nicht-authoritaeres Erziehen

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22 Nov 2011 13:52 #11386 von Athena
Was haltet ihr von anti- bzw. nicht-autoritaere Erziehung? Was versteht ihr darunter?
Praktiziert ihr sie? oder habt vor sie zu praktizieren?

Ich muss zugeben dass ich bisher AAE als ehem "Schwachsinn" abgetan habe; da ich das Konzept so verstanden hatte dass man sein Kind eben freie Laufbahn fuer jegliche Launen laesst & ueberhaupt keinerlei Einfluss nimmt / keine Anleitung gibt.

Mittlerweile ist mir aber klargeworden dass es eine ganze Bandbreite bei der AAE gibt.

Was mir gefaellt -und das ist mir persoenlich total wichtig- ist dass die Einstellung von "Macht-ueber" komplett aufgegeben wird bzw. abgelehnt wird,
keine Aggression (schon gar nicht Gewalt), kein Anschreien, vor dem Kind gross aufbauen, kein Drohen, kein "du tust was ich sage weil ich deine Autoritaetsperson bin und es so will" usw.

Was mich interessieren wuerde ist wie diese Erziehungsmethode in der Schule eingesetzt wird / werden kann;
und speziell wie dann mit dem Thema Bullying umgegangen wird?

Kennt sich da jemand aus?

(die internet resourcen sind nicht so ergiebig)

LG
Athena

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22 Nov 2011 15:17 #11387 von Ialokin
> keine Aggression (schon gar nicht Gewalt), kein Anschreien, vor dem
> Kind gross aufbauen, kein Drohen,

Ja. Ich glaube, das Entscheidende dabei ist die innere Haltung. Das Kind ist ein gleichwertiges und gleichberechtigtes Gegenüber.

Allerdings, nicht ein gleich fähiges und erfahrenes. Darum ...

> kein "du tust was ich sage weil
> ich deine Autoritaetsperson bin und es so will" usw.

das zwar nicht, aber schon öfter mal ein "Du tust jetzt das und das, weil es das ist, was Du jetzt brauchst" [und ich kann das beurteilen, während Du das - noch - nicht kannst]. Den zweiten Teil sagt man natürlich nicht dauernd.

Ein Kind braucht einerseits Respekt andererseits aber auch Orientierung.
Das Problem bei der "klassischen" Antiautoritären Erziehung entsteht, wenn das Kind alles darf, weil die Eltern meinen, das Kind könnte das am Besten selbst beurteilen.
Je kleiner es ist, desto seltener kann es das. Und je älter es wird, desto mehr. D.h. man muß sich als Eltern im Laufe der Zeit im Verhalten auch ändern! Gar nicht so einfach. ;-)

Ialo

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

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23 Nov 2011 10:38 #11388 von Undine
Gut fand ich die Meinung einer Professorin:Was falsch verstandene antiautoritäre Erziehung betrifft,so nenne ich das unterlassene Hilfeleistung.
Mehr fällt mir dazu auch nicht ein.
In unserer Gesellschaft existieren Regeln.Die müssen unsere Kinder kennen.
Es existiert Gewalt(körperlich und mental)in unserer Gesellschaft.Das müssen unsere Kinder erkennen.
Die ganze Bandbreite des Lebens besteht nicht nur aus rosa Ponys,Elfen und gewaltfreien Märchen.
Aber unsere Kinder müssen das Leben überstehen.
Den Tod des Haustieres genauso wie Rechtschreibregeln und Anstandsregeln.
Ob ich das gut finde oder nicht.
Den Kindern die Möglichkeiten des Lebens zu erschließen,sich Träume zu verwirklichen ohne anderen Schaden zuzufügen bedarf der Kennnis der Lebensbedingungen.
Und deshalb ist antiautoritäre Erziehung ein schönes Anliegen,aber leider auch lebensfremd.
LG,Undine

Das Problem von Hexen ist,das sie nie vor Dingen weglaufen,die sie von ganzen Herzen hassen.....

