Der Alte "stirbt", es lebe das Sonnenkind, aber...

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14 Dez 2008 21:32 #7715 von Ishtar
was geschieht dazwischen?

Orientiert man sich an der Ägyptischen Mythologie gibt es eine Reise durch die Unterwelt die der Sonnengott durchführt und durch 12 "Reiche" gehen muss. Zuletzt wird er als der Kephi-Käfer und als Neugeborene Sonne die aus dem Urhügel auftaucht (nachdem er in der Ursee war) geehrt. (Siehe Amduat und Totenbuch)
Ich habe angefangen eine Version der Geschichte zu schreiben, die evt. mehr in unsere Breitengrade passt. Die Motivation war, dass für mich einfach ein Teil dazwischen fehlt. Sie ist noch nicht besonders gut und ich bin erst durch die Hälfte :( die Ursprungidee hatte ich schon letztes Jahr und bin trotzdem nicht weiter.

Dennoch bin ich neugierig. Was passiert für euch?
Für mich sind da die Neuheidnischen Traditionen bisher etwas zu vage. Der alte Gott, Herr der Unterwelt schein einfach zu verschwinden und ein Kind taucht auf. Ist irgendwie unbefriedigend für mich, außer man nimmt natürlich den Kampf der Könige dazu, doch der passt zu Mittwinter nicht zur Geburt der Sonne. Das könnte dann höchstens zu den Equinoxen sein.

Wie seht ihr das so?
BB
Ishtar

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15 Dez 2008 11:43 #7717 von Lady of Darkness
Hmm, eine gute Frage... für mich ist die Zeit zwischen Samhain und Mittwinter reine "Göttinnenzeit", aber ich ignoriere den Gott außer zu besonderen Gelegenheiten auch sonst ziemlich häufig...

Ein wenig erinnert das ganze an diverse Königsgeschlechter, in denen die Frau des verstorbenen Königs als Regentin für das ungeborene resp. zu junge Kind agiert... (im jap. Königsgeschlecht war eine Witwe sogar mal 15 Monate schwanger).

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
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17 Dez 2008 10:26 #7728 von ArionCGN
Hi!
Ich denke, ER zeigt sich ja in seiner Eigenschaft als Herr der Unterwelt besonders durch die Härten des Winters.... und da wir hier bei UNS nicht mehr wirklich diese Härten zu ertragen haben, wird es wohl schwer, diese Präsenz wahrzunehmen. Besonders der Punkt Sterblichkeit durch die Entbehrungen, die die Winterzeit mit sich brachte, hat in unserer Gesellschaft mit unseren sozialen Einrichtungen einfach nicht mehr die Bedeutung, wie in früheren Zeiten. Ein Obdachloser z.B. MUß einfach nicht mehr bei Eiseskälte über Nacht draußen schlafen..... klaro gibt es noch Armut und sozial schwache Umfelder, aber das ist einfach nicht mehr so extrem, daß ein Euro mehr oder weniger über Leben oder Tod entscheidet.
Im Grunde kann man es natürlich auch so betrachten, daß wenn der Lichtgott die Expansion nach Außen hin darstellt, der Dunkle Gott das Zurückziehen nach Innen bedeutet.... uns wieder mehr auf uns zu konzentrieren, unsere eigene geistige Welt zu erforschen, wozu uns vielleicht über das Jahr hinweg bei den ganzen Aufgaben, die wir zu erfüllen haben, bei den Projekten, denen wir nachgehen, den Ereignissen, die wir wahrnehmen, keine Zeit bleibt.

Im BoS werden ja sowohl Samhain, als auch Yule eher dem Gott zugeordnet, was ja auch durchaus Sinn macht, wenn man bedenkt, daß die Natur, die wir mit der Göttin assoziieren, ruht.
Wenn ich vom Persephone-Mythos ausgehe, ist Hades auch der aktiv Machende, der Agierende..... Persephone wird entführt und ihre Mutter Demeter stellt "die Produktion" ein und streikt.... begibt sich in Passivität.

Hm - der dunkle Gott scheint zu verschwinden.... guter Einwand.... ich empfand den "Zyklus" des Gottes auch immer eher als linear, auch wenn´s sich paradox anhört/liest.... letztendlich gibt es nicht wirklich Mythen, die darüber berichten, was mit den dunklen Gottgestalten geschieht..... Persephone kehrt jedes Jahr wieder zu Hades zurück.... was passiert mit Seth???
Wenn ich den Lichtgott mit Ordnung gleichsetze und den Dunklen Gott mit Chaos, kann ich nur sagen, daß Ordnung ENDLICH ist, Chaos aber UNENDLICH.... wahrscheinlich ist das ein Ausdruck dessen, daß der Dunkle Gott immer da ist und nicht "weg" ist, so wie sein lichter Bruder, der ja geopfert wird und stirbt....
Wie war das noch gleich.... was ist schneller als Licht??? Die Dunkelheit!! Sie ist immer VOR dem Licht da!!
Wahrscheinlich zieht sich der Dunkle Gott immer nur zurück, wenn das Licht die Oberhand gewinnt, aber die Sterblichkeit ist ja nie wirklich aus der Welt, so wie auf der anderen Seite sich das Leben zurückzieht im Winter.... die Sterblichkeit ist immer vorhanden... bei jeder Geburt, bei jeder Zeugung, bei jedem Orgasmus "reitet" der Tod ein Stückchen mit.....
Vielleicht ist´s auch mehr eine Spirale..... und gleicht somit wieder mehr dem Zyklus der Göttin.....

Meine 5ct. am knappen Mittag....
BB
Arion

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17 Dez 2008 12:55 #7731 von Morrigan
Hallo!

Also, wenn ich das jetzt auf Ägypten beziehe, dann kann ich nur sagen: der Alte stirbt nicht.
Im Isis und Osiris Mythos ist es ja so, das Osiris von Isis wieder zusammengesetzt wird und mit ihr dann Horus zeugt, bevor er zum Herr der Unterwelt wird. D.h. ein Teil von ihm ist immer in der Unterwelt, immer Herr der Toten, ein anderer Teil von ihm ist das Kind Horus und dieses ist immer in der Oberwelt bei Isis.
Ich glaube, man kann das hier nicht wirklich Personen bezogen sehen, sondern muss es als Gleichnis setzen. Ich meine, ich kann auch an zwei Orten gleichzeitig sein: während ich Suppe esse, bin ich im Gedanken schon wieder bei meinem AFL-protokoll. Was übersetzt heißt, meine Energien ist auf zwei verschiedenen "Ebenen". So sicherlich auch die des männlichen Prinzips.

Wenn man diese Theorie nicht annehmen möchte: Warum sollte die Göttin nicht auch die "Unterwelt" regieren können? Männliches und weibliches Prinzip ergänzen sich ja. Im Osiris und Isis Mythos ist es ja so: während Osiris durch die Ländereien streift, nimmt Isis seinen Platz auf seinem Thorn als Herrscherin ein. Freya zum Beispiel bekommt Bärenanteil der Seelen von den gefallenen Kriegern, wohingegen Thor sich mit weniger zufrieden geben muss. Aber im Endeffekt spielen sie sich immer in die Hände. Der eine, übernimmt die aufgaben des anderen...
(ich hoffe, das war jetzt nicht zu weit abgeschwiffen)

LG
Morrigan

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