Pfadarbeit

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27 Mär 2008 16:43 - 27 Mär 2008 16:44 #6746 von Nivien
Pfadarbeit wurde erstellt von Nivien
Hallo!

Bei meiner Lektüre ist mir in der letzten Zeit einige Male der Begriff "Pfadarbeit"/"pathworking" untergekommen. Auch bei unserer gemeinsamen Lektüre von Matthews' Keltischem Schamanismus tauchte das Wort auf.

Hiermit oute ich mich als unwissend, und auch google half mir erstmal nur ein Stückchen weiter.

Meine Ausbeute:

Pfadarbeit wird als Begriff für eine bestimmte Art von geleiteter Meditation gebraucht.

Hat mit der Qabbalah bzw. dem qabbalistischen Lebensbaum und den Beziehungen/"Pfaden" zwischen den einzelnen Sephirot zu tun.

Hat in unserem Kontext aber nichts mit Eva Pierrakos und ihrer Pfadarbeit zu tun.

Was ich gerne wissen würde, denn ich glaube sicher, dass hier im Forum jemand ist, der sich da auskennt :) - gehört der Begriff pathworking/Pfadarbeit zu einer Schule oder Tradition? So wie ich es bisher verstehe, kann und wird das (oder etwas ähnliches) schon in verschiedenen Traditionen benutzt. Macht z.B. Matthews Pfadarbeit, ohne es zu wissen? (Ihr wißt schon, was ist damit meine...)

Wie eng/stark st die Verbindung zur Qabbalah?

Und - meine Lieblingsfrage ;) - gibt es Literatur, die sich genau mit dieser Methode beschäftigt? Dolores Ashcroft-Nowicki?

BB
Nivien

Jede gute Sache ist scharf. (Gurdijeff)
Letzte Änderung: 27 Mär 2008 16:44 von Nivien.

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28 Mär 2008 13:58 #6750 von Lady of Darkness
Lady of Darkness antwortete auf Pfadarbeit
Ich habe mich nie damit befasst, wo der Begriff herkommt, Schande über mein Haupt. Aus dem Zusammenhang hatte ich ihn verstanden und gebraucht als Zusammenfassung für "sich in spiritueller Hinsicht gezielt weiterentwickeln, indem man stetig und konsequent an sich arbeitet". Da ist "Pfadarbeit" wirklich der kürzere Ausdruck.

Vielleicht haben wir hier aber auch jahrelang aneinander vorbei geredet? Möglich ist das (in diesem Falle meine aufrichtigsten Entschuldigungen).

:silly:

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
https://knusperhaus.wordpress.com

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28 Mär 2008 15:48 #6751 von Ialokin
Ialokin antwortete auf Pfadarbeit
Und ich habe "Pfadarbeit" immer schlicht für eine Synonym für "geführte Meditation" gehalten, wenn Ishtar den Ausdruck gebrauchte.

Ialo

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

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28 Mär 2008 18:57 #6753 von Mondlicht
Mondlicht antwortete auf Pfadarbeit
Hi,


ich habe von Pfadarbeit im zusammenhang mit indianischer Schamanenwerdung gelesen. Dort gibt es 7(?) Pfade auf dem Weg zum Schamanen. Also so wie LoD schrieb verschiedene Pfade als Entwicklungsstufen auf dem Weg. Ich hab mir das immer so vorgestellt,dass verschiedene Wege , die man durchlaufen soll zur *Vollkommenheit* führen. Angefangen mit der Heilkunde der Kräuter.

lg Mondlicht

Das Dasein ist köstlich, man muss nur den Mut haben, sein eigenes Leben zu führen.
(Peter Rosegger)

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28 Mär 2008 20:46 - 28 Mär 2008 20:49 #6754 von Nivien
Nivien antwortete auf Pfadarbeit
Hey,

vielen Dank Euch allen für die Rückmeldungen. Tja, vielleicht mache ich es auch komplizierter, als es in Wirklichkeit ist ;)

Mir ist letztens aufgegangen, dass ja z.B. schamanische Reisen dann keine Pfadarbeit im Sinne von "geführte Meditation" wären, da dabei ja (so habe ich es zumindest gelernt) eben nichts an Bildern vorgegeben wird, sondern man nur von seiner Absicht geleitet, sich in die Andere Welt begibt. Dann las ich von einer Pfadarbeit, wo eine ziemlich lange, bilderreiche Geschichte erzählt wurde (es ging um den Weg zur Gralsburg), und da fiel mir dann dieser Begriff das erstemal so richtig auf.

