Depression & Spirituelle Praxis

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25 Jul 2011 14:05 #10850 von Athena
Hi,

ich brauche mal -wenn moeglich- etwas Rat, Anleitung, vielleicht sogar Erfahrungsaustausch:
Seit meinem 12 Lebensjahr habe ich chronische Depressionen. D.h. Bis auf wenige kurze Zeitraeume ist die Depression immer da – mehr oder weniger im Hintergrund, je nachdem wie es mir geht.
Mir faellt auf, dass meine spirituelle Praxis total davon abhaengt wie stark oder schwach die Depression gerade ist; im Grunde habe ich nur eine regelmaessige/taegliche Praxis fuer mich selber wenn es mir gut [genug] geht. (Was ja auch irgendwie natuerlich ist.)
Ich erwarte keine Tips zur Heilung (das ist glaube ich nicht drin); was ich aber gerne fuer mich erarbeiten wuerde (falls moeglich) ist eine spirituelle Praxis die ich auch in Phasen mehr oder weniger starker Depression beibehalten kann, und die vielleicht sogar gerade hilfreich in diesen Zeiten ist und mir Halt gibt.
Fuer Vorschlaege bin ich sehr dankbar.

Und noch eine Frage: meint ihr dass Spiritualitaet ueberhaupt mit psychischen Schwierigkeiten helfen kann?

Danke fuer Antworten.

Bright Blessings

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25 Jul 2011 17:27 - 25 Jul 2011 17:29 #10851 von eald
Hi,

Und noch eine Frage: meint ihr dass Spiritualitaet ueberhaupt mit psychischen Schwierigkeiten helfen kann?

Kommt imho auf den Grad der ... 'Schwirigkeiten' an.
Depressionen bedürfen m.E. immer einer kompetenten Behandlung durch Dritte. Bei kleineren Schwierigkeiten kann eine ausgeprägte Spiritualität, denke ich, aber durchaus problemlösend sein und selbst bei Depressionen und schwerwiegenden Problemen zusätzlich unterstützen. Explizit hilfreiche Tips hierzu kann ich aber leider nicht geben. :blush:
Letzte Änderung: 25 Jul 2011 17:29 von eald.

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26 Jul 2011 10:01 - 26 Jul 2011 10:03 #10852 von Satyr
Hallo Capricorn,

zuerst möchte ich mich dem, was eald geschrieben hat, anschließen.
Gleichzeitig ein zwei Gegenfragen von meiner Seite. Wenn es zu persönlich ist, solltest Du natürlich nicht hier im öffentlichen Forum antworten.
Zum einen, welche Formen nimmt Deine Depression an, wenn es Dir gar nicht gut geht. Bist Du völlig antriebslos, kannst gar nichts mehr unternehmen oder hast Du noch Energie, Dich zu etwas aufzuraffen. In welche Richtung gehen dann Deine Gedankengänge?

zum anderen, wie sieht Deine spirituelle Praxis aus, wenn es Dir besser geht? Was machst Du da, was tut Dir gut? Was möchtest Du noch gern machen und was könntest Du Dir noch vorstellen?

Es geht mir gerade nicht um Heilung, wie Du selber auch schreibst, welche Du nicht erwartest, sondern, wenn Du gern Vorschläge für unterstützende spirituelle Massnahmen hören/lesen möchtest, dann bräuchte man einfach mehr Info, welches System Du benutzt oder welche Praktiken Dir gut tun und was überhaupt gehen könnte, wenn es Dir nicht so gut geht.
Ich denke schon, dass es auch im spirituellen Bereich sichernde, erdende Praktiken gibt, welche einen erfüllen und einem spirituellen Grundbedürfnis entgegen kommen. Jedoch ersetzen sie keine Gesprächs.- oder Verhaltenstherapie oder wenn notwendig, stabilisierende Medikamente.
Von konfrontativen oder innerlich aufbrechenden Praktiken würde ich ausserhalb eines geschützten therapeutischen Rahmens abraten. Es ist nun mal so, dass die meissten Bewusstseinstechniken diese Ebene hier verlassen und mit dem Innen oder Aussen arbeiten. Aber das ist kein Hinderungsgrund für Dich, weiterhin zu schauen, was funktioniert und gut für Dich ist.
Aber ein paar mehr Infos wären nicht schlecht,
BB
Satyr

Der Moment ist Alles ^^
Letzte Änderung: 26 Jul 2011 10:03 von Satyr.

