unerwünschte Ahnen?

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16 Jan 2007 11:19 #2484 von Ishtar
unerwünschte Ahnen? wurde erstellt von Ishtar
Hallo ihr lieben!

Leider hab ich nicht die ruhe mich wirklich mit dem Thema auseinander zu setzen, aber es spukt mal stärker mal weniger stark in meinem Kopf herum. Es ist nicht so, dass ich direkt ein Problem damit habe - Gedanken diesbezüglich haltne einfach manchmal Einzug.

Was ist mit Ahnen bwz. verstorbenen Verwandten o. Ä. mit denen die Beziehung nicht so rosig war?
Versuchen die Beziehung noch irgendwie "ins reine" zu bringen?
mit ihnen "abschließen"?
oder warten bis man selbst evt die Thematik in diesem Leben so weit verarbeitet hat, dass man ihnen gegenüber treten kann?

Wie sieht es mit angeheirateten "Ahnen" aus?

Wenn die Familie zusammensitzt und man ländt gemeinsam die Ahnen ein, kommen ja automatisch auch jene des Partners.

Habt ihr euch auch schon ein paar Gedanken zu diesem Thema gemacht?

BB
Ishtar

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16 Jan 2007 12:23 #2485 von Mondfeuer
Hallo Ishtar,

Ja, darüber haben wir uns schon des öfteren Gedanken gemacht.
Ich persönlich spreche, wenn ich meine Ahnen allgemein anspreche, lediglich die an, welche "gut" waren.
Expliziet setze ich mich aber eigentlich nur mit meiner Uroma, meinem Opa und meinem urgroßonkel Hubert auseinander.
Dieser kam einfach so rein, setzte sich neben mich und meinte ich bin der Hubert.
Am nächsten Tag rief ich meine Mum an und fragte erstmal nach wer dieser Hubert denn nun sei.

Meine Frau pflegt lediglich Kontakt zu ihrem Vater und bringt dadurch das ein oder andere auch mit ihm ins reine.

Annsonsten habe ich nicht wirklich Kontakt zu den anderen.
Mit denen der Väterlichen seite gar nicht, da dorthin auch kein Kontakt besteht und von mir auch nicht erwünscht ist.

lg
Mo

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16 Jan 2007 16:23 #2487 von Lady of Darkness
Wenn man sich tatsächlich mit "den Ahnen" beschäftigt, kann man meiner Meinung nach nicht nur Rosinenpickerei betreiben. Ich halte zwar persönlich nichts von "Post mortem"-Familientherapie - auch wenn das angeblich eine Methode sei, persönliche Dinge zu klären, der andere hat dann ja den Überblick und versteht das große ganze.

Jedoch - wenn man sich wirklich mit den Ahnen beschäftigt und sie einlädt, hat man eigentlich nur begrenzt Kontrolle. Also, eigentlich müsste so etwas doch alle ansprechen, die "desselben Blutes" sind - oder etwa nicht?

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16 Jan 2007 17:16 #2492 von eald
eald antwortete auf unerwünschte Ahnen?
Hm ... wenn ich das mit ner großen Familienfeier vergleich (Hochzeit etc.) Da kann man in der großen Zahl der Verwandschaft ja auch schaun mit wem man sich zusammensetzt und wem man (auf großen Feiern meist sehr leicht zu machen - wenn's denn nicht zuviele sind) aus dem Wege geht.

Allerdings kann ich meine Familie (lebend wie tot) betreffend nicht so wirklich da Erfahrungswerte beisteuern, da ich mit allen soweit mir schon bekannt eher gute Erfahrungen gemacht habe. Ich will nicht behaupten das alle dort Engel wären, wahrlich nicht, aber solch Abgründe das ich da wirklich dauerhaft Schwierigkeiten mit dem Einen oder der Anderen hätte ? Na und dem Temporalen bin ich wie gesagt bisher solang ausgewichen bis das von selbst Thema wurde oder so.