Im Internet findet man, wenn man pathworking googelt, einen Aufsatz, in dem "path-working"
als "the art of clairvoyantly investigating the Paths of the Tree of Life" bezeichnet wird, eine Technik, die im Dunstkreis des Golden Dawn entwickelt wurde. Das ist ja nun ein Umfeld, in dem ich nicht so zuhause bin, deshalb habe ich gefragt.

Mondlicht, um welche schamanische Tradition geht da genau? Klingt interessant...

BB
Nivien

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Letzte Änderung: 28 Mär 2008 20:49 von Nivien.

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02 Apr 2008 11:16 #6768 von Ishtar
Ishtar antwortete auf Pfadarbeit
Huhu

Hab das erst jetzt gesehen....

Pfadarbeiten, engl. Pathworkings manchmal auch mit Wegbahnungen (finde ich z.B. grauenhaft) ins Deutsche übersetzt.

Pfadarbeiten gehören nicht einer bestimmten Tradition an, sondern können Traditionenübergreifend eingesetzt werden. Es ist richtig, dass Pfadarbeiten auf dem qabbalistischen Baum des Lebens benutzt werden. Genausogut kannst du aber auch auf den Pfaden Yggdrasils wandern oder durch die Grabkammer der Pyramide, oder eine Tarotkarte erkunden, indem du sie als Tor benutzt und das auf ihr gezeigte Bild in einer Pfadarbeit erforschst.

Bei Pfadarbeiten handelt es sich um ein magisch-religiöses Trainingsinstrument welche die Türen des Geistes öffnet und uns Zugang zu den Inneren Welten. Deswegen werden Pfadarbeiten unter anderem auch in der Psychologie eingesetzt, vornehmlich in der Hypnose. Sie werden dort allerdings nicht als Pfadarbeiten bezeichnet.

Eine Pfadarbeit ist eine Reise in die Anderswelt mit (je nach Pfadarbeit) einer Landkarte eines bestimmten Bereiches der Anderswelt, den du (in dir) erforschen möchtest.

Um eine Pfadarbeit durchzuführen musst du in der Lage sein dich entspannen und konzentrieren zu können und kreatives Visualisieren beherrschen. Die Sache mit der Bewusstseinsveränderung kommt dann von selbst. (Pfadarbeiten finden in einem meditativen Bewusstseinszustand statt und nicht im Alltagsbewusstsein)

Die Techniken der Pfadarbeiten ist sehr alt und bei den Anubispriestern und Aesculapiuspriestern belegt.

Durch Pfadarbeiten kannst du an Informationen kommen, sie können entspannen, beruhigen, trainieren den Geist und das Gehirn und können sogar heilen.

Der mystisch-magische Gebrauch einer Pfadarbeit hat etwas damit zu tun deine Innere Welt zu ergründen, aber auch mit dem Göttlichen in dir zu kommunizieren.

Es gibt sehr viele Überschneidungen mit Meditationen aber auch mit der Schamanischen Reise. Gewisse Meditationsarten kann man als Pfadarbeiten bezeichnen und genauso könnte man eine schamanische Reise als Pfadarbeit bezeichnen.

In einer Pfadarbeit gehst du meist einen bestimmten Weg. Dabei kannst du diesen Weg alleine gehen oder du wirst von jemanden durch die Pfadarbeit geführt, weshalb eine Pfadarbeit auch als eine geführte Meditation bezeichnet werden kann. Inhaltlich ist es aber immer so, dass du in der Anderswelt oder deiner inneren Welt zu einem Ort hin gehst und wieder zurückgehst, fast wie ein Spaziergang an einem wundersamen Ort. Es kann auch sein, dass du in der Pfadarbeit an einen Ort gehst um dort über einen Lehrsatz zu meditieren – d.h. du führst innerhalb der Pfadarbeit eine Meditation durch und die Pfadarbeit bietet dir den entsprechenden Rahmen. Bilder sind vorgegeben, da du ja eine Landkarte hast, es gibt aber in den meisten Pfadarbeiten auch Raum für nicht vorgegebene Entstehungen.

Ich möchte die Pfadarbeit in ihrer Wirksamkeit nicht mindern, sie ist ein sehr mächtiges Instrument, aber mit Anfängern würde ich immer eher eine Pfadarbeit als eine schamanistische Reise machen. Einfach deshalb, weil du als Anfänger in einer Pfadarbeit den grad deiner Trance meist leichter kontrollieren kannst als mit einigen schamanistischen Techniken. Den Unterschied sehe ich mehr in den Mitteln die dazu benutzt werden, dass du in Trance kommst und / oder der jeweilige Kontext. Viele schamanische Reisen die bei Workshops etc. durchgeführt werden sind nach meinem empfinden mehr schamanistische Pfadarbeiten (soll jetzt aber nicht abwertend sein). Ich finde die Überschneidung ist da wirklich sehr groß und es fällt mir schwer sehr starre Linien zu ziehen. Wenn du z.B. einfach zu deinem Krafttier zu einer Lichtung gehst mit ihm quatschst und wieder zurück dann kann man das genauso gut eine (schamanistische) Pfadarbeit bezeichnen.

