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Umgang mit heidnischen Kultstätten

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15 Jun 2012 16:12 #12021 von Ishtar
Hi

Die kommende Toleranzversammlung in Fritzlar, wie auch der kürzliche Vandalismus beim Lia Fail haben mich zum Nachdenken über heidnische Kultstätten gebracht und unseren Umgang damit - wie auch dem Umgang der "Muggle" (im Sinne von Nicht-heiden) mit "unseren".

Ein paar einzelne Gedanken:

Es gibt gar keine offiziellen heidnischen Kultstätten - nur archäologische Stätten.
Hier stellt sich die Frage wie das für uns ist. Sind einige archäologische Stätten für uns heilige Stätten?
Es muss ja nicht nur alt sein, sondern könnte auch modern sein.... da gibt es einzelne Hexendenkmäler. Aber es sind keine heiligen Stätten. Ich kenne tatsächlich für Deutschland keine öffentlichen und nichts was Muggles als "heilige heidnische Stätte" erkennen würden. Wohingegen wir Heiden eine Kirche als für die Christen heilig anerkennen.

Wie gehen "wir" Heiden mit "unseren" Kultstätten um? (Und wie definieren wir unsere Kultstätten? - Meine Definition: Ein Ort an dem früher die Götter (polytheistisch) verehrt wurden.)

und wie ich das mache muss ich später schreiben, jetzt ist Kiddy-Dienst....

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17 Jun 2012 10:06 #12022 von Turtle
Hej,

derzeit sind die Archäologen und die Toleranz der Verwaltungen unsere besten Verbündeten bei der Wiederentdeckung und Wiedernutzung alter Kultstätten. In der Gemeinde Nettersheim ist die heidnische Nutzung der drei römischen Tempel problemlos. Niemand dort regt sich darüber auf, dass die Weihesteine kontinuierlich den Jahreszeiten entsprechend geschmückt sind, obwohl es offiziell nicht erlaubt ist, den Platz zu verändern. Die Externsteine dagegen sind ein Trauerfall. Traurig, weil inzwischen der Ort zur Sommensonnenwende quasi gesperrt ist, weil die naturreligiösen Heiden anscheinend nichts besseres zu tun haben, als die Landschaft mit Müll voll zu prömmeln und uralte Bäume zu beschädigen.

Ich für meinen Teil habe gelernt, alle Kultstätten zu respektieren, gleichgültig welcher Religion sie angehören. Im Katholizismus beispielsweise kann man in mancher Hinsicht mehr über heidnische Bräuche und Götter erfahren, als aus esoterischen Büchern. Unter Kirchen kann man manchmal, wenn man den christlicher Schleier durchdringt, einen alten Kultplatz tiefer erspüren, als bei einem nach über tausend Jahren wieder freigelegten Kulturdenkmal.

Meine persönlichen Kraftplätze halte ich jedoch geheim, selbst wenn sie öffentlich sind. Anfang des Jahrtausends habe ich mich sehr darüber geärgert, dass eine echt tolle und sehr kraftvolle Wiese, auf der neben wirklich seltenen Kräutern um die 20 Hexenringe wachsen, von denen der größte um die 17 m Durchmesser hat, einfach von den vielen Wanderern dort vollgemüllt wurde. Da machten Heiden ihre Rituale bei den beiden riesigen Buchen in der Mitte der Wiese ihre Rituale, Leute machten ihre Tai Chi Übungen und Meditationen mitten im Abfall anderer Leute. Ich habe ein entsprechendes Ritual seinerzeit gemacht gegen den Müll und konsequent ein Jahr lang mit einer Mülltüte bewaffnet einmal die Woche dort Müll gesammelt. Ich bin oft darauf angesprochen worden und siehe da: Irgendwann lag dort kein Müll mehr. Es wird zum einen weit weniger weggeworfen und zum anderen: Die örtlichen Wandervereine haben mich abgelöst und sammmeln jetzt ebenfalls den Müll weg (wieso haben die das vorher nicht gemacht?). Seit 10 Jahren ist die Wiese müllfrei.

Was wir brauchen, ist ein Bewusstsein für unsere Umgebung, für magische Orte und einen angemessenen Zustand eben dieser. Das ist nicht immer leicht, wenn die Religion des einen der Witz des Tages für den anderen und das Hassobjekt Nr. 1 für wieder einen anderen ist und gelangweilte Jugendliche einfach mal ihren nichtmal unbedingt bösartigen, sondern eher aus ungenutztem Energieüberschuss resultierenden Zerstörungsdrang befriedigen.

Bless

Turtle

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17 Jun 2012 10:06 - 17 Jun 2012 15:53 #12023 von Turtle
Hej,

hier ein Bild von den Matronensteinen vom September 2003.



