Überblick 

Stichwörter
Allgemeine Bedeutung - Kurzübersicht
Bedeutung im Wicca
Ethymologische Bedeutung  
Zeitpunkt 
Mondaspekt 
Spirituelle Bedeutung 
Quellen und weiterführende Literatur

 


 

 

Stichwörter

Namen:
 
Mittsommer, Sommersonnenwende, Alban Heruin, Alban Hefin, Litha, Johannistag (christlich), Eichenfest, Meán Samhraidh, Holdertag, All Couples day
Kategorie:  Sonnenfest, Feuerfest
Datum: Längster Tag des Jahres, wechselnd zwischen 21. und 22. Juni (nördliche Hemisphäre), 20. 21. Dezember (südliche Hemisphäre)
Zeitpunkt: Sonne 0° (Anfang) im Krebs, längster Tag des Jahres
Bedeutung im Jahresrad: längster Tag, Hoch-Zeit der Sonne, Beginn der Erntezeit, nach manchen Traditionen Beginn des Sommers, Tag zum Kräutersammeln
Symbole: Feuer, Sonnensymbole, Eiche, Eichenlaub, Honig, Speer, Kessel der Fülle
Tiere: Biene
Farben: Sonnenfarben, für die Göttin vor allem Rot
Pflanzen: Johanniskraut, Eisenkraut
Götter: Apollo, Balder, Eichenkönig, (Stechpalmkönig). Bel, Prometheus, Ukko
Göttinnen: Aine, Juno, Titania, Danu, Frigg, Brigit, Vesta, Sulis, Sunna

 

 

Allgemeine Bedeutung - Kurzübersicht
Mittsommer verspricht die fülle der Ernte, denn nach der Zeit der Reinigung und des Wachstums beginnt nun die Erntezeit, wo die ersten Früchte der Arbeit (nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Projekte) geerntet werden können. Die eigentliche Erntezeit beginnt jedoch erst mit Lughnasad und jetzt zu Mittsommer zeigt sich das ganze Potential und die Stärke des Landes in der Energie und der Kraft der Sonne.  Doch tatsächlich ist in dieser Fülle des Lebens und der Stärke in der die Sonne und der Tag am längsten Scheinen auch bereits der Rückzug wieder enthalten, denn von nun an werden die Tage wieder kürzer werden und die Nacht nimmt zu. Das Rad dreht sich unweigerlich weiter zur Dunklen Jahreszeit hin. Von der ursprünglichen Bedeutung wurde das Fest früher wahrscheinlich genauso groß Begangen wie wir heute Mittwinter feiern. Es gehört zu den vier Sonnenfeste und zu jenen drei Festen an denen der Schleier zwischen den Welten am dünnsten ist. Die Sommersonnenwende zeigt den Höhepunkt des Einflusses der Sonne auf die Erde. Heiden feiern hier den Triumph des Lichtes und des Überflusses, Erkennen jedoch auch den nahenden Fall im Höhepunkt.


Bedeutung im Wicca
Wie alle Sonnenfeste ist auch diese Fest im Wicca ein Nebenfest - wobei es auch Traditionen gibt, welche alle 8 Jahresfeste als Hochfeste feiern. Der Sonnengott erreicht hier seinen Höhepunkt. Von nun an wird seine Kraft schwinden. In jenen Traditionen die zwei Könige kennen findet nun entweder der Kampf statt, bei dem der Sieger verletzt wird und später seinen Wunden erliegen wird, oder der "Gegenkönig" wird geboren, sprich also der Stechpalmkönig. Eine Entsprechung finden wir im christlichen Johannistag (mehr dazu bei den mythologischen Themen). Der junge Gott der zu Beltane im Glanze seiner Jugend sich mit der Göttin vereinigte ist nun bereit Verantwortung für das Land zu übernehmen. Mitsommer ist in diesem Aspekt die Zeit seiner Krönung als Herrscher des Landes und so strahlt er seine Kraft auf die Erdgöttin hinab, so dass sie die Früchte des Landes im Überfluss gedeihen lassen kann. Er ist die Kraft die das Korn zum Wachsen braucht und mit der nächsten Drehung des Rades wird er wie das Korn geschnitten werden. Er ist das freiwillige Opfer, der göttliche König. Die Göttin zeigt sich uns immer noch in ihrem Roten Aspekt der zu Beltane begonnen hat, jetzt jedoch ist sie schwanger, genauso wie das Land schwanger von den Früchten der Erde ist,  von ihrem Sohn-Liebhaber, der zu Mittwinter durch sie als das Licht wiedergeboren wird. Die Verantwortung des Landes zu übernehmen bedeutet für sie, dass sie mit der nächsten Drehung die Sichel in der Hand hält. Die Göttin zeigt sich uns als ein Rad auf dessen Weg der Gott reist. Der Wasseraspekt zeigt sich hier oft auch durch die Göttin, denn in den folgenden heißen Zeit braucht die Erde auch Wasser. Dies zeigt sich auch darin, dass auch Mittsommer ein Tag ist um heilige Wasser sammeln zu gehen. Aber auch in Göttinnen wie Brigid, welche Feuer, Wasser und Fruchtbarkeitsaspekte in sich vereint.


