Geburtsbericht - zurück zum alten Weg

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31 Aug 2011 11:56 #11034 von stella
Nachdem ich mich Vorgestellt habe möchte ich euch gern die Geburt bzw. die Geschichte bis zur Geburt von meiner jetzt 4 Monate alten Tochter Mia erzählen. :D


Die Geburt meiner Tochter sollte nicht so laufen wie es geplant war. Eigentlich hatte ich schon einen festen Termin für einen Wunschkaiserschnitt, da ich große Angst vor der Geburt hatte und ich wie schon gesagt in beruflicher Hinsicht zielgerichtet weiter streben wollte.
Das Kind wollte anders. Es fing 3 Tage vor diesem Termin an.
Ich muss dazu sagen das ich in einem Mehrgenerationenhaushalt lebe, mit meinen Eltern, meiner Omi (eine pensionierte Hebamme) und der Familie meines Bruders.
Mein Freund hat sich leider gegen das Kind entschieden und ist in der 12ssw gegangen. :(


Also es fing mit leichten Wehen an, ich nahm an das es Vorwehen, Senkwehen was auch immer waren. Machte mir keinen Kopf darüber und fing an den Haushalt zu schmeißen und meine täglichen arbeiten auf unserem Hof zu erledigen.

Die Wehen wurden immer stärker und ich bekam es langsam mit der Angst zu tun. Also rief ich im Krankenhaus an und die sagten mir das ich morgen vorbei kommen kann, da heut so viel los sei. Spinn die! :woohoo: habe ich mir gedacht, bin zum Auto und wollte dort hinfahren. Doch irgend ein Idiot hat das Licht brennen lassen, was zur Folge hatte das die Batterie leer war.
Na gut war ja nicht das einzige Auto auf dem Hof. Ich bin rüber zu meiner Schwägerin. Doch mein toller Bruder ist ausgerechnet heute mit dem Auto auf Arbeit. Das macht er sonst nie. :woohoo: Das Auto von meinen Eltern war in der Werkstatt. Ich wollte den Rettungswagen rufen, doch meine Schwägerin hatte die tolle Idee erstmal meine Omi zu fragen.

Wir sind also zu zweit hin. Da saß nun meine Mama und meine Oma bei Kaffee und Kuchen und schauten mich ganz entspannt an. Den ersten Satz von meiner Omi werde ich nie vergessen. "Ach Kind was rennst du den wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend entspann dich erstmal, es ist doch nur eine Geburt" Da hat die mich doch tatsächlich die ganze Zeit beobachtet.^^

Plötzlich musste ich weinen, ich erzählte meine ganze Ängste über die Geburt und die vielen Ängste wie ich es ohne mein Freund alles schaffen soll. Ich bin richtig zusammengebrochen. :(

Und die 3 Frauen haben es tatsächlich geschafft mich zu überreden das Kind zu Hause, auf natürlichen Weg zu bekommen. Meine Omi legte ihre Hand auf meinen Bauch und beruhigte das Kleine, ich hatte den ganzen Tag keine Wehen mehr.

In der Nacht träumte ich wirres Zeug. Der nächste Tag verlief ohne Wehen. Meine Schwägerin zeigte mir einige Internetseiten über "HypnoBirthing" und "Orcasmic Birth" . Leider haben wir keine Hebamme mehr gefunden die sich damit auskennt. Wie schwierig es ist, überhaupt eine Hebamme zu finden seit dem die Versicherungen so hoch geworden sind, macht es noch zusätzlich schwieriger, weil sich das viele Hebammen nicht mehr leisten können! Wir haben aber tatsächlich jemanden gefunden, immerhin war ich schon in der 38 Ssw.

Die eigentliche Geburt verlief zum Glück komplikationslos 5 Tage vor ET fingen wieder die Wehen an. Ich stellte mir eine Blume vor die sich öffnet. Ich hatte keine Angst mehr, war komplett in Trance. Hatte kaum schmerzen. War ganz bei meinem Kind. Ich fühlte mich eins mit dem Universum, ich fühlte mich wie eine Frau - eine Göttin.

Am Ende kam meine kleine mit der Hilfe ihrer Uroma, Oma und Tante zur Welt. Maria unsere so schwergesuchte Hebamme kam leider zu spät. Die ganze Geburt hat nur 5 Stunden gedauert. Ich würde es nie wieder anders machen. Ich denke meine Tochter wollte so und nicht anders auf die Welt kommen. Ich werde versuchen ihr den alten Weg zu zeigen, wenn sie ihn nicht schon kennt ;) Ich denke in meinem Fall hat meine Tochter mich erzogen. Ich bin nicht mehr wie ich vorher war.

Vor kurzen noch habe ich mich auf der Karriereleiter ganz oben gesehn, jetzt ist mir das nicht mehr so wichtig.
Jetzt habe ich mir vorgenommen 3 Jahre zu Hause zu bleiben, um ganz für mein Kind da sein zu können. Achso und die PräNahrung vergammelt im Schrank. ^^ Ich habe gelernt die alte Harfe von meinem Papa zu spielen, weil es mein Kind beruhigt und ich beschäftige mich wieder mit Frauenmagie.:)

Ich schreibe "wieder" weil ich als Kind sehr oft mit Mutter Natur gesprochen habe.

So jetzt ist aber genug. Habt ihr auch manchmal das Gefühl das die Kinder mehr wissen als wir denken? Es ist doch schade wie viel man vergisst wenn man erwachsen wird.