Wir Natur- und Landschaftsführer wurden immer gefragt, ob wir die Tempel extra für die Touristen dekorieren. Die Antwort darauf war nein. Die Tempel werden von modernen Heiden geschmückt. Nicht organisiert, sondern jeder kommt irgendwann vorbei, allein oder in Gruppen und lässt eine Opfergabe als Fürbitte oder Dank am Ort. Die meist katholischen Besucher hatten damit nie ein Problem, sondern fanden es eher spannend, dass es sowas noch gibt.

Bless

Turtle
Anhänge:
Letzte Änderung: 17 Jun 2012 15:53 von Turtle. Begründung: Doppelposting

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17 Jun 2012 19:46 #12024 von galla
Hallöchen,
auch ich habe so meine Orte in der Umgebung die ich Regelmäßig besuche. Sehr schön finde ich z.B. alte Hügelgräber oder die aufgeschichteten Steingräber, die noch in so manchem Wäldchen stehen.Oft sind sie so selten besucht das man dort immer seine Ruhe hat, ich habe noch nie erlebt das sich da jemand über Blumen oder anders beschwert hätte.

Ich und mein Mann besuchen aber auch mindestens einmal im Jahr Heitabu oder die Slaven Siedlung in Gross Raden. Diese Orte fühlen sich einfach gut an und ich bin sehr gerne dort, mir reicht dann auch ein in stille gemurmeltes Gebet. Ich muss nicht unbedingt eine Opfergabe dort lassen.

Zu dem Müll, ich habe das Gefühl - manche haben einfach diese "gehört mier nicht, interessiert mich nicht" oder "ich war das ja nich" Einställung. Dann ist es an uns ein Bewustsein dafür zu schaffen und eben einfach mal die Chipstüte auf zuheben und in den Müll zu schmeißen.
@Turtle : toll das du damit Erfolg hattest, da hat es ja wirklich was gebracht.

Güße Galla
)O(

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20 Jun 2012 18:40 #12026 von Ialokin
> Die Externsteine dagegen sind ein Trauerfall. Traurig, weil
> inzwischen der Ort zur Sommensonnenwende quasi gesperrt ist

Mein Eindruck bei den Externsteinen war, dass die Naturkräfte dort überhaupt kein Interesse an Menschen, geschweige denn ihrem Besuch haben.

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

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21 Jun 2012 18:35 #12030 von Turtle
In gewisser Weise stimmt das. Man kann gut mit den Steinen interagieren, sich aufladen, aber von sich aus gehen die Steine nicht auf die Menschen zu.

Ich war vorhin für gut zwei Stunden da. Das heidnische Lager war vergleichsweise klein, die Steine tun das, was sie zur Sommnersonnenwende immer tun: sie ziehen sich ein Stück weit in sich zurück. Man kann ganz sanft in sie rein gehen und wird willkommen geheißen, aber sie sind weniger aufmerksam als morgens bei Sonnenaufgang, wenn kein Feiertag ist.

Der aufmerksamere und freigiebigere Ort dort ist die versumpfte Quelle im Wald.

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18 Jul 2012 14:38 #12066 von Wölfin
Wenn ich an einen "heiligen" Ort bzw Kraftort gehe oder denke, so sind dies meistens bestimmte Stellen im Wald oder mein absoluter Lieblingsort eine Burgruine, die nich sonderlich besucht ist, das diese eigentlich eher nur unter den Einheimischen bekannt ist und der Weg um dort hinzukommen ein wenig anstrengender ist.

Ansonsten denke ich, dass generell alle alten Kulstätten egal von welchen Traditionen, Kulturen oder Religionen als heilig erachtet werden können und man sich dort respektvoll zu verhalten hat.

Ich finde es immer wieder schrecklich, wenn ich an alten Gemäuern, egal ob Kirche oder Tempel, Graffitti entdecke oder Müll achtlos liegen gelassen wurde.
Immerhin sind an solche Stätten jahrhundertelang Menschen hingepilgert die ihre Gebete, Hoffnungen, Ängste dort hinterlassen haben, Rituale wurden dort vollzogen und haben diese Orte mit Energie durchtränkt.
Und dabei ist es egal ob Kirche, Tempel, Externsteine, Hügelgräber. Alle haben sie eine wichtige und machtvolle Bedeutung erfahren und ich finde es traurig und vermessen wenn sie "beschmutzt" werden.

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19 Jul 2012 10:22 #12075 von Ialokin

Ansonsten denke ich, dass generell alle alten Kulstätten egal von welchen Traditionen, Kulturen oder Religionen als heilig erachtet werden können und man sich dort respektvoll zu verhalten hat.
Immerhin sind an solche Stätten jahrhundertelang Menschen hingepilgert die ihre Gebete, Hoffnungen, Ängste dort hinterlassen haben, Rituale wurden dort vollzogen und haben diese Orte mit Energie durchtränkt.
Und dabei ist es egal ob Kirche, Tempel, Externsteine, Hügelgräber.
Alle haben sie eine wichtige und machtvolle Bedeutung erfahren


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