Berufe und Werdegang

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18 Jul 2012 11:17 #12061 von galla
Berufe und Werdegang wurde erstellt von galla
Hallo,
mich treibt in letzter Zeit eine sehr wichtige Frage um, was fange ich mit mir an in Beruflicher hinsicht.

Ich habe einen sehr bewegten Weg hinter mir persöhnlich als auch Beruflich,Ich habe eine Lehre zur Bauzeichnerin gemacht auf grund des Druckes durch meine Familie. Ich wusste von Anfang an das ich das nicht machen will und habe doch mit 2 abgeschlossen. Dann habe ich mich erstmal von der Familie freigeschwommen und zwei Jahre in einem Laden für Tierfutter gearbeitet. Danach wusste ich das ich etwas studieren will und habe mühsam und aus eigener Kraft mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach gemacht. Das hab ich mit 2,5 geschafft. Weil ich aber nicht wusste was ich studieren soll habe ich nun seit einem Jahr einen Job in einem Bastelladen an der Kasse. Das bringt Geld in die Kasse macht mich aber nicht glücklich.

Mein Problem ist das ein normales Leben mir einfach nicht passen will, wie ein Schuh der zu eng ist. Ich habe zwei Talente Malen und alles was mit Natur, Botanick und Tieren zu tun hat. Ich finde aber kein Studienfach was passt, ich würde auch eine Lehre machen, es muss nicht das Studieren sein. Ich will ja nur das tuhen was mich erfüllt.

Ich habe verschiedene Träume was werden könnte, zum einen schreibe ich gerne Kindergeschichten und illustriere sie selbst, zum anderen ist meine Leidenschaft die Schafwolle und alles was dazu gehört. Nur verspricht beides nicht gerade einen Lebensunterhalt.

Nun komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen ich wollte fragen was ihr so alles Arbeitet oder was ihr vieleicht gerne Arbeiten würdet. Manchmal giebt es ja Berufe die man garnicht so auf dem Plan hat. Eine Meinung zu meinem Problemchen dürft ihr aber auch gerne los werden.

liebe Grüße Galla

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18 Jul 2012 14:52 #12069 von Wölfin
Wölfin antwortete auf Berufe und Werdegang
Hallo Galla!

Ich kann schon nachvollziehen was du meinst. Ich arbeite im Customer Service. Die Arbeit ist Ok, die Kunden und Produkte auch. Aber es ist nicht gerade das i-Tüpfelchen, andereseits bin ich froh in der heutigen Zeit eine gute und halbwegs sichere Arbeit zu haben, denn die Miete und alles drumherum muss sich ja auch bezahlen.
Ich wär auch am liebsten studieren gegangen, aber von zu Hause raus, war mir damals dann fast noch wichtiger. Und ich bezweifle dass ich mit meinem Wunschstudium auch einen Job bekommen hätte.

So leb ich halt meine Interessen Hobbymäßig aus, einfach für mich und spontan wie es mir grad einfällt und ich Zeit habe. Wenn mal was draus wird wär es schön, aber so,...wie gesagt ist es ganz OK

Mein Leben drückt und zwickt zwar auch und passt nicht wirklich ganz zu mir, aber ich versuch einfach das beste draus zu machen, manchmal kämpf ich manchmal nehm ich auch einfach nur an.

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18 Jul 2012 15:39 #12071 von Turtle
Turtle antwortete auf Berufe und Werdegang
Hæ!

Um rauszufinden, welcher Job zu dir passt, macht es Sinn, einfach mal eine der Berufelisten vom Arbeitsamt durchzugehen und bei denen, wo deine Aufmerksamkeit oder dein Herz dran hängen bleibt, mal intensiver zu erforschen und Leute aus dem Bereich zu befragen, auch über die Nachteile des Jobs (mindestens 14 Stunden Arbeit täglich, nur drei freie Stellen pro Jahr, die Hälfte der Kollegen fällt wegen burn out oder irgendwelcher spezifischen Berufskrankheiten spätestens mit 50 aus, das Einkommen ist ein besseres Taschengeld, etc.)