Etymologische Bedeutung
Sommersonnenwende zeigt an, das die Sonne ihren Wendepunkt erreicht hat. .
Mittsommer ist das Gegenpendant zu Mittwinter. Einer Quelle zufolge bedeutet das "Mitt-" das die Kelten dieses Fest früher als die Mitte des Sommers bezeichneten, weil es zwischen Beltane und Lughnasad stehe. Vielleicht mag dies ja für einige Keltenstämme zutreffen, allerdings stimmt es dann nicht, wenn wir von nur zwei Jahreszeiten sprechen, Beltane zeichnet den Sommerbeginn und Samhain (=Sommer's End) das Ende. Besser die Erklärung, dass damit eines der beiden Wendepunkte gemeint ist.
Meán Samhraidh , Mitte des Sommers, kommt aus dem Irischen. meán bedeutet "Mitte" oder "Höhepunkt". Tatsächlich kann meán als Höhepunkt auch unser deutsches Mittsommer besser verständlich machen.
Alban Heruin
kommt aus dem keltischen (walisischen) und wird in der Druidischen Tradition vor allem benutzt. Es bedeutet "Licht der Küste". Der Wasseraspekt der auch durch den Krebs angedeutet wird zeigt sich auch hier wieder. Dahinter verbirgt sich aber auch der Gedanke, dass die Sonne hinter den Bergen aufgeht, über die Küste zieht und zuletzt im Meer versinkt. Ein Tagesverlauf wird hier mit einem Jahresverlauf verglichen.
Alban Hefin bedeutet "Licht des Sommers" und eine neuere Walisische Bezeichnung.
Litha wird das Fest sehr oft im Wicca genannt. Tatsächlich fand ich es schwer den Ursprung dieses Namens zu finden. Eine Quelle bringt das Wort linguistisch mit dem Germanischen Wort für Licht oder Monat in Verbindung. Raven Grimassi bringt es in seiner Encyclopedia of Wicca & Witchcraft mit dem Angelsächsischen lida in Verbindung was Mond bedeuten soll. Der Name kam vor allem durch Starhawks Spiraldance (
Der Hexenkult als Ur-Religion der Großen Göttin ) in Gebrauch und in einer Quelle fand ich dass es auf eine keltische Mondgöttin hindeutet, welche Überfluss, Fruchtbarkeit, Macht und Ordnung bringen sollte. Von der Bedeutung her eine passende Göttin für Mittsommer, mit dem kleinen Makel, dass ich nur diese eine Quelle gefunden habe die sie nennt. Also bin ich mir nicht sicher in wie weit diese Mondgöttin tatsächlich existiert - zumal wir hier doch fast durchgehen eindeutig ein Sonnen- und Feuerfest haben. Bei näherer Betrachtung der Angelsächsischen Monatsnamen finden wir (Ærra) Litha (Vor Litha) für Juni und (Æfterra) Litha, nach Litha für Juli. Diese Art der Bezeichnung wiederholt sich nur für (Ærra) Geola, vor Geola, für Dezember und (Æfterra) Geola, nach Geola für Januar. Dies deutet für mich eher auf zwei Namen für die beiden Wendepunkte hin anstatt auf eine Göttin. J.R.R. Tolkien benutzte auch Litha als Name für ein Mittsommerfest in seinem "Der Herr der Ringe.".    
Johannistag ist eigentlich am 24. Juni und wird als die christliche Entsprechung gesehen und geht auf Johannes den Täufer zurück. Heiden nennen ihr Fest allerdings nicht nach diesem Namen.
Summer Solstice Wie bei "Winter Solstice" haben wir hier wieder das Wort sol stituum welches lateinisch ist und Sonnenstillstand bedeutet. Wieder ist es so, dass man das Gefühl hat, die Sonne gehe einige Tage fast am gleichen Ort auf und ab. Deshalb ist es hier völlig legitim die Feierlichkeit für diesen Tag leicht zu verschieben, damit es besser passt. Wieder die Ähnlichkeit mit Yule - ist die Wintersonnenwende eher um den 21.12. feiern die Christen ihren Tag am 25., bei der Sommersonnenwende am 24. Auch dem liegt wohl eine Kalenderverschiebung zugrunde und Johannistag wurde urspr. wahrscheinlich am längsten Tag des Jahres gefeiert.

