Konsensentscheidungen

Mehr
23 Dez 2010 09:39 #9880 von Ishtar
Konsensentscheidungen wurde erstellt von Ishtar
Ausgekoppelt aus dem Thema Offizielle Anerkenneng neuheidnischer .....

(Lady of Darkness)

Ich glaube, auch bei Konsensentscheidungen wird nicht immer automatisch der oder die geeignetste Person für einen "Job" ausgewählt. Ich könnte mir vorstellen, dass, wenn z.B. zwei (oder mehrere) Lager sich nicht einigen könne, sie statt der Person, die sie jeweils für die geeignetste halten, eine konsensfähige "zweite Wahl" treffen.

Aber wir schweifen vom Thema ab.

Ich denke schon, dass es möglich wäre, eine Art heidnischen Dachverband zu organisieren, der sich um Dinge wie Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Man müsste sich wahrscheinlich erst einmal darüber klar werden, wie "Heiden" definiert werden (und dabei akzeptieren, dass immer ein paar Individuen außen vor bleiben). Innerhalb dieses Verbandes könnte man immer noch Untergruppen schaffen - bei der ev. Kirche geht das ja beispielsweise auch, und die sind einander nicht immer harmonisch zugetan. ^^

Meiner Meinung nach müsste so ein Dachverband auch gar nicht unbedingt die "Spitze der Hierarchie" bilden - aber es ist aus Zeit- und Ressourcengründen ja gar nicht möglich, dass sich alle Individuen einer Gruppe ausreichend und umfassend über ein Thema informieren, ohne sich auszutauschen, um dann aufgrund einer auf Wissen basierenden Meinung zu einem Konsens zu gelangen. Meine Güte, wir wären ja eeeewig beschäftigt. Und es gäbe Tote. *g*


Schlangenfrau:

Nun, wie sonst sollte die geeignetste Person sich für dieses Amt finden lassen, wenn nicht durch eine Konsensentscheidung??? Wenn es mehrere Meinungen gibt, wird solange nach einer GEMEINSAMEN Lösung gesucht, bis eine gefunden wird. Oder sich eine Gruppe entschließt einen anderen NEUEN WEG zu gehen!
Doch es wird nie GEGEN eine Meinung sich entschlossen, es ist eben nur eine andere ohne Wertigkeit. Wie kann ich mich in einer Gemeinschaft aufgehoben fühlen, wenn deren Vertreter zwar von 90% gewählt wurde, ich aber zu den 10% gehöre, die ihn nicht gewählt haben und ihn nicht für fähig halten??? habe ich weniger Rechte nur weil ich anders denke und fühle?

Lady of Darkness schrieb:Meiner Meinung nach müsste so ein Dachverband auch gar nicht unbedingt die "Spitze der Hierarchie" bilden - aber es ist aus Zeit- und Ressourcengründen ja gar nicht möglich, dass sich alle Individuen einer Gruppe ausreichend und umfassend über ein Thema informieren, ohne sich auszutauschen, um dann aufgrund einer auf Wissen basierenden Meinung zu einem Konsens zu gelangen. Meine Güte, wir wären ja eeeewig beschäftigt. Und es gäbe Tote. *g*

Macht es wirklich eine Entscheidung SINNVOLLER und BESSER nur weil es schneller geht?

Warum sollte es Tote geben???

Woran machst Du das aus?

Konsens zu erlangen basiert auf Kommunizieren und nicht auf sich umzubringen!!!

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
23 Dez 2010 09:58 #9881 von Ishtar
Ishtar antwortete auf Konsensentscheidungen
Huhu

Persönlich denke ich - und es basiert auch auf meinen Erfahrungen - das Konsensentscheidungen je kleiner die Gruppe desto leichter laufen. Für eine nationale Politik sehe ich das als unmöglich.

Wichtig ist meiner Meinung nach auch der Entscheidungsrahmen.

Manchmal ist eine schnelle Entscheidung wichtiger als ein Konsens.
Auch in der Erziehung basiert nicht alles auf Konsens. Wenn ich alles ausdiskutiere und keine klaren Anweisungen gebe überfordere ich ein Kind auch. Andererseits gibt es auch da Möglichkeiten mit ganz kleinen Kindern schon Konsens und Kompromisse zu finden zu üben. Nur halt nicht immer.
Auch in einer größeren Firma ist Konsens meiner Meinung nach nicht möglich. Leider ist häufiger nicht einmal mehr Transparenz möglich.