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16 Jan 2007 18:01 #2493 von scarabaea
Es gibt wahrscheinlich weniger Ahnen, von denen man sich selbst distanziert. Aber etliche hat man gar nicht kennengelernt. Aber vielleicht sind gerade die es, die zu einer Ehekrise bei den Großeltern oder zu Minderwertigkeitskomplexen bei einem Elternteil geführt haben. Oder was ist mit denjenigen, über deren Verbleib man nichts weiß? Meine Mutter hatte einen ältesten Bruder, der im Krieg vermißt war. Über die Suchdienste des Roten Kreuzes konnte lange Zeit nichts ermittelt werden. In der weiteren Verwandtschaft gab es Gerüchte, er sei standrechtlich erschossen worden. Immerhin wollte er desertieren. Meine Mutter hat das Schicksal ihres Bruders wahnsinnig beschäftigt und sie hatte etliche Albträume deswegen. Erst kurz vor ihrem Tod, es war gerade die Zeit des Mauerfalls, wurden russische Archive zugänglich gemacht und wir erfuhren, dass mein Onkel bei einem Truppentransport nach Kurland ertrunken war. Meine Mutter kam endlich zur Ruhe.

Was sind unerwünschte Ahnen? Welche, die man selber nicht als Ahnen hätte oder solche, die in irgendeiner Weise Schande über die Familie gebracht haben? Man kann sie totschweigen, endgültig auslöschen kann man sie nicht.

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17 Jan 2007 06:28 #2496 von Lady of Darkness
@scarabea: Für mich wären "unerwünschte" Ahnen solche Vorfahren/Verwandte, mit denen ich persönlich große Probleme (gehabt) hätte, aufgrund derer ich keinen Kontakt zu ihnen wünsche. Sowas kann man ja auch mit lebenden Menschen durchziehen. Bei Ahnen, die ich nicht persönlich kenne(n gelernt habe), würde ich mich zunächst einmal überraschen lassen, wie sie denn so sind.

Aber, wie gesagt, ich betreibe keinen Ahnenkult. Aus oben genannten Gründen. Das ist keine Rosinen-Angelegenheit ...

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19 Jan 2007 07:22 #2540 von Nivien
Nivien antwortete auf unerwünschte Ahnen?
Ich würde auch den Unterschied machen zwischen Ahnen, die die leibliche Familie ausmachen, und den sozusagen geistigen bzw. spirituellen Ahnen, die einen in dieser Hinsicht geprägt haben. Das knnen auch dieselben Wesen sein - sind es aber imho bei uns eher seltener...

Die ersteren kann ich mir nicht aussuchen, und für mein Gefühl macht es keinen Sinn, da eine Auswahl zu treffen. Wenn ich meine Ahnen ehre, dann alle. Schließlich bin ich auch durch alle miteinander "entstanden".

Die spirituellen Ahnen sind da natürlich was anderes.

BB
Nivien

Jede gute Sache ist scharf. (Gurdijeff)

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19 Jan 2007 08:03 #2543 von Distelfliege
Ich versteh gar net, wieso das gleich als "Rosinen-Angelegenheit" bezeichnet wird - es muß ja nicht sein, daß ich nur die Créme de la Créme ehre, aber: - soll ich einen Kinderschänder ehren? Oder einen SS-Mörder?

Ich denke: Nein. Wie komm ich denn dazu?

Soll der Kinderschänder an der Ahnentafel sitzen neben seiner Tochter, die er vergewaltigt hat?

Manchmal muß man gar keine Auswahl treffen. Manche haben eh gar keinen Zugang zur "Hütte der Ahnen". Da ist die Auswahl schon getroffen wenn man da antanzt. Da muß man eher aufpassen daß die nicht an einen andocken um mit einem doch noch "reinzukommen".