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26 Jul 2011 21:30 #10854 von Ishtar
Huhu

Ich melde mich zu dem Thema ausführlich sobald ich Zeit finde (momentan ist das grad Mangelware).

LG
Ishtar

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27 Jul 2011 11:28 #10866 von Athena
danke schon einmal fuer die Antworten; besonders and Satyr.

Als Info kann ich hier schreiben, dass wenn es mir schlecht geht es sich zum einen so aeussert, dass ich dann quasi auf “Roboter-mode” umschalte und im grunde nur noch in meinen Verantwortlichkeiten als Mutter, Partnerin und Hausfrau “funktioniere” - ich stecke dann all die wenige verbleibende Energie darein meine depressive Stimmung nicht auf meinen Sohn zu uebertragen und fuer ihn eine gute Mutter zu sein (also trotz allem zu spielen, singen, Quatsch machen und lachen) und das funktioniert auch gut *stolz*.

Auswirkung auf mein Innenleben ist vor allem dass ich sehr negativ alles sehe, mein Fokus ist dann auf all den Dingen die ich nicht [geschafft] habe/die nicht gut laufen usw. - sehr aus den Proportionen zu all den guten dingen in meinem Leben!
Besonders schlimm in den Tiefphasen ist auch, dass ich extrem gequaelt werde von Gedanken an verschiedenen unschoene Dinge in meiner Vergangenheit; und zusaetzling macht mir das “Leid der Welt” so zu schaffen, dass ich buchstaeblich mitleide – ich kann mich da kaum abgrenzen.

[Meine erste Depression mit 12 wurde ausgeloest als meine Eltern bzw. Meine Mutter entschieden mir von Tier- und Natur-schutz zu erzaehlen und zwar indem sie mir schonungslos von Tierversuchen, Robben- und Wal-abschlachtung, Baumsterben, Naturverseuchung undsoweiterundsofort erzaehlte … Danach wurde ich mit all dem allein gelassen um damit fertig zu werden (tja das “fertigwerden” ist mir bis heute nicht gelungen).]

Die Frage nach meinem spirituellen System ist schwer zu beantworten, da ich erst seit weniger als einen halben Jahr zu den alten Wegen zurueck gekehrt bin – ich fange also gerade quasi noch mal von vorne an.
Gleichzeitig war ich vor meiner “Pause” 10 Jahre lang sehr aktiv/engagiert; bin also auch nicht wirklich ein “Neuling”.
Ich bin eine freifliegende Hexe und meine Spiritualitaet ist sehr nah am Gardnerischen Wicca mit einigen Verknuepfungspunkten zu Feri (ich bin aber in keiner Tradition initiiert).
Die letzen Jahre vor meiner Pause hatte ich mich aber mehr und mehr auf den magischen Bereich konzentriert und [leider] den spirituellen Aspekt und vielleicht auch Persoenlichkeitsentwicklung vernachlaessigt.

Sonst faellt mir zu Info erstmal nichts ein.

Das mit den sichernden und erdenden Praktiken klingt gut – hast du da konkrete vorschlaege?

LG

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27 Jul 2011 15:59 - 27 Jul 2011 16:02 #10867 von Satyr
Capricorn schrieb:

Als Info kann ich hier schreiben, dass wenn es mir schlecht geht es sich zum einen so aeussert, dass ich dann quasi auf “Roboter-mode” umschalte und im grunde nur noch in meinen Verantwortlichkeiten als Mutter, Partnerin und Hausfrau “funktioniere” - ich stecke dann all die wenige verbleibende Energie darein meine depressive Stimmung nicht auf meinen Sohn zu uebertragen und fuer ihn eine gute Mutter zu sein (also trotz allem zu spielen, singen, Quatsch machen und lachen) und das funktioniert auch gut *stolz*.

Hallo Capricorn,
Du kannst wirklich sehr stolz auf Dich sein. Du schaffst es, das unangenehme Gefühl zu kompensieren und für Deine Familie da zu sein. Dadurch bleibt für Euch Alle ganz ganz viel erhalten, auch für die Zeit, wenn es Dir besser geht.

Auswirkung auf mein Innenleben ist vor allem dass ich sehr negativ alles sehe, mein Fokus ist dann auf all den Dingen die ich nicht [geschafft] habe/die nicht gut laufen usw. - sehr aus den Proportionen zu all den guten dingen in meinem Leben!

