Kaninchenschlachtung im Schulunterricht

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04 Apr 2011 18:40 #10333 von Ishtar
Dieser Beitrag über eine Kaninchenschlachtung im Schulunterricht fiel mir ins Auge: web.de/magazine/beruf/bildung/12512962-k...tschuldigt-sich.html

Dabei merke ich, dass ich schon ziemlich zweigeteilt bin und mich die Empörung auch irgendwo ärgerlich macht. Woher kommt denn bitte das Fleisch? aus der Tiefkühltruhe? Irgendwie bin ich schon der Meinung, dass wer Fleisch ist (ich gehöre dazu, nur so btw) auch eine Schlachtung erleben sollte. Ich denke das genau das uns den Respekt für die Tiere geben sollte. Wer hat denn heutzutage schon Respekt vor einem Filet hübsch verpackt und wie verschwenderisch gehen manche mit dem Essen um? Gut, vielleicht hätte man sich Ärger erspart, wenn es vorher mit den Eltern abgesprochen gewesen wäre.
Allerdings fehlen mir auch Infos (wie alt waren die Kids etc.) und vielleicht hätte eine moderne Schlachtung mehr Sinn gemacht?
Und ja, ich schau auch nicht gerne hin, aber ich esse mein Fleisch dann anders.

Und was meint ihr dazu?

BB
Ishtar

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04 Apr 2011 19:09 - 04 Apr 2011 19:43 #10335 von Andy
Es handelte sich wohl um etwa 10jährige Schüler.
Also es kommt sicherlich auf die Art an, wie es gemacht wird und wie so ein Projekt in der Gesamtbetrachtung vorbereitet ist und auf welche Art die Schlachtung eingebunden wurde.
Falsch finde ich es grundsätzlich nicht - ich habe mit 10 auch schon Tiere zum Aufessen getötet - gut, Fische und Krebse...

In anderen Ländern ist es normal, das Kinder - auch wesentlich jünger - in ländlichen Gebieten bei der Schlachtung zugegen sind und die Erwachsenen unterstützen bzw. gezeigt bekommen, wie ein Tier fachgerecht getötet wird. So in Norwegen und Island erlebt.

Ich finde es absolut richtig den Kindern zu zeigen, woher Fleisch herkommt und das dafür ein Tier sein leben lassen mus - ein Tier mit dem man andernfalls vielleicht nett hätte kuscheln können... Und ob man die Eltern dazu vorher hätte fragen müssen? Ich denke nicht! Die Eltern sind doch ebenfalls meistens sehr unbedarft in solchen Fragen. Aber wie gesagt, es kommt auf die Vorbereitung an... und vielleicht hätte ich auch nicht gleich ein "Kuscheltier" dazu ausgesucht, vielleicht hätte auch erstmal ein Fisch gereicht - ne fette Forelle oder so...
Letzte Änderung: 04 Apr 2011 19:43 von Andy.

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05 Apr 2011 06:28 #10337 von Nivien
Von diesem "Vorfall" habe ich in einem anderen Forum erfahren. Dort herrschte die reine Empörung. Aber ich bin da auch etwas zwiegespalten. Ich musste daran denken, dass Sarah Wiener in ihrer Kochsendung mit Kindern (lief auf arte) auch ein Tier mit den Kindern geschlachtet und dann eben zubereitet hat. Das hat auch etwas höhere Wellen geschlagen.

Obwohl ich mir, wenn das in der Klasse meiner (kleinen) Tochter so geschehen wäre, schon gewünscht hätte, das vorher zu wissen. Ich hätte mit meinem Kind darüber gesprochen. Für Grundschulkinder ist das eher noch nichts, die könnten erst mal einen (normalen) Bauernhof besuchen.

Ansonsten sehe ich das auch so: wir leben in einer Kultur, in der wir schon echt ziemlich weit weg von der Wirklichkeit sind. Mal einen Schlachthof besuchen, sollte vielleicht zum Pflichtprogramm werden...?

Ist schwierig. In der Haut der Lehrer möchte ich auch nicht stecken.

