Mein Gemüse ess ich nicht! - oder doch?

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30 Jan 2011 21:28 #10085 von Ishtar
Wie man Kindern Gemüse schmackhaft machen kann und was man nicht tun sollte.

Link zur Studie

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31 Jan 2011 11:05 #10086 von Nivien
Danke für den link.

Ich hab den Artikel mit Interesse gelesen. Und frage mich (bzw. Euch): ist es wirklich so, dass Kinder Gemüse nicht mögen?

Und, ehrlich, mir wäre das echt zu aufwendig, mit Aufklebern und so zu arbeiten. Wie siehst Du, Ishtar, denn die Sache mit dem Lob?
Vielleicht ist mir aber auch einfach das Schicksal gewogen, meine Kinder essen Gemüse, Obst sowieso, wenn ich auch von ihnen einiges lernen konnte, auf welche Art das Gemüse lecker zubereitet werden sollte ;)

Jede gute Sache ist scharf. (Gurdijeff)

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31 Jan 2011 11:56 #10088 von Mairi
Von Freunden weiß ich, dass das Belohnen mit Essen da oft mit einen Strich durch die Rechnung macht...und natürlich die Vorbildwirkung...
Ich denke, wenn ein Kind immer mit Süßigkeiten belohnt wird, dann hat es auch keinen Gemüsehunger, weil der Geschmack emotional auf süß geprägt ist. Man könnte doch sein Kind auch mit Käse oder Obst belohnen (haben Bekannte gemacht) oder halt mit Gemüse? Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass ein Kind, deren Eltern wirklich gerne Gemüse essen, dieses ablehnen....aber eigen Erfahrungen dazu in ein, zwei Jahren. ;)

Thig crioch air an t-saoghal ach mairidh gaol agus ceòl.

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31 Jan 2011 13:47 #10092 von Serpentia
Nur mal so in Sachen "was ist gesund". Mein jüngster Sohn hat sich immer Rohkost und Gemüse verweigert, aß nur ganz selten und wenig davon. Ein echtes "Pommes und Pizza" Kind, im Gegensatz zu mir und seinem großen Bruder. Zum Verzweifeln!

Vor drei Jahren kam dann aus einem anderen Grund, er war halt viel krank, die Diagnose: Fruchtzucker-Intoleranz. Sein Verdauungssystem tut sich schwer mit Ballaststoffen, kann Hülsenfrüchte und rohes Gemüse nicht gut verdauen und auch gekochtes nur bedingt. Das kann man überwachen und abfangen, aber gut ist es für ihn schonmal nicht.

Dabei hab ich dann auch noch gelernt, dass Fructose kein "wunderbarer" Ersatz ist für Saccharose, Haushaltszucker, sondern sehr wohl eigene Gefahren birgt.

Seit ich ihn in Ruhe lasse mit Gemüse und co. und er es sich selbst aussuchen kann (er ist 15 und 191 cm groß), geht es ihm wesentlich besser.

MoonDancer

MoonDancer wurde zu Serpentia und jetzt wird Serpentia zu ....mir!

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03 Feb 2011 22:57 - 03 Feb 2011 23:05 #10094 von Ishtar
Huhu

Ich glaube man darf Gemüse nicht überbewerten: Ist schon wichtig und sollte dabei sein, aber nur EIN Element der Ernährung.

Wichtig fand ich am Artikel, dass man nicht mit Süßigkeiten belohnen soll. Es ist tatsächlich "besser" wenn es feste Zeiten für Süßes gibt und der Erhalt von Süßem für Kinder verlässlich ist (regelmäßig).

Mein Kind steht jetzt nicht total auf Gemüse, aber er verweigert auch nicht unbedingt alles (mit Salat tut er sich etwas schwer, obwohl ich gern und viel Salat esse. Es muss es nicht essen, aber probieren muss er ihn.Er ist dafür ein totaler Bananen freak und besteht darauf immer eine zum Zvieri zu kriegen. Zum Glück verträgt er die "Darmkosmetik" :side: .

