Vergeben und vergessen?

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20 Sep 2007 11:55 #5028 von Lady of Darkness
Vergeben soll ja gut sein für das eigene Seelenleben, und vierlerorts wird auch von spiritueller Seite aus Wert darauf gelegt.

Was ist eure Meinung - muss man alles "vergeben und vergessen"? Oder wo sind die Grenzen?

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

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20 Sep 2007 19:06 #5029 von Ialokin
> Vergeben soll ja gut sein für das eigene Seelenleben,

Genau das ist ein springender Punkt.

> Was ist eure Meinung - muss man alles "vergeben und vergessen"? Oder wo sind die Grenzen?

Wenn ich es "muß" anstatt es zu wollen, dann ist es wenig erfolgversprechend.

Ialo

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

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21 Sep 2007 00:03 #5030 von eald
eald antwortete auf Vergeben und vergessen?

Was ist eure Meinung - muss man alles "vergeben und vergessen"? Oder wo sind die Grenzen?

Vergeben finde auch ich gut, weil heilend [font=Times New Roman:4ac400eaed][wo's stattfindet][/font:4ac400eaed] aber keinesfalls [font=Times New Roman:4ac400eaed][er-][/font:4ac400eaed]zwingend not-wendig.

Was allerdings das [font=Times New Roman:4ac400eaed][von der Vergebung imho zu trennende][/font:4ac400eaed] Vergessen anbelangt ...

[font=Times New Roman:4ac400eaed]»Wer die Vergangenheit nicht kennt ist gezwungen, ihre Fehler zu wiederholen!«[/font:4ac400eaed]

[marq=right:4ac400eaed] [/marq:4ac400eaed]

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21 Sep 2007 05:16 #5031 von Michiru
Ich finde die Reihenfolge immer sehr aufschlussreich:
Man "sollte" vergeben. Wenn das aber nicht klappt, weil man innerlich nicht so weit ist, bleibt einem noch das vergessen- und aus dem vergessen herraus kann man rückwirkend (wenn man sich wieder erinnert) wiederum vergeben.
Kann mir jemand folgen? :lol:

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21 Sep 2007 12:51 #5037 von sternhagel

Ich finde die Reihenfolge immer sehr aufschlussreich:
Man "sollte" vergeben. Wenn das aber nicht klappt, weil man innerlich nicht so weit ist, bleibt einem noch das vergessen- und aus dem vergessen herraus kann man rückwirkend (wenn man sich wieder erinnert) wiederum vergeben.
Kann mir jemand folgen?


Ich nicht.
Oder spielst du jetzt auf das Stichwort "verjährt" an? Wenn das so ist, dann kann man ja alles sofort vergeben, das spart einem Zeit und Ärger, und irgendwann ist sowieso alles lange her. Oder wie meinst du...? :blink:

Manche Enten können schwimmen, andere können gar nichts.

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21 Sep 2007 14:21 #5039 von scarabaea
Manchmal klammert man sich an Erinnerungen, die einen quälen. Ist das gut? Immer wieder steigen die Bilder auf, immer wieder kommen die Emotionen hoch. Das kann nicht gut sein.
Es gibt Dinge, die man nicht vergeben kann. Es ist aber heilsam, wenn man von ihnen loskommt. Dazu gehört auch, dass man nicht ständig daran denkt. Dann muss man Schutzmechanismen entwickeln, die verhindern, dass man durchdreht. In so einem Fall muss man zur Ruhe kommen, damit man frei ist für andere Inhalte. Vielleicht kann man nicht vergeben, aber man kann Abschied nehmen von dem Problem, das einen so sehr quält. Vergeben geht vielleicht nicht, aber Zurücksenden an den Absender ist vielleicht möglich. Es gehört natürlich Kraft dazu und man muss sich dazu aufraffen, ein passendes Ritual zu finden.

Es wird einige Zeit dauern, aber irgendwann ist alles weg. Die Bilder stellen sich nicht mehr ein und die Emotionen auch nicht und die Erinnerung verschwindet langsam und löst sich so nach und nach auf.

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22 Sep 2007 16:30 #5048 von Jill
Jill antwortete auf Vergeben und vergessen?
Es gibt einen klugen Satz im Film "Tausend Morgen", den ich leider nicht so ganz hinbekomme, so oder ähnlich: "ich habe das Unverzeihliche nicht vergeben"
Ich denke, es gibt Unverzeihliches - da muß man sich mit dem Thema vergeben also gar keinen Stress machen.
Ähnlich wie scarabaea sehe ich das mit dem verabschieden der problematischen Thematik, oder auch einfach pausieren. Es gibt Dinge, die kann ein Mensch nicht vollkommen verabschieden, da ist es hilfreich sie zumindest" in Urlaub" zu schicken

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23 Sep 2007 15:16 #5060 von Undine
Nun,Vergeben kann auch auf den Täter,der Dir geschadet hat zurückfallen.Deshalb lohnt es sich zu vergessen.Es wird sich nämlich darum gekümmert :censored:

Das Problem von Hexen ist,das sie nie vor Dingen weglaufen,die sie von ganzen Herzen hassen.....

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25 Sep 2007 19:12 #5068 von Arion
Hm - letztendlich halte ich Vergessen für absolut falsch...Vergessen allerdings im Hinblick auf "Schwamm drüber" ist für mich OK.... aber in der Kombination der Worte Vergeben und Vergessen ist - glaube ich - das UND der wirklich entscheidende Faktor.
Vergebung ohne Vergessen würde bedeuten, daß man ggf. doch nicht vergibt, weil man sich an dem Tatbestand, der der Vergebung bedarf festklammert und vergißt, weiter zu leben. Auch Vergebung um des Selbstwertes willen halte ich nicht für sonderlich wertvoll... so a lá "Schaut her, ich habe da und dort diesem und jenem vergeben...."
Vergessen ohne Vergebung würde m.E. Ignoranz bedeuten und daß ein unbewußter Zorn im Inneren schwelt, der sich mit Sicherheit bei unpassendster Gelegenheit und an der unpassendsten Stelle entlädt!!
Letztlich könnte ich mir durchaus vorstellen, daß diese Wortkombination eine Dualität darstellt, die sich gegenseitig benötigt, um ggf. ethisch rein und haltbar dazustehen.....
BB
Arion

Rose: Blanche, Du bist eine billige Klampfe!
Blanche: SCHLAMPE, Rose, es heißt SCHLAMPE..... ich bin eine billige SCHLAMPE!!!

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26 Sep 2007 07:24 #5069 von scarabaea
Ich halte es für wichtig, die Sache zu verabschieden und zu sagen "ich blicke nach vorne. Das Gewesene hat keinen Platz mehr in meinem Leben". Man selbst trifft die Entscheidung, was man zulassen will.

Bleibt man dabei, dass man nicht vergeben und nicht vergessen will oder kann, läßt man sich fremd bestimmen. Man läßt zu, dass eine solche Sache Einfluss auf das eigene Leben nimmt.

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