Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten

Die meisten Druiden und Wiccas:

  • Feiern die acht Hochfeste des neuheidnischen Jahreskreises.
  • Glauben an eine Vielfalt von Götter und Göttinnen
  • Ehren die Erde und arbeiten daran die Umwelt zu schützen.
  • Glauben daran, dass das Göttliche sowohl weiblich als auch männlich sein kann.
  • Glauben das mit Handwerkskunst (Craft) und Weisheit ein Individuum oder eine Gruppe die Realität durch den Gebrauch von Magie verändern kann.
  • Sind Lebensbejahend, betonen die Sinnlichkeit in der Welt und die Bedeutung der Achtsamkeit im Hier und Jetz zu sein.
  • Glauben an Reinkarnation (Wiedergeburt)
  • Glauben das was man sät man auch Ernten wird (Gesetz der Ernte, Wiederkehr)
  • Glauben an ein Netz, dass uns alle verbindet (Wyrd)
  • Feiern Rituale Draußen (in der Natur)
  • Können coole Ritualroben und Ritualschmuck tragen.


Unterschiede

Kultureller Hintergrund

  • Im ADF Druidentum konzentriert man sich in Ritualen nur auf Indo-Europäische Kulturen (wie z.B. Keltisch (Gälisch, Schottisch, Walisisch, Gallisch), Hellenisch, Nordisch, Germanisch, Slawisch, Römisch,  Avestisch, Proto-Indoeuropäisch...) Üblichererweise bedient man sich einer bestimmten Kultur für ein Ritual und vermischt diese nicht, außer bei den Lobpreisungen, wo Teilnehmer individuell "ihre" Gottheiten ehren können.
  • Im OBOD Druidentum konzentriert man sich auf die Keltische Kultur, insbesondere der Walisischen. Die Rituale basieren auf einer allgemeinen keltischen Mythologie und Folklore.
  • Viele Wiccas integrieren unterschiedliche mythologische Motive verschiedener Kulturen und mischen diese häufig auch innerhalb eines Rituals die Pantheone.

 

Götterbild

  • ADF Druidentum ist polytheistisch und beinhaltet die Anbetung unterschiedlicher Götter, Göttinnen und Geister als individuelle Wesen. Dabei geht es weniger um den Glauben, als um das Tun, so dass nicht alle Mitglieder „harte“ Polytheisten sind. Es ist auch egal, ob die Mitglieder die Götter als Personen, Aspekte, Archetypen etc. sehen, sondern in der Praxis werden diese polytheistisch behandelt.
  • OBOD Druidentum ist ein spiritueller Pfad und keine Religion. Mitglieder können unterschiedlichen Religionen angehören z.B. Buddhisten, Christen oder Neuheiden sein. Es gibt kein Einheitliches Götterbild, obwohl der fokus eher auf Polytheismus gelegt wird.
  • Wiccas verehren den Gott und die Göttin (Lord and Landy) und wirken oft eher Duotheistisch. Oft wird gesagt: „Alle Götter sind ein Gott und alle Göttinnen eine Göttin“. Es gibt aber auch polytheistische Wiccas.

 

Heiliger Raum im Ritual

  • Im ADF wird der Heilige Raum durch die Heilige Mitte und dem Weltenbaum als Verbindung zwischen den Welten erstellt. Es wird kein Kreis gezogen. Das Ritual findet in der heiligen Mitte statt, wo sich alle Welten treffen.
  • Im OBOD werden die Rituale innerhalb eines rituell gezogenen Kreises gehalten. Dieser fungiert als magische Barriere und versetzt das Ritual zwischen den Welten.
  • Im Wicca werden Rituale ebenfalls innerhalb eines gezogenen Kreises abgehalten, welches das Ritual wieder „Zwischen den Welten“ versetzt.

 

Begründung für das Ritual

  • Im ADF Druidentum geht es in den Ritualen hauptsächlich um die Stärkung der Beziehung zu den Göttern und den Geistern.
  • Im OBOD geht es in den Ritualen mehr um die Persönlichkeitsentwicklung und Erkenntnis des Jahreskreises.
  • Im Wicca wird die Bedeutung von Magie und Zaubern betont.