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19 Jan 2007 08:11 #2545 von Lady of Darkness
@Distelfliege: Deswegen ist es für mich ja eine Frage, inwieweit das dann noch "Ahnenverehrung" ist.

"Ahnenverehrung" bedeutet für mich, die Quelle zu ehren, aus der ich entstanden bin und zu der ich zurückkehre - oder halt den Weg, auf dem ich einen weiteren Pflasterstein bilden werde, um in putzigen Bildern zu sprechen.

In älteren Kulturen gab es durchaus die Idee, man könne eine verstorbene (oder auch schon eine lebende) Person aus der Sippe verstoßen, wenn sie sich entsprechend gräßlich betragen hatte, Sippengesetze verletzt wurden o.ä. In der (zumindest der kath.) Kirche existiert dieser Gedanke immer noch in den "Begräbnissen in ungeweihter Erde" und in der Exkommunion.

Das ginge aber schon einen Schritt über das "Bätsch, dich lad ich aber nicht ein!" hinaus - es müsste schon möglich sein, eine Person aus dem Ahnenkreis auszuschließen, aber ob eine einzige Person diese Entscheidung treffen kann/sollte ... - weiß ich nicht.

(Andererseits - wenn man das Schlechte ausschließt (resp. das, was man selber als schlecht ansieht), nimmt man sich und anderen vielleicht die Chance, an dieser Thematik zu wachsen.)

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20 Jan 2007 12:31 #2578 von Distelfliege
Hi LoD,

Ich glaube, so ganz hab ich mich nicht klar ausgedrückt.
Manchmal ist es nicht deine alleinige Entscheidung, sondern die Entscheidung der versammelten AhnInnen, die du dann akzeptieren kannst, oder du kannst versuchen, dem ausgestoßenen Ahnen wieder zu helfen "reinzukommen".

Diese Ahnengeister haben durchaus die Möglichkeit, zu dir zu sprechen und "drüben" Dinge zu tun, jedenfalls meinem Erleben nach.
Ich persönlich würde mir z.b. nicht anmaßen, einen - bleiben wir mal bei dem Beispiel - aus der Ahnensippe ausgestossenen Inzest-Täter in die Verehrung mit rein zu nehmen, während die Ahnengeister der von ihm mißbrauchten Töchter kein Wörtchen dabei mitzureden haben!

Ich kann Leuten vergeben, wenn sie mir was getan haben, aber was sie anderen getan haben, ist nicht "meins" zu vergeben. Das liegt schlicht außerhalb meiner Befugnisse.

Ich stimme mit dir überein, daß man einen Ausschluß eines bestimmten Ahnen aus den eigenen Einladungen und Ahnenverehrungen gut überlegen sollte. Das wäre bestimmt jedem anzuraten, der AhnInnenverehrung betreiben möchte.

Ich denke, wir stimmen auch überein, daß Rosinenpickerei nicht angebracht ist. Aber - extrem schwere Fälle - Leute, die wirklich mit gutem Grund aus der "Sippe" rausgeworfen gehören - diese auszuschließen hat für mich nichts mit Rosinenpickerei zu tun.
Im Zweifel muß man das auch nicht alleine entscheiden, sondern kann sich mit den anderen Ahnengeistern beraten - und - falls man in der glücklichen Lage ist daß die lebenden Verwandten Verständnis für die eigene Weltsicht haben, kann man sich natürlich auch noch mit diesen beraten.

Zudem denke ich nicht unbedingt, daß man das Schlechte völlig ausblenden muss, nur weil man es aus der Verehrung ausschließt. Es ist letztlich Teil der eigenen Geschichte und wirkt sich so oder so auf einen aus - aufarbeiten, verarbeiten und Ausgleichen dieser Dinge ist sicher keine schlechte Idee, wir können davon sicher ein Liedchen singen als NachfahrInnen der Nazis - aber deswegen müssen wir das, was sie getan haben, nicht gleich ehren.

Grützlis
Distel

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