"harter" oder "weicher" Polytheismus?

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14 Jun 2011 13:10 #10699 von Athena
Hallo alle,

mich wuerde mal interessieren ob ihr euch als "harte" oder "weiche" Polytheisten versteht;
also ob ihr die [verschiedenen] Goetter als eigenstaendige Energien/Wesen/Gottheiten (oh je immer so schwierig die richtigen Worte zu finden) seht/erfahrt; oder ob ihr glaubt das alle Goetter ein Gott und alle Goettinnen eine Goettin sind.
Und weiterhin ob Goettin & Gott wiederum Aspekt/Ausdruck des Goettlichen/der Urenergie sind oder nicht.

Selber bin ich "weicher" Polytheist: ich glaube dass alle Goettinnen verschiedene Facetten der Goettin sind (ebenso wie beim Gott); und ich glaube dass Goettin & Gott wiederum verschiedene "Energieformen"/Ausdruck des All-Einen-Goettlichen sind.

Ich glaube das alles Teil des Grossen Ganzen ist und alles miteinander verbunden ist; was nicht heisst dass alles gleich ist (eine Katze ist kein Esel, der Gott ist nicht die Goettin). ;)

Bin gespannt wie ihr das seht.
LG

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14 Jun 2011 13:49 #10700 von Andy
ich bin Hardcore-Polytheist.
Für mich sind Götter und Göttinnen nicht einfach ein Aspekt eines wie auch immer gearteten Ganzen, sondern individuelle "Persönlichkeiten".
Mit Gedanken wie "alle Götter sind ein Gott, alle Göttinnen eine Göttin" kann ich mich nicht anfreunden, ist mir irgendwie zu oberflächlich und hat einen quasi monotheistischen Geschmack.

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14 Jun 2011 18:19 #10702 von Robin
Ich würde mich wohl deiner Sicht anschließen, Capricorn.
Das geht dahin, dass ich eigenltich kaum mit speziellen Göttern arbeite (als ehemalige Katholikin bin ich da ein wenig vorbelastet^^), sondern in erster Linie die Universalkraft selbst anspreche.
Die alten Pantheone haben für mich immer etwas von Seifenopern gehabt: "Aphrodite schmiedet finstere Pläne. Wird sie den hübschen Apollo für sich gewinnen? Oder .... Sehen Sie morgen um 15:30 blablabla"

Liebe Grüße, Robin

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14 Jun 2011 19:45 #10707 von Ishtar
Ich wechsle da etwas und habe glücklicherweise durch mein quabbalistisches Studium ein sehr integrierendes Modell im Kopf. Ich bin keine "harte" Polytheisting, kann aber auch nicht unbedingt behaupten, dass ich es nicht bin.

2004 habe ich bereits einen Artikel geschrieben, wo dieses Modell auftauchte: Wenn die Götter sprechen
7 Jahre später muss sich sagen, dass mein Bild mittlerweile stärker polytheistischer geworden ist. Es ist eben ein starker unterschied ob ich Freya oder Ischtar anrufe. Das Erleben ist sehr anders. Aber ich bin keine 100% Polytheistin, dafür steckt noch zu viel anderes in mir ;)

BB
Ishtar

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15 Jun 2011 07:51 #10708 von Tahira
Huhu,

ich kann mich da Ishtars Meinung anschließen,
ich bin weder weich noch komplett hart *g*

Ich "habe" Götter die ich als reine Wesenheiten empfinde und
bei denen es sehr unterschiedlich ist vom Wesen her und
doch kann ich auch gut mit "alles ist eins" leben.

Cu Tahira

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15 Jun 2011 08:29 #10709 von Athena
Danke fuer eure Beitraege. :)

Reflektierend stelle ich fest dass ich mich auch nicht ganz glasklar einordnen kann - hoechstens dass ich sagen kann ich bin jedenfalls nicht ein "knall"harter Polytheist.

Aber ich glaube auch nicht dass alle Goettinen eine Goettin ist im Sinne von Aphrodite = Athene (nur als Beispiel);
ich sollte es eher so ausdruecken dass ich glaube dass alle Goettinnen Teil & Ausdruck der *weiblichen [goetllichen] Energie* sind und alle Goetter Teil & Ausdruck der maennlich [goettlichen] Energie*
- die *maennliche Energie* ist fuer mich der [Gehoernte] Gott, die *weibliche Energie* die Grosse [Mutter] Goettin;

Grosse Goettin und Gehoernter Gott sind dann wiederum "Ausdrucksformen" der Einen Urenergie.

Die Urenergie sehe ich aber als unpersoenlich/transpersonal an (so wie das Tao oder Brahman) - und nicht als einen "Uebergott"; also definitiv nicht Monotheimus.
Ich bete auch nicht in persoenlicher Weise zur Urenergie, sondern verbinde mit einfach nur; wenn ich bete, dann immer zu einem persoenlichen Aspekt in Form von Goettin, Gehoerntem oder spezifischer Gottheit.

Sorry fuer's Geschwafel :blush:
(ich bin eben noch dabei mir meinen alten Glauben neu zusammenzusetzen -mit neuen Erkenntnissen integriert; und es hilft mir darueber zu sprechen/schreiben.)