 

Ritual Struktur

  • Im ADF Druidentum werden im Ritual und in der Symbologie die Triplizität betont. ADF Mitglieder wird durch die Grundsturktur der Rituale (Core Order of Ritual, COoR) bei offiziellen ADF Ritualen vereint. Ein wichtiger Fokus stellt hier der Gabenaustausch dar. Innerhalb der Haine gibt es dennoch große Variationen wie der COoR umgesetzt wird.
  • Im OBOD wird in der Theorie auf die Triplizität eingegangen, im Ritual aber auf die vier Elemente focussiert. Es gibt keine Festgelegten OBOD - Rituale, obwohl es für die Jahreskreisfeste Vorlagen gibt die häufig als "offizielle" Ritualstruktur gehandhabt werden. Auch hier gibt es innerhalb der Haine viele Variationen.
  • Im Wicca Ritual konzetriert man sich auf die vier Elemente in den vier Himmelsrichtungen. Es gibt im traditionellen Wicca eine grobe Einheitliche Ritualstruktur, die aber sehr starken Gruppenvariationen unterworfen ist.

Geheimhaltung der Mitglieder und Ritualen

  • Im ADF Druidentum müssen sich die Mitglieder zwar unter einem legalen Namen anmelden, können aber einen religiösen Namen benennen unter dem sie bekannt sein wollen. Eine Ausnahme bildet die Priesterschaft und bestimmte administrative Positionen innerhalb der Organisation die einen legalen Kontaktnamen angeben müssen.  Insbesondere das Austauschen und Teilen von Ritualmaterialien wird unterstützt, so dass nicht nur auf der Hauptseite viele Rituale öffentlich auch Nichtmitgliedern zugänglich sind, sondern auch viele Haine ihre Rituale veröffentlichen.
  • Auch im OBOD muss man sich mit einem legalen Namen wegen der Postadresse anmelden, kann aber dann im Forum frei wählen wie man bekannt sein möchte. Bezüglich der Rituale ist der OBOD ganz einer Mysterieneinweihung entsprechend: Man sollte nur würdigen Menschen die Unterlagen zeigen und man sollte anderen den "Kurs" nicht verderben indem man Inhalte vorwegnimmt. Einzelne Rituale sind aber in einigen Büchern veröffentlich worden.
  • Im Wicca wird ebenfalls aufgrund des Mysteriencharakters Geheimhaltung sehr groß geschrieben. Es kann passieren, dass man sogar Mitglieder innerhalb eines Covens nur unter deren "magischen Namen" kennt. Die ursprünglichen Rituale von Gardner und Alex Sanders sind in diversen Büchern veröffentlich worden. Viele Gruppen haben jedoch ihre ganz eigenen Rituale und oft wird große Sorge getragen, dass diese nicht bekannt werden. 

 

Organisation

  • ADF ist eine internationale Religionsgemeinschaft. Der Hauptsitz (Mothergrove = Mutterhain) befindet sich in den USA, wo ADF als Kirche anerkannt ist. Es gibt lokale Gemeinden (Groves = Haine) überall in den Vereinigten Staaten und Kanada und einzelne in Europa und Australien. ADF ist die größte Druidische Religionsgemeinschaft in den USA. Viele Mitglieder arbeiten aber auch allein als Solitaries. Der Vorstand und alle administratien Positionen werden direktdemokratisch von den Mitgliedern gewählt. Der Vorstandsvorsitzende leitet als Erzdruide die Organisation. Bisher hat es 5 unterschiedliche Erzdruiden gegeben.
  • Der OBOD ist der größte druidische Orden weltweit und wird aus England geleitet.  Es gibt lokale Gemeinschaften (Seedgroups und Groves) überall auf der Welt. Die meisten Mitglieder arbeiten aber allein. Der Orden wird vom "Wieder-Begründer" des Ordens Philipp Carr-Gomm geführt.
  • Wicca ist eine initiatorische Mysterienreligion. Viele Wiccas sind Teil einer kleinen lokalen autonomen Gruppe (Coven) ohne die Unterstützung einer größeren Organisation. Es gibt eine Vernetzung unter den traditionell initiierten Mitgliedern und anerkannten Coven, die aber nicht als Organisation auftritt. Die meisten Wiccas praktizieren alleine. Viele die sich Wiccas nennen sind nicht traditionell initiiert und werden deshalb von den traditionell initiierten Wiccas nicht als solche anerkannt.

