Kreuzverbot bei BA - CSU ruft zum Boykott auf

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16 Okt 2006 16:36 #331 von Ishtar

Kreuzverbot
CSU ruft zum Boykott von British Airways auf
Bundestagspräsident Lammert solle für Abgeordnete keine Flüge mehr bei der Gesellschaft buchen, fordert die Partei. Einer Angestellten am Ticketschalter war von der Fluglinie verboten worden, ein kleines Silberkreuz offen zu tragen: Die Kleiderordnung sehe vor, dass religiöse Symbole versteckt werden müssten.

Berlin/London - Die CSU verlangt von Bundestagspräsident Norbert Lammert, keine Flüge für Abgeordnete mehr bei British Airways zu buchen, nachdem die Gesellschaft ihren Mitarbeitern das Tragen christlicher Symbole untersagt hatte. Der CSU-Abgeordnete Johannes Singhammer schrieb in einem Brief an Lammert, der WELT.de vorliegt, er halte das Vorgehen der Fluggesellschaft „als Christ für absolut nicht hinnehmbar und schlichtweg diskriminierend gegenüber den christlichen Grundüberzeugungen“. Ein Boykott sei ein „deutliches Zeichen“, so Singhammer.

Einer Angestellten am Ticketschalter der British Airways (BA) war von der Fluglinie verboten worden, ihr am Hals getragenes, kleines Silberkreuz offen zu zeigen: Die Kleiderordnung für Beschäftigte der BA sehe vor, dass religiöse Symbole unter der Uniform versteckt werden müssten. Da die Frau sich weigerte, dies zu tun, wurde sie ohne Abfindung von ihrem Dienst suspendiert; dagegen will sie vor einem Arbeitsgericht klagen.


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Sie argumentiert unter anderem, dass Sikhs ihre Turbane und angestellte muslimische Frauen den Hijab, das Kopftuch, durchaus tragen dürften, was die Airline damit begründet, "dass diese Symbole sich schlecht unter der Uniform verbergen lassen". Das Vorgehen der BA ist auf scharfe Kritik gestoßen. Unter der Prominenz des Landes wird inzwischen zum Boykott der Fluglinie aufgerufen. Die Kontroverse erweitert die aktuelle Debatte um die Verschleierung muslimischer Frauen zu einer bedeutsamen kulturellen Auseinandersetzung.
WELT.de/ap/kie.

Artikel erschienen am 16.10.2006
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WELT.de 1995 - 2006

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16 Okt 2006 16:41 #333 von Ishtar
einerseits kann ich die Arguemntation mit den Turbanen und den Hijab verstehen. Andererseits trägt eine muslimische Frau das Kopftuch ja nicht als Symbol ihrer Religion, sondern es ist eine Kleiderordnung ihrer Religion. Es wäre mir neu, dass es für das Christentum die Kleiderordnung gibt, Christen müssen Kreuze tragen.

Weshalb ich auch diesen Satz

„als Christ für absolut nicht hinnehmbar und schlichtweg diskriminierend gegenüber den christlichen Grundüberzeugungen“. Ein Boykott sei ein „deutliches Zeichen“, so Singhammer.

als ziemlich überzogen finde.

Ich hab bei einem Praktikum im Kreiswehrersatzamt mal ein keltisches Knotenmuster getragen - sagt eigentlich nichts über die Religion aus. Dennoch wurde ich von einem zu musternden darauf angesprochen und er wollte aufgrund dessen Dinge wissen, die ihm nicht zustanden zu wissen. Mir war es unangenehm und ich habe seither ein anderes Verständnis von diesen Regelungen und finde sie gut. Ich habe dann freiwillig auch auf solchen Schmuck verzichtet und würde es jeder Zeit tun. Wenn man arbeitet muss man ja nicht seine Religion zur Schau tragen. Es macht mich doch nicht weniger zur Heidin / Christin etc. wenn ich während der Arbeit kein Symbol trage, was mich als solche auszeichnet?
Meiner Meinung nach wird die Repräsentation mal wieder für das eigentliche verwechselt.

BB
Ishtar

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16 Okt 2006 17:31 #341 von Baldur
Grüss Dich Ishtar !