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23 Nov 2011 12:34 #11390 von Athena
Ich habe eine ganz gute Begriffsdefinition gefunden:

lisa.mmz.uni-duesseldorf.de/~histsem/jug...hung__Definition.htm

Manche Ansichten teile ich:

Antiautoritäre Erziehung richtet sich gegen die angemaßte personale Autorität der Eltern und Lehrkräfte (der Erwachsenen schlechthin). Die damit verbundene freie Verfügungsgewalt über das Kind lehnt sie ab und wehrt sich gegen die Herrschafts- und Machtstrukturen in Familie und Schule.
...
Weiterhin wendet sich antiautoritäre Erziehung gegen die dominativ-repressiven Strukturen im Erziehungsprozess. Sie wendet sich also gegen eine Erziehung mit Befehlen, Vorschriften, Anordnungen, Verboten, Tadel, Drohungen, Zwängen, Strafen und Sanktionen.
...
Antiautoritäre Erziehung nimmt auch zu einer Erziehung, die "auf den Willen der heranwachsenden Generation gerichtet ist" und "ihn manipulativ den normativen Imperativen bestehender gesellschaftlicher Setzungen unterwirft", eine Gegenposition ein, denn eine solche Erziehung diene der Konsolidierung etablierter Machtverhältnisse und könne zur Gesinnungsmanipulation benutzt werden.
...
Auch die autoritären Forderungen einer Leistungsgesellschaft, die als ein kinderfeindlicher Lebensraum verstanden werden, erfahren eine Ablehnung durch die Ziele antiautoritärer Erziehung. Vor allem das Leistungs- und Wettbewerbssystem in Form von Zensuren und Zeugnissen wird in diesem Zusammenhang angegriffen.


Aber eine praktische Umsetzung von

Die antiautoritären Forderungen schwanken dabei zwischen einer Pädagogik des Gewährens, die dem Kind freie Verfügung über sich in Raum und Zeit lässt und ihm einen grundsätzlich straf- und verbotsfreien Aktionsraum zugesteht, bis hin zu einer Pädagogik, die alles erlaubt.
...
und führen zu Selbstorganisation des Unterrichts seitens der Kinder

sehe ich nicht wirklich als sinnvoll zur Erziehung von Kindern an...

Ansonsten stimme ich Ialokin zu: es geht um die eigene innere Einstellung i.e. des Erwachsenen.
Eben dieses "Macht-ueber" aufzugeben & Kinder nicht als Zweck fuer eigene Beduerfnisse "benutzen"
[dazu gehoert auch die eigene Frustration, Minderwertigkeitsgefuehle usw. nicht am Kind auszulassen. Bei uns laeuft so ein Paradebeispiel von autoritaerer Erziehung herum... Was es wohl mit einem Kind macht das staendig mit lauter Herrenstimme "angesprochen" & als daemlich tituliert wird??];
und Kindern Vorbild sein!! -dazu gehoert dass eltern ihr eigenes Verhalten dementsprechend anpassen.

Natuerlich geht es nicht darum seinem Kind vorzugaukeln es gaebe keine Gewalt und nur rosa ponies u.ae. - aber ganz klar geht es darum vorzuleben dass frau/man selber mitfuehlend mit allen Wesen lebt & das auch von seinem eigenen Kind erwartet!

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24 Nov 2011 11:45 #11397 von Ishtar
Also ich halte davon sehr wenig, obwohl ich gewisse Arten des Umgangs die damit propagiert werden schon unterstütze. Diese finden sich aber auch in anderen Erziehugnsprogrammen.

Bezüglich Bullying und AAE kann ich auch nichts sagen. Allerdings ist Bullying ja auch ein Grenzüberschreitendes Verhalten und so wie ich AAE bisher verstanden habe, werden da so gut wie keine Grenzen gesetzt. Praktisch habe ich da also wenig Vorstellung von.

Mein Erfahrungshintergrund ist mein Studium und meine Erfahrung in Prävention, Klinik und Praxis mit Erwachsenen und Kindern. Ich bin sicherlich voreingenommen in so fern, dass die Leute zu mir kommen wenn Probleme da sind.

Für mich persönlich ist "Macht" nichts "Schlimmes" denn jede/r hat Bereiche in denen er/sie Macht hat. Wie ich damit umgehe ist eher der springende Punkt. Auch mit Autorität habe ich kein Problem (vielleicht habe ich aber da einfach eine andere Defition?). Menschen haben nun mal unterschiedliche Positionen innerhalb von Strukturen - genauso gibt es auch in der Familie "Chefs" und das sollten möglichst die Eltern sein. Da sehe ich eher einen angemessene "Führungsstil" im Vordergrund :laugh:

Ich bevorzuge die sogenannte positive Erziehung in Richtung Triple P .