Konsens basiert meiner Meinung nach auf dem berechtigten Wunsch, dass die Bedürfnisse aller gehört und respektiert werden. Sehr wichtig.

Das bedeutet aber auch, dass du es mit Menschen zu tun hast, die ihre Bedürfnisse kennen und sich klug und sozial angemessen verhalten können (klug, nicht gebildet!).

Ich glaube das auch bei diesem Beispiel mit dem Chinesischen Stamm nicht immer alle Entscheidungen im Konsens getroffen werden. Ansonsten bräuchte es ja gar keine führende Matriarchin. Führung bedeutet immer, dass du es nicht allen recht machen kannst. Man muss auch Kompromisse eingehen können. Das tut man in gewisser Weise mit Konsens, aber ich habe auch schon auf Konses basierende Rituale erlebt, die dann einfach nicht funktioniert haben (sie waren vom Aufbau her nicht mehr sinnvoll) weil man es versucht hat es allen recht zu machen.

Ich finde Konsens ganz wichtig, aber es gibt auch sowas wie zu viel Konsens - im Sinne das man versucht es wirklich allen recht zu machen. Man kann es nicht immer allen recht machen und man kann nicht immer allen gerecht werden. Manchmal ist zu viel Konses auch eine Abgabe der (Führungs-)Verantwortung. Und die komplette Weigerung Führung anzunehmen ein Zeichen das kein Vertrauen da ist.

Ich denke, das wie bei allen Dingen es auf das richtige Maß ankommt. Beziehungen funktionieren nur wenn man auf seine persönlichen Bedürfnisse achtet, diese auch durchsetzt, aber auch zurückstellen kann udn das ganze muss dann in gegenseitiger Balance sein. Das ist für viele Menschen bereits in einer Zweierbeziehung ein ganz großer Akt.

Persönliches Fazit: Grundsätzlich anzustreben, aber nicht immer sinnvoll ;)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
23 Dez 2010 10:56 #9884 von Schlangenfrau
Hallo Ishtar,

erstmal danke, dass Du dem Thema einen eigenen Raum gegeben hast!

Ich bin denke ich mir grundlegend bei Dir, von dem was Du schreibst.

Das was ich als problematisch ansehe ist, dass diejenigen, die gerne Macht über andere ausüben wollen, sich eben genau mit Argumenten wie, "dann kommt es ja nie zu einer Entscheidung" oder "...aber nicht immer sinnvoll" aus der Affaire ziehen, um keinen Konsens zu leben.

Es gibt kein perfektes System oder Leben, doch die Begriffe sind mit der Zeit immer schwammiger geworden, Kompromiss wird immer häufiger so verstanden, dass jemand nachgibt ohne damit innerlich zufrieden zu sein... da kommt das Nachgeben dem Aufgeben gleich... Kompromisse, sofern es keine "falschen" sind, ist in meinen Augen auch eine Form von Konsens.

Es ist richtig, es gibt Situationen wo eine Matriarchin führt, weil sie u.U. vorausschauender ist und das Geld oder Lebensmittel so einteilt, dass auch schwierige Zeiten überbrückt werden können bzw. dass Land hinzugekauft wird für die Sippe, um die Ernährung über Generationen zu sichern.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
23 Dez 2010 11:23 #9886 von Ialokin
Stimme Ishtar zu, was die Größe der Gruppen angeht.

Reclaiming und die Findhorn Foundation sind zwei Gruppen, wo versucht wird, möglichst viele (bei Reclaiming alle) Entscheidungen im Konsens zu finden. Beide Gruppen haben einige Hundert Mitglieder, wobei die in Findhorn an einem Ort sind, bei Reclaiming über viele Länder verteilt.

Der Versuch, per Konsens eine Leitungsgruppe in Findhorn zu bestimmen hat zwar geklappt, dauerte aber über 2 Jahre. Das war ein viel bewunderter Akt, ist aber als Dauereinrichtung nicht praktikabel.