Mein beruflicher Werdegang... Ja, das ist so ein Thema für sich. Ich habe mit einer Ausbildung zum Biologisch Technischen Assistenten angefangen. Das ist eine Ausbildung für Laborkräfte im Bereich Biologie. Zeichnen ist da gefragt, Kenntnisse in Botanik, Zoologie, Ökologie und Genetik gehören da ebenso zu wie Physik und Chemie. Da hätte ich damals problemlos einen Job gefunden, ich habe mich aber danach für das Biostudium entschieden.

Mein Diplom hat den Schwerpunkt Tierökologie und Zoologie gehabt. Nach dem Studium habe ich auch sofort einen Job im Bereich Ökologie bekommen und bin ein bisschen mit daran Schuld, dass der Nationalpark Eifel ein naturverträgliches Tourismuskonzept hat und die Eifel möglichst viele barrierefreie Naturerlebnisangebote bekommt. Dumm nur, dass das eine Branche ist, die nur von Subventionen lebt. Meine Projektmittel sind irgendwann einfach ausgelaufen und wurden nicht erneuert.

Ich habe eine Weile museumspädagogische Programme für Schulklassen und Wandergruppen angeboten, aber leben kann man davon nur knapp über dem Hartz-IV-Niveau. Meinen Genetikprofessor habe ich zu Studienzeiten gehasst für seine öffentlich geäußerte Einschätzung des Feldes der Biologie: "Es gibt Genetik, es gibt Hilfswissenschaften für die Genetik, und es gibt brotlose Kunst." Heute weiß ich, dass er Recht hatte.

Ich habe letztlich mein Hobby zum Beruf gemacht und meinen Beruf zum Hobby. Seit sechs Jahren arbeite ich als Finanzplaner und entwickle krisenfeste Konzepte zum Vermögensaufbau und Vermögenserhalt. Das ist ein sehr anspruchsvolles und sehr verantwortungsvolles Feld.

Da ich in letzter Zeit immer mehr Anfragen zur Erstellung von Zaubermaterialien bekomme, überlege ich, ob ich dieses Hobby als nebenberufliches Gewerbe anmelde.

Bless

Turtle

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18 Jul 2012 16:31 #12072 von Robin
Robin antwortete auf Berufe und Werdegang
Zum einen bietet das Berufsinformaionszentrum am Arbeitsamt einem die Möglichkeit, einen Computercheck zu machen, bei dem ein ganzer Haufe Interessen und Einstellungen zu Dingen abgefragt werden. Am Ende kriegst du dann eine Liste mit Berufsvorschlägen, die du dir mal näher ansehen solltest.
Einen Beruf zu finden, der all das umfasst, was dich interessiert, ist meist sehr schwierig. Häufig ist es einfacher, sich auf einen Bereich oder zwei zu beschränken und den Rest klar als Hobby zu definieren.
Dass ich Star Trek-Fan bin und mich für Raumfahrt interessiere (definitv interessanter als Astrologie ;) ) nützt mir in meinem Beruf gar nichts. Aber dass ich gerne kreativ bin, kann ich ganz gut nutzen, um für meine Therapiekinder neue Spiele und Arbeitsblätter zu entwickeln.
Mein Traumberuf wäre Bibliothekarin gewesen, aber ich wollte auch 1. nicht in Köln studieren und 2. nicht anschließend in irgend einer Fachbibliothek versauern. Also habe ich etwas anderes gemacht und Logopädie studiert. Später kam die Lerntherapeutin dazu, und so habe ich nun zwei Standbeine. Wenn ich auch selbst nicht so viel zum lesen komme, so kann ich nun doch Kindern, die sich damit schwer tun, beim Lesen lernen helfen.... Und ein Kostüm für die Karnevalsfeier im Kindergarten hatte ich dann auch schon :silly:
Manchmal führt einen der Beruf dann eben auch in ungeahnte Richtungen...

