Für welche "Herzkultur" habt ihr euch entschieden?

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12 Aug 2013 20:24 #13325 von Ishtar
Hi

Mich würde mal interessieren, wer von euch sich für einen bestimmten Pantheon an Göttern, eine bestimmte "Herzkultur" entschieden hat. Hattet ihr die Wahl? Warum fiel eure Wahl auf diese Kultur, was fasziniert euch?

Meine Herzenskulturen sind die Keltische mit einem Schuss Germanisch.
Die Keltischen Götter haben es mir schon länger angetan und es sind jene Götter zu denen ich auch den besten Zugang habe. Keltisch ist hier Pan-Keltisch gemeint - ich differenziere immer noch nicht sehr ;). Die Germanischen kamen erst im laufe meiner Arbeit mit dem ADF Hingabepfad dazu. Ich wohne in einem Ort, wo früher Kelten siedelten, deren Stammname jedoch unbekannt ist. Jene Kelten gingen später in den Kelto-Germanischen Stamm der Chatten auf. Tja, wenn ein dem Wotan / Odin geweihter Berg in der Nähe ist und man auf einen Thingplatz und möglicherweise einem weiteren Kultberg schauen kann, fangen die Germanischen Götter immer stärker an, an die Tür zu klopfen und ich konnte mich dem nicht mehr so ganz entziehen.

Wie war das bei euch? wenn überhaupt? oder warum nicht?

Ach ja, es gibt immer noch vereinzelte Gottheiten aus anderen Pantheonen die mich ziehen, aber ich praktiziere kaum z.B. mesopotamische Riten.

Neugierig,
Ishtar

PS: (Herzkultur = Hearthculture - hearth = Herdfeuer, aber eine passende Übersetzung zu finden war schwierig, weshalb wir uns gemeinsam für Herzkultur entschieden haben, da es für uns Neuheiden meist eine Wahl des Herzens ist ;-))

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13 Aug 2013 09:28 #13326 von Ialokin
Meine "Herzkultur" ist das 20./21. Jahrhundert auf dem Planeten Erde, wo die Welt immer mehr zum Dorf wird.

Meine Philosophie ist hawaiianisch-norddeutsch, meine Praxis kalifornisch-neopagan und findhornianisch, mein persönliches Pantheon setzt sich aus mehreren alten Kulturen und einigen "Göttern", die es sonst so nicht gibt, zusammen.

Kurz gesagt, ich versuche nicht, einem "alten" Weg zu folgen, weil kein alter Weg alle Antworten auf unsere Zeit hat. Ich glaube, dass wir die Antworten für unsere Zeit und unser Leben selbst finden müssen - und dabei stehen wir auf den Schultern unserer Ahnen (d.h. heutzutage eher aller möglichen Ahnen), aber die heutige Ebene müssen wir selbst gestalten.

Ialo

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

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14 Aug 2013 05:44 - 14 Aug 2013 05:46 #13327 von Undine
Naja...so in Namensschubladen gibt es nicht.
Hinduistische Götterwelten sind mir sehr sympatisch.Der asiatische Glaubensraum sowieso.
Es gibt aber Göttheiten,mit denen ich schon zusammengearbeitet habe.So auch bestimmte Aufgaben,die ich im Rahmen von Besessenheit schon getätigt habe.
Und wenn ich direkt eine Einladung erhalte,stöbere ich "Drüben" schon mal gerne herum.
So bin ich im Rahmen der Ahnenforschung im magischen auf polnisch/slavische Wurzeln geraten.Zur Praxis reicht es noch nicht.
So würde ich eher sagen,das ich gut medial arbeite.Sehr gut mit Gegenwartsgeistern zurecht komme (Ortsgeister,Stadtgeister,Institutionsgeister,Geist des Internet....)
und ansonsten lege ich mich nicht fest.
Inkarnationstechnisch war ich in England tätig,in Indien,in Frankreich, in China...
Wo wollte ich da den Fokus legen.Eine Festlegung würde bedeuten,das ich mich parteiisch zeige.Und ich habe überall liebe Bekannte.

Das Problem von Hexen ist,das sie nie vor Dingen weglaufen,die sie von ganzen Herzen hassen.....
Letzte Änderung: 14 Aug 2013 05:46 von Undine.

