Warum wir die Göttin brauchen

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12 Okt 2007 17:06 #5236 von Witch of sadness
Warum wir die Göttin brauchen? Besonders als Frauen brauchen? Vielleicht, weil besonders Frauen durch sie lernen können, was es bedeutet, ein freies Leben zu führen (Artemis), oder wie wichtig Entscheidungen sein können (Hekate)?
Warum brauche ich die Göttin?
Warum ihr?

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12 Okt 2007 18:11 #5241 von scarabaea
Als Frauen sind wir der Göttin sehr nah, weil wir in den weiblichen Zyklen die Zyklen der Göttin erfahren. Wir haben die Möglichkeit, Leben zu schaffen oder uns dagegen zu entscheiden.

Egal welche Göttin uns gerade bewegt, man kommt nie an der großen universellen Göttin vorbei.

Ich habe mich jetzt längere Zeit mit Athene befaßt - meine Lieblingsgöttin ist Ishtar - und ich habe nochvollzogen, welche Problematik hinter Athene steht. Bei mir ist dieser Prozess noch nicht abgeschlossen. Ich habe zwar inzwischen die Ergebnisse meiner Auseinandersetzung mit Athene als Artikel auf meine Homepage eingestellt, aber irgendwie glaube ich, da fehlt noch etwas, ich bin noch nicht ganz fertig. Ich werde Athene selber fragen müssen, wie sie das ganze sieht.

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12 Okt 2007 18:51 #5243 von Ishtar
Weil ich eine Frau bin
Weil ich mich in einem männlichen Gott nicht auf die gleiche Weise sehen wie in einer Göttin - weil ich Frau bin (hab ich das schon gesagt ^^)
Weil es ohne ein Götterpaar kein Gleichgewicht bin
Weil ich die Beziehung zu einer persönlichen Göttin brauche und ein Urquell des göttlichen alles einfach etwas anderes ist als die direkte Beziehung zu einer Göttin oder einem Gott.
Weil Menschen das weibliche Göttliche brauchen mit allem was es beinhaltet.
Und weil es keinen männlichen gott geben ohne die göttin, denn die Polarität muss gewahrt werden.

BB
Ishtar

@scarabaea
Sehr interessanter Text mit einigen interessanten Aspekten hat Spaß gemacht den zu lesen. Danke :-)
Deine Lieblingsgöttin kann ich nur unterstreichen *smile*

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12 Okt 2007 18:59 #5246 von Lady of Darkness
Warum brauche ich die Göttin?

Ganz im Ernst ...

- Keine Ahnung, aber ohne wäre ich nicht vollständig.

(Genau so interessant wären die Fragen, ob und evtl. warum Männer die Göttin brauchen, ob und warum Frauen den Gott brauchen.)

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
https://knusperhaus.wordpress.com

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12 Okt 2007 22:06 #5250 von Ialokin
Man kann ihnen zwar eins zuweisen ... aber Götter haben doch eigentlich kein eindeutiges Geschlecht ... ? ! ;-) ?

Ialo

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

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12 Okt 2007 23:10 #5251 von Witch of sadness
Man kann ihnen zwar eins zuweisen ... aber Götter haben doch eigentlich kein eindeutiges Geschlecht ... ? !

@ Ialo,

das sehe ich nicht so!
Zwar gab es ne Menge Götter, die mehrgeschlechtlich waren, aber auch viele, die „nur“ ein Geschlecht hatten. Etwas anderes ist die „universelle Energie“, die kein Geschlecht kennt, aber wegen der Sprache mal „männlich“ oder „weiblich“ gesehen wird.
Mir ist die Göttin darum so wichtig, weil ich aus einer fundamentalistischen Sekte kommend, mich dort nicht wieder fand. Es waren männliche Gottheiten, männliche Normen und Werte, die mein Leben bestimmten!
Auch waren die Männergötter dagegen, das ich mein eigenes Geschlecht bevorzuge, oder mein inneres Geschlecht meinem äußerem anpasse. Während der Göttin dieses Sch***egal war! Im Gegenteil!
Es gibt bisexuelle/lesbische Göttinnen, und GöttInnen, die zweigeschlechtlich waren, bzw. ihr Geschlecht dauernd wechselten.
Eine dieser Göttinnen war:

Ishtar!