 

Mitgliedschaft

  • Mitgliedschaft im ADF ist für jeden offen mit wenigen Ausnahmen bezüglich dem Alter (ausgenommen Kinder von ADF Mitgliedern) und kriminellem Verhalten (wobei es je nach Schwere und Art der Straftat die Möglichkeit der Mitgliedschaft auf Probe gibt, sowie Bestrebungen Gefangene religiös zu unterstützen). Die Mitgliedschaft muss jährlich erneuert werden und kostet aktuell ca. 25$. Mitgliedschaft in einer rassistischen Organisation führt zur Sperrung der ADF Mitgliedschaft. Teilnahme und Mitgliedschaft in anderen (Glaubens) Organisationen ist erlaubt.
  • Der OBOD ist ein initiatorischer Orden, offen für jeden, der sich für den Bardenkurs anmeldet. Die Mitgliedschaft gilt lebenslang. Der Bardenkurs kostet aktuell ca. 300 €. Es ist möglich eine Probelektion zu bestellen. Mitgliedschaften in andere Organisationen sind erlaubt.
  • Wicca ist traditionell eine initiatorische Religion, die Coven sind autonom bezüglich der Mitgliedschaft, außer jemand wurde von einem Elder im Rahmen des "traditionellen Netzes" für eine traditionelle Initiation gebannt. Selbstinitiation wird als kritisch betrachtet, bzw. von traditionellen Wiccas nicht anerkannt. Es gibt keine offiziell geregelten Kosten für eine Mitgliedschaft und die Coven entscheiden für sich wie viel Beteiligung sie von ihren Mitgliedern fordern. Mitgliedschaften in andere Organisationen ist meist erlaubt. 

 

Teilnahme bei Ritualen

  • Im ADF Druidentum sind die meisten Rituale offen für die Öffentlichkeit (insbesondere für alle aus der neuheidnischen „Gemeinschaft“, egal ob ADF Mitglied oder nicht). 
  • Im OBOD Druidentum sind die Jahreskreisfeste einer Seedgroup oder eines Groves oft privat und meist nur für Ordensmitglieder offen.  (Seedgroup und Groves sind lokale Gruppen).
  • Wicca Rituale sind meist privat und nur für Covenmitglieder offen.  

 

Dogmen

  • Der ADF kennt drei Dogmen: 1. Die Doktrine der Fehlbarkeit des Erzdruiden. 2. Es gibt keine weiteren Dogmen 3. "nein, wir meinen das wirklich so: es gibt keine weiteren Dogmen".
  • Im OBOD gibt es keine Dogmen die Bedeutung des individuellen Weg des Herzens wird betont.
  • Im "Buch der Schatten" steht geschrieben, dass Wicca undogmatisch sei. 

 

Kinder und Familie

  • ADF ist sehr bemüht Wege zu entwickeln Kinder stärker zu involvieren und zu lehren. Die lokale Umsetzung ist unterschiedlich. Manche Haine bieten Kinderaktivitäten, andere Kinderandachten an. Da der ADF sehr um Integration (auch bei Menschen mit speziellen Bedürfnissen) bemüht ist, sind Kinder bei Ritualen willkommen.
  • Der OBOD ist als Orden nur volljährigen zugänglich. Bei größeren Camps gibt es jedoch viele Bemühungen Aktivitäten für Kinder oder Kinderbetreuung aufzustellen. Kinder können dabei auch an Ritualen teilnehmen.
  • Im Wicca, als initiatorische Religion werden Kinder erst ab 18 initiiert und vorher aus den meisten Gruppen und Ritualen ausgeschlossen. Teilweise sind bei Camps kleinere Kinder noch erlaubt an Ritualen teilzunehmen, spätestens mit Eintritt ins Teenageralter stellt sich die Initiationsfrage. Sehr wenige Gruppen bilden Ausnahmen. Es existieren aber oft selbstorganisierte (nicht anerkannte) Teenagergruppen.

 

Anmerkung

Auch wenn die Ritualstruktur des ADF unterschiedlich als jene des OBOD und des Wiccas sind (die sich beide noch stärker ähneln), schließt es sich nicht aus Mitglied im ADF zu sein und zusätzlich im OBOD und / oder im Wicca. Die Kompatibilität dieser Richtungen zeigt auch die Entwicklung des Druidcrafts, einer Mischung aus Druidentum und Craft ist, was insbesondere für viele nicht traditionell initiierte Wiccas ein Anreiz ist. ADF Druidentum kann sich als religiöser Rahmen sehr gut da hineinfügen. 


Quelle: Dieser Artikel basiert größtenteils auf einem Englischen Artikel des Charter Oak Groves, den ich noch um den OBOD und einigen persönlichen Erfahrungen erweitert habe. Wie immer gibt es zu jeder Regel eine Ausnahme.

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Ishtar antwortete auf das Thema: #12347 06 Sep 2012 18:49
Habe den Bericht noch um die Geheimhaltung ergänzt.
Tahira antwortete auf das Thema: #12348 07 Sep 2012 14:16
huhu,

sehr guter Text.

Mir ist nur noch aufgefallen, dass in

Kinder können bei an Ritualen teilnehmen.

statt "bei...." stehen müsste "beim OBOD".

Cu Tahira