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14 Aug 2013 23:00 #13329 von Turtle
Bei mir ist Gaia, die Schildkröte, die Göttin des Lebens der Kern meines Weges. Eine bestimmte Kultur habe ich da nicht, dafür eine recht intensive Mystik. Das ist obendrein auch noch sehr dynamisch:

Ein steinzeitlicher Schamane aus Nordafrika von vor 6.000 Jahren ist ein wichtiger spiritueller Lehrer für mich.

Irgendwie bin ich auch an den Ortsgeist von Ostwestfalen-Lippe gebunden, auf eine Weise, die ich noch nicht verstehe.

Aktuell bekommt Hel in meinem Leben einen sehr hohen Stellenwert. Es steht anscheinend wieder ein enormer Umbruch in meinem Leben an.

Biologisch bin ich irgendein europäischer Mix. Ich würde aber sagen, ich bin vom Stamm der Sachsen, wenn ich mich irgendwo zugehörig nennen würde.

Also alles ziemlich gemischt. Die Monotheisten kommen nicht vor. Dass es sie gibt, weiß ich aus eigener Erfahrung, aber ihre Alleinherrschaftsansprüche sind ziemlicher Kappes.
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15 Aug 2013 15:26 #13331 von Robin
Hmm, gar nicht so einfach zu beantworten. Grundsätzlich arbeite ich mit gar keinem Pantheon, sondern eher monotheistisch/dualistisch mit einer einzelnen göttlichen Kraft, in der alle möglichen Aspekte integriert sind. Bei Bedarf hebe ich dann einen bestimmten Aspekt mehr hervor. Das kommt vermutlich dem 'Alle Götter sind ein Gott und alle Göttinnen eine Göttin' recht nahe. In den letzten Jahren haben sich ein paar vereinzelte Götter durch die Hochfeste dann doch in meinem Kopf breit gemacht, aber es ist mehr so, dass ich dem gewählten Aspekt dann den entsprechenden Namen umgehängt habe. Das heißt dann eben nicht, dass ich jetzt die Lebensgeschichte von Lugh oder Brighid bis ins Detail auswendig kann, auch wenn ich mich mit ihnen befasst habe.
Gleichzeitig habe ich mich gerade bei ADF angemeldet, weil mich das Konzept interessierte und ich gerne nach so vielen Jahren Herumstreunen einen übergeordneten Rahmen ausprobieren wollte. Deine Artikel haben da ganz schön geholfen, Ishtar. ;)
Allerdings steht da nun immer wieder, dass ADF die Götter schon als Individuen sieht. Nun ja, wir werden uns da schon arrangieren.... Mit Asatru habe ich mich mal befassst, werde aber nicht warm damit.
Hier bei uns in der Ecke waren ursprünglich die Cugerner, die zumindest nach meinen Unterlagen Kelten waren. Allerdings haben sich die Römer hier sehr breit gemacht. Von beidem ist vor allem ein Haufen Scherben übrig, die man in den Dreißigern ausgebuddelt hat.

Liebe Grüße,

Robin
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15 Aug 2013 19:37 - 15 Aug 2013 19:39 #13332 von Ishtar
Huhu

Das klingt alles sehr spannend.

Ialo, du hast natürlich recht, es besteht (und sollte auch bestehen!) natürlich auch eine Verbindung zur heutigen Kultur. Vielleicht hätte ich sagen sollen spirituell orientiert beheimatete Kultur?

Turtle, Gaia ist für dich die große Schildkörte? Spannend. Gibt es da eine Verbindung zur griechischen Gaia, oder siehst du mehr das "Gaia" Prinzip dahinter, so als die Erde als Lebender Organismus? Oder etwas ganz anderes? (spontan musste ich an Pratchett's scheibenwelt denken, obwohl das Bild mit der Schildkröte von einer Kultur übernommen wurde, ich weiß nicht mehr welche. Bitte nicht falsch verstehen, dass ich jetzt an die Scheibenwelt denken musste ;) )

Robin, oh fein, da freu ich mich drauf dich offiziell willkommen heißen zu dürfen :-) Der ADF konzentriert sich auf orthopraxie, soll heißen dass wir in der Praxis die Götter als Individuen behandeln. Ob du daran glaubst ist dein Ding. Es gibt natürlich viele Polytheisten, aber es gibt auch viele, die anders glauben und das ist völlig ok. Ich glaube für einige erfüllt auch die Erdmutter und der Himmelsvater (für jene die mit ihm arbeiten) ein bisschen diese funktion. Bin gespannt, wie die Reise so für dich werden wird.