Diese Aussage fand ich in einem Internetartikel:

How common were transsexual priestesses in the ancient world? Almost every form of the Goddess was associated with them. Inanna, also called Ishtar, had Her Assinnu. The Assinnu were the hierodule priestesses of Inanna whose change was performed by crushing the testicles between two rocks in the earliest references. Inanna also had transgendered priests who did not do this and who wore clothing that was female on one side and male on the other called the Kurgarru. They were two distinct groups. Becoming an Assinnu was a mes, a call from the Goddess. This mes is a common thread among all transsexual priestesses. It was recognized that transforming one's life and body was not a choice but a destiny, the call usually in the form of dreams of Inanna when young. We have several different accounts of Inanna's decent to the underworld and rescue from Her sister, Ereshkigal. In one, Asushunamir (She whose face is Light), the first Assinnu, was created to save Inanna. In another version, two beings, the first Kurgarru and Kalaturru, neither males nor females, are created by Enki from the dirt under his fingernails for the mission. As hierodules, the Assinnu were seen as mortal representatives of Inanna and sex with Assinnu was congress with the Goddess Herself. As magicians, their amulets and talismans were the most powerful of magick to protect the wearer from harm, even just touching the head of an Assinnu was believed to bestow on a warrior the power to conquer his enemies. As ritual artists they played the lyre, cymbals, 2 string lutes and flutes and composed hymns and lamentations all in Emesal, the women's language, said to be a direct gift of Inanna, as opposed to the common language of men, Eme-ku.

[/i]
(We Are an Old People, We Are a New People;Part Two, Transsexual Priestesses, Sexuality and the Goddess,by Cathryn Platine)


WoS

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13 Okt 2007 08:03 #5252 von scarabaea
Wenn ich den obigen Artikel richtig gelesen habe, bezieht sich dies auf die Priesterschaft und nicht auf die Göttin selbst.

Es gibt Gottheiten, die zunächst weiblich sind und dann männlich gehandelt werden, wie zum Beispiel Nerthus. Das ist meines Erachtens ein Ergebnis der Änderung einer Weltanschauung. Götter, die in der Lage sind, ständig ihr Geschlecht zu wechseln, fallen mir jetzt nicht ein. Es gibt zwar Gestaltwandler, aber dabei handelt es sich um eine Verkleidung oder Sinnestäuschung.

Eigentlich sind die Geschlechtszuweisungen eindeutig. Das Spektrum der weiblichen Gottheiten - abgesehen von den weniger mächtigen Göttinnen - ist weitaus größer, zumal da das Schaffen und Wiederheimholen von Leben mit inbegriffen ist. Im patriarchalisch gepägten Zeitalter werden die männlicher Götter mächtiger, aber es entsteht so etwas wie eine Schieflage. Die Göttin ist für meine Begriffe vollständiger.

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13 Okt 2007 09:36 #5253 von Ialokin
Hallo WoS und Scarabaea :-)

Meine Bemerkung war absichtlich als Frage formuliert.

Mir geht es darum, daß Götter keinen (physischen) Körper haben. Und wieweit benötigt man ohne Körper eine geschlechtliche Festlegung?

Nach einigen Anschauungen (Steiner ist in dem Fall meine Quelle) haben manche Götter (beispielsweise die des alten Ägypten) zwar keinen Körper, wohl aber noch einen Ätherleib, also die "Form", die den physischen Körper bestimmt. Da wäre es dann vielleicht denkbar zu sagen, ein Geschlecht ist erkennbar.

Aber wenn Götter rein geistige Wesen sind, können sie dann noch ein eindeutiges Geschlecht haben?