Das mit den Aufklebern ist mir privat auch zu aufwendig, Lob muss reichen. Ich würde auch sagen, dass man die Aufkleber in den meisten Familien auch gar nicht braucht.
Beruflich würde ich es allerdings bei übergewichtigen Kindern durchaus einsetzen, allerdings dann als ein "richtiges" Token Verfahren (für X Aufkleber gibt es danach den Besuch auf dem Lieblingsspielplatz oder einen neuen Ball oder.... und nach ein paar Wochen wird es erhöht, so dass man dann schon XX Aufkleber braucht ;) Eigentlich ist das ja nichts anderes als Token, sie haben es denke ich aber für die Studie vereinfacht.

VIIIEEEL wichtiger ist die Vorbildfunktion. Persönlich finde ich ja, dass man eher sich selbst erziehen muss :( .... sowas wie Gummibärchen naschen während des Kochens (klar will Sohnemann dann auch eins, also verzichtet Mama neuerdings darauf).

@Moondancer
Davon habe ich auch noch nie gehört. Man lernt nie aus. Da hat dein Kind offensichtlich genau gewusst was ihm gut tut. Danke für die Erinnerung, dass nicht alles was für die "Allgemeinheit" gesund ist (oder als solches angepriesen wird), für jeden Einzelnen auch gesund ist. Gut aber, dass ihr es herausgefunden habt.

BB
Ishtar - die jetzt ins Bett geht und hofft nicht zu viele Rechtschreibfehler gemacht zu haben *gähn*
Letzte Änderung: 03 Feb 2011 23:05 von Ishtar.

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04 Feb 2011 14:07 #10095 von Jill
Hallo,
bisher habe ich erst 3 1/2 Jahre Erfahrung mit Kind. Sooviel kann ich also eigentlich nicht sagen. Außer, das wir bisher weder mit Essen belohnt haben, nichtessen bestraft haben oder Tellerleeressen in irgendeinerweise gewürdigt haben. Essen ist jedermanns privatsache. Und wenn man von normalen und reflektierten Eltern ausgeht wird es zu Hause auch halbwegs gesundes Essen geben. Dann wachsen die Kinder dort auch hinein und können am Familientisch kompetent mitessen - mit allem was dazugehört. Salat futtert unserer auch nicht, aber Oliven und Artischocken... Paprika und Kohl lehnt er ab, aber isst dafür Zucchini und Pilze. Ich denke Kinder, zumindest kleine, wissen instinktiv, was gut für sie ist.
In einem Buch über Kinderernährung habe ich mal den klugen Satz gelesen: die Eltern können bestimmen was auf den Tisch kommt, aber das Kind bestimmt wiviel es davon essen will.
Allerdings gibt es bei uns eine Einschränkung: unser Kind bekommt konsequent keine Süßigkeiten. Das traf und trifft bei manchen Leuten (vor allem Verwandtschaft ) auf wenig Gegenliebe. Da er es nie kennengelernt hat, vermisst er aber auch nix. Und ale er diese Weihnachten einmal eine Schokokugel probierte und angewidert ausspuckte, war ich ziemlich erleichtert ;) Sie war ihm zu süß. Seine Süßigkeiten bestehen aus süßem Obst (Bananen, Trauben, etc)

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04 Feb 2011 15:00 #10098 von Lady of Darkness
Na ja, Muttermilch ist ja zunächst eher süß (habe ich gehört, aus eigener Erinnerung könnte ich das gerade weder bestätigen noch belegen). Also ist alles nicht-süße für Kinder meistens eher "ibäh".

Jetzt gibt es die Theorie, dass man etwas 10x probiert haben muss, ehe man weiß, ob man etwas mag oder nicht. Wie kriegt man jetzt aber 10x hintereinander Brokkoli (oder Rosenkohl) in sein Kind? Da finde ich die Idee mit den Aufklebern gar nicht verkehrt - zumal Kinder ja häufig nicht aus tatsächlichen Geschmackskombinationen heraus aufbegehren, sondern aus Gründen, die eher in ihrem Kopf sind (klingt gemein, ist aber so - eine Freundin hat gerade erst erklärt, dass sie zwar keine grünen Paprika mochte, aber sie mit Begeisterung gegessen hat, wenn sie ihr unter dem Label "grüne knusprige Tomaten" vorgesetzt wurden). Und wenn das der Fall ist, sind Aufkleber doch ein netter Anreiz.