Jede gute Sache ist scharf. (Gurdijeff)

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05 Apr 2011 15:15 #10340 von Undine
Nun,ich finde es wichtig und richtig.
Kinder sollten schon lernen,wo das Fleisch herkommt.
Allerdings von jemanden,der das komplikationslos kann.
Allerdings läßt die Diskussion darum vermuten,das die Sensibilität genauso groß ist wie die Lehrer bei uns.
Aus gegebenen Anlaß machen die Schulen jetzt einen Besichtigungskurs im Kernkraftwerk.
Was wunderts,das die Eltern die Teilnahme verweigern...

Das Problem von Hexen ist,das sie nie vor Dingen weglaufen,die sie von ganzen Herzen hassen.....

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06 Apr 2011 11:59 #10342 von sternhagel
Auf diesen Artikel wurde ich auch bereits mehrmals über eine einschlägige Plattform ;) aufmerksam gemacht. Was ich u. a. recht interessant fand, ist, dass jedes Mal viel darüber diskutiert wurde, ob, wann und auf welche Weise man Kinder damit vertraut machen soll, wie das Fleisch auf dem Teller landet – dabei scheint es inzwischen die meisten „Erwachsenen“ schon gar nicht mehr zu interessieren (wie Andy sagt: „Die Eltern sind doch ebenfalls meistens sehr unbedarft in solchen Fragen“). Das Fleisch, das man beim Metzger oder im Supermarkt kauft, kommt ja keinesfalls von einem Tier, das man mit einem gewissen Maß an Zeit und Aufmerksamkeit geschlachtet hat, wie besagtes Kaninchen ... Demnach fände ich eine Schlachthof-Besichtigung für alle Altersgruppen angemessen und empfehlenswert. Wer nicht verkraftet, was dort passiert, sollte eben schauen, dass er anderweitig an seine Steaks kommt - oder seine Ernährung umstellen.

Lieben Gruß
sternhagel

Manche Enten können schwimmen, andere können gar nichts.

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06 Apr 2011 19:04 #10344 von galla
hallo,
ich muss sagen mein erster Gedanke waren außer Kontrolle geratene 16 jährige die ein Kaninchen auseinander reißen. So wirkte ja die Schlagzeile.

Aber als ich ein zweites mal darüber nach dachte und noch mal genau gelesen habe fand ich es eher positiv. Denn inzwischen sind doch viele Menschen weit davon entfernt zu realisieren das ihr Braten mal ein Tier gewesen ist.

ich denke wenn es fachgerecht gemacht ist und ordentlich erklährt wird können die Kinder viel daraus lernen. Währe es ein Frosch oder ein Fisch gewesen hätte sich wohl niemand aufgeregt. Hat das Tier aber Knopfaugen und ein Fell ist es ein Drama - Doppelmoral?

liebe Grüße galla

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06 Apr 2011 19:23 - 06 Apr 2011 19:24 #10345 von Andy
@ Galla

Geb dir vollkommen recht! Vermeindlicher Tierschutz und die Empörung der Leute ist oft mit so viel Bigotterie verbunden, dass mir schlecht wird.

Da wird gegen das töten von vielleicht 100 oder 200 walen auf den Faröern protestiert weil sich die Bucht in der die Wale getrieben werden blutrot färbt und die halben Inseln mitmachen. Aber es wird gerne übersehen, dass diese wale NICHT gefährdet sind (selbst laut Greenpeace) und das fleisch an alle beteiligten familien und deren angehörigen verteilt wird und für ein jahr reicht - fleisch kommt ja bei uns aus dem supermarkt also hat das auch auf entlegenen weitgehend "fleischlosen" inseln zu gelten. Aber wie blutig und grausam ein schweine-, kühe- oder geflügelvernichtungslager inklusive gaskammer für "unwerte" küken ist, interessiert keine sau (hmm... "sau" passt nicht in diesem zusammenhang...). Gegen rotbarschfilet oder kabeljaustückchen oder seelachs in unseren tiefkühltruhen und fischtheken protestiert niemand - obwohl diese fischarten schon längst auf der roten liste stehen sollten weil vom aussterben bedroht.

