unerwünschte Ahnen?

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19 Jun 2007 10:04 #4470 von Nalianei
@Morgaine und alle anderen
Das was du sagst macht finde ich viel Sinn.
Aber man muss dafür auch wissen mit welchem Feind man auf einer Augenhöhe steht - dem "Feind" in die Augen zu sehen und "ihn" zu begrüßen braucht je nach dem wer "er" ist sehr viel Kraft. Die Wunden die dem Negativem in ihm zu Grunde liegen muss man heilen können und das eigene Gute/die eigene Liebe muss soweit gewachsen sein das man selbst "immun" ist. Jeder Mensch hat schließlich grundsätzlich das Potential Mörderer, Vergewaltiger, Folterer, Diktator.... zu werden, das ist auch Teil dessen was ein Mensch sein kann.
Ich persönlich habe noch nie "mit Ahnen gearbeitet" (bisher alles nett, ungefährlich, lieb (also keine Arbeit) und vor allem ist mir auch bis auf meine Mutter nicht klar ob die meisten nicht einfach Teile von mir sind, die mal Maskenball spielen um mich zu erfreuen :) ).
Das mit dem Feind in die Augen schauen finde ich sehr wichtig, ist aber was an dem ich versuche "intern" zu arbeiten. Gibt's da nicht auch den Begriff Schattenarbeit?
Auf die Idee das man das mit "Ahnenarbeit" machen könnte war ich noch gar nicht gekommen. Bringt mich gerade auf eine Idee: könnte man dann nicht sagen das ich damit meine "menschliche Erblast" (nicht im christlichen Sinne) "abarbeite" ? In dem ich zum Beispiel in mir die Teile "heile" die statt Eigenmacht und Selbstverantwortung lieber nur ein Glied in einer Kette, ein Mensch mehr in der Reihe, ein weiteres geneigtes Haupt in der Menge wäre - dadurch "besiege" ich das vielleicht stellvertretend für all meine Vorfahren, die mich hierhergebracht haben. Hm. Richtig überzeugt bin ich noch nicht. Muss noch mal drüber nachdenken. Was meint ihr?

Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

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19 Jun 2007 16:04 #4473 von Lady of Darkness
@Morgaine: Ich meinte nicht, dass man nur mit den positiven Ahnen arbeiten sollte. Aber ich finde, es gibt einen Unterschied zwischen "Ahnen" und "allem, mit dem man verbunden ist".

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
https://knusperhaus.wordpress.com

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19 Jun 2007 16:22 #4474 von Nalianei
@LoD: Ich würd die Grenze je nach Situation ziehen und manchmal eben gar nicht. Kommt drauf an was grad praktisch ist.

Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

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19 Jun 2007 18:13 #4477 von scarabaea
Alles das, was man am liebsten entfernen würde, hat einen größeren Einfluß auf uns als das, was wir uns wünschen.
Wenn man sich mit Bernd Hellinger befaßt, kann man lernen, dass es überhaupt keinen Sinn macht, Ahnen aus der Familiengeschichte zu streichen. Sie bleiben Ahnen. Und sie wirken weiter, ob man von ihnen weiß oder nicht. Es ist daher besser, sie sichtbar zu machen und ihnen einen Platz zuzuweisen. Man muss sie ja nicht mögen, es reicht, ihre Existenz zu akzeptieren.

