehrt"-Idee schon ganz nett aufgenommen. Aber für mich könnte die Betonung tatsächlich noch mehr auf der Dunkelheit liegen. Ich erwische mich derzeit oft dabei, wie ich früh morgens oder abends einfach im Dunkeln sitze (ob drinnen oder draußen) und einfach nichts tue, sondern den Augenblick genieße. Aber ich mag die Dunkelheit ja sowieso ziemlich gerne, von daher ...

Es ist irgendwie die Jahreszeit, in der man etwas langsamer treten könnte (wenn wir noch naturbezogene Jobs hätten) und stattdessen Zeit hätte, sich auf sich selber zu konzentrieren oder die Verbindung zu anderen, die jetzt ebenfalls mehr Zeit hätten, zu stärken. Also nehme ich mir ganz unheidnisch bewusst mehr Zeit für die Leute in meinem Bekanntenkreis, und wir unternehmen mehr zusammen - und Dinge, die wir sonst eigentlich nicht tun. Ansonsten habe ich eigentlich keine speziellen Advents-Gebaren oder so ...

(... obwohl ich unzweifelhaft in den kommenden Tagen ein wenig Immergrün besorgen und in meinem chaotischten Reich drapieren werde ...)

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
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29 Nov 2006 07:39 #1668 von Ishtar
Hallo Zero

Mal ganz Allgemein:

Advent kommt aus dem lateinischen adventus = Ankunft. Es entspricht dem griechischen Wort epiphaneia, welches einen Erscheinen bedeutet. Letzteres bezieht sich auch auf die Ankunft einer Gottheit im Tempel - der dem Besuch eines Köndigs (der ja früher auch oft als "Gott auf Erden" wahrgenommen wurde :wink:)
Lies mal hier unter Kore Tag nach wegen der Epiphanie.

Der Adventskranz als solcher ist christlichen Ursprungs, wobei seine Bestandteile - Grünzeug reinbringen heidnischen ist. Ich sehe darin die heilige Vierteilung der Welt symbolisiert.

Das Bedürfnis die Dunkelheit zu spüren ist denke ich eine neuere Interpretation, die darauf beruht, dass wir heute von Lichtern etc. zur Weihnachtszeit geradezu überschwemmt werden. Ich denke ursprünglich haben sich die Leute durchaus nach dem Licht gesehnt.
Das es aber eine heutige Interpretation ist, macht es aber nicht schlechter, denn schließlich muss unsere Religion ja zu unserem heutigen Leben passen. Entsprechend suche auch ich in meiner Praxis die "Freundschaft mit der Dunkelheit". Den Adventskranz vom Licht abnehmen zu lassen hab ich mal probiert, fand ich aber wenig stimmig - evt. weil ich es einfach auch gewohnt bin ihn andersrum zu erleben. Vom "Ritual her" ist es aber auch sitmmiger finde ich, denn oft spiegeln rituelle Handlungen ein mythologisches Geschehen im Vorfeld um es sozusagen "Geschehen zu lassen". Einfach, damit die Sonne aufgeht und nicht ein runder Gasball - frei nach Terry Pratchett :wink:

BB
Ishtar

Edit: hab grad gesehen, dass ich das quote und die Quelle noch vergessen habe hinzuzufügen und habs entsprechend nachgeholt.

Ursprünglich entsprach der Begriff Advent dem griechischen Begriff epiphaneia (Erscheinung, siehe Epiphanias) und bezog sich auf das Ankommen der Gottheit im Tempel oder auf den Besuch eines Königs.

Die Adventszeit war ursprünglich eine Fastenzeit, die die Alte Kirche auf die Tage zwischen dem 11. November und dem ursprünglichen Weihnachtstermin, dem Erscheinungsfest am 6. Januar festlegte. Diese acht Wochen ergeben abzüglich der fastenfreien Sonn- und Samstage insgesamt vierzig Tage.

Die Adventszeit geht zurück auf das 7. Jahrhundert. In der römischen Kirche des Westens gab es zunächst eine wechselnde Zahl von (zwischen 6 - 4) Adventssonntagen, bis Papst Gregor der Große vier Adventssonntage festlegte. Dabei betonte man im gallischen Bereich das endzeitliche Motiv der Wiederkunft Christi, das zur Ausgestaltung des Advents als Zeit einer ernsthaften Buße führte, wohingegen im römischen Einflussbereich das weihnachtliche freudige Ankunftsmotiv der Menschwerdung Gottes Einfluss bekam (siehe O-Antiphonen).

Dieser Ambivalenz wird an den unterschiedlichen Adventssonntagen in der Liturgie Rechnung getragen.

Die Adventszeit im kirchlichen Festkalender
Der erste Advent ist am Sonntag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember. Mit dem ersten Advent beginnt in den katholischen und evangelischen Kirchen das neue Kirchenjahr. Die Adventszeit endet am Heiligen Abend mit dem Sonnenuntergang. In deutschsprachigen Ländern verbreitet sind Rorate genannte Eucharistiefeiern im Kerzenlicht (katholisch).

Die orthodoxen Kirchen begehen den Advent bis heute sechswöchig, ab dem 15. November (des entsprechenden Kalenders) bis zum 24. Dezember, und als Fastenzeit. Vorgeschlagen sind drei Wochen leichtes Fasten (mit Fisch) und drei Wochen mittelschweres Fasten (kein Fisch). Der Beginn des Kirchenjahres ist hier unabhängig vom Advent der 1. September.