Dabei finde ich es auch wichtig zu beachten wie wir Menschen lernen.
    Wir lernen durch Lob
    Wir lernen dadurch das ein für uns negativer Reiz aufhört
    Wir lernen durch Bestrafung

Es gibt zu allen Handlungen kurzfristige und langfristige Konsequenzen. Dummerweise lassen wir uns von den kurzfristigen leichter beeinflussen. Bedeutet: je jünger die Kinder, desto Zeitnaher muss die Konsequenz kommen. Bei Hunden habe ich 3 Sekunden und ein Hund (je nach Rasse) hat bis das Kind ca. 3 Jahre alt ist noch einen höheren IQ!

Bestrafung halte ich für eine Maßnahme die sehr sparsam eingesetzt werden sollte. Auf keinen Fall durch Gewalt, Abwertung oder Invalidierung , was meiner Meinung nach alle drei im sozialen Miteinander unangemessen sind und Gift für jede Beziehung sind - genauso wie anschreien! Vielleicht ist es das, was andere unter Autoritär verstehen?
z.B. gibt es bei uns die Auszeit von 2 Minuten (2 Jahre Alt = 2 Minuten). Die gibt es aber nur bei ganz schweren Vergehen. Momentan gibt es davon zwei 1. in der Wut eine Person oder den Hund hauen 2. aus Spaß hauen oder beißen und nach 2 Verwarnungen nicht aufhören. Das ist für mich z.B. sowas wo ich sage dass es schädlicher ist nicht einzugreifen. Natürlich erkläre ich weshalb jetzt eine Auszeit kommt, aber da gibt es keine lange Diskussion über Gefühle oder warum er das jetzt getan hat etc. Eine Warum Frage kann mir ein zweijähriger eh noch nicht beantworten.
Ich werde aber schon mal bestimmter oder hebe etwas die Stimme - wenn mein Sohn kurz davor ist auf die Straße zu rennen muss es einfach auch anders klingen. Kleine Babies verstehen ja z.B. eher den Tonfall als den Inhalt der Worte. Das nutze ich auch, aber ohne zu Schreien.

Regeln und Grenzen geben Kindern Halt. Manche Kinder brauchen davon mehr, andere weniger. Gleiches mit der Struktur (wobei die meisten Menschen mehr Struktur brauchen als sie glauben). Freie Entfaltung, frei Spielen, selbst organisieren sind total wichtig, aber ich muss es immer an das jeweilige Kind anpassen. Ein Kind mit AD(H)S wird damit mit hoher Wahrscheinlichkeit stark überfordert werden, denn genau diese brauchen mehr Strukturierung als andere.

Bei uns gibt es auch für einen zweijährigen schon Regeln. Für die, deren Durchsetzung mir wirklich wichtig ist benutze ich höfliche Anweisungen und sage sehr konkret was ich will. Eine Bitte kann man Abschlagen, genauso wie eine Frage auch - und mein Sohn hat mir meine indirekten Anweisungen "Hebst du das rote Auto bitte wieder auf?" - "Nein" schnell abtrainiert ;)

Insgesamt finde ich aber das Wichtigste der Respekt und die Vorbildfunktion sind. Auch wenn ich Dinge durchsetze sollte ich diese immer mit Respekt tun. Und wenn ich nicht will, dass mein Kind zwischendurch nascht, muss ich (schweren Herzen :( ) selber das Naschen zwischen den Mahlzeiten lassen.

Insgesamt glaube ich, dass aber ganz viele Eltern ganz vieles ganz gut machen, einfach indem sie achtsam sind und das ganz ohne ein besonderes Programm.

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24 Nov 2011 17:26 #11400 von Athena
Hi Ishtar,
danke fuer deinen profunden Beitrag - habe ich mit grossem Interesse & Zustimmung gelesen.

Besonders danke fuer den Hinweis auf das Triple P Erziehungsmodel; davon hatte ich noch nie gehoert, aber das scheint eher in die Richtung zu gehen wie ich Erziehung verstehe & praktiziere (ich kenn mich halt nicht mit den Fach-begriffen/-konzepten aus, sondern gehe nach Mutterinstinkt, Intuition & common sense).