Mögliche Geschlechtszuweisungen könnten begründet sein aus:

- Menschen können sich Götter nur als Menschen vorstellen, also brauchen sie dann ein - aber nur vorgestelltes - Geschlecht

- Ein Gott hat sich immer nur als Mann inkarniert (Vishnu-Avatare), wobei - vielleicht hat man die weiblichen Vishnu-Avatare aus gesellschaftlicher Beschränktheit bloß nicht erkannt, nicht in Erinnerung behalten?

- Eine Göttin kümmert sich vor allem um Themen, die mit Frauen assoziiert werden, also wird sie als weiblich gesehen.

Aber wären solche Geschlechtszuweisungen mehr als menschliche Projektionen?

Es gibt ja bei Pflanzen und Tieren auch Zwitter, sowie drei-geschlechtliche Organisiertheit - spiegelt sich das auch in Göttern wieder?


... wie gesagt für mich eine Frage, auf die ich mangels genügend Klarsicht keine
Antwort weiß.

*wink*
Ialokin

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13 Okt 2007 09:46 #5254 von Ialokin
Noch mal zum eigentlichen Thema:

WoS schrieb:
> Etwas anderes ist die „universelle Energie“, die kein Geschlecht kennt

Dieser Energie z.B. erlebe ich gleichzeitig als "abstrakten" Urgrund der Welt und als konkrete Person. Und bei der Person entsheide ich mich für weiblich, weil das für mich besser paßt, weil es bei mir die passenderen Gefühle anregt im Verhältnis zu ihr.

Da gibt's oft auch Mißverständnisse, wenn ich mit andren über "die Göttin" rede. Denn für mich ist jener Urgrund der Welt "die" Göttin.
In meiner Tradition ist die Dualität ein Kind dieser Urkraft udn wird "die Zwillinge" genannt. Die Zwillinge stehen genauso für Göttin und Gott wie für hell und dunkel, rot und grün, Norden und Süden.
Die weibliche Hälfte der Dualität (wie Göttin und Gott im Britih Traditional Wicca) bezeichne ich meistens über speziellere Aspekte (i.e. Maiden, Mother, Crone) und steht für mich nicht so im Vordergrund.

Ich bin Mono-poly-pantheist; die dualistische Phase (Göttin/Gott) überspringe ich gerne. ;-)

Ialokin

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13 Okt 2007 10:05 #5255 von scarabaea
Ich denke, dass da die Alchimie versucht, eine Antwort zu finden. Zwar bezieht sie sich nicht konkret auf Gottheiten, sondern versucht eine Erklärung für die Erschaffung des Menschen. Die unterschiedlichen Stadien sind interessant von einem zweigeschlechtlichen Wesen, das getrennt wird und die chymische Hochzeit vollzieht. Ein äußerst komplizierter Prozeß.

Auch die Schilderung der Erschaffung des Menschen in der Gnosis, wo unterschiedliche Seelentypen geschaffen werden, ist nicht so einfach.

Wieviel schwieriger muss da die Schöpfung der Götter sein?
Eine einfache Antwort wäre, dass Menschen sich ihre Götter schaffen. Wenn man sich aber näher auf Gottheiten einläßt, erkennt man schnell, wie schwierig es ist, eine Gottheit in ihrer Ganzheit überhaupt zu erfassen. Die Darstellung von Gottheiten in Statuen oder Bilder sehe ich als eine Befreiung an. In der Frühantike empfanden sich Menschen als von der jeweiligen Gottheit besetzt. Die Dichterin Sappho schildert zum Beispiel, sie sei von Eros besetzt. Odysseus sagt später in der Erzählung, er habe Athene überlistet, weil er einen Weg gefunden hat, eigene Gedanken und Gefühle vor der Göttin geheim zu halten. Die Psychologie nach C.G. Jung arbeitet wieder mit Gottheiten als Archetypen.

Ich glaube, es hängt im wesentlichen davon ab, welche Schwingungen man für sich selbst auffängt. Es gibt ja auch das Phänomen, dass Menschen jeden Sonntag in die Kirche gehen und vom Göttlichen völlig unberührt bleiben.

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