Der 3. Adventssonntag heißt im Kirchenjahr Gaudete (lat. gaudete (Imperativ): seid froh!). Diese Vorfreude drückt sich in der katholischen Liturgie durch das rosa Messgewand des Priesters aus, das das Violett der anderen Adventstage ablöst.

Adventstradition
Advent galt früher als Zeit der Stille. Die dunkle Jahreszeit lud dazu ein, zur Ruhe zu kommen, was heutzutage durch die vorweihnachtliche Stimmung in den Geschäftsstraßen der Städte erschwert wird. Statt Adventsliedern werden heute oft schon Weihnachtslieder gespielt.

Insbesondere für Kinder gibt es Adventskalender verschiedenster Ausprägung. Sie haben 24 Türen, von denen vom 1. bis zum 24. Dezember jeweils eine geöffnet wird.

Der Adventskranz weist mit seinen vier Kerzen auf das Licht hin, das Christus in die Welt gebracht hat. In den Ostkirchen ist der Adventskranz heute teilweise übernommen und auf sechs Kerzen erweitert worden.

Typisch für die Adventszeit ist außerdem das Zubereiten von Weihnachtsgebäck wie etwa dem Christstollen, welcher nach dem Backen noch einige Zeit reifen muss.

Eine Reihe von Adventstraditionen sind auch in der Rubrik Weihnachtsbrauch unter Vorweihnachtszeit beschrieben.

quelle: wikipedia

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30 Nov 2006 12:26 #1696 von zero
hallo^^
ich danke euch!
wir machen in religion gerade plakatarbeit, und ich hab mich mit einer gleichgesinnten zusammengesetzt und wir wollen den advent mal in den keltischen und germanischen...nordischen glaubensvorstellungen zeigen.
da ich im www nich viel gefunden hatte, dachte ich ich frag mal direkt an der quelle.
vielen dank!
als fazit kann man also festhalten, dass es in diesen religionen keine adventszeit gibt, zumindest traditionell.

b.b. at all
zero

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30 Nov 2006 13:12 #1699 von Ishtar

als fazit kann man also festhalten, dass es in diesen religionen keine adventszeit gibt, zumindest traditionell.


Jep.
Tut mir leid für euer Projekt - wenn ihr heidnische Traditionen integrieren wollt, solltet ihr evt. Mittwinter zum Thema machen, da sieht es schon sehr viel besser aus.

Ich persönlich bin zwar überzeugt, dass es für ein längeres Fest - manchen Quellen zufolge dauerte Yule mehrere 12 (?) Tage durchaus Vorbereitungen gab, allerdings werden diese evt. mehr einfach auch organisatorischer Art gewesen sein :wink:

Heidnische gesehen muss eine "Fastenzeit" eher danach stattgefunden haben oder vor Imbolc - einfach wenn z.B. mit dem Essen sorgsamer gewirtschaftet werden musste.

Bei der keltischen Religion hast du das Problem, dass man sowieso sehr wenig objektives Wissen darüber hat und unglaublich viel Interpretationsraum. Die hohen feste der Kelten ist ein Buch welches recht gut darstellt, was man wirklich weiß. Meiner Meinung recht ernüchternd. Das soll nicht heißen, dass die Spekulationen falsch sind, sie können durchaus richtig sein, oder auch nicht.

Bei den Germanen bin ich weniger informiert. Martin?

Du hast noch sehr stark die Problematik der Vermischung z.B. der Luciatag - einer Quelle zufolge war auch dieses Fest urspr. an Mittwinter (macht ja auch mehr Sinn) und kam erst durch eine Kalenderreform auf den 13. Dezember.

Btw - Kore Tag - dazu muss man wissen, dass im katholischen Christentum der 6. Januar als Epiphanie gefeiert wird :wink:

BB
Ishtar

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05 Dez 2006 20:25 #1790 von MartinM
Hi Ishtar,

mir ist zwar Einiges über die Julzeit und die Raunächte bei den Germanen bekannt, aber ob es bei den historischen Germanen eine Entsprechung zur Adventszeit gab, kann ich nicht sagen. Bei einigen modernen Asatruarn schon, aber schließlich versuchen wir nicht, das Leben vor vor über 1000 Jahren nachzuspielen. - d. h. in der Praxis spielt die "Authentizität" eines Ritus keine Rolle. Die meisten - und besten - Rituale sind sowieso die selbstgestalteten.

Ich weis, dass es im mittelalterlichen Schweden (schon nach der Christianisierung) eine Art "umgedrehten Adventskerzenbrauch" gab - anfangs, brannten vier Kerzen, ab dem 1. Advent wurden, den kürzer werdenden Tagen angepaßt, nur noch drei entzündet, an dem 2. Advent dann zwei, ab dem 3. Advent eine, zum 4. Advent, der ja in der Nähe der Wintersonnenwende liegt, war es ganz dunkel - und am 1. Weihnachtstag wurden wieder alle Kerzen angezündet.
Inwieweit das auf vorchristliche Bräuche zurückgeführt werden kann, ist offen.

God Jultid,
MM

"Es gibt mehr Blödsinn zwischen Himmel und Erde als es sich unsere Schulweisheit vorstellen kann."

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06 Dez 2006 08:48 #1803 von Lady of Darkness
@MM: Aber ich finde es eigentlich eine schöne Idee, das immer weniger werdende Sonnenlicht durch immer mehr Kerzenlich zu ersetzen ... wenn ich Platz hätte wie ich wollte, würde ich ab Samhain für jeden Tag eine weitere Kerze entzünden, aber das könnte zu Sauerstoffmangel führen ... *löl*.

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