BB
Ishtar
Letzte Änderung: 15 Aug 2013 19:39 von Ishtar.

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16 Aug 2013 12:02 #13336 von Turtle
Gaia ist in meiner Wahrnehmung Erde, also der Humus in meiner Hand, die Gesteine darin und darunter.

Gaia ist die Lebenskraft. Sie lässt wachsen und zerstört Gewachsenes durch Gewachsenes, der immerwährende Wandel, das stetige Anpassen ans Neue. Die Lebenskraft ist in enger Verbindung zur Kraft der Sonne. Sie ist eine der globalen Gottheiten, während die gallorömischen Matronen lokale Göttinnen mit sehr ähnlichem Aspekt sind und mit Gaia in Verbindung stehen.

Gaia ist die Schildkröte, die das Land auf ihrem Rücken trägt. In nordamerikanischen Legenden rettete sie so die Natur vor einer allesverschlingenden Flut. Im Indischen sind es die Elefanten auf der Schildkröte, die die Scheibenwelt tragen (da hat´s Pratchett her).

Gaia ist ein Name, den die Griechen und Römer der Urmutter gaben.

Ich sehe sie mal als Meeresschildkröte, mal als Frau mit arabischem taint, langen glatten schwarzen Haaren und rotem Kleid.

Die Schildkröte als Tiergeist begleitet mich als Totem seit Geburt.

Ich finde das sehr schwer in Worte zu fassen, weil es inneres, emotionales Wissen ist...
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18 Aug 2013 00:14 #13337 von eald
Auf die Gefahr hin hiermit gerade Eulen nach Athen zu trage: Turtle?

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18 Aug 2013 00:32 - 18 Aug 2013 00:44 #13338 von eald
Um auch die Eingangsfrage nochmals zu streifen...

Ishtar schrieb: PS: (Herzkultur = Hearthculture - hearth = Herdfeuer, aber eine passende Übersetzung zu finden war schwierig, weshalb wir uns gemeinsam für Herzkultur entschieden haben, da es für uns Neuheiden meist eine Wahl des Herzens ist ;-))

Vielleicht gibt es Dinge die man einfach nicht übersetzten soll? :unsure:

Mich würde mal interessieren, wer von euch sich für einen bestimmten Pantheon an Göttern, eine bestimmte "Herzkultur" entschieden hat. Hattet ihr die Wahl? Warum fiel eure Wahl auf diese Kultur, was fasziniert euch?

Das was mich in hiesige Kreise trieb hat sich mir, meines Wissens, nie namentlich vorgestellt, noch je gefragt ob es mein Leben denn wohl mal, wie geschehen, umkrempeln dürfe. Das betreffend habe ich also vermutlich nie groß eine Wahl gehabt, noch je ein Pantheon gefunden welchem ich Jenes getrost zuordnen mochte.

Daneben habe ich noch lose Interesse an Diesem und Welchem und wenn ich etwa der hawaiianischen Pele, der kemetischen Ma'at oder auch der australischen Traumzeit nachspüre, habe ich zwar schon den Eindruck einer gewissen Resonanz, täte das alles aber eher als freundschaftliche Besuche denn etwa ernsthaft verinnerlichte Herd- oder auch Herzenskultur wohl verstehen.

¯|¯¯¯
:silly:
Letzte Änderung: 18 Aug 2013 00:44 von eald.

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25 Aug 2013 10:57 #13359 von Turtle
@eald:

Das ist so in etwa die Antwort auf die Frage nach dem Sinn (meines) Lebens :)

Das mit den Resonanzen im Sinne freundschaftlicher Besuche kann ich für vieles ebenso bestätigen. Das geht mir ebenso.

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