Manchmal ist es schon sehr kompliziert, mit der Religion ! :blink:

Die Freiheit eines jeden Menschen endet dort, wo die Freiheit seiner Mitmenschen anfängt:

- ja ich finde jeder Mensch sollte religöse Zeichen tragen dürfen, wenn er will

- und ja ich denke wenn Dir eine Firma gahört, darfst Du gewisse Bedingungen stellen - wenn jemand damit nicht klarkommt, kann er ja auch woanders arbeiten, nur müssen diese Bedingungen von Anfang an klar sein.

Und ich finde offizielle Stellen sollten möglichst neutral sein, was aber in Österreich ja schon aufgrund des Konkordats unmöglich ist, worin sich die katholische Kirche die Anerkennung als oberste Glaubensform vom österr. Staat zugesichert bekam.

Auszug:
Konkordat: Artikel I. § 1. Die Republik Österreich sichert und gewährleistet der heiligen römisch-katholischen Kirche in ihren verschiedenen Riten die freie Ausübung ihrer geistlichen Macht und die freie und öffentliche Ausübung des Kultus.


Alles nicht so einfach, mit der Religion !

Baldur
:yes:

- Du kannst mir keine Angst machen, ich habe Kinder -

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16 Okt 2006 20:22 #357 von RosaClara
Hallo Ihr Lieben,
was sich die Politiker da reinhängen kann ich auch nicht verstehen (steht doch gar keine Wahl an oder? :D

Wenn vorab die Kleiderordnung geklärt war hat Sie auch vorm AG keine Chance dazu gibt es bereits Gesetze und wenn nicht auf was will Sie dann klagen Wiedereinstellung ? und danach eine Abfindung kassieren weil ihr das arbeiten neben Menschen die Kopftücher tragen plötzlich unzumutbar erscheint?

zur CSU fällt mir nur ein dass die wie doll und verrrückt dagegen sind dass "außerchristliche" Symbole an Schulen getragen werden (sogar von Schülerinnen) Gleiches Recht für alle *juchuuuuu*
aber wenn jemand ein Schmuckstück verdecken soll regen Sie sich auf (Ich hatte Gott für so mächtig gehalten dass er auch durch die Kleidung sieht dass die Frau ein Kreuz trägt... (hoffentlich sieht er nicht bis ins Herz :( ))

Liebe Grüße
RC

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16 Okt 2006 21:04 #361 von Anni
verwirrend :ko1:

Andererseits trägt eine muslimische Frau das Kopftuch ja nicht als Symbol ihrer Religion, sondern es ist eine Kleiderordnung ihrer Religion. Es wäre mir neu, dass es für das Christentum die Kleiderordnung gibt, Christen müssen Kreuze tragen.

stimmt das finde ich auch, aber dadurch, das man einigen angestellten ihre religion "ansehen" kann (durch die kleiderordnung), find ich den schluß daraus: "dann gilt das verbot eben für den rest" weil mans halt nicht ändern kann, ziemlich unlogisch. ich fände es richtig, das verbot einfach ganz aufzuheben, weil es schlichtweg nicht realisierbar ist. somit wärs fair allen gegenüber. ich frage mich sowieso,aus welchem grund die dieses verbot eingeführt haben.
:confused:

naja, aber bevor, ich meinen job verlier, würd ich das kreuz einfach unter der kleidung tragen - soo schlimm isses ja nun nicht.

kann es sein, das diese ganze aktion (v.a. die reaktion des herrn singhammer) ein bischen unter den "nachwehen" dieser ganzen idomeneo-oper-diskussion leidet? so nach dem motto "jetzt müssen wir erst recht für 'unsere europäische' religion' einstehen"

mir schwirrt der kopf
gruetzi anika

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17 Okt 2006 06:04 #363 von RosaClara
Hallo Anni


>ich frage mich sowieso,aus welchem grund die dieses verbot eingeführt haben.