LG

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18 Jun 2011 10:16 - 18 Jun 2011 10:23 #10716 von Selma
Hmmm, ich ich selber würde mich glaube ich nicht als Polytheistin beschreiben.
Obwohl ich mich sehr viel mit den verschiedensten Göttern beschäfftige, grade aus der nordischen Mythologie.
(Meine Favoriten sind Odin, Thor und Sif)
Aber da diese Götter für mich "nur" Symbole für Naturkräfte sind,
ist "Pantheist" wohl eher der passende Ausdruck.
Als Polytheisten sehe ich persönlich die Leute die die Götter als real exestierende Personen sehen...
Mein Schatz zb. ist auch Pantheist, und kein Monotheist, und das obwohl er sich als Christ bezeichnet...
Joa...das wars von mir. ;)
Letzte Änderung: 18 Jun 2011 10:23 von Selma.

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18 Jun 2011 13:12 #10717 von Ialokin
Ich bin Zero-Polytheist.

"Die" Göttin ist für mich die Urkraft des Universums, seine Seele, aber gleichzeitig auch die Gesamtheit allens was existiert.
Das ist ein Mysterium. ;-)

"Die" Göttin ist nicht Bestandteil einer Polarität, die Polaritäten wurden erst aus Ihr geboren, in meiner Tradition nennt man sie die Zwillinge. Gott/Göttin z.B. ist eine Polarität die ein Aspekt der Zwillinge ist, nicht aber "Die Göttin" als Urkraft.

Die Göttin ist auch kein monotheistisches Konzept, denn bei den üblichen monotheistischen Religionen ist Gott von der Welt getrennt, bei uns Heiden ist er/sie überall immanent.

Insofern Zero-Theist.

Aber die Götter sind für mich durchaus real existierende Wesen. Insofern auch Polytheist. Daß sie gleichzeitig auch Archetypen oder Symbole für etwas sind, ist kein Widerspruch. Zweifach (oder mehrfach), nicht einfach ist die Wirklichkeit.

Ialokin

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

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20 Jun 2011 12:31 - 20 Jun 2011 12:47 #10725 von Athena
Was mir persoenlich sehr geholfen hat meinen Glauben weiterzuentwickeln und wieder zur Alten Religion zurueckzufinden, war das Konzept vom Goettlichen sowohl mit als auch ohne Persoenlichkeit (ich habe dieses Konzept vom Hinduismus kennengelernt):
Demnach, kann das Goettliche zum einen ohne "Persoenlichkeit"/Attribute erfahren werden - als reine Urenergie / Spirit / kosmisches Bewusstsein; zum anderen mit Persoenlichkeit/Attributen.
[Die "Persoenlichkeit" oder auch persoenliche Gottform ist ist vom einzelnen abhaengig bzw. offenbart sich in der Gestalt, die dem Devotee am natuerlichsten liegt.]

Fuer mich hat das einen ganz neuen Weg eroeffnet, denn oft erfahre ich das Goettliche einfach nur als Spirit - als reine Energie & Urquelle, die in allem ist;
dann wieder brauche ich die Liebe, Schutz, Staerke, Schoenheit, Weisheit, usw. der [Mutter]Goettin;

es erscheint vielleicht unverstaendlich, aber ich habe eine ganze Weile gebraucht um Pan[en]theismus und Goettin-Spiritualitaet miteinander in Einklang zu bringen. :huh:

Fuer mich ist die Mutter-Goettin zum einen meine persoenliche Gottheit, die in jedem "persoenlichen" Kontakt mit dem Goettlichen antwortet;
zum anderen sehe ich Sie als Urgottheit an, mit allen anderen Gott"formen" / Goettern aus Ihr entstanden;
das schliesst in meinem Glauben den [Gehoernten] Gott mit ein (- was Ihn aber dadurch nicht "minderwertiger" macht!).

Ich sehe die Goetter quasi als Toechter & Soehne der Muttergoettin an; und gleichzeitig alle Goettinnen als Aspekte der einen Grossen Goettin.

Mit den Goettern ist es etwas anders, da anerkenne ich nur bestimmte Goetter als Aspekte des Gottes (mit manchen Goettern wie z.b. Jachwe kann ich nichts anfangen) - der [Gehoernte] Gott ist somit quasi "Teilaspekt" der Grossen Goettin, kann aber auch gleichzeitig eigenstaendig verehrt und angesprochen werden ... alles klar? :laugh:

LG

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Letzte Änderung: 20 Jun 2011 12:47 von Athena. Begründung: Wortaenderung zum besseren Verstaendnis

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06 Jul 2011 12:25 #10750 von Lady of Darkness
Hmpf. Schwierige Frage. In der Theorie bin ich weich (nicht nur in der Birne), aber in der Praxis stellt sich für mich immer wieder heraus, dass es doch große Unterschiede zwischen den einzelnen Göttern und Göttinnen gibt. Wahrscheinlich liefern sich Erfahrung und Sturheit ein länger währendes Gefecht. :silly:

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