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Unsere Rituale werden in der heiligen Mitte des Alls abgehalten. Diese heilige Mitte ist ein Ort den wir im Außen erschaffen um unsere Mitte im Innern zu finden und darüber unseren Platz im Kosmos zu finden. Es ist durch diese heilige Mitte über die wir uns mit dem Netz des Wyrd, dem Netz der Kraft verbinden.

Die heilige Mitte wird durch die Erschaffung des Kosmos kreiert, entweder durch die vertikale Achse der drei Welten: Obere Welt, mittlere Welt, Untere Welt; oder durch die horizontale Achse von Himmel, Land und Meer.
Andere Systeme, tun dies z.B. durch Anerkennung der vier Elemente in den Himmelsrichtungen (Golden Danw basierende Systeme wie z.B. Wicca, Servants of the Light) oder durch "Schöpfungsspiralen" (siehe z.B. Seelenpfade).

Für die Mikrokosmische  Rekonstruktion (in Riten, Festen, Zeremonien, Andachten) benutzen wir Symbole:

Das Feuer verbindet uns mit der oberen Welt und dem Himmel, die Quelle mit der Unterwelt und dem Meer, der Baum mit der mittleren Welt oder dem Land und mit der Weltenachse und dem Weg zwischen den Welten. Darüber anerkennen und bestätigen wir unsere Verbindung mit dem Kosmos.

Diese Symbole sind auch als die „drei Heiligtümer“ bekannt. Sie symbolisieren die drei Tore oder das Tor – je nachdem wie man es sehen möchte. Aber vor allem stehen sie für die heilige Mitte.

Die Quelle verbindet uns mit der Unterwelt und dem Meer. Es ist der „Mund der Erde“ und der „Kessel der Inspiration“ (Dangler „Nine tenets“).  Die schöpferische Kraft sicher eingegrenzt, wie in der nordischen Mythologie die Midgardschlange das Meer umringt. Es ist das wilde Potential des Chaos, die kreative Kraft die in den Kosmos hineinsprudelt. Sie muss eingefangen werden, oder sie würde sich in alle Richtungen verteilen.
In vielen Kulturen finden wir Opfergaben die an das Meer, Flüsse, Seen oder in Ritualschächten in die Erde gegeben werden (Keltisch, Germanisch). Die Quelle wird auch mit dem Römmischen Mundus gleichgesetzt, auf dem der „Kosmos der Stadt Rom“ gegründet wurde. Im Ritual wird die Quelle durch eine Schale mit Wasser, einem Kelch, einem Kessel oder einem (Spring)Brunnen dargestellt.

Unser Feuer im Ritual ist tatsächlich ein Funke von den Sternen, das Himmelsfeuer, das in einem Mythos von Prometheus gestohlen wurde. Das Feuer ist das einzige Heiligtum welches wir in unseren Ritualen wirklich brauchen. Opfergaben die verbrannt werden, werden in Energie verwandelt und durch den rauch in die ObereWelt gebraucht. Dies wird physisch durch eine brennende Flamme dargestellt, üblicherweise ein Ritualfeuer oder eine Kerze. Es gibt auch die Möglichkeit zwei Feuer zu benutzen. Eines ist das Opferfeuer, das vom Herdfeuer aus entzündet wurde, welches in seiner Essenz wiederum durch ein Ritualfeuer entzündet wurde und am Laufen gehalten wurde, bis es jährlich rituell gelöscht und wieder-entzündet wurde (Adelman “To Graps”). In Örtlichkeiten wo Feuer verboten ist (z.B. im Haus, in einem gemieteten Raum, in trockenen Feuergefährdeten Gebieten) ist es möglich ein Bild eines Feuers zu benutzen, eine elektrische Kerze oder eine Feuerlampe aus dem Theater, welche Flammen imitiert. 

Mit dem Feuer und der Quelle haben wir die beiden Polaritäten der Oberen und der Unteren Welt: Oben und Unten. Dies kann sehr schön im nordischen Schöpfungsmythos gesehen werden, wo das Zusammentreffen zwischen Feuer und Eis (Wasser) die Schöpfung beginnen lässt. Es gibt eine weit verbreitete Bedeutung in der Mythologie des Motivs Feuer in Wasser (Puhvel 277-283). Beide kreieren auf diese Weise eine Achse die die beiden Pole und die Mitte verbindet.

Diese Achse ist der Baum. Im Ritual wird es ein regelrechter Teil des Lebensbaums, ein Teil der Weltenachse, der Pfad zwischen den Welten, der beide Pole erreicht (Dangler “Nine tenets”).  Es ist der Pfad auf dem wir sicher zwischen den Welten wandern können. Am häufigsten repräsentieren wir das durch einen symbolsichen Baum, doch andere Darstellungen als ein Pfald oder eine Säule oder sogar einem Berg (e.g. Olympus für die Hellenen) sind möglich oder ein einfacher Stock genügt (Dangler “Three Bowls”).

Wenn wir uns vorstellen, dass die drei Reiche und Welten drei Kreise sind, die sich in der Mitte überschneiden, dann haben wir in der Mitte eine Schnittmenge die zu allen drei gehört. Dies ist die heilige Mitte. (Thomas “Re-creating”). Unsere Symbole existieren in allen drei Welten und Reichen. Wir haben das Feuer unterhalb der Erde, das Feuer im geschmolzenen Zentrum der Erde. Es gibt viele Kulturen, die den eigentlichen ursprung des Wassers in den himmlischen „Gewässern“ sehen, der als Regen vom Himmel auf die Erde hinunterfällt, oder die Flüsse die vom Himmel herunterfließen. (Trinkunas 45).So während wir den Kosmos in für uns logische und brauchbare Teile unterteilen, müssen wir immer daran denken, dass diese “Kategorien”  durchlässig bleiben und eine gewisse Flexibilität in der Darstellung  und Interpretation beibehalten.

 



Quellen:

Dieser Text ist die freie Übersetzung der 2. Frage aus dem ADF Kurs Cosmology 1

 Bildquelle: Copyright Sternenkreis.de Erntefest zum Herbstgleichentag 2013.

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Robin antwortete auf das Thema: #13916 29 Jun 2014 09:35
Gefällt mir sehr gut, Ishtar. Du hast das Thema schön zusammengefasst und verständlich rübergebracht. Es hat Spaß gemacht, das zu lesen.