Da ich in allen drei Bereichen tätig bin: Wenn ich mit schamanistischen Techniken arbeite nenne ich es Reise. Wenn ich ritualmagisch Arbeite Pfadarbeit. Im Therapeutischen Bereich ist es eine Imaginationsreise.



Die Übung Caer Arianrhod aus dem Buch keltischer Schamanismus ist z.B. auch eine Pfadarbeit.

Da du Bücher und Dolores erwähnt hast…….

Nick Farrell hat ein Buch zum Thema geschrieben: „Magical Pathworking. Techniques of Active imagination“

In Highways of the mind verfolgt Dolores Ashcroft-Nowicki die Pfadarbeiten durch die Geschichte hindurch und bringt zuletzt ein paar Beispiele aus verschiedenen Traditionen.

Das Buch von Farrell ist etwas technischer, während ihres mehr auf den unterschiedlichen historischen Gebrauch eingeht. Das technischere Buch von ihr wäre magical use of thoughtforms was sich aber sehr stark auf Gedankenformen konzentriert, die allerdings in Pfadarbeiten auch gebraucht werden, aber sehr viel weiter geht. Dieses Buch finde ich allgemein sehr klasse.
Ihr initiate’s book of pathworkings ist wiederum eine Sammlung verschiedener Pfadarbeiten aus ägyptischer, griechischer, alexandrischer, keltishcer, elgen schamanistischer und anderen Traditionen. Also sozusagen das „Praxisbuch“ zu highways of the mind. shining paths von ihr kann ich nur empfehlen, wenn du dich wirklich mit dem qabbalistischen Baum des Lebens auseinandersetzen willst, ansonsten macht das Buch keinen Sinn.

Hoffe das hat geholfen, ansonsten nochmal nachhaken.

BB
Ishtar

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02 Apr 2008 15:03 - 02 Apr 2008 15:06 #6771 von Nivien
Nivien antwortete auf Pfadarbeit
Hallo Ishtar :)

vielen Dank für die ausführliche und erhellende Antwort.

Wenn man eine Sache mit verschiedenen Namen beschreiben kann, ist das manchmal etwas verwirrend. Und die vielfältigen Überschneidungen (Meditation, schamanische Reise) machen es auch nicht gerade einfacher...

Außerdem merke ich, dass ich schon von einem historischen Ansatz ausgehe. Ich lese einen Begriff und will dann wissen: wann wurde er von wem das erste Mal benutzt? Definition? Abgrenzung? Einordnung? (Die Jahre an den Uni sind wohl doch nicht ganz spurlos an mir vorübergegangen :blush: )

Aber mein Interesse ist in erster Linie schon persönlich-praktischer Natur (das andere kommt aber gleich danach ;) ). Die Gemeinsamkeiten zwischen schamanischen Reisen und Pfadarbeiten sind deutlicher, als ich gedacht hatte. Das Beispiel mit der Kraftttier-Suche hat mir eingeleuchtet. Du siehst die Unterschiede also eher im rituellen/trancetechnischen Bereich, und weniger inhaltlich?

Ui, und so viele Buchempfehlungen. Wenn ich mir mal wieder erlaube, Bücher zu kaufen, werde ich sicher davon was lesen. Solange kann ich noch in mich gehen, was am Passendsten für den Anfang ist.

BB
Nivien

Jede gute Sache ist scharf. (Gurdijeff)
Letzte Änderung: 02 Apr 2008 15:06 von Nivien.

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20 Mai 2008 15:28 #6996 von Nivien
Nivien antwortete auf Pfadarbeit
Hallo,

ist dann die sogenannte "aktive Imagination" der Pfadarbeit vergleichbar, in der Technik (wenn auch nicht in der Absicht)?

Nach einiger Lektüre in der Richtung muß ich feststellen, daß ich zu ausgesprochen (ritual-)magischer Arbeit sehr, sehr wenig Draht habe.

Die Technik als solches interessiert mich aber sehr, und ich würde gerne mehr davon erfahren. Sicher gibt es aus der psychologischen Ecke Literatur, die sich mit der Sache an sich auseinandersetzt. Verena Kast? L. Reddemann? (fand ich bei amazon). Wenn jemand von Euch da Erfahrung hat und mit Lesetipps anbietet, wäre ich sehr dankbar.

liebe Grüße
Nivien

Jede gute Sache ist scharf. (Gurdijeff)

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