Irgendwer muss doch diese ganzen tollen Zeichnungen von Pflanzen und Tierskeletten machen etc., in denen es in den Biobüchern nur so wimmelt?

Liebe Grüße, Robin

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19 Jul 2012 10:51 #12076 von Ialokin
Ialokin antwortete auf Berufe und Werdegang
Huhu Galla :-)

Spannende Frage. Wie kann ich einen für mich passenden und authentischen Beruf finden: Das hat mich auch mein ganzes bisheriges Leben lang beschäftigt.

10 Jahre lang habe ich nur in den Tag hinein gelebt, habe viel versucht, für das ich nicht geeignet war, viele spannende Dinge erlebt und oft am Existenzminimum rumgekrebst. Ich hatte über 20 verschiedene Jobs, unter anderem Märchenerzähler, Fließbandarbeiter, Obstverkäufer, Siebdruckrahmentischler und technischer Statist am Theater.
Danach habe ich 15 Jahre Software gemacht - und die ersten 10 (Jahre) davon waren zwar kein Traumberuf aber sehr nett und haben mir eine gute physische Basis im Leben verschafft. Gegen Schluss wurde es aber eher untragbar für mich.

Und nun stehe ich - mal wieder - vor dem gleichen Problem wie Du. Und ich laufe im Moment zweigleisig. Mit einem Bein versuche ich aus dem, was mich fasziniert, ein Konzept für einen Beruf zu entwickeln, mit dem anderen halte ich Ausschau nach "irgendwas", was mit überschaubarem Zeitaufwand Geld und gleichzeitig ein paar neue Erfahrungen/Anregungen bringt.


Ein paar Gedanken zu Deinem Posting:

> Mein Problem ist das ein normales Leben mir einfach nicht
> passen will, wie ein Schuh der zu eng ist.

Diesen Gedanken halte ich für eine Falle, in der man sich leicht verfängt.

Unter anderem, weil - "normal" ist irgendwann jeder Beruf. ;-) Wenn Arved Fuchs auf Polarexpedition geht, heißt das: Zeug zusammenpacken, Finanzen planen, Zeitungen abklappern, um Berichte zu verkaufen ... eine Menge lästiger Büro- und frustrierender Ausdauerarbeit, mindestens zwei Drittel der Zeit ist das auch nicht aufregender als Buchhaltung.

Zum anderen ist "normal passt für mich nicht" zu ungenau. Welche Eigenschaften soll mein Beruf denn genau haben? Also welche Aspekte sind essentiell (auf keinen Fall von 9 bis 5, lieber nachts) und welche nett aber nicht essentiell (muss was mit Zeichnen zu tun haben).

Welche Dinge will ich beruflich, weil ich für sie brenne? Und welchen weiche ich aus, obwohl ich dabei vielleicht was lernen könnte, was mich menschlich/wachstumsmäßig richtig weiterbringt?

Ansonsten empfehle ich Bücher von Barbara Sher. Blättere mal drin, da sind gute Übungen, um herauszufinden, was man eigentlch wirklich möchte - und auch einige Anregungen, wie man da hin kommt.

Und ... heutzutage ist kein Beruf für die Ewigkeit. Also schadet es auch nichts, erstmal 7 Jahre etwas zu tun, was noch nicht perfekt scheint, und vielleicht weiß ich dann mehr.

Viel Erfolg,
Ialokin

Die Liebe zu schenken, den Zauber zu wecken, das Leben zu feiern - das ist unser Sinn.