Entscheidungen in Reclaiming, die wirklich alle betreffen, ziehen sich über Monate hin und kommen oft gar nicht zustande.

Daraus schließe ich, daß bei ein paar Hundert Menschen für Konsens als Hauptentscheidungswerkzeug Schluß ist.

Es gibt inzwischen moderne Formen von Konsens, die auch in der Wirtschaft Anwendung finden. Das liegt daran, daß auch Firmen verstehen, daß eine Entscheidung, die 45% der Betroffenen nicht mittragen, oft sehr schlecht umgesetzt wird, also nicht effektiv ist.

Benutzt wir z.B. ein Konstrukt namens "Konsent": Eine Entscheidung muß ohne ernsthafte Gegenstimme fallen. Ernsthafte Gegenstimmen sind dabei aber an eine detailierte Begründung gebunden und an die Bereitschaft, sich darüber argumentativ auseinanderzusetzen. Das scheint in manchen Firmen für manche Gebiete zu funktionieren.

Ialokin

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
23 Dez 2010 11:37 #9888 von Ialokin
@Schlangenfrau

> Nun, wie sonst sollte die geeignetste Person sich für dieses
> Amt finden lassen, wenn nicht durch eine Konsensentscheidung?

Gar nicht, zum Beispiel. Manchmal gibt es keine "geeignetste" Person.

> Macht es wirklich eine Entscheidung SINNVOLLER und BESSER
> nur weil es schneller geht?

Je nach Situation, ja.

Fiktives Beispiel: Familie ist im Haus, ein Feuer bricht aus.
Eine Konsensentscheidung darüber, ob der Vorder- oder Hintereingang zur Flucht besser geeignet ist, ist dann völlig unangebracht. Es ist für's Überleben deutlich besser, wenn irgendein Familienmitglied einfach handelt und dafür sorgt, daß alle schnellstmöglich aus dem Haus raus kommen.

Berühmtes Beispiel: Helmut Schmidt bei der hamburger Sturmflut 1962. Er hat niemanden um Erlaubnis gefragt und keine Konferenz einberufen, sondern hat sich - illegal - zum Chef erklärt und losgelegt. Alle sind sich einig, daß er damit 1000e Menschenleben gerettet hat.

Ialokin

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
25 Dez 2010 14:19 #9911 von Andy
Andy antwortete auf Konsensentscheidungen
Ich halte in den meisten fällen eine "konsensentscheidung" für viel zu langwierig - siehe klimakonferenzen. Da wird diskutiert, rumgeredet, abgestimmt, genörgelt und gequengelt... es fehlt dabei einfach eine starke hand oder ein bündnis aus mehreren starken händen die sich ein herz nehmen und endlich anpacken! Dieses jahr wurde imerhin ein südamerikanischer staat dersich gegen eine einigung gesträubt hat, einfach übergangen.

Leider wurden in der vergangenheit schon so manche probleme "totgeredet" weil zu lange darüber diskutiert wurde. Siehe etwa völkermord auf de balkan oder der holocaust in ruanda - wenn dort die nato sofort heftige luftangriffe geflogen hätte... aber nein, es musste ja ewig diskutiert und abgestimmt werden.
Manchmal braucht es mutige leute die einfach eingreifen und bestimmen - koste es was es wolle. Demokratie ist toll, aber in vielen dingen oft entscheidungsunfähig!

Es ist auch schnurzpeipsegal ob nun matriarchat oder was sonst. Frauen sind keinen deut besser als entscheider - daran liegt es nicht. Zumal ein matriarchat gechichtlich ja nun auch nicht von erfolg gewesen ist - zumindest in europa ist mir keine gesellschaft dieser art bekannt. Richtig ist, das es noch immer keine wirkliche gleichberechtigung gibt - auch nicht bei uns, da liegt nocheiniges im argen. manchmal geht mir das ganze aber auch zu weit...

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
27 Dez 2010 06:09 - 27 Dez 2010 06:26 #9915 von Schlangenfrau
lächel...

ich denke bei allem was hier erwähnt wird, was für viele sicher gegen Konsensentscheidungen spricht... doch scheint mir hier das Pferd von hinten aufgezäumt und eher ...die Geister die ich rief, werd ich nicht mehr los...

ich frage mich halt, gäbe es bei Konsensentscheidungen überhaupt diese schwerwiegenden globalen Probleme???

