Dies ist die Geschichte von Lugh’s Zeugung und Geburt und wie die Macht des Turmes vom Land der Kälte gebrochen wurde.  Sie ist so geschrieben, dass sie für Kinder geeignet ist und von der Länge her nicht zu lange. Wir haben diese Geschichte 2016 als Vorbereitung vor der Yule Zeremonie vorgelesen. Die Motive werden im Mysterienspiel aufgegriffen. Die Bilder stammen vom Weihnachtslararium. Irgendwann, werde ich noch passendere Bilder machen. Aber mir war es wichtig ein bisschen Illustration in die Geschichte rein zu bringen.

Balor mit dem großen Auge, der König der Fomoren hatte eine Tochter Namens Enya. Sein Druide sagte ihm einst, dass sein eigener Enkel ihm eines Tages den Tod bringen würde.  Balor erschrak und wollte seinen Tod vermeiden. Enya sollte niemals heiraten und niemals mit einem Mann zusammen sein.

Deshalb ließ er für Enya einen großen Turm bauen. Der berühmte Schmied  Govannon sollte den Turm für Balor bauen.
Govanno lebte am Rand des Feuerkamms. Er gehörte zum Stamm der Göttin Dana. Als der Turm fertig gestellt war, sperrte Balor seine Tochter mit 12 Dienerinnen in den Turm ein.

Als Lohn für seine Arbeit verlangte er die grüngefleckte Kuh Gloss Gavlen. Es war ausgerechnet Balors Lieblingskuh. Noch dazu gab Gloss Gavlen so viel Milch, dass ein ganzes Land davon ernährt werden konnte. Weil sie so besonders war, hatte sie auch ein magisches, goldenes Halfter. Sie wollte nie weit weg vom Halfter sein und ging immer dorthin, wo ihr Halfter war. Balor wollte seine kostbare Kuh nicht wirklich hergeben und Trickste Govannon aus, indem er das Halfter behielt. 

Govannon kehrte mit seiner neuen Kuh zum Feuerkamm zurück und zeigte sie stolz seinen beiden Brüdern Kean und Samthain. Kean war der Fürst des Feuerkamms.

Kean freute sich sehr über die Kuh, denn ihre Milch würde genug Milch, Butter und Käse für sein Volk machen.
Bald aber merkte Govannnon, dass  Gloss Gavlen sehr unruhig war und ständig weglaufen wollte. Er musste den ganzen Tag auf sie aufpassen.
Als sich Kean ein neues Schwert schmieden lassen wollte, musste Samthain auf Gloss  Gavlen aufpassen, während Kean seinem Bruder in der Schmiede half.  Samthain ließ sich aber von Balor ablenken, der nur auf eine Gelegenheit gewartet hat, um seine Kuh wiederzuholen.   Nachdem er sie befreit hatte, lief die wertvolle Kuh schnurstracks lief in Richtung des Kalten Landes zu Balor’s Königreich, wo ihr Halfter hing.
So musste sich Kean auf den Weg machen, Gloss Gavlen zurück zu holen.
Auf dem Weg traf er auf die Druidin Birog vom Berg und bat sie um Rat.  


Birog befragte ihr Orakel und sprach: „Niemals wird die Kraft der Glos Gavlen in das Land des Feuers zurückkehren können, solange Balor am Leben ist. Und nur sein Enkel kann ihn töten, dessen Vater zum Stamm der Dana gehören muss“.
Kean und Birog beschlossen zusammen ins Land der Kälte zu reisen. Da Birog wusste, dass nur Frauen zu Enya Turm gelangen konnten, verkleidete sie Kean als Frau und zog ihm Frauenkleider an.   
Sie liefen bis sie zum Strand kamen. Auf der gegenüberliegenden Seite lag das kalte Land. Jetzt brauchten sie ein Boot.
Zum Glück stand Manannan Mac Lir, der Meeresgott am Strand und striegelte eines seiner Meerespferde. „Edler Manannan Mac Lir“, fragten sie ihn „kannst du uns übers Meer ins Land der Kälte bringen?“


 „Ins Land der Kälte wollt ihr?“ antwortete Manannan, „Eine Gefährliche Reise, denn dort sind die Götter vom Stamm der Dana nicht willkommen. Ich will euch trotzdem rüberfahren und zurück. Die Überfahrt hat aber ihren Preis: Die Hälfte von dem, was ihr von eurer Reise zurückbringt gehört mir als Lohn.“ Kean versprach was Manannan wollte.  
Als Birog und Kean im kalten Land ankamen, suchten sie Balor’s Haus auf und baten um Hilfe: „Unser Schiff geriet in einen Sturm und wir konnten uns gerade noch so retten!“ Birog gab sich als Geschichtenerzählerin aus und Kean als Köchin. Und so begannen sie für Balor zu arbeiten.
Nach einer Weile fand Kean den Turm mit den 12 Frauen. Um zu Enya zu gelangen, musste man durch die Zimmer von allen 12 Dienerinnen durch.  Die Dienerinnen waren nicht nur Dienerinnen, sondern auch Wächterinnen. Er freundete sich mit einer nach der anderen an. Und eine nach der anderen ließ ihn durch ihr Zimmer. So konnte Kean den Turm höher und höher besteigen, bis er in der obersten Kammer Enya erreicht. Immer noch als Frau verkleidet trat er in ihre Kammer ein.
Enya war über die Abwechslung sehr erfreut. Erstaunt rief sie: „Mir ist, als hätte ich dein Gesicht im Traum gesehen, aber da warst du ein Mann!“. Da nahm Kean seine Verkleidung ab und er blieb die ganze Nacht bei ihr.
Enya wurde schwanger mit Drillingen. Eine Schwangerschaft ließ sich aber nicht lange verbergen.

Balor tobte vor Wut. Er wollte die Kinder sofort nach der Geburt töten.
Kean, Enya und Birog berieten sich.

Enya beschloss Kean das Halfter für Gloss Gavlen zu geben, damit dieser Manannan bezahlen konnte und mit den Kindern zum Feuerkamm fliehen.
Als die Drillinge geboren wurde, versuchten die Diener des Balor sie zu töten indem sie sie in einen Wasserstrudel werfen wollten. Birog konnte aber einen der drei Jungen in einen Seehund und den anderen in einen Vogel verwandeln. Den letzten, Lugh, gab sie Kean. Kean floh schnell zum Strand wo Manannan auf ihn wartete. Balor verfolgte sie, aber Manannans Magie war stärker. Kean beschloss deshalb Lugh Manannan zu geben, weil dieser ihn besser beschützen konnte.

Manannan brachte Lugh zur Fir Bolg Göttin Tailtiu. Tailtiu würde ihn wie ihr eigenes Kind aufziehen, bis er alt genug war gegen Balor zu kämpfen. 
Doch dies ist eine andere Geschichte.  

Anmelden