Okay. Deine Gedanken richten sich also gegen Dich selbst, in Bezug auf Leistung. Es geht also in die Richtung Selbstwertgefühl?

Besonders schlimm in den Tiefphasen ist auch, dass ich extrem gequaelt werde von Gedanken an verschiedenen unschoene Dinge in meiner Vergangenheit;

Negative Erinnerungen quälen dich jetzt. Sind diese Ereignisse noch immer aktuell oder sind sie "weltlich abgeschlossen"? Also sind es reine Erinnerungen, die von Allein auftauchen oder noch immer bestehende Konflikte mit anderen Menschen?


und zusaetzling macht mir das “Leid der Welt” so zu schaffen, dass ich buchstaeblich mitleide – ich kann mich da kaum abgrenzen.

Ja das ist ein wichtiger Punkt. Das sich Abgrenzen von Ereignissen, die überhaupt nix mit einem zu tun haben, welche man aber auf sich projeziert oder sich damit in Verbindung bringt. Vielleicht weil man von negativen Gedanken erfüllt ist, und unschöne Dinge diese Gedanken noch füttern. Ein kleiner Malstrom, der sich selbst versucht zu erhalten, und wenn dafür fremde Inhalte herhalten müssen.

Ich habe jetzt immer wieder gegengefragt, um sicher zu sein, dass ich Dich lediglich richtig verstanden hab.

[Meine erste Depression mit 12 wurde ausgeloest als meine Eltern bzw. Meine Mutter entschieden mir von Tier- und Natur-schutz zu erzaehlen und zwar indem sie mir schonungslos von Tierversuchen, Robben- und Wal-abschlachtung, Baumsterben, Naturverseuchung undsoweiterundsofort erzaehlte … Danach wurde ich mit all dem allein gelassen um damit fertig zu werden (tja das “fertigwerden” ist mir bis heute nicht gelungen).]

Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Es ist gut, dass Du das für dich so in Erinnerung hast.
Auch wenn ich Dich nicht kenne und das was ich vorschlage nicht Ohne sein kann, so fällt mir doch etwas dazu ein. Wenn Du eine Therapeutin Deines Vertrauens hast, kannst Du sie auch fragen, ob sie Dich da durch führt.
- Schau mal in Dich, wie es sich anfühlt, wenn Du an dieses Ereignis zurück denkst.
- okay, sorge für Sicherheit; dass Du nicht gestört wirst, dass es Dir gut geht, mach vielleicht ruhige Musik an, die Du sehr magst, entspanne Dich. Du kannst jeder Zeit "zurückkommen".
- Geh in Gedanken zurück zu dem Ereignis und beobachte Dich selbst als jungen Menschen in der Situation. Schau noch einmal wie Du reagiert hast und wie Du Dich anschließend zurückgezogen hast (vielleicht auch nur innerlich). Deinem jetzigen Selbst kann nichts passieren.
Sprich Dich selbst, als Du ein junger Mensch warst in dieser Situation an. Imaginiere, wie Du mit Deinem 12 jährigen Selbst sprichst. Erkläre Ihr, dass sie das sehr erschrocken hat Gleichzeitig darf sie jetzt diese Situation loslassen. Überrede sie oder verhandle mit ihr, mit Dir zu kommen, denn Dein Leben ist weiter gegangen. Erzähle ihr von Deinem jetzigen Leben und dass Du in Deinem Herzen oder einem inneren Garten ein Platz hast, der ihr gehört und dass Du sie mitnehmen möchtest. Du kannst ihr auch das damalige Ereignis aus Deiner heutigen Sicht erklären, aber überrede sie, mit Dir zu kommen, damit Du heil bist, weil sie ein Teil von Dir ist. Schließ sie in die Arme, tröste sie, erkläre ihr alles.
Wenn sie mit Dir gekommen ist und Du wieder im Hier und Jetzt ist, fühle nach, genau so wie vor der Übung, wie sich das Ereignis jetzt für Dich anfühlt.


Die Idee, die dahinter steckt ist:
Du wurdest als junger Mensch arg erschreckt und ein Teil Deines Inneren hat sich zum reinen Selbstschutz eingekapselt.
Dieser hat Dir gefehlt, um "Ganz" zu sein. Es ist eine Traumatisierung. In dieser Übung versucht man, das damalige ich anzunehmen, zu sich zu nehmen bzw. den Ich-Anteil von damals zu trösten und dort abzuholen, wo er ist.
Denn wir sind inzwischen viel weiter und sind nicht mehr auf den Stand von damals.
Wie fühlt sich das Ereignis nach der Übung im Gegensatz vor der Übung an?
Wenn wir traumatisierte Anteile wieder zu uns nehmen, gewinnen wir an Kraft, denn es sind Anteile, die uns fehlen und in der Vergangenheit "hängen" geblieben sind.