Die Ausbeutung wurde nicht von der breiten Masse gefordert, sondern von einzelnen Menschen, die daraus Profit schlagen auf Kosten der Allgemeinheit und Naturkatastrophen sind vielleicht häufig für eine unterschiedlich große Anzahl an Todesopfern verantwortlich, doch aber nie an die Versklavung der Menschen.

Daher ist das Beispiel bezüglich Helmut Schmidt nicht ausschlaggebend.

Ja Entscheidungen dauern länger... die Entscheidungen die der Allgemeinheit ein sicheres Leben bringen können, JEDOCH AUCH die Entscheidungen die schlichtweg vorschnell gefasst wurden... was ist z.B. mit all den Zeitbomben die allein hier in Deutschland ticken... z.B. Atomkraftwerke mit ihrem Müll??? Was ist mit dem Menschen, die auf Grund der Standorte an Krebs gestorben, erkrankt sind oder noch daran erkranken... Was wäre passiert, wenn die Bevölkerung aus deren Umfeld die Möglichkeit einer Konsensentscheidung gehabt hätte???

Zur Klimakonferenz... ist es nicht auch für die Staatssäckel vorteilhaft, wenn keine Entscheidung getroffen wurde? Wird mit diesen Konferenzen nicht auch die breite Masse schlichtweg beruhigt, dass ja ihre Regierung halt nix tun kann??? Und wenn nichts getan wird, ist doch auch die Frage erlaubt, warum nicht??? Wirtschaftsinteressen, Gewinn nicht für die breite Masse sondern für Einzelne!

Es reicht für mich nicht aus, zu sagen, was alles JETZT schlecht liefe bei Konsensentscheidungen, sondern ich möchte dazu auch sehen, wie hätte es anders laufen können...
Neue Wege gedanklich zuzulassen ist immer schwer, doch was kostet es uns schon, es wenigstens gedanklich wirklich durch zuspielen. Was ich bisher gehört habe, dient deutlich den MACHTINHABERN von denen die sich an der breiten Masse bereichern. Die aus Menschen und der Natur eine Ware formen, die es auszubeuten gilt und alle in Abhängigkeiten bringen.

Völkermorde sind auch nicht mehr abhängig von den geheimen Entscheidungen Einzelner Interessensgruppen, die geile Megaprofite aus ihrer Waffenproduktion, Ölproduktion etc. ziehen können... Konsens ist allumfassend.

Konsens ist friedliebend. Mehrheitsentscheidungen sind halbherzig.

Konsens als Dauereinrichtig ist so wie Autofahren lernen, zu beginn ist alles langsamer und unsicherer, doch mit den Jahren und der Erfahrung, ist es leichter die Entscheidungen schneller zu treffen, bei alltäglichem bzw. immer wieder kehrenden Entscheidungen...
Bei anderen dauert es länger, weil es ungekannte ungewisse Entscheidungen sind. So als wenn wir mit dem Auto in ein völlig fremdes Land fahren, was wir nicht kennen und von dem wir nur wenig wissen.... auf eine solche Reise bereiten wir uns doch auch länger vor und versuchen uns erst einmal schlau zu machen... oder gehen bewusst auch ein Risiko ein und stellen fest, es war die falsche Entscheidung.

Konsens bedeutet doch nicht zwangsläufig alles richtig zu machen, sondern dass ALLE damit einverstanden waren und damit nicht ein Einzelner die Verantwortung trägt, sondern jede/jeder Einzelne gemeinsam!

(quote)Es ist auch schnurzpeipsegal ob nun matriarchat oder was sonst. Frauen sind keinen deut besser als entscheider - daran liegt es nicht. Zumal ein matriarchat gechichtlich ja nun auch nicht von erfolg gewesen ist - zumindest in europa ist mir keine gesellschaft dieser art bekannt. Richtig ist, das es noch immer keine wirkliche gleichberechtigung gibt - auch nicht bei uns, da liegt nocheiniges im argen. manchmal geht mir das ganze aber auch zu weit... [/quote]

"AUA..."