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19 Jul 2012 14:17 #12078 von Athena
Athena antwortete auf Berufe und Werdegang
Huhu Galla :)

Robin schrieb: ...
Einen Beruf zu finden, der all das umfasst, was dich interessiert, ist meist sehr schwierig. Häufig ist es einfacher, sich auf einen Bereich oder zwei zu beschränken und den Rest klar als Hobby zu definieren.
Dass ich Star Trek-Fan bin und mich für Raumfahrt interessiere (definitv interessanter als Astrologie ;) ) nützt mir in meinem Beruf gar nichts. Aber dass ich gerne kreativ bin, kann ich ganz gut nutzen, ...

Ich schliesse mich dem was Robin -und auch andere- gesagt haben an.
Selber wuchs ich seit fruehester Kindheit mit starkem Leistungsdruck auf; das hat nicht nur dazu gefuehrt dass ich als teenager und junge Erwachsene stark gegen diese Erwartungshaltung rebellierte sondern hat auch einiges an inneren Schwierigkeiten & Behinderungen hinterlassen.
Es brauchte mich Zeit um wirklich zu verinnerlichen dass der Wert einer Person nicht davon abhaengt was sie beruflich macht, und noch laenger brauchte es mich um unnoetigen & hinderlichen Ehrgeiz und die Illusion abzuwerfen ich muesste mich durch eine tolle Karriere bzw einen bewundernswerten Beruf irgendjemandem [einschl. mir selber] beweisen.
Nachdem ich -auf Druck & Drohung meines Vaters hin- das Abitur gemacht hatte und mich ziel- & sinn-los im Studieren versucht hatte, habe ich aehnlich wie Ialo erstmal jahrelang alles moegliche gejobt. (Sogar der Zauberspruch/Fluch meines Vaters wurde Wirklichkeit "Du willst ja wohl nicht bei Aldi an der Kasse landen!" bleiben wollte ich tatsaechlich nicht, aber so schlimm war der job fuer eine Weile nicht. ;) )
Dann machte ich -sehr spaet- eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Eigentlich nur um ueberhaupt einen qualifizierten Abschluss zu haben. Die Ausbildung und der Beruf selbst waeren recht gut gewesen wenn ich -so wie scheinbar fast alle Lehrlinge- von meinen Kollegen nicht gemobbt worden waere, und meine Chefin -so wie scheinbar fast alle Zahnaerzte- nicht gemeint haette sie sei was Besseres und koenne auf ihre Assistenten herabschauen.
Nach meiner Ausbildung versuchte ich mich erneut im Studieren (diesmal mit etwas mehr Gespuer fuer was zu mir passt). Ich glaube im Nachhinein ich haette dieses Studium wahrscheinlich nicht durchgezogen, und wenn dann nur mit erhelblichen Druck und/oder Motivation -die ich wahrscheinlich nicht gehabt haette.
Aber wie auch immer, mein Leben nahm eine ganz andere Wendung: ich traf meinen Mann und emigrierte nach England.
Die ersten Jahre war ich noch dem Leistung-/Erfolgs-druck verfangen: ich fing einen Fernstudienkurs an den ich aber zu Ende meiner Schwangerschaft abbrach; ausserdem spielte ich immer wieder mit dem Gedanken meine Leidenschaft (Natur- & Goettin-Religion und Hexe-sein) in irgeneiner Form [indirekt] zum Beruf zu machen.
Heute arbeite ich ein paar Stunden die Woche ehrenamtlich an der Rezeption einer Klinik die einem Hospiz angegliedert ist.
Und ich bin zufrieden -im besten Sinne des Wortes- als Teilzeitrezeptionistin zu arbeiten wenn mein Sohn diesen September mit Schule anfaengt und wir Beginn naechstes Jahr umgezogen sind. (Oder auch in einem Cafe/Kantine, weil mir diese jobs frueher am besten gefallen haben.)
Meinen Ehrgeiz fokussiere ich mittlerweile auf die Dinge die mir wirklich wichtig sind: neben meiner Familie ist das meine Spiritualitaet/Religion, und Umweltschutz/Sustainable Living; und mein Hobby Kung Fu (ich will unbedingt mindestens den schwarzen Guertel).
Fuer mich ist es stimmig und ein Segen diese Dinge aus dem Bereich "Arbeit" herauszuhalten.