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18 Okt 2007 14:14 #5299 von Sirius
Sirius antwortete auf unerwünschte Ahnen?
hallo,
ich möchte zu dem thema unerwünschte ahnen im weiteren sinne gern mal etwas loswerden:
in letzter zeit beschäftigt mich sehr, was allgemein deutschland bzw. angrenzende Länder für eine geschichte haben und wer in dem bezug unsere vorfahren bzw. ahnen waren und welche schicksale sie hatten:
einmal die kulturelle veränderung durch die römer, dann das sich ausbreitende christentum, auch der einfluß der nazi-zeit, die, nachdem nun unsere kultur mehrfach neu geprägt wurde, etwas neues übergestülpt bekommen hat, unseren wunsch nach ahnenverehrung oder kulturliebe zerstört hat und durch schuldgefühle verdrängte. wer sind unsere ahnen überhaupt? ja auch ich kenne meine oma und ehre sie sehr, aber sie ist schon der letzte wissendliche baustein. woran sie glaubte, mag ich trotz der vielen gespräche und der liebe zwischen uns nur erahnen. was ist die kraft, die unseren ahnen innewohnt? was hat sie geprägt? ist es (im allgemeinen) die kraft, trotz starker kultureller/äußerer veränderungen seinen inneren glauben nicht zu verlieren und ihn so anzupassen, dass er im außen seinen freiraum findet? oder ist es allgemien die kraft sich anzupassen und trotz niederlagen nicht aufzugeben?
ich wäre sehr dankbar für eure gedanken diesbezüglich,

gruß sirius

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18 Okt 2007 15:17 #5300 von Ialokin
Ialokin antwortete auf unerwünschte Ahnen?
Hallo Sirius :-)

Erstmal herzlich willkommen auf dem Forum!

Ich finde, es gibt physische Ahnen - die leiblichen Vorfahren - und geistige Ahnen - alle die, die ich als Vorbilder oder als auf meine Entwicklung besonders einflußreich ansehe.
Dann gibt's noch die alten Ahnen - also die, die vielen von uns gemeinsam sind (1/3 der Deutschen stammt irgendwie von Karl dem Großen ab - zur Steinzeit hin dürfte das noch zunehmen).

In stark familienorientierten Kulturen sind die Ahnen die Brücke zur Vergangenheit, die Brücke zur Anderswelt, ein Symbol für kulturelle Beständigkeit.
Der letzte Aspekt trifft auf uns heute nicht mehr zu, weil die Kultur, in der wir gerade leben, sich so rasend schnell ändert.

Ich bin jemand, der sich von den leiblichen Familien nur noch wenig angezogen fühlt und mehr für Wahlfamilien plädiert, wobei sich die beiden Familiensorten durchaus überschneiden können.

Ich denke die Kraft der Ahnen heißt für mich
- Es gibt eine Vergangenheit, die mich beeinflußt (ob mir das nun gefällt oder nicht).
- Es gibt Dinge, die allen Menschen gemeinsam sind - egal welcher Kulturepoche sie angehören.
- Es gibt Gelegenheit, aus ihren Taten und Erlebnissen zu lernen

In der Reclaiming-Tradition werden neben den Ahnen immer auch unsere Nachfahren gerufen. Das finde ich eine wichtige Ergänzung, denn was wir heute tun, beeinflußt ihr Leben.

meine 2 cts,
Ialokin
i

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

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19 Okt 2007 09:17 #5308 von scarabaea
Die Ahnen, von denen ich weiß, waren sehr stark.

Es waren Katharrer darunter und Anhänger von Philipp Melanchthon.
Die meisten waren Bauern oder Handwerker. Die meisten sind nach Augsburg gezogen oder auf die Schwäbische Alp, von wo aus sie dann weitergezogen sind. So gibt es Abkömmlinge einer bekannter Gartenbaufirma, auf die ich meine Vorliebe für Pflanzen zurückführe.

Für mich persönlich ist es auch hilfreich, dass meine Vorfahren keine Nazis waren und sich Versuchen, sie zu einer Parteimitgliedschaft zu zwingen erfolgreich wiedersetzt haben. Letzteres kann ich nicht zu meinen Verdiensten zählen, aber es hilft mir.

Ich weiß nicht, ob ich unter meinen Ahnen verwandte Seelen finde. Zwar ist die DNA sehr stark, aber sie macht nicht den ganzen Menschen aus. Seelenverwandte findet man sehr gut in der Literatur. Durchaus möglich, dass sich hinter dem einen oder anderen Schriftsteller oder Maler oder vielleicht auch Wissenschaftler ein wirklicher Verwandter verbirgt. Es gibt immer wieder interessante Schicksalsweg, wo ein Mensch seine familiäre Umgebung verläßt, um anderswo sein Glück zu suchen.

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