Oder robben - ich liebe robben- und walfleisch! Es gibt nichts besseres für den grill oder die pfanne. Aber ich werde grundsätzlich angefeindet wenn ich in Norge, Island oder Grönland mir gewaltige fleischklumpen auf meinem kocher zubereite... Die selben leute hauen ihre zähne dann in ein salamie-brötchen.... ganz toll!

Alles was "niedlich, pelzig, süüüüüüüüüüüß" ist wird absolut vergöttert und jeder der es wagt ein süüüüüüüsses kuscheltier zu erlegen oder zu essen, ja der ist ein nazi, ein mörder usw... (ist mir schon einige male passiert). Fische haben keine lobby, kröten auch nicht. Vögel sowieso nicht - wehe wenn jäger streunende katzen abschiessen, dann ist die hölle los! Aber das jede tote, streunende katze eine wohltat für unsere bedrohte vogelfauna ist, will niemand wissen.

DIe leute sind sowas von scheinheilig! Ach ja, und Knut - der aaaarme Knut! Jetzt ist er tot.... wie traurig... ICH BIN FROH, DASS ER TOT IST- JETZT IST ER ENDLICH ERLÖST VON SEINEM KZ-DASEIN! Ich habe schon eisbären in freier natur beobachtet! Dabei sind mir die tränen gekommen, weil ich selten so einen schönen anblick gesehen habe. Zootierhaltung ist die grösste sauerrei und quälerei die es gibt!" Eisbären wandern tausende von kilometern und sind meistens alleine... Und eisbärschutz durch klimaschutz? Nö - die familie wird samstags immer noch in den dicken suv verfrachtet und hunderte von km zu Knut gefahren... toll
:angry:
Letzte Änderung: 06 Apr 2011 19:24 von Andy.

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10 Apr 2011 06:21 #10349 von Undine
Bei Knut würd ich mal vermuten,das die Bärenmutter gemerkt hat,das was nicht in Ordnung ist.
Gehirnerkrankungen deuten sich oft durch den Geruch an,da wäre es nicht verwunderlich.
Vermutlich war es bereits von Anfang an nicht in Ordnung.Und die Natur vermeidet es,unnötig Energie zu investieren.
Scheinheilig,da geb ich Dir recht.

Das Problem von Hexen ist,das sie nie vor Dingen weglaufen,die sie von ganzen Herzen hassen.....

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10 Apr 2011 18:16 #10353 von Miakoda
Ich denke es ist wichtig das Kinder lernen was mal ihr Schnitzel mal war. Wie sonst können sie Achtung vor der Natur und der Nahrung haben. Wenn sie nicht wissen das ein Tier oder Pflanze sein Leben lassen mußte damit wir weiter in unseren Körper leben können.
Dieser Lehrer hat Muß bewiesen und ich hoffe es gibt bald noch mehr solche Lehrer.

Lieben Gruß Miakoda

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11 Apr 2011 07:19 #10356 von Andy
Wobei es mir eigentlich gewaltig stinkt, das alles immer auf die schulen und die lehrer abgewälzt wird! immer rufen die leute bei ethischen und moralischen themen nach den schulen und den lehrern, hier sollten sich zuerst aber mal die eltern kümmern - eigentlich. Das geht natürlich nicht immer, viele eltern sind ja ebenso unbedarft wie ihre kinder wenn es um solche sacen geht.

Die kinder sind heute doch schon überfordert genug mit der menge an stoff die gelehrt wird. Wieviel soll denn da noch hinzu kommen? Wenngleich ich einen "naturunterricht" absolut befürworte! Aber dafür müssen dann halt andere sachen zusammengestrichen werden die doch eigentlich total überflüssig sind. Was nützen irgednwelche weltfremden mathematischen zusammenhänge die keine sau jemals wieder benötigt? Warum muss ein kind wissen, wie photosynthese bis ins kleinste biochemische detail abläuft? Aber kühe sind nach wie vor lila und fleisch kommt aus der kühltheke...

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