Alles Gute auf deinem Weg,
Athena )O(

Be who you are and say what you feel, because those who mind don't matter, and those who matter don't mind.

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20 Jul 2012 08:45 #12085 von galla
galla antwortete auf Berufe und Werdegang
Hallo ihr alle,

vielen Dank für eure vielen offenen Antworten, auch wenn ich immer noch nicht weiß wohin mit mir. Ihr habt mir aufjeden Fall gezeigt das ich nicht allein bin mit meinem wirren Jobleben. Das entspannt mich doch schon mal ungemein, ich hab immer so ein bischen das Gefühl mich schnell für irgend etwas entscheiden zu müssen weil ich sonst zu alt, zu festgelegt usw bin. Gleichzeitig scheint mir der anspruch den Job zu mögen manchmal nicht durchsätzbar in der heutigen Zeit.

Das Arbeitsamt konnte mir bisher nicht sonderlich weiter helfen, die Idee hatte ich auch schon ;)
Demnächst will ich mir aber mal die Uni Kiel ansehen - da giebt es einen Studiengang Agrarwissenschaften. wer weiß...

Mit "normalen" Jobs meinte ich z.B. das Büroleben, ich durfte es als Bauzeichnerin antesten und es war für mich ein echtes Problem. Ich habe in diesem Büro einen halben Fantasy Roman geschrieben weil ich so Sehnsucht nach draußen hatte. Ich fühlte mich sehr eingesperrt.
Drei Job Versuche später bin ich an der Kasse gelandet. Das ist manchmal wirklich wie Krieg,aber wenigstens kann ich mich bewegen und bin nicht an einen Schreibtischstuhl gekettet. Momentan arbeite ich aber im Keller, also 10 Stunden nur künstliches Licht Sommer wie Winter und Kunden die alle nur wollen und mir am besten noch sagen wie blöd ich der Laden oder weiß ich was ist. Es soll ja eigentlich auch nur eine Übergangslösung sein, solange bis ich weiß wohin mit mir. Ich mache mir aber Sorgen dort hängen zu bleiben, meine älteren Kolleginen sind alle ziehmliche Nervenfracks und ich merke das ich auch schon in die Richtung unterwegs bin.

Ich muss aber ehrlich sagen ich hätte gedacht die meisten von euch haben Berufe wie z.B. Reetdachdecker oder Förster...
Ich glaube die Suche nach dem richtigen Job ist wie eine Reise, man weiß eben erst am Ende wo es einen hinverschlägt und alles was zwischen Anfang und Ende kommt ist eine Überraschung ;)

Ich schreib dann mal wie Kiel war...

liebe Grüße Galla

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22 Jul 2012 16:20 #12091 von Tahira
Tahira antwortete auf Berufe und Werdegang
Huhu,

auch wenn schon viele ihren Werdegang geschrieben haben, möchte ich meinen noch dazu tun. Liest sich sehr wie eure *g*

Als Kind wollte ich immer Ärztin werden, hab also Abitur gemacht, leider nicht so gut, dass ich direkt studieren konnte. Dann habe ich MTLA versucht als Übergang, habe aber die Probezeit wegen "netter" Lehrerin nicht bestanden. Dadurch aber die Möglichkeit gehabt - weil wir für MTLA ein Praktikum in der Pflege machen mussten - meine Liebe zur Pflege von Kranken zu entdecken. Gesagt getan, dann habe ich eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin gemacht. Ich hatte zwei Fachbereiche in die ich gehen konnte und habe mich dann für jenen entschieden, mit dem ich gut studieren gehen konnte (Zeitangepasst), die ambulante Pflege.