Ich ist richtig, EUROPA ist der einzige Kontinent, in dem die matriarchalen Gesellschaften völlig zerstört wurden. ... Wenn es mit Gewalt, Manipulation und Unterdrückung zerstört wird, möchte ich nicht davon reden... es wäre nicht von Erfolg gewesen... das klingt in meinen Ohren sehr zynisch.
Gleichberechtigung geht Dir zu weit??? Nun jeder/ jedem das ihre/seine!

Mir reicht die Gleichberechtigung noch lange nicht und ganz sicher geht sie mir nicht zu weit. Hast Du schon mal etwas von den Frauen in Juchitàn gelesen? oder den Mosuo, Khasi, Minangkabau, Tuareg, Cherokesen... es gibt noch viele, viele mehr. die Minangkabau sind die größte Ethnie mit ca. 3 Millionen Angehörigen... die übrigens größtenteils islamisiert wurden und doch haben sich die Frauen ihren Wert - ihre Stellung nicht nehmen lassen.

Mir geht es auch vornehmlich gar nicht darum, ob jemand für oder gegen Matriarchat ist, doch genau bei diesen Ethnien, wird vorwiegend die Spiritualität gelebt, die ja das Thema dieses Forums ist: NATURRELIGIONEN.

Seid ihr denn nicht auch neugierig, wie die Menschen diese HEUTE im Hier und Jetzt noch weltweit leben und welche Paralellen es dazu gibt?
Letzte Änderung: 27 Dez 2010 06:26 von Schlangenfrau.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
27 Dez 2010 11:17 - 27 Dez 2010 11:25 #9918 von Thunrida
Hallo alle zusammen,

soweit ich das Konsensverfahren richtig verstanden habe wird so lange nach einer Lösung des Problems gesucht, bis alle mit der Lösung einverstanden sind...
Auch wenn das, was ich jetzt schreibe, vielleicht wirklich böse klingt, was ist denn mit den großen Lobbyisten? Werden die zur Konsensfindung einfach nicht eingeladen? Schon alleine an der Anwesenheit dieser Gruppe wird der Konsens kläglich scheitern, weil einfach keine gemeinsame Basis gefunden werden kann, oder? Auch beim Konsensverfahren gibt es natürlich auch Verlierer, die wurden dann einfach nur plattargumentiert oder hatten schlicht und einfach keinen Nerv mehr die Sache weiter auszusitzen. Und Jahrzehnte vergingen... Sorry! Konsens ist in meinen Augen nur dann gut und sinnvoll, wenn eine schnelle Entscheidungsfindung absehbar ist, der dann auch entsprechende Taten folgen.

Meiner Meinung nach ist der Volksentscheid per Abstimmung noch die beste Lösung um auch die breite Masse zu Wort kommen zu lassen, vorausgesetzt natürlich, vorher hat ein breiter Informationsfluß stattgefunden, bei dem alle die Gelegenheit hatten sich über das zu entscheidende Thema zu informieren. Da kann sich jeder sein eigenes Bild machen und entsprechend seine Stimme abgeben.
Das geht natürlich nur, wenn alle das Thema mit all seinen eventuellen Konsequenzen voll erfassen. Klar gibt es auch hier Verlierer, aber die Interessen der Mehrheit werden gewahrt. Ich für mich kann nur sagen, das ich eher ein Freund einer schnellen Entscheidung zum Wohle der größten Interessengruppe bin, als daß ich darauf warte, bis endlich etwas getan werden kann. Und ja, ich kann dabei auch mal meine eigenen Interessen zurückstecken, wenn sie nicht im Sinne der Mehrheit sind.

Und, ich überlasse auch manchmal gerne eine Entscheidung Leuten, die von einer Sache mehr verstehen als ich, dazu wähle ich dann jemanden, der meine Interessen, der Wahrscheinlichkeit nach, am ehesten vertritt. Bin halt ein braver Demokrat. :kiss:

Noch etwas zum Schluß, das ist jetzt nicht böse gemeint: Es heißt "Gleich"-berechtigung, d.h. alle haben die gleichen! Rechte. Nicht Frauen haben mehr Rechte als Männer oder umgekehrt.


