Protest gegen geplantes "House of One" in Berlin

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03 Jul 2014 10:20 - 03 Jul 2014 10:21 #13924 von Lady of Darkness
Protest gegen "House of One"

Petitionstext:
"Wir wenden uns gegen den Bau eines "House of God" auf dem Petrikirchplatz in Berlin.
An dieser Stelle befand sich nach der Sage einst ein heidnischer Tempel, der den spirituell-kultischen Mittelpunkt der alten Stadt Cölln und des heutigen Berlin bildete. Ein weiterer Tempel stand dort, wo später das Gertraudenspital errichtet wurde. Nun planen die Vertreter der drei biblischen Religionen (Christentum, Judentum, Islam), auf dem Petrikirchplatz ein überdimensioniertes Gebetshaus für diese drei Religionen zu errichten und damit den heidnisch-spirituellen Mittelpunkt Berlins für sich zu vereinnahmen.
Im Namen des Gottes der Bibel wurden bekanntlich Millionen von Heiden, Ketzern und Hexen ermordet. Es zeugt von fehlender Sensibilität, an der Stelle, wo die Heiden einst ihre Götter verehrten, nun hier ein Gebetshaus desjenigen Gottes errichten zu wollen, in dessen Namen diese Untaten geschehen sind. Das ist in etwa so, als würde man auf dem Gelände einer in der Nazizeit zerstörten Synagoge ein Neonazizentrum errichten.
Wir haben nichts dagegen, daß so ein "House of God" der drei Bibelreligionen in Berlin errichtet wird, aber nicht auf einem Platz, der einst der Verehrung der heidnischen Gottheiten gedient hatte.
Diese Petition richtet sich an die zuständigen Stellen in Berlin (Senat, Bezirksverordnetenversammlung Mitte-Tiergarten) mit der Forderung, dieses Projekt auf dem Petrikirchplatz nicht zu genehmigen.
Weitere Informationen zum Tempel auf dem Petrikirchplatz hier: [Link vom Verfasser entfernt]"


Aus historischem Anlass misstraue ich erst einmal allem, wo "Germanische Glaubensgemeinschaft" draufsteht, und auch dieser Petition stehe ich eher skeptisch gegenüber. Meine Gründe:
  1. Der Standort des heidnischen Tempels ist nicht historisch verifiziert, oben steht "der Sage zufolge".
  2. Moderne heidnische Spiritualität hat mit "der historischen germanischen Religion" ungefähr soviel zu tun wie eine Ente mit einem Velociraptor. Was gut ist, denn die Lebensgewohnheiten haben sich in den letzten zweitausend Jahren auch ein wenig verändert. Deswegen hat der Standort eines alten germanischen Tempels, zumindest für mich, erst einmal keine spirituelle Bedeutung. Es stimmt zwar, dass alte Kultstätten (und darüber erbaute Kirchen) oft auf einer Art "Energiepunkten" stehen, aber die Energie stört sich meines Wissens nicht daran, wer oder was jetzt über ihr betet.
  3. Miteinander der großen monotheistischen Religionen ist eine feine Sache. Stellt euch mal vor, wie viele Konflikte beigelegt werden könnten, wenn die sich endlich mal einigen könnten, wer den größeren (Glauben) hat.
  4. Und zu guter Letzt stößt mir die polemische Formulierung auf. Ich sage nur: "den heidnisch-spirituellen Mittelpunkt Berlins für sich zu vereinnahmen" (Hervorhebung durch mich). Da merkt man schnell, wes Geistes Kind der Text ist. Der selbsternannte Allsherjargode ist hier im Forum in der Vergangenheit auch schon negativ aufgefallen, und die Gesinnung der GGG scheint... zweifelhaft, sagen wir so.

Soweit in Kürze meine Meinung, aber ich finde, man kann solche Anliegen durchaus kontrovers diskutieren und trotzdem etwas davon lernen. Euer Standpunkt?

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
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Letzte Änderung: 03 Jul 2014 10:21 von Lady of Darkness.

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05 Jul 2014 15:57 - 07 Jul 2014 19:42 #13927 von Ishtar
Hallo Lady of Darkness

ich habe leider wenig Zeit. Persönlich bin ich auch erst einmal allem sehr skeptisch gegenüber was von Geza und der GGG kommt. Auch aus eigener Erfahrung, ich glaube du hast die ganze Geza wird aus dem Sternenkreisforum verbannt Geschichte auch mitgekriegt.

Aus Zeitnot aber hier ein paar gute Sachen von MoiRa, die ich mit ihrer Erlaubnis hier posten darf:

ACHTUNG!!!

Es geht grade bei FB diese Petition herum, sie ist von Geza und der GGG gestartet worden und noch einigen Anderen aus dem Nazisumpf.

Bitte NICHT unterschreiben!