Dort habe ich dann 3 Jahre gearbeitet und dann kam der Ruf nach Studium wieder, gesagt getan. Allerdings war ich mir nicht mehr so sicher mit Ärztin. Psychologie und Biologie klangen ebenfalls super. Biologie wollt ich aber nicht, da eine Freundin damit schon Jobtechnisch zu kämpfen hatte....Also habe ich mir Vorlesungen Medizin und Psychologie angesehen und mich für Psychologie entschieden. Das studiere ich nun schon seit 2 Jahren....

und damit wäre ich wieder im Jobkarusell, denn in ein paar Monaten muss ich mich für einen Masterplatz bewerben, nur in welchem Fachbereich? Pädagogische, klinische und Arbeits- u. Organisationspsychologie hören sich alle spannend an....

Also, mach dir keinen Kopf, es geht glaub ich echt vielen so.
Und mach doch mal nen Explorix (das ist der Test vom Arbeitsamt), die sind ganz gut, zumindest wenn noch ein Beratungsgespräch mit dabei ist.

Cu Tahira

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25 Jul 2012 22:29 #12101 von Ishtar
Ishtar antwortete auf Berufe und Werdegang
Huhu

Mal sehen was ich zu dieser Uhrzeit noch hinkriege.....

Also mein Ziel war als Jugendliche klar: Schauspielkarriere. Darauf habe ich mein Teenagerleben lang hingearbeitet meine Hobbies entsprechend ausgesucht, aber auch dieses Karriere ausgesucht weil sie mir gefiel und ich meine Hobbies zum Beruf machen konnte.

Nach wenigen Jahren Musical und Schauspielschule musste ich aber feststellen, dass das Leben als Schauspielerin mir zu unsicher war. Ich wollte einen gewissen Lebensstandard, die Illusion von Sicherheit und Arbeitszeiten die sich mit Familie im Einklang bringen lassen. Der Stress mit meiner Kunst einen gewissen Standard zu halten brachte die Muse zum Schweigen. Zusätzlich war ich geschockt, dass wirklich gute Schauspieler keinen Job fanden und wie diese teilweise gelebt haben. Frei nach dem Spruch: "wenn du die Bühne verlassen kannst dann flieh!" tat ich genau das.

Da ich etwas Zeit zum orientieren brauchte und die Krise kriegte "ich werde bald 25 und habe keine abgeschlossene Ausbildung!" Schaute ich mir meine Stärken an und machte eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin, eine NLP Coachingausbildung ging dem Voraus und zuletzt war ich mir sicher Psychologie studierne zu wollen (checkte aber vorher den Arbeitsmarkt, was man so verdienen kann und besuche als Gasthörerin ein paar Vorlesungen). Mein Herzensstudium wäre vergleichende Religionswissenschaften gewesen (oder Assyrologie oder Keltologie, Ägyptologie fand ich auch faszinierend), aber ich war mir zu unsicher von einer "brotlosen Kunst" in die nächste zu wandern. Da ich so spät angefangen hatte zu studieren, dafür aber wusste was ich wollte beendete ich mein Psych-studium so schnell, dass ich einen Bonus von der Uni bekam. Es folgte eine Spezialisierung zur Therapeutin. Ich wollte Schauspielerin werden um Menschen zu berühren. Ich berühre Menschen - nur ganz anders. Ich mache meinen Beruf sehr gerne - meine Leidenschaften lebe ich aber im Hobby aus.

Ich glaube die Entscheidung ist was willst du persönlich mit deinem Beruf erreichen? Geld, Macht, Ideale, Status, Freude, Glück, Selbstverwircklichung? Dein Hobby zum Beruf (nur dann ist es kein Hobby mehr). Oder geht es dir darum einen Beruf zu haben der dir Spaß macht, einigermaßen Geld bringt, so dass du dich im Hobby verwirklichen kannst? Setzt du deine Stärken ein? (ist eigentlich sehr wichtig, es gibt erstaunlich viele Menschen die schwächenorientiret studieren oder Arbeiten und dann unnötigen Stress schieben!).