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31 Aug 2011 21:39 #11036 von galla
Hallöchen,
das klingt alles soooo schön, ganz erlich auch würde mir so eine Hausgeburt wünschen (ich hab noch keine Kinder), Krankenhäuser finde ich immer ungemütlich, unfreundlich, wie soll man da entspannt ein Kind bekommen?

Manschmal sind es so einschneidende Momente die uns Erinnern lassen. Gerade als ich mich begann mit meinem Glauben zu beschäftigen ist mir aufgefallen das ich vieles als Kind bereits so glaubte und handhabte wie ich es nun neu lernte. In vielen Punkten habe ich mich an das zurückreinnert was ich damals wusste. Und vielleicht ist das auch das Geheimniss, sich diese wichtigen Teile aus der Kindheit erhalten.

liebe Grüße Galla

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01 Sep 2011 10:35 #11038 von Athena
Hi Stella,
ersteinmal Herzlichen Glueckwunsch zur Geburt deines kleinen Maedchens !! :) (nach 4 Monaten darf man ja ruhig noch gratulieren.) Mia ist auch ein sehr schoener Name.
Danke dass du deinen Bericht mit uns teilst :)
*wow* dein Geburts-Erlebnis war ja traumhaft schoen und (buchstaeblich) wundervoll !! Ich freue mich fuer dich !! :)
Zum Glueck kann ich mich mittlerweile fuer andere Frauen mit guten Geburtserfahrungen freuen - lange Zeit konnte ich das nicht :blush: weil ich selber kein gutes Erlebnis hatte...
Frueher waere ich wohl vor Neid fast geplatzt: 5 Stunden, keine Angst und kaum Schmerzen und das alles mit der liebevollen und erfahrenen Unterstuetzung von Frauen aus deiner Familie zu Hause;
Zum Vergleich: bei mir waren es 72 stunden (ja wirklich, das ist kein Tippfehler), Angst, von der Hebamme im Stich gelassen, blutend per Ambulanz ins Krankenhaus (die Tage vorher durfte ich nicht/ waere nicht aufgenommen worden), extreme Schmerzen, Angst, und das [wechselnde] Personal im Krankenhaus war oft unpersoenlich und kalt;

Das liegt aber nun bei mir 3 1/2 Jahre zurueck und ich habe meinen Frieden geschlossen.
Ich bin froh zu hoeren dass es auch so schoen laufen kann wie bei dir, Stella.

PS Ist ja super interessant dass ihr als Grossfamilie zusammen wohnt ! wie ist das denn gekommen?

Be who you are and say what you feel, because those who mind don't matter, and those who matter don't mind.

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02 Sep 2011 06:54 #11043 von stella
Ich finde man sollte mehr über die eigentliche Geburt reden, genauso wie über Menstruation oder den Tod. Ich hatte eine wahnsinnige Angst vor der Geburt bis man mit mir offen darüber geredet hat. Man ist dann jedenfalls nicht so vor dem Kopf gestossen, wenn es doch anders läuft als vielleicht erwartet.

Capricorn schrieb:

PS Ist ja super interessant dass ihr als Grossfamilie zusammen wohnt ! wie ist das denn gekommen?


Wir leben alle auf dem 4 Seiten Hof meiner Großeltern. Jede Familie hat ihren eigenen Wohnbereich (mit Küche, Bad ect.) wie in einem normalen Haus. Es ist Fluch und Segen zugleich. Ich weiß nicht wann ich das letzte mal im Ausland war. *träum* Es gibt sehr viel zu tun und es gibt immer wieder Streit. Ich habe schon oft an einen Umzug gedacht.

Auf der anderen Seite ist immer jemand für Mia da (wer Mutter ist weiß wovon ich rede) Ich habe meinen eigenen Garten. In einer Mietwohnung würde ich mich bestimmt einsam fühlen.

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02 Sep 2011 10:15 #11046 von Coryllus
Hallo Stella,

dein Geburtsbericht ist wirklich beeindruckend. SO laufen doch die Geburten eigentlich seit tausenden von Jahren bei den Menschen ab.
Die kalte Krankenhausatmosphäre gibts ja eigentlich erst seit der Mitte des 20.Jh.
Du hast recht, dass über Dinge wie Geburt, Menstruation oder Tod zu wenig gesprochen wird. Aber auch die Mutterschaft an sich fällt einfach absolut unter den Tisch.
Dabei sind all dies DInge, die voller Kraft stecken und die einfach mehr geehrt werden müssten.
Ich freue mich jedenfalls für dich und deine Tochter, dass ihr eine solche Geburt erleben konntet.

Bb, Coryllus

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02 Sep 2011 13:05 #11047 von Mairi
Hallo Stella,

Danke für deinen Bericht und natürlich noch Herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Geburt! :)

Es ist witzig, wie alles "schief" ging, damit du letztendlich zu Hause entbinden konntest / musstest. Zum eigenen Glück gezwungen. ^^

Tja, bei mir war es andersrum, 34 Stunden hats gedauert, erst Geburtshaus, dann doch Krankenhaus wegen Wehenschwäche. Aber beim zweiten wirds schöner. :)

Liebe Grüße und alles Gute für die kleine Mia.
Meadhan-Latha

Thig crioch air an t-saoghal ach mairidh gaol agus ceòl.

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09 Sep 2011 13:29 #11081 von Lady of Darkness
Das liest sich sehr beeindruckend - ich kenne viele Leute, bei denen es genau umgekeht war (geplante "spirituelle" Geburt, die dann doch als ordinärer Kaiserschnitt endete o.ä.).

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
https://knusperhaus.wordpress.com

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