So, das waren meine zwei Cent zum Thema.

Liebe Grüße, BB

Thunrida*
Letzte Änderung: 27 Dez 2010 11:25 von Thunrida.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
27 Dez 2010 12:39 #9919 von Schlangenfrau
Hallo Thunrida,

nein ich finde gerade die Frage nach den Lobbyisten als sehr gerechtfertigt.

Denn wenn Konsens zu Wohle aller sein soll, ist es auch nicht vertretbar, wenn jemand platt argumentiert wird, damit sich Lobbyisten den Profit einsacken können.
Allerdings ist in einer Konsensgesellschaft, dass auch nur schwer möglich, da die Konsensentscheidungen tief in den Menschen und deren Sozialleben verwurzelt und verankert ist.

Ja, sollte hier von heute auf Morgen alles nur noch per Konsens geschehen, wäre das Chaos sicher perfekt, allerdings, kann auch gerade durch das Chaos grundlegend Neues entstehen, ob ich mir allerdings nun das Chaos herbeisehne, dass kann ich auch nicht sagen. Lieber wäre es mir sicher anders. Doch fragt sich niemand warum hier dem Konsens so ein harter Wind entgegenbläst?

denn alle Demokratie, hat nicht wirklichen Frieden gebracht, nicht wirklich fühlen sich die Menschen hier in Deutschland von den sogenannten Volksvertretern auch wirklich repräsentiert, oder doch?

Zudem noch eine Anmerkung in einer matriarchalen Gesellschaft geht es nicht um Gleichberechtigung sondern um Gleichwertigkeit, dort arbeiten die Frauen in der Regel wesentlich mehr als die Männer und diese werden von den Frauen auch in vielen Bereichen bedient...lächel... also nix mit Herrschaft über den Mann....grins...

Und den Weg nicht zu kennen heißt ja noch lange nicht, dass es ihn nicht gibt...lächel...

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
27 Dez 2010 12:43 #9920 von ArionCGN
Hi!
Auf die Gefahr hin, ein ganz kleines bisschen off-topic zu gehen, was das Thema Gleichberechtigung und Geschlechterkrieg angeht...

Vor ein paar Wochen war (ich meine auf Phönix) eine Reportage über den Wirtschaftsaufbau in Ruanda seit dem Genozid in den 90er-Jahren. Tatsächlich ist Ruanda im Augenblick wohl das einzige Land auf der Welt mit einem 50-60%igen Anteil an Frauen in führenden Wirtschafts- und Politikpositionen.
Das finde ich in der Tat bemerkenswert und ne super Sache.

Was für mich ziemlich unangenehm bis negativ war, war die Art und Weise, wie die Frauen ihrerseits über Männer gesprochen haben. Männer könnten dies nicht und das nicht.... müssten angeleitet werden..... wären nur für die schweren Arbeiten zu gebrauchen....

Das sind Sprüche, die umgekehrt auch schonmal da waren und m.E. überhaupt nichts mit Gleichberechtigung zu tun haben, sondern nur aufzeigen wie es aussieht, wenn tatsächlich mal die Rollen von Frauen und Männern umgekehrt werden.....

Bei einer wirklichen Gleichberechtigung gibt es WEDER Patriarchat, noch Matriarchat - ist m.E. eigentlich vollkommen logisch.....

@ Schlangenfrau:
Ich denke, dass Konsensentscheidungen nur unterhalb und gleichzeitig oberhalb einer gewissen Anzahl von Individuen gut und vor Allem auch durchführbar sind.
Globale Konsensentscheidungen zu treffen bei einer Menge von 6 Milliarden Menschen, von denen ein Großteil z.B. weder schreiben, noch rechnen kann oder die nicht dieselbe Sprache sprechen und die kulturellen Unterschiede zu groß sind, halte ich schlicht und ergreifend für unmöglich. Mal abgesehen von der Vernetzbarkeit..... um globale Entscheidungen im Konsens treffen zu können, muss ja JEDER in einem globalen Netz mit drin sein und das kann unser Internet einfach noch nicht anbieten!!

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Ladezeit der Seite: 0.211 Sekunden