All Couples Day gibt Hinweise auf die vielen Hochzeiten.
Holdertag bezieht sich auf Holle (siehe weiter unten bei den Kräutern)
Eichenfest deutet auf die Bedeutung der Eiche im druidischen Kalender hin, welche jetzt auch ihren Höhepunkt im Jahr erreicht.

 

Zeitpunkt:
Die Sonne tritt in den Krebs ein, ein Wasserzeichen. So ist neben dem Feuer in diesem Fest auch das Wasser dominant. In einigen Traditionen besprenkelt die Hohepriesterin den Coven mit geweihtem Wasser. Wir erinnern uns auch, dass Alban Heruin "Licht der Küste" heißt. In wie weit allerdings zu keltischen Zeiten am längsten Tag des Jahres die Sonne ebenfalls in den Krebs eintrat ist mir nicht bekannt.
Einigen Quellen zufolge wurde dieses Fest wahrscheinlich eher am 24. Juni gefeiert weil (ähnlich wie zu Yule) früher die Sommersonnenwende dann stattfand. Heutige Heiden benutzen meist das Sonnenwenddatum als absolutes Datum, allerdings gibt einem die Zeit von der Sommersonnenwende (meist am 21.06.) bis zum 24. Juni noch ein paar Tage Spielraum, so dass vielleicht eher ein Wochenende mit drin ist ;-)
Die Kelten feierten eigentlich ihre Feste von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang. Tatsächlich finde ich persönlich die Mittagszeit und den anschließenden Abend passender.
Es ist möglich, dass auch dieses Fest ursprünglich mehrer Tage (evt. 12) umfasste. Es war wahrscheinlich den Yulefeierlichkeiten gleichzusetzen, vor allem betrachtet man die starke Bedeutung in fast allen Kulturen.




Mondaspekt:
Honigmond wird der Vollmond im Juni genannt und er zeigt an, dass zu dieser Zeit oft Honig gesammelt werden konnte. Das Englische "Honeymoon" für Flitterwochen könnte auch ein Hinweis auf die vielen Hochzeiten in dieser Zeit sein.

 

Spirituelle Bedeutung
Während die Wintersonnenwende vorwiegend von Tod, Wiedergeburt und Hoffnung handelt, dreht es sich bei der Sommersonnenwende um Reichtum und Kraft. Litha markiert den Höhepunkt der Fruchtbarkeit der Natur und von Macht und Kraft der Sonne, mit dem Bewusstsein, dass der Wendepunkt erreicht ist. Die Sonne steht im Zenit ihrer Kraft, doch wird das Licht ab diesem Zeitpunkt geringer und die Dunkelheit nimmt zu, bis die Fülle des Sommers durch den Herbst hindurch mit dem ersten Frost des Winters ihr Ende finden wird. Die Männliche Kraft der Yangs ergießt sich komplett auf die Erde und ab dann wird das Ying, die weibliche Kraft wieder zunehmen.
Litha ist zunächst ein Fest des Versprechens auf einen Überfluss. Viele betonen allerdings auch seinen Aspekt von Balance und Ausgewogenheit. Dies scheint mir gerade in der heutigen Zeit ein sehr wichtiges Thema zu sein.

 



 

Quellen und weiterführende Literatur

Bücher

John Matthews: The Summer Solstice: Celebrating the Journey of the Sun from May Day to Harvest

William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum / A Midsummer Night's Dream .

Wolf-Dieter Storl: Pflanzen der Kelten. Heilkunde, Pflanzenzauber, Baumkalender

Claudia Müller-Ebeling, Christian Rätsch, Wolf-Dieter Storl: Hexenmedizin

Eilthireach: A' Chuibhle Mhor - Das große Rad. Der keltische Jahreskreis in Theorie und Praxis  

 

Anna Franklin: Midsummer: Magical celebrations for the summer solstice


Sonstige Quellen
Unterlagen der OBOD
Silent Shadow's
Die-Dunkle-Dimension
Midsummer Essay von Mike Nichols
http://www.wikipedia.com
Litha Introduction Essay von Lady Bridget
http://www.answers.com
 

 

Musik
Libana: Rise up o Flame aus "Fire Within "
Reclaiming & Friends: Sun King aus "Chants "

  

Filme

Ein Sommernachtstraum


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