Aus Angst vor Anschlägen? (Ist jetzt nur ins Blaue geraten) :|

Liebe Grüße
RC

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17 Okt 2006 07:39 #375 von Lady of Darkness
Hmm ... der Witz ist ja, dass die Frau das Kreuz nicht ablegen, sondern "nur" verborgen tragen soll ... wo ist also das Problem? Die gute christliche Frau geht ja sowieso hochgeschlossen und züchtig. Also, zumindest für die CSU ist der ganze Aufwand doch wirklich übertrieben - ein Profilierungsversuch??? :D

Zur eigentlichen Thematik ... find ich schwierig. Einerseits finde ich, dass man jedem zugestehen sollte, religiöse Symbole zu tragen, wenn ihm danach ist, solange keine Grundrechte o.ä. verletzt werden. (Vielleicht hat dieses Kreuz aus oben genanntem Beispiel nicht nur religiösen, sondern auch persönlichen wert?)
Eigentlich sollte auch jeder Mensch da drüber stehen, was andere an ihrem Körper tragen. Es gibt Mini-Toras an der Kette, Kreuze, Allah-Schriftzüge aus Gold, diese türkischen "Augen", ... bei vielen Symbolen erkennt der Otto-Normal-Verbraucher ja nicht einmal, ob es ein religiöses Symbol ist. Meinen "Mondring" oder die silberne Triskele würde man mir wohl nicht ohne weiteres verbieten, obwohl sie für mich eindeutig religiösen Charakter haben. (Ganz abgesehen von den Leuten, die ein als religiös motiviertes Zeichen eingestuftes Schmuckstück tragen, ohne sich dessen Bedeutung vergegenwärtigt zu haben - ja, sowas gibt es auch ... *gg*)
Zum anderen gibt es ja auch andere Beschränkungen, was das Tragen von Schmuck während derArbeit angeht. Dass man in vielen lebensmittelverarbeitenden Branchen weder lange Fingernägel noch Ringe tragen darf, ist in erster Linie hygienisch motiviert und nachvollziehbar. Aber was ist mit der Bedingung in vielen (vor allem Dienstleistungs-)Betrieben, man solle bei Kundenkontakt Piercings oder Ohrstecker, die über das "gesellschaftlich anerkannte" Maß hinausgehen, entfernen oder abdecken? Ist das jetzt schlimmer oder nicht so schlimm als/wie die Sache mit dem Kreuz?

Ich weiß es mal wieder nicht sicher ... wenn mir mein Schmuck wichtig genug wäre, würde ich wahrscheinlich kündigen - schon alleine, weil es auch wenig Spaß macht, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die man verklagt hat (unabhängig vom Ergebnis). Und wenn ich meinen Schmuck nicht so sehr "brauchen" würde, würde ich ihn eben ablegen während der Arbeitszeit. Das muss also wohl jeder für sich entscheiden. Oder so.

(Der Boykott-Aufruf ist trotzdem albern. :D )

Remember that you're perfect - the gods make no mistakes...

https://diandrasgeschichtenquelle.org
https://knusperhaus.wordpress.com

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19 Okt 2006 20:00 #556 von Baldur
Hier ein weiteres trauriges Kapitel zu diesem Thema:

http://vorarlberg.orf.at/stories/144138/

- Du kannst mir keine Angst machen, ich habe Kinder -

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20 Okt 2006 05:26 #566 von RosaClara
Hallo Baludur

Wir haben ja so eine ehrliche, eeeehhhhhrrrrlllichhe Gesellschaft :(

Dialog
Juchuuuu

Oh Ihr habt Einwände
Ach nein Entschuldigung dann war's eigentlich doch nicht soooo gemeint.
Immer noch Einwände von Eurer Seite?
Seid Vorsichtig nicht dass Ihr glaubt ich würde jetzt zu meiner Meinung stehen... weit gefehlt ich schicke Euch dann wohl ein Entschuldigungsrundschreiben...
Was immer noch nicht gut
na dann werd' ich mich wohl bei jedem persönlich entschuldigen auf einem Staatsbankett extra deshalb ausgerichtet gelle


*grrrbähpfui*

RosaClara

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20 Okt 2006 08:09 #574 von Anni

>ich frage mich sowieso,aus welchem grund die dieses verbot eingeführt haben.
Aus Angst vor Anschlägen? (Ist jetzt nur ins Blaue geraten)

ja, wahrscheinlich haben sie wirklich angst vor anschlägen
- "oh die trägt ein kreuz - dann geh ich nochmal schnell zurück und hol meine bombe" :d035:

zu der sache mit den kreuzen:
einsicht und das eingestehen von fehlern kann ja auch gut sein - man könnte aber auch einfach _vorher_ nachdenken und dann reden (oder einen rundbrief verfassen)

ich stell mir grad vor, wie es wär, z.bsp. nach indien zu reisen, und die hätten dort aus rücksicht auf die touristen alle götterbilder versteckt :redface:

liebe grüsse anni

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