Wie du schon sagst ist ein Problem beim Thema AAE dass unterschiedliche Leute "Autoritaet" und "anti" unterschiedlich verstehen (ich habe sogar ein unterschiedliches Verstaendnis davon abhaengig von der Situation!);
und frau muss sich ja nicht der AAE verschreiben weil manche Anteile Sinn machen -stimme dir da auch zu.

Ich finde auch was besonders bei der AAE fehlt sind Grenzen & klare Vorgaben;
aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass Kinder diese wollen und zur Not sogar einfordern!

Wenn ich fragen darf: was hast du denn studiert & in welchem Bereich arbeitest du?

LG
Athena

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25 Nov 2011 04:47 #11402 von Ishtar
Hallo Athena

Ich bin Dipl. Psychologin und befinde mich in der Spezialisierung zur Psychotherapeutin für Erwachsene mit der Zusatzqualifikation für Kinder und Jugendliche.

Das Thema hat mich gestern doch noch mal recht beschäftigt. Schade, dass niemand da ist, der konkret davon berichten kann. z.B. Zwischenmahlzeit: ich trinke Latte, Sohnemann "Kaui" (Milch mit wenig Ovomaltine) und will unbedingt von Mamas Latte trinken. Mama ist aber der Meinung Koffein ist nicht gut für Kinder und da bei meinem Latte (mit viel Zucker und extra Milch) doch die Gefahr des Mögens besteht, sagt nein. (und er durfte bereits von papas "black beauty mit Fleck ungezuckert" mit dem erhofften "bäh"-Effekt probieren). Es folgt zu erwartendes lautes Protestieren. Mama bleibt hart. Wie hätte man das jetzt im AAE mit einem zwei jährigen gelöst? Nachgegeben? und dann? möglichst keinen Latte vor dem Kind mehr trinken? Wäre schon noch spannend zu hören wie das in ganz konkreten Situationen läuft.

BB
Ishtar

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28 Nov 2011 07:35 #11421 von Robin
Huhu,
bei uns verläuft die Erziehung auch offen, aber mit bestimmten Regeln. Bei meinem Cappucchino bin ich allerdings großzügiger als du, Ishtar. Aber mein Sohn würde auch Papas Espresso ohne alles trinken... Der ist vor nix fies.

Aber beim Schlafengehen haben wir ein festes Ritual, so dass um 8 das Kind inklusive Gute-Nacht-Geschichte undkurzem Kuscheln im Bett liegt. usw.
Was ich persönlich schwierig finde ist das viele Herumdiskutieren. Mein Sohn kann nämlich über alles diskutieren und dabei auch gerne mal mittendrin die Position wechseln (nämlich meine einnehmen und mich ganz böse angucken, wie ich denn etwas anderes denken kann als genau das, was ich 2 Minuten vorher gesagt habe :silly: )
Wenn man dann nicht irgendwann klar macht, dass jetzt damit Schluss ist, sitzen wir noch einen Tag später da.

Liebe Grüße,

Robin

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28 Nov 2011 10:41 #11425 von Nivien
Ihr Lieben,

ich lese hier die ganze Zeit still mit, aber jetzt muss ich doch mal meinen Senf dazu geben. Erst mal: ich bin nicht vom Fach, interessiere mich aber für Pädagogik und habe z.B. das Buch von A.S. Neill gelesen, das in der deutschen Übersetzung unglücklicherweise "Theorie und Prxis der antiautoritären Erziehung" heißt. Er selbst spricht von "selbstregulativer Erziehung", was es weitaus besser trifft, gerade auch, wenn man liest, wie es in Summerhill zugeht.

Zu Deinem Beispiel, Ishtar: Wenn Dein Latte so mit Milch verdünnt und gezuckert ist, würde ich ihn probieren lassen. Vielleicht habt ihr so unterschiedliche Gläser, dass deines einfach besser ausschaut für ihn? Oder geht's um den Milchschaum? Der Kaffee wird es schon nicht sein. Vielleicht mal Kakao anstatt Ovomaltine? Wenn ich nicht will, das mein Kind das probiert, dann sag ich eben nein - theoretisch kann sich spätestens ein Grundschulkind selbst den Kaffee kaufen...(in Bullerbü trinken auch die Kinder ständig Kaffee, da hab ich mich schon oft gefragt, ob das damals/in Schweden so üblich war oder ob die alle nur antkoffeinierten Kaffee getrunken haben).