Die Interessen und schwerpunkte die du jetzt hast können sich ändern (z.B. war ich mit 19 noch überzeugt nie im Leben Kinder zu wollen und dann habe ich den "Mann des Lebens" kennen gelernt und plötzlich wollte ich später mal doch Kinder (und habe jetzt zwei). Mit ca. 28 musste ich dann feststellen, wie wahnsinnig konservativ und spießig ich und meine Ziele doch sind (Haus, Kinder, Hund, in Urlaub fahren können - ok, der Hund kam lange zuerst, weil ich erst fertig studierne wollte bevor die Kinder kamen.....).

Lebenslang den gleichen Job gibt es heute kaum noch - und wenn dann ändern sich womöglich die Jobbedingungen und man ist evt. genauso unglücklich.

Manchmal geht aber auch beides..... einen halbtagsjob von dem du "Leben" kannst und dein Hobby als "Gewerk" nebenher. Oder du machst eine 80 - 20 oder 70 - 30% Sache daraus. Es muss für dich stimmen und offen bleiben können für Veränderungen von Innen udn Außen.

Normal? Das ist eine ziemliche Bandbreite. Mein Arbeits und Organisationspsych prof meinte mal der Job der Zukunft sei Projektorientiert und es würde normal werden, dass man immer wieder wechsle.

Ich glaube wichtig ist, dass du dich selbst kümmerst. Das Arbeitsamt ist nur zu einem gewissen Maß hilfreich, man muss sich zu 80% selbst kümmern, aber wenn du das tust wirst du immer gute Chancen haben.

Ach ja - und wenn die Kinder aus dem Haus sind will ich (soweit ich es mir dann leisten kann, wer weiß wohin die studiengebühren gehen....) doch noch vergleichende Religionswissenschaften studieren - einfach aus Spaß und Freude, oder besuche interessante Vorlesungen über einen Gasthörerstatus.

So, das Bett ruft, Sohnemann kennt morgens keine Gnade!
Ich hoffe das ist jetzt alles nicht zu unstrukturiert, aber bevor ich gar nichts antworte, sind halt wahrscheinlich ein paar Fehler drin.

BB
Ishtar

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29 Jul 2012 19:06 #12157 von galla
galla antwortete auf Berufe und Werdegang
Hallöchen,
noch ein mal danke für eure tollen Lebensläufe, bei mir hat sich die Torschlusspanick auch wieder gelegt :cheer:

Ich glaube jetzt zu wissen wohin meine nächste Reise geht... an die Uni Kiel - zu den Agrarwissenschaften. Ich werde mich auf Pflanzenkulturen und Umweltschutz spezialisieren wenn es dann soweit ist. Im Oktober soll es los gehen und ich freu mich auch schon ganz doll darauf, ich glaube jetzt habe ich etwas gefunden was ich nicht nur so halb machen möchte. :woohoo: Der Lehrplan scheint extra für mich geschrieben worden zu sein. Und wie du schon sagtest Ishtar, man sollte auf seine Stärken achten, das ist auf jeden Fall erfüllt.

Ich habe noch mal in mich hinein gehört, was will ich eingentlich wirklich? Erstaunlicherweise waren meine Wünsche auch eher einfach, Familie - Kinder,evl. mal ein eigenes kleines Stück Land mit Häuschen, einen Job bei dem ich mit Natur/ Umwelt zu tun habe, der nicht ganz so langweihlig ist und der ein minimum an Sicherheit bietet. Das scheint mit meinem jetzt eingeschlagenen Weg auf alle Fälle erfüllbar ;)

Meinen derzeitigen Job hoffe ich ein mal die Woche am Sonnabend ausüben zu können, dann kommt noch ein bischen Geld in die Kasse. Und ein mal die Woche an der Kasse hocken ist auch noch vertretbar. Wenn nicht, dann komme ich aber auch irgendwie zurecht.

liebe Grüße Galla

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