Das, was sie dort propagandieren hat rein gar keinen Halt, es wurden lediglich mal ein paar slawische Siedlungsreste dort gefunden und kein großes Heiligtum. Aber es wäre schon ein Wunder in Berlin auf keine Siedlungsreste zu stoßen

Die "Sage", die dort zitiert wird und die das ganze stützen soll ist von Geza frei interpretiert auf diesen Platz gemünzt worden. In anderen Schriften wird dieser Ort nicht so har genau umschrieben.
Petition:
secure.avaaz.org/de/petition/Berliner_Se...ouse_Of_One/?tgoTNhb

Ursprungsseite der Pedition:
www.facebook.com/.../Germanische.../122621834468644

Seite von Geza:
www.facebook.com/permalink.php?story_fbi...0&id=100006964056711

Letzte Änderung: 07 Jul 2014 19:42 von Ishtar.

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07 Jul 2014 19:41 - 07 Jul 2014 19:50 #13929 von Ishtar
Huhu

So, jetzt hatte ich endlich mal mehr Zeit mich damit zu beschäftigen ;)
Also erst einmal ein großes "Hut ab" vor dir, weil einige Rück-Kommentare in der FB Diskussion waren nicht gerade von Respekt und Höflichkeit geprägt.

Bei 1. und 3. bin ich voll mit dir.
4. Sehe ich genauso. Im Grunde genommen ist der Platz ja bereits durch etwas bebaut, es ist ja jetzt nicht so, als gäbe es dort einen heidnischen spirituellen Mittelpunkt, erst recht keine Kultstätte die jetzt gerade kaputt gemacht wird. Ist es ein Unterschied zu Fritzlar? Nun es wird ja kein Gebetshaus gezeigt, das Figürlich auf einem heidnischen Tempel ruht. Natürlich kann man ein paar Parallelen zeichnen, Gebetshaus auf einem möglicherweise einer Sage nach stehenden Kultstätte. Aber da hat die Fritzlarer Eiche ja doch schon mehr Historizität, auch wenn das nicht wirklich einwandfrei bewiesen ist.

Im Grunde denke ich auch, dass Geza da ganz gezielt auf den Fritzlar-Zug mit aufsteigen möchte. Ich fand in in Fritzlar angenehm zurückhaltend (ich glaube etwas anderes wäre ihm nicht möglich gewesen). Ich persönlich habe meine Probleme etwas zu unterstützen was die GGG macht. Die Gesinnung der GGG ist mir tatsächlich weniger bekannt, aber da Geza seine zu genüge gezeigt hat und die GGG von ihm geprägt ist.......

Bei 2. kann ich nicht ganz mit dir gehen. Es ist natürlich völlig richtig, dass moderne heidnische Kultpraxis nicht sehr viel mit den historischen Germanen-Kelten- was auch immer zu tun haben. Schon mal deswegen, weil man gar nicht genug weiß um diese sauber zu rekonstruieren - und ich für meinen Teil auf bestimmte Eigenschaften auch verzichten will und sie für unsere Gesellschaft als nicht mehr tragbar halte. Dennoch sehe ich in manchen Richtungen durchaus eine zeitgenössisch angemessene und mehr oder minder aufgeklärte moderne Interpretation der historischen Praktiken. Problmatisch sehe ich in diesem Fall eher die Verallgemeinerung heidnisch = Germanisches Heidentum - aber das hatten wir ja schon bei der "Allhersjargode Ausrufung" das nur das Germanische Heidentum richtig ist (was ich für vollkommen falsch halte).

War das kontrovers genug?

BB
Ishtar
Letzte Änderung: 07 Jul 2014 19:50 von Ishtar.

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09 Jul 2014 15:20 #13931 von Robin
Huhu,

was für aufgeblasene Wichtigtuer. Statt froh zu sein, dass da ein paar der größten Weltreligionen sich friedlich unter einem Dach versammeln statt Bomben aufeinander zu schmeißen wie gerade mal wieder in Israel etc., meinen da einige Leute mal wieder sie müssten sich auf Teufel komm raus ungerecht behandelt fühlen und treiben quer. Und solche Jammerlappen soll man Ernst nehmen....

Punkt 1,3 und 4 gebe ich dir vollkommen Recht. Was Punkt 2 betrifft, so stehe ich ein bisschen zwischen euch beiden. Meiner Ansicht nach hat die aktuelle heidnische Kultpraxis tatsächlich nicht viel gemein mit dem, was da vor ca. 2000 Jahren sich abgespielt haben mag. Wohlgemerkt Praxis, weniger die Theorie. Ist aber meines Erachtens völlig irrelevant, wer oder wie da damals gebetet hat/wurde. Den Göttern ist es schnuppe und es ist ja nicht so, als ob nicht auch damals Tempel mal eben umgewidmet wurden, wenn neue Götter auf den Markt kamen.

Liebe Grüße, Robin

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