nicht-authoritaeres Erziehen

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28 Nov 2011 12:43 #11430 von Ishtar
Huhu

Ich glaub unterm Strich ist es einfach sehr unterschiedlich wie man's macht und jedes Kind ist anders und jede Familienkonstellation - und solange es funktioniert und man aufmerksam ist, ist ja alles ok. Irgendwo ähneln sich ja auch viele der modernen Erziehungsprogramme und ich glaube, dass die meisten Menschen mit einem gesunden Menschenverstand auch einen gesunden Elterninstinkt haben.

Ich finde das ganze Fachwissen bei mir sogar teilweise hinderlich in der eigenen Erziehung, weil ich mir vielleicht das eine oder andere Mal mehr Gedanken über etwas mache. Man ist halt sensibilisierter mit allen Vor- und Nachteilen.

Dann glaube ich auch, dass jedem andere Dinge wichtig sind. Bei mir stand z.B. die Kariesvorbeugung bis zum 2. Geburtstag sehr hoch oben. Kaffee finde ich wegen der Aufputschwirkung für einen 2jährigen einfach ungeeignet, aber der fast gleichaltrige Sohn einer Freundin kriegt auch regelmäßig ein paar Schluck Kaffee, genauso wie Cola. Eine andere Freundin hat von Anfang an dieses spezielle "Töpfchentraining" anhand der Anzeichen gemacht und Kariesvorbeugung war ihr ziemlich egal. Mir war das zu anstregend mit den Anzeichen, er wird schon auch ohne Trocken werden. Genauso wie das Familienbett. Ich war davon total begeistert, hab es ihr erzählt - und habe es dann verwerfen müssen, weil ich mit meinem Sohn im gleichen Bett nicht schalfen kann (zu viele Beine im Bauch od. Rücken....) während sie es erfolgreich praktiziert. Man muss halt seine Entscheidunge den Begebenheiten - und älter werdenden Kindern - anpassen. Das man dafür sorgt, dass es einem selber dabei auch gut geht ("Faul") ist ja auch nicht schlecht.Die Entscheidung wie ist halt je nach Familie anders.

"Pick your fights" find ich auch klasse. Ich glaub das drückt mein "das was wirklich wichtig ist durchsetzen" aus, aber es klingt viel cooler, das muss ich mir merken :woohoo:

Das Thema an sich finde ich nach wie vor aber recht spannend.

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29 Nov 2011 06:38 #11434 von Nivien
Ich auch, ich auch.

Übrigens habe ich das Zitat in meinen Büchern nicht mehr gefunden und darum gegoogelt, ich hoffe das stimmt (nicht, dass ihr denkt, das wäre auf meinem Mist gewachsen):


"Erziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts.“
Friedrich Fröbel (1782-1852), dt. Pädagoge, 1837 Gründer d. ersten Kindergartens

Bei uns hat das mit dem Familienbett auch überhaupt nicht geklappt, aus verschiedenen Gründen. Dafür wurde und wird ansonsten viel gekuschelt und ich habe auch längere Zeit bei dem Baby geschlafen (wenn der Berg nicht zu Propheten kommt...). Und getragen wurde, was das Zeug hält...

lg
Nivien

Jede gute Sache ist scharf. (Gurdijeff)

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29 Nov 2011 07:57 #11436 von Mairi
www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/...6?documentId=7450472

Sehr interessante ausgabe von Quarks & Co (Ich mag den Moderator ^^) zum Thema Erziehung.

Gerade beim ersten Kind nimmt man sich so viel vor, was man machen möchte. (Ich sprech da aus Erfahrung XD), aber manches klappt halt nicht, wie ihr schon gesagt habt. Wir z.B. fanden das Töpfchentraining a la windelfrei super....Sohnemann hat es gehasst, da er jedes Mal nach dem schlafen abgehalten werden musste. Wir haben's schnell wieder sein lassen. Dachten uns: ach komm, dann wenigstens Stoffwindeln. auch dass hat er gehasst. Jetzt trägt er Pampers und ist glücklich.

Was autoritär und antiautoritär angeht, kann ich für mich sagen: Ich gebe klare Grenzen vor, Gewalt ist aber Tabu. Verbote werden erklärt. So haben das meine Eltern gemacht und die Mischung war sehr gut. Wir wurden als eigenständige Persönlichkeiten respektiert und unsere Gefühle waren wichtig. Trotzdem durften wir nicht alles. In der Sendung wird das autoritative Erziehung genannt, eine Kombination von Wärme und Lenkung.

Thig crioch air an t-saoghal ach mairidh gaol agus ceòl.

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29 Nov 2011 08:25 #11437 von Ishtar
Gestern gab es eine Talkshow "hart aber fair" zum Thema Erziehung und da haben auch zwei über ihre Antiautoritäre Erziehung gesprochen. Die eine durfte tatsächlich sehr viel (3 Tage wegbleiben ohne Eltern bescheid sagen, die haben einfach in mich vertraut - ginge bei mir gar nicht, geb ich ehrlich zu!), der andere hat erzählt, dass seine Eltern trotz Antiautoritärer Erziehung recht leistungsbetont waren.

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30 Nov 2011 08:44 #11441 von Mairi

3 Tage wegbleiben ohne Eltern bescheid sagen, die haben einfach in mich vertraut - ginge bei mir gar nicht, geb ich ehrlich zu!


Wie alt war die denn?

Thig crioch air an t-saoghal ach mairidh gaol agus ceòl.

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30 Nov 2011 13:34 #11448 von Lady of Darkness
Der Begriff "antiautoritäre Erziehung" ist für mich ein rotes Tuch, weil diejenigen Eltern, die ich kenne, die sich mit diesen Federn schmücken, ihren Kindern für gewöhnlich immer und überall alles durchgehen lassen - auch wenn dadurch die Grenzen anderer Leute verletzt werden.

Gerade gestern erst wieder im Bus - das Kind (vielleicht zwei oder drei Jahre alt) wollte andauernd auf den STOP-Knopf drücken, und die Mutter hat es gewähren lassen: "Ja, mach mal, da will bestimmt jemand aussteigen." (Hat sie so wörtlich gesagt.) Und brüstet sich dann mit ihrer modernen gewaltfreien Erziehung. Da möchte *ich* ja gewalt-*tätig* werden. Glücklicherweise haben meine Eltern mir nicht beigebracht, dass ich alles machen darf, was ich will. (^v^)

Das komplette Gegenteil, heute morgen (wieder) im Bus erlebt: Da hat eine Mutter ihre vielleicht vierjährige Tochter vor allen Leuten laut und deutlich ausgeschimpft, weil das Kind einfach verdreht war und nicht im normalen Tagesablauf "funktionieren" wollte.

(Bevor mich jeamdn darauf hinweist - natürlich kenne ich jeweils nicht die Hintergründe und beurteile nur die aus dem Zusammenhang gerissene Situation.)

Und wie immer, überlal, kommt es auf das gesunde Mittelmaß an. Erwachsene haben nicht das Recht, frei und nach Belieben über Kinder zu verfügen (nicht einmal, wenn es die eigenen sind). Da aber das Leben nicht nur aus Spaß und Spiel und Frohsinn besteht - leider - ist es manchmal notwendig, dass die Eltern Entscheidungen treffen und diese dann auch durchsetzen. Und ich halte es für eher kontraproduktiv, mit dem dreijährigen Justin die Brotwahl beim Bäcker erst zu diskutieren. (Auch wenn es wahrscheinlich sehr hilfreich ist, den Kindern zu erklären, was man tut und warum. Okay, vielleicht nicht notwendigerweise beim Brotkauf.)

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

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