Die Frage nach meinem spirituellen System ist schwer zu beantworten, da ich erst seit weniger als einen halben Jahr zu den alten Wegen zurueck gekehrt bin – ich fange also gerade quasi noch mal von vorne an.
Gleichzeitig war ich vor meiner “Pause” 10 Jahre lang sehr aktiv/engagiert; bin also auch nicht wirklich ein “Neuling”.
Ich bin eine freifliegende Hexe und meine Spiritualitaet ist sehr nah am Gardnerischen Wicca mit einigen Verknuepfungspunkten zu Feri (ich bin aber in keiner Tradition initiiert).
Die letzen Jahre vor meiner Pause hatte ich mich aber mehr und mehr auf den magischen Bereich konzentriert und [leider] den spirituellen Aspekt und vielleicht auch Persoenlichkeitsentwicklung vernachlaessigt.

Sonst faellt mir zu Info erstmal nichts ein.

Das mit den sichernden und erdenden Praktiken klingt gut – hast du da konkrete vorschlaege?

LG


Das Du Praxiserfahrung hast, ist ja gut, dann dürfte eine selbstgeführte Imagination kein Problem sein. Bleib nur nicht irgendwo in Dir hängen und steigere Dich nicht in vergangene Ereignisse hinein. Beobachte sie, aber gebe keine neue Energie hinein, die Gedanken gehen dann auch wieder.

So generell, kommst Du derzeit mit autogenem Training klar? Innere Traumreisen?

Was ein plus für Dich ist, ist die Tatsache, dass Du, wenn es Dir nicht so gut geht, Dinge, wenn auch automatisiert, weiter machen kannst. Wenn Du nun spirituelle Techniken suchst, die Unterstützen, dann fallen mir z.b. Elemente des Dir bekannten Wicca-Grundrituals ein wie die Satz-Wasserreinigung. Angenommen, Du findest regelmäßig oder oft die Möglichkeit, 10 min, Dich zurückzuziehen und mit einer Schale Salz und einer Schale Wasser das kleine Ritual verändert durchzuführen, dass es ein Teil Deiner Routine wird, so wirst Du es auch in Zeiten durchführen können, in denen es Dir nicht so gut geht.
Nur als Beispiel würde es in etwa wie folgt abändern:
-kurze Imagination als Weltensäule oder Baum - in beiden Fällen ist man mit Erde und Himmel verbunden und Energie einatmen von oben und unten (wirklich nur kurz, denn es wird bei häufiger Wiederholung schnell kraftvoller)
-wasser reinigen (+kraft da hinein) und Salz segenen (+Kraft), so wie Du es kennst
-beide schalen halten " Salz und wasser, innen und aussen, seele und leib, seid rein, werft ab alles Schädliche, nehmt auf alle guten und heilenden Kräfte - Bei der Macht der Mutter allen Lebens und ihres Geliebten, des Gehörnten Gottes, so sei es." wiederhole das ab ... bei der Macht... am Anfang 3 Mal, wenn man das oft macht, meldet sich auch recht schnell die Presenz. (ich glaube, dieser Spruch kommt von Starhawk, funzt aber gut)
- vermenge Salz und Wasser (da gibts auch sprüche für, jetzt aber net wichtig)
-sage dann etwas wie: "ich reinige, weihe und heile mich, auf dass ich rein, heilig und gesund sei". (kannst Du auch wiederholen, wenn Du magst)
- benetze dann Deine Stirn mit dem Salzwasser und stell Dir vor, wie es Dich innerlich ganz reinigt
- wiederhole dann, vielleicht 3 mal "Es geht mir sehr gut!"

Es ist nur ein kleines Ritual, aber Du kennst es bereits und durch wiederholung wird es sehr Machtvoll, auch durch seine positiven Affirmationen, die innerlich weiter wirken. Desweiteren nimmst Du Dir Zeit für Dich selbst und zentrierst Dich. Du rufst Deine Götter dazu an, welche auch mit der Zeit stärker werden, bzw. diese Reinigung wirkt dann auch wie ein Segen. Wenn Du es in schlechten Zeiten automatisch weiter führst, kann es auch zu einem guten Effekt führen, einfach weil Du bei Dir bist, Dir etwas gönnst und an Deiner Stabilisierung arbeitest.