Ich fand es auch in Ordnung, dass meine Kinder (als sie im Kindergarten waren) mehr oder weniger selbst bestimmen konnten, wann sie ins Bett gehen. Natürlich haben wir sie immer zu einer ähnlichen Zeit (nämlich, wenn sie müde waren) ins Bett gebracht mit allem drum und dran. Wenn es aber mal Phasen gab, wo sie nicht einschlafen konnten oder wollten, dann sind sie eben noch wach geblieben - und am nächsten Tag hundemüde in den Kiga gegangen. Kam aber sehr selten vor. Jetzt sind beide in der Schule und gehen nach ihrem Rhythmus schlafen. Mein Grundschulkind erinnere ich dann abends nur noch ans Schlafen gehen, das klappt ganz gut.

Ist das jetzt antiautoritär? Keine Ahnung. Ich fürchte, meine "Erziehung" (wenn man das denn überhaupt so nennen kann) besteht zum guten Teil aus Faulheit...

Irgendjemand hat mal gesagt: * Erziehung ist Beispiel und Liebe.* Das wäre ein gutes Leitbild, finde ich.

liebe Grüße
Nivien

Jede gute Sache ist scharf. (Gurdijeff)

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28 Nov 2011 11:30 #11428 von Athena
Hi Nivien, deinen Beitrag fand ich klasse :) -besonders gefallen hat mir:
Nivien schrieb:

...
Ist das jetzt antiautoritär? Keine Ahnung. Ich fürchte, meine "Erziehung" (wenn man das denn überhaupt so nennen kann) besteht zum guten Teil aus Faulheit...

Irgendjemand hat mal gesagt: * Erziehung ist Beispiel und Liebe.* Das wäre ein gutes Leitbild, finde ich.

liebe Grüße
Nivien

Bei uns zu hause trinken wir halt keinen Kaffee sondern Tee, und da trinkt Soehnchen -typisch englisch- immer mal n paar Schlucke mit seitdem er aus dem Becher trinken kann (wir lassen ihn auch oft den letzten Schluck austrinken);
aber es gibt auch Dinge wo ich etwas esse was er nicht haben soll und er bekommt dann etwas anderes -Beispiel crisps (dt. chips): mein Kleiner soll die nicht haben weil die zu salzig sind und bekommt dafuer einen aehnlichen snack, wenn er sagt er moechte meine crisps dann sage ich "nein du kannst die nicht haben das ist Mama's snack" (manchmal akzeptiert er das schon!) wenn er fragt warum sage ich "weil es nicht gut fuer dich ist, das kann dir ein Aua in deinem Bauch geben" (was er dann fast immer akzeptiert) -natuerlich gibts die Ausnahmen wo er sich an den Tisch heranschleicht und sich den einen oder anderen crisp stibitzt... ;)
und manchmal trickse ich auch ein bisschen (z.b. Salz&Essig mit geschlossenem Deckel auf die Pommes streuen).

Prinzipiell kommuniziere ich ganz klar was ich will und was nicht, und ich lasse auch keinen riesigen Diskussionsraum -letztlich wird gemacht was ich sage, basta.
Hand aufs Herz: wirklich anti-autoritaer bin ich wohl nicht :P
Aber ich gehe wenn immer moeglich auf die Beduerfnisse meines Kindes ein & mache Kompromisse (solange es eben nicht komplett entgegen dem geht was ich moechte).
Eine andere Mutter hat mir vor Jahren mal einen super Erziehungstip gegeben:
"pick your fights" -hat mir sehr geholfen, vor allem auch mich mehr zu entspannen :)

Ich diskutiere zwar auch nicht alles aus (wie Robin das schon beschrieben hat), aber ich sage eben auch nicht einfach nur "Nein" ohne irgendeinen Zusatz ohne Erklaerung (das habe ich bei meinem Vater gehasst!!)

Wie Nivien so schoen gesagt hat: Liebe & Beispiel als Erziehungsgrundlage :)

LG
Athena

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