(Bei uns galt die Devise, dass man alles, was auf dem Tisch stand, zumindest probieren musste.)

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
https://knusperhaus.wordpress.com

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05 Feb 2011 13:12 #10100 von Andy
Na ja... Geschmack ist erlernt! Als Kind habe ich nie Extrawürste wie "Kinderteller Fritten mit FIschstäbchen und Ketchup" im Restaurant oder so bekommen - schon sehr, sehr früh habe Sachen wie Spinat, Rosekohl, Fisch, Curry und andere Gewürze und so weiter vorgesetzt bekommen. Ich finde, man sollte gar nicht erst anfangen, Kindern Extramahlzeiten aufzutischen oder so unsinnige Kinderprodukte wie "Bärchenwurst" zu kaufen! Mit habe ich am liebsten Meeresfrüchte und Schnecken gegessen - also Napfschnecken, Strandschnecken, Garnelen und co, dazu Weinbergschnecken... wer früh an den wirklichen GEschmack von Speisen und deren Zubereitung herangeführt wird, hat im Leben mehr vom Essen.

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06 Feb 2011 14:25 #10102 von Mairi
Muss mich doch nochmal zu Wort melden....ich war als Kind absolut wählerisch. Ich aß im Grunde nur Kartoffeln, Nudeln, Grießbrei, Milchreis. Und Süßes. ^^ Meine Eltern haben mich machen lassen, haben zwar immer wieder auch anderes angeboten, dass ich z.T. auch probierte, aber es blieb bei diesem einseitigen Speiseplan.
Als ich älter wurde kam dann die Experimentierfreude, es ging oft in exotische Restaurants (mit Zebragulasch, Straußenfilet,...), ich aß bei Freunden mit und lernte viele Sachen kennen und schätzen. Spätestens als ich anfing selber zu kochen und dann gesundheitsbedingt meine Ernährung erstmal auf vegan, später wieder auf vegetarisch umstellte, hab ich nochmal viel neues entdeckt.
Was ich damit sagen will: Auch wenn euer Kleines oder das von Freunden nur von Nudeln und Süßkram lebt, kann ein anständiger Mensch bei rauskommen. ;) Nie die Hoffnung aufgeben. ^^

Thig crioch air an t-saoghal ach mairidh gaol agus ceòl.

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06 Feb 2011 14:44 #10103 von Andy
Bei mir kommt noch hinzu, daß meine Eltern noch zur Kriegsgeneration gehören - mein Vater kämpfte als Offizier, meine Mutter ist noch Kind gewesen... alleine schon deshalb stand bei uns daheim der respektvolle Umgang mit Lebensmitteln an erster Stelle - nichts wurde und wird wegeworfen, vieles ganz unterschiedlich verwertet. Habe ich mir auch so angewöhnt! Auch konnten bzw. können beide sehr gut kochen, was ich dadurch auch gelernt habe.

Ich bekomme heute zuviel, wenn ich sehe, was die Industrie Kindern gerne alles vorsetzen will und leider sind viel Eltern auch so bescheuert, den Kram auch noch zu kaufen - sei es nun BÄrchenwurst, Fruchtzwerge, MIlchschnitte und Co. usw usw... Wenn ein KInd schon früh, also direkt nach dem Gläschen an richtiges Essen gewöhnt wird, klappt es auch später. Wenn rumgemäckelt wird, kann der Hunger nicht so gross sein.

Leider wird doch auch viel zu wenig Zeit für das "Abenteur Essen" verwendet - auf den Markt gehen, frische Sachen gemeinsam kaufen, diese dann nachhause tragen, gemeinsam kochen und zusammen ohne Ablenkung durch TV und Co. essen.

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