Es sollte nur als Beispiel dienen, auch einen Kreis ziehen, ein Dankesgebet, oder Dinge wie den Körper leicht abklopfen, massieren lassen oder was immer Du ohne nachzudenken auch in einem depressiven Zustand durchführen könntest/würdest, kann helfen. Auch wenn Du in dem Zustand denkst, dass es eh alles sinnlos ist.

Was hat Dich bisher wieder aus dem Tal gebracht? War es von Allein zu Ende? Halfen Dir bestimmte Soziale Kontakte? Bestimmte Ereignisse, die Dir halfen? Haben Dich notwendige weltliche Pflichten "runter geholt" und geerdet? Sport? Umgang mit Tieren? Bewegung?

soweit meine aktuellen Gedanken dazu,
Viele Grüße
Satyr

Der Moment ist Alles ^^
Letzte Änderung: 27 Jul 2011 16:02 von Satyr.

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28 Jul 2011 09:43 #10868 von Athena
Wow Satyr, vielen vielen Dank fuer deine ausfuehrliche hilfreiche Antwort !! Es bedeutet mir sehr viel dass sich jemand der mich gar nicht kennt sich die Zeit nimmt und Muehe macht zu helfen. Moege deine Freundlichkeit (kindness) und Hilfbereitschaft als Glueck & Segen auf dich zurueck fallen !!
Du hast mir so viel Stoff als Anregung und Denkanstoss gegeben - da muss ich mich erstmal eine Weile mit befassen before ich darauf antworten kann.
Viele liebe Gruesse,
Capri x

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28 Jul 2011 10:18 #10869 von Satyr
Gerne doch,
Blessed Be
Satyr

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04 Aug 2011 09:14 #10895 von Ishtar
Hallo Capricorn

Endlich komm ich dazu hier mehr zu schreiben!
Ich möchte dir aber als erstes ein Kompliment aussprechen: Ich finde es wunderschön wie sehr du dich in diesen schweren Phasen um deinen Sohn bemühst. Der Alltag fällt in einer depressiven Phase häufig sehr schwer und die Bewältigung ist mit großer Anstrengung verbunden. Hut ab vor deiner Leistung!

Einige Sachen wurde schon angesprochen. Solltest du es bisher noch nicht getan habe würde ich dir sehr zu einer Therapie raten oder einer erneuten Therapie. Vor allem wäre auch eine Abklärung wichtig in wie weit es sich um eine Dysthymia, Rezidivierende Depression o. Ä. handelt.

Leider weiß ich jetzt nicht wieviel du schon getan hast und dich informiert hast, so dass evt. einige Sachen die ich schreibe für dich "weiß ich schon" sind. Bitte seh einfach darüber hinweg, vielleicht hilft es ja dann einem "stillen mitleser". ;)

Depressionen sind in den meisten Fällen sehr gut verhaltenstherapeutisch behandelbar, es gibt nur ganz wenige Fälle die nicht ansprechen und auch für die gibt es eine Fülle von weiteren Methoden die man einsetzen kann (z. B. CBASP, aber wenn du noch gar keine Therapie hattest solltest du es erst einmal mit einer Standart Verhaltenstherapie (cognitive-behavioral) versuchen, weil die Therapeutenfindung bei CBASP schwierig sein kann). Bei wiederkehrenden Depressionen kann man viel mit Prävention tun und es geht dann häufiger darum ein Gefühl dafür zu kriegen, wann es wieder die Spirale runter geht und den Anfängen zu wehren.

Die Ursachen für eine Depression sind Multikfaktoriell - also verschiedene Faktoren kommen zusammen. Obwohl die meisten Betroffenen einen Auslöser (erst mal Ursauche genannt) benennen können. Genauso gibt es verschiedene Säulen und Interventionen die helfen können und am besten im ihrem Zusammenspiel helfen. (z.B. Sind regelmäßiger Sport (2-3 x pro Woche), eine langzeit Verhaltenstherapie (mind. 45 h) und Medikation (bei Rez. mind. ein Jahr lang) am effizientesten zusammen).

Da du speziell wegen deiner spirituellen Praxis gefragt hast:
Es ist vollkommen normal, dass dir diese schwer fällt, es würde mich wundern, wenn du das Gegenteil erzählst. Die Depressive spirale ist für jeden anders, aber häufig kommt es relativ am Anfang vor, dass man Dinge die einem gut tun (angenehme Aktivitäten) vernachlässigt und nur noch das Nötigste, bzw. die auferlegte Pflicht tut weil man z.B. so energielos oder lustlos ist. Bei den meisten gehört spirituelle Praxis zu den angenegneb Dingen die dann wegfallen. Ist auch eigentlich völlig logisch, schließlich fällt einem ja alles schwerer. Wichtig ist also, dass du in solchen Phasen versuchst weiterhin Dinge zu tun, die dir vorher Spaß gemacht haben, aber nicht mit dem Anspruch, dass sie dir Freude bereiten sollen. Wenn sie dir nicht unangenehm sind oder du sie aushalten kannst ist es während einer depressiven Episode völlig ausreichend.

Als spirituelle Praxis die dir auch bezüglich der Depressionen etwas helfen kann ist vor allem Achtsamkeit zu nennen. Diese hat leider bisher außerhalb des Buddhismus wenig Beachtung gefunden in der europäischen Spiritualität. Ich würde dir aber dazu raten diese Praxis zuerst im Gesundheitssektor zu lernen und dann in deine Spirituelle Praxis zu übertragen. Gerade Achtsamkeit hat auch bei chronifizierten Erkrankungen einen sehr guten Erfolg und wird häufig zur Rückfallprophylaxe bei Depressionen insb. wiederkehrenden D. benutzt. Als Namen sind hier z.B. Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie der Depression (Mindfulness-Based Cognitive Therapy, MBCT) von Zindel V. Segal, J. Mark G. Williams und John D. Teasdale zu nennen und Jon Kabat-Zinn (MBSR). Integrieren kannst du die Techniken dann z.B. in kleine tägliche Andachten wie z.B. der Tee-Andacht , die dazu prädestiniert ist. Weiterhin sind Imaginationsübungen im spirituellen Bereich Pfadarbeiten genannt auch sehr gut. Für deinen Zweck kann ich Huber's Innerer Garten empfehlen.

Und da man ja als Mutter bekanntlich wenig Zeit für Sport hat, könntest du hier Spiritualität und sportliche Aktivität kombinieren indem du z.B. einen Tai-Chi oder Quigong Kurs machst. Yoga wäre sicherlich auch noch gut. Erkundige dich auf jeden Fall bei deiner Krankenkasse was evt. bezahlt werden würde!

mit den besten Wünschen das du bald die Spirale wieder hochläufst
Ishtar

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08 Aug 2011 09:44 #10901 von Athena
Liebe Ishtar,
auch dir ganz lieben Dank fuer deine super-informative Antwort!! :) :) -besonders auch da du ja -wie du schriebst- gerade viel beschaeftigt bist!
Besonders auch danke fuer deine aufbauenden, lieben, lobenden und verstaendnisvollen Worte - das tut eh immer gut aber ich konnte es auch gerade besonders gut gebrauchen! :)
Wie schon zu Satyr gesagt brauche ich Zeit um mich mit euren Anregungen auseinander zu setzen - und angeregt hat es mich!
Ich komme gerade erst wieder aus einem weiteren laengeren Tief raus; d.h. zwar ich habe wieder mehr Energie aber gleichzeitig bin ich auch noch sehr erschoepft und kann nicht gleich wieder voll durchstarten.
Ich muss ehrlich zugeben dass ich wenn ich in einer Depression stecke an spiritueller Praxis wie Rituale u.ae. gar nichts mache/hinbekomme; das einzige was ich aufrecht erhalte -weil es mir leicht faellt- ist die intellektuelle Seite wie Lesen, Recherche, Kopflernen und hier auf dem Forum posten.
Ich habe viel nachgedacht ueber das was Satyr gesagt hat von wegen Traumatisierung und den traumatisierten eingekapselten Selbstanteil zurueck holen.
Da muss ich mir aber noch ganz genau ueberlegen wie und wann (und wo) ich daran gehe.
Auch ist mir klargeworden dass eines meiner groessten Probleme mein uebergrosses Mitgefuehl und Sensitivitaet ist; ich muss daran arbeiten mir da wirksame Strategien aufzubauen!
Noch einmal ganz lieben Dank - es ist wunderbar dass ich hier Rat von Gleichgesinnten und Leuten mit